Samstag, 20.05.2023
Neapel - Soriano Nel Cimino ca. 370 KM
Die Tour neigt sich schon wieder dem Ende zu. Wir hatten uns heute eine sehr lange Etappe vorgenommen. Plan war es fast 400 Kilometer zurückzulegen. Am Ende wartete ein Hotel mit privater Sauna und Spa Bereich auf uns. Wir dachte zum Ende hin gönnen wir uns mal was.
Nach dem Fahrtag waren wir dann auch sehr dankbar drüber.
Am Vortag war es sehr warm und wir hofften auf ähnliches Wetter heute. In Neapel war es auch noch ganz gut und wir sind um 10 Uhr los. Wir hofften auf 5 bis 6 im Hotel zu sein und entspannt die Annehmlichkeiten ausprobieren zu können.
Also los gehts, durch den chaotischen Stadtverkehr von Neapel über Straßen die Google nicht kannte und die Navigation für uns etwas schwierig machte. Es herrschte wirklich ein Gewusel. Leider gabs viele Abzweigungen so mussten wir uns hier mehr auf die Strecke konzentrieren als ein paar Tage davor in Salerno.
Irgendwann kamen wir auf eine Schnellstraße, eine Art Ring um Neapel denke ich. Man konnte gut den Vesuv sehen und es ging 20 - 30 Kilometer auf der Straße. Leider war recht viel Verkehr und wir wurden oft überholt. Machten aber selbst auch Strecke.
Da die Route wieder zentraler durch das Landesinnere gehen sollte nahmen wir einen Abzweig und fuhren weiter auf einer größeren Straße. Zum Glück etwas weniger Verkehr und wir kamen sehr schnell vorwärts.
Der Schnitt beim ersten Halt lag bei über 50 km/h. Der Optimismus war grenzenlos. Es ging auch dann super weiter. Die Strecke war heute nicht zu spektakulär wir beschlossen größere Straßen zu fahren und die Distanz schnell zu bewältigen. Leider war es heute dann doch wieder kälter als erhofft und zwischendurch gab es natürlich auch immer mal wieder Regen.
16:07: Nach knapp 6 Stunden, ich fuhr hinter her, sah ich Fabi an der Straße stehen. Die Maschine lief nicht mehr. Ein paar hundert Meter hinter uns gab es eine Ausbuchtung, also auf die andere Straßenseite und ich schob ihn mit dem Fuß an bis zu der Ausbuchtung. Dann wurde mal gecheckt wo der Fehler liegt. Erst wurde der Spritfluss vermutet, dann doch die Elektrik. Ich glaube wir tauschten die Kerze. Danach lief sie wieder.
Leider kostete es etwas Zeit, aber noch alles im grünen Bereich, waren ja nur noch 100 km. Schnitt bis zur Panne knapp 45 km/h. Also noch zwei Stunden. 18/19 Uhr war greifbar und der Gedanken an Whirlpool und Sauna wärmte meine frierenden Knochen.
Wieder die Straße entlang, welche wir vorher schon befuhren.
16:26: Die Straße endete und wir mussten rechts, berghoch, abiegeben. Weniger Meter danach standen wir wieder. Der Fehler tauchte wieder auf. Also nochmal Kerze getauscht und die Verkabelung geprüft. Nebenbei haben sich zwei Hunde, zum Glück eingesperrt, gegenseitig aufgestachelt. War super...
So wieder weiter, es geht noch kurz berghoch, dann wieder eben. Noch knapp 96 km.
17:12 oder 9 Kilometer später: Wir standen an einem Steinbruch. Es nieselte vor sich hin und das Moped wollte schon wieder nicht. Der Schnitt sank jetzt natürlich dramatisch 15 Kilometer in einer Stunde geschafft. 18 Uhr wurde definitiv gestrichen. Jetzt wurde an der CDI rumgefummelt. Danach gings wieder. Obs das war oder nicht keine Ahnung. Letztlich lief sie so bis nach Hause.
Wir sind dann weiter. Kamen in einem sehr schönen Ort in den Hügeln Italiens an. Malerisch. Leider aber natürlich immer noch Nieselregen. Erst fanden wir das Hotel nicht, bis wir feststellen mussten, dass das Hotel in einer schmalen Gasse lag. Die Gasse beschrieb sich als nasses kleinteiliges Kopfsteinpflaster mit einem Gefälle das die Maschinen selbst ohne Gepäck an ihr Limit getrieben hätte.
Was macht man in so einem Fall? Ganz klar unten parken, nach oben laufen und fragen ob es Parkplätze gibt.
Naja wir haben beide Maschinen mit viel Kupplung, Beinarbeit und hochdrehenden Motoren die Gasse hochgejagt.
Da standen wir nun. Nass mit Müllsäcken an den Füßen vor einem guten Hotel. Recht zeitnah kam dann auch der Rezeptionist zu uns, leicht ungläubiger Blick, gut sind wir ja gewöhnt. Wir klärten kurz das reserviert wurde und wer wir sind. Danach kam leider recht schnell auf das Parken hier überhaupt nicht geht. Die Polizei wäre rigoros und würde alles abschleppen was geht insbesondere dort wo wir standen. Ja es war eine schmale Gasse, aber an die Wand gerückt hätte es gehen können. Wir redeten ein paar Minuten auf ihn ein, aber keine Chance wir sollten in ein Parkhaus 100 Meter entfernt fahren. Damit mussten wir natürlich auch die rutschige Gasse wieder runter. Immerhin durften wir unsere Sachen da lassen...
Mopeds geparkt, abgesperrt und Tankrucksäcke in der Hand wieder zurück zum Hotel. Da lief es dann recht entspannt. Die Sachen wurden in unser Appartment gebracht und wir managten die Formalitäten. Bekamen die Wellnesseinrichtung gezeigt und die Mitteilung, dass wenn wir sie nutzen wollen es von nun an Open-End machen können. Es war immerhin auch schon nach 8.
Im Zimmer also die Sachen fürs Wellness geholt und erstmal ordentlich aufgewärmt. Danach gings noch in den Ort in eine kleine Pizzeria. Dort gab es sehr gute Pizza und es war eine tolle Atmosphäre. Auch wurde hier der Unterschied zwischen Pizza Roma Art und Pizza nach neapolitaner Art erklärt. Das führt hier aber zu weit.
Ich kam auch mit einem einheimischen ins Gespräch, Bier machts möglich.
Wo geht man in Italien nach dem Genuss einer Pizza hin? Klar in den Irish Pub und was trinkt man da? Natürlich Weißwein und isst Deserts. Egal Leute jetzt ist es eh egal. War trotzdem Lustig. Bei Regen sind wir dann wieder zurück ins unser sehr schönes Appartment.
Unterwegs waren wir gut 10 Stunden. Schnitt trotz großer Straßen nur 36 km/h. Naja immerhin angekommen.