Tag 7
Nachdem der letzte Tag keine Euphorie ausgelöst hatte, konnte es heute nur besser werden.
Wir hatten geplant in den Nationalpark Hortobagy zu fahren, wie oben schon erwähnt ist man dort dann mitten in der Puszta.
Also frisch ans Werk, es sind ca. 40 km von Debrecen zum Ort Hortobagy, dort ist dann auch das Besucherzentrum.
Kurz noch einen Abstecher ins Bad und dann ab zum Frühstück.
Wir waren ja zwei Nächte in dem Hotel aber nur an diesem Morgen beim Frühstück..., wir gingen den "kurzen" Weg zum Hauptgebäude des Hotels und dann wurden wir in den Keller geleitet. Es machte sich schon etwas Unbehagen breit, der Weg in den Keller führt über eine schmale Treppe, die Wände sind mit hellem Holz getäfelt und die Deckenhöhe bedenklich niedrig. Ich bin 1,95 m und hab vorsichtshalber den Kopf eingezogen. Der Keller war dann wie der Treppenabgang. Ein kleiner Raum eben mit hellem Holz und niedriger Decke ausgestattet und es herschte mal richtig dicke Luft im wahrsten Sinne des Wortes.
Frühstück muss dafür bestimmt super sein, um es vorweg zu nehmen NEIN war es nicht.
Wir wurden gefragt was wir wollten und es war so belanglos das ich es gar nicht mehr weiß, ich glaub ich hatte ein lieblose Wurstplatte (dabei gibt es in Ungarn echt gute Wurst) und kalte Pappe (Toast), dem ganzen die Krönung aufgesetzt hat der absolut ungenießbare Kaffee. Letztendlich haben wir beide Tee getrunken der ging.
Nach dem "Frühstück" haben wir an der Rezeption gleich selbiges für den nächsten Tag abbestellt.
Na aber jetzt kann es nur besser werden.
Erstmal zu den Mopeds. Wir dachten uns heute wo wir doch an den selben Ort zurückkehren genießen wir das fahren und lassen alle Taschen und damit auch Werkzeug daheim um einfach mal wieder entspannt fahren zu können.
Also alle Seitentaschen zurück ins Zimmer gebracht.
Spoiler: In diesem Moment war uns nicht klar, dass das ein großer Fehler war.
Im Zimmer noch schnell die Rucksäcke für den Tagesausflug geholt und aufgesitzt.
Es ging los Richtung Hortobagy, wir hatten dann noch geplant eventuell bis zum Theiß Staussee zu fahren falls wir lust habe und das Wetter passt. Wetter war übrigens sehr angenehm an dem Tag.
Aus Debrecen raus hat etwas gedauert, es ist ja doch die ziemlich größte Stadt in Ostungarn also waren auch viele Menschen unterwegs.
Irgendwann waren wir aber draußen. Die Straße war zuerst noch ganz passabel, aber dann sollten wir erfahren was uns in der Puszta, also auch die Tage nach Debrecen, erwarten sollte.
Feinster Asphalt mit immer mal wieder Schlaglöcher in denen man leicht ein Kind verstecken kann und Waschbrett das die Bandscheiben vor Freude knacken lässt.
Und trotzdem war es super, endlich mal wieder ohne das ganze Gewicht am Heck einfach frei fahren. Die Maschinen schnurrten und hatten auch Spaß. Es ging dann auch flott. Die Strecke war verkehrsarm und gerade. Spannend war da noch diese unglaubliche Weite.
Als wir in Hortobagy waren, haben wir erstmal den Eingang zum Besucherzentrum gesucht. Es gab eine Baustelle und irgendwie war auch kein Mitarbeiter zu sehen. Wir waren gegen 10 Uhr vor Ort, da hatte ich mit Bussen gerechnet die Leute da hin bringen oder zumindest ein paar anderen Touristen. Tatsächlich sah es aber so aus als wären wir allein. Für uns kein Problem, wir sind auf dem Gelände dann etwas hin und her gelaufen, tatsächlich fanden wir einen Eingang und weiter hinten im Gebäude saß tatsächlich jemand.
Der gute Mann konnte sogar ganz passabel englisch. Er nahm uns ein paar Forint ab (keine weltbewegende Summe) erklärte ein bisschen zu den Möglichen Stopps.
Man kann sich den Park nicht als einen festen Bereich vorstellen in dem man einfach hin und her laufen kann.
Die ganze Fläche um Hortobagy gehört zwar zum Nationalpark, aber es gibt Bereich dort kann man hinfahren und sich umsehen.
Wir haben uns entschieden einen Wanderweg von Hortobagy aus bis zu dem Örtchen Hortobagy Halasto zu machen. Dort gibt es wiederum ein Besucherzentrum und man kann mit der Bahn zurück nach Hortobagy fahren.
Die Wanderung startete also und mit unserem vorzüglichen Orientierungssinn kamen wir erstmal gar nicht klar. Nach ein paarmal hier hin und da lang und nein doch hier, haben wir den Einstieg gefunden.
Allerdings hat der Weg dann nach wenigen hundert Meter geendet, wir waren uns dann sehr unsicher wie es weitergeht und haben beschlossen erstmal den Bahngleichen zu folgen. Naja das lies sich gut gehen, es kam auch nur ein Zug dem konnten wir ausweichen. Ich schätze nach einem Kilometer, haben wir rechts von uns ein Feld gehabt und weiter rechts vor uns war auch eine Art Weg zu sehen. Wir hielten drauf zu und kamen auch auf den Weg.
Da konnte man auch wieder diese Weite sehen sowas kenne ich bei uns nicht und es hat mich fasziniert. Wir kamen dann zu einer Aussichtsplattform ca. 10 m hoch. Wir haben dann beschlossen dort Pause zu machen und wenn man dort oben steht hat man natürlich eine unglaubliche Aussicht. Es war zwar leicht bewölkt und auf der Ebene ging ganz schön Wind (was soll den auch bremsen es gibt ja nichts) aber die Sicht war unglaublich, ich behaupte felsenfest die Erdkrümmung gesehen zu haben.
Nachdem uns dann langsam kalt wurde sind wir wieder los. Der restliche Weg war ähnlich flach und wir kamen im Zielort an. Werden wohl so 6 - 7 km gewesen sein.
Dort wollten wir noch mit dem Besucherzug ein Stück raus in die Ebene fahren und Becken (ich hab vergessen für was die gut waren) ansehen, aber die Uhr zeigte fast Mittag und wir wollten noch an den See (die Sonne kam auch langsam) .
Wir suchten also die Bahnstation, die nicht ganz so leicht zu finden war. Die Schiene war natürlich gleich gefunden aber die Bahnstation sah eher wie eine Ruine aus, aber dort standen ein paar ältere Herrschaften die den Eindruck machten sie warten auch auf den Zug. Nachdem der Fahrplan auch eher unleserlich war haben wir ein paar Minuten gewartet und der Zug kam. Tickets waren am "Bahnhof" natürlich auch nicht erhältlich, aber wir haben die paar Kilometer auch ohne Ticket geschafft.
Die Mopeds waren auch noch da und wir sattelten wieder auf um zum See zu fahren.
Teil 2 folgt dann demnächst.