Beiträge von beaver

    Du kannst die Kupplung noch direkt am Motorblock nachstellen, dazu die schwarze Plastekappe lösen, dann die 10er Mutter (Gang einlegen, Hinterbremse treten). Mit der Madenschraube regulierst du die Kupplungstellung.


    Trennt sie denn auch, wenn du die Kupplung voll durchziest ? Bock die mal auf, sodass das Hinterrad frei ist. Leg den ersten Gang ein und zieh die Kupplung. Dann darf sich das Hinterrad fast nicht drehen bzw muss stehen bleiben, wenn man mit einem Finger dagegen drückt.


    Die Kupplung ist verschlissen, wenn du beschleunigst und die Drehzahl viel zu schnell steigt. Besonders an einem Berg im 2./3. Gang gut spürbar.

    Das klingt nach defekter Zündspule. Die gehen immer dann kaputt, wenn keine Motormasse gelegt ist. Es MUSS von der Zündspule ein Kabel auf den Motor gelegt werden.
    Probier das einfach jetzt nochmal, ich hatte auch am Wochenende wieder einen Fall, wo dies nicht geschehen war. Einfach die Zündspule direkt auf den Getriebedeckel geschraubt, ein Tritt und das Moped war da.

    Wenn sie aber mit einer neuen wieder geht, dann liegt es an der Zündung.
    Der Zündfunke ist einfach zu schwach, um die Kerze odentlich frei zu brennen und das Gemisch auch jede Umdrehung zu zünden. Irgendwann setzt sich die Elektrode zu, der Leitwiderstand der Oberfläche sinkt und der Zündfunke schlägt nicht mehr über, weil die Spannung einfach zu gering ist.

    Nein, Verwirbelungen sind immer schlecht, da sie Energie kosten. Die hat dann das Gas nicht mehr. Aber die braucht es.


    Grundsätzlich sollte man die Verwirbelungen immer so weit es geht minimieren. Aber ab einem bestimmten Punkt schafft man das nicht mehr. Weshalb es völlig ausreicht, alle Kanäle glatt zu schleifen.
    Wer mag, kann dann auch noch gern polieren, aber die Leistung steigt dann genau um 0,0%. Sie verschlechtert sich auf jeden Fall nicht.
    Jedoch ist das verschwendete Zeit, weshalb ich auch immer schmunzeln muss, wenn mir einer sagt, er hat an seinem Stino-Zylinder die Kanäle poliert.


    Außer den Auslass, den darf man ruhig polieren. Das geht auch relativ fix, da man dort gut rankommt. Damit verhindert man nämlich, dass sich Ruß absetzt (bzw verzögert es, ganz verhindern kann man es nicht).


    Durch überflüssige Verwirbelungen reißt die Strömung ab, und es wird nicht mehr so effektiv mit Frischgas gefüllt.
    Im Tuner-Milieu spricht man hierbei glaube ich vom Porten.

    Im "Tuner-Milieu" (das klingt so unseriös :D ) macht man sich eigentlich über den Begriff Porting lustig. Es ist wieder einer dieser toller Anglizismen (wie Tuning :rolleyes: ), der ungerechtfertigt einen professionellen Eindruck erwecken will.
    Mit dem Porting meint man eigentlich die Bearbeitung der Überströmer in der Buchse, ganz nach dem Motto: Große Loch bringt große Leistung.
    Er wird vor allem in der Plug&Play-Rollerszene verwendet, wo Stecktuning herrscht anstatt Abstimmung.
    Wobei sich die Simsonszene in den letzten Jahren auch in die Richtung entwickelt hat, da es ja diese tollen Tuning-Sets der Lieferanten gibt.
    Früher wurden die Zylinder noch aufwendig im Hinterhof bearbeitet, alles schön geschliffen und geglättet, jeder Übergang strömungsgünstig bearbeitet wurde. Jetzt wird oftmals nur noch gebohrt, der Anfang des Einlasskanals etwas aufgedremelt, fertig. Wie ich es hasse.


    Bei den 60cc-Stino-Zylindern macht die Fußdichtung das Kraut auch nicht mehr fett. Schaut doch mal in die Überströmer, da reißt die Spülung ab, weil die Buchse 2mm in den Kanal ragt. Und das ist mit die wichtigste Stelle!
    Steckt den Zylinder mal auf eine Gehäusehälfte, schaut, wie die Buchse über den Kanal im Gehäuse ragt!
    Als ob die Fußdichtung jetzt noch was reißen würde...
    Da wird mit Perlen auf Säue geworfen.

    Ist ja auch Sinn und Zweck dieser Zylinder ;)


    Grundüberlegung ist ja folgende: Ich will mehr Leistung. Da Leistung=Drehzahl*Drehmoment, erhöht man entweder das Drehmoment oder die Drehzahl oder beides.
    Am leichtesten ist es immer, die Drehzahl zu steigern, man erhöht einfach die Auslasssteuerzeit, hängt einen kürzeren Auspuff ran und zwingt den Zylinder somit in höhere Drehzahlen. Das ist oft bei Billigzylindern der Fall. Nachteil ist vor allem, dass das Drehmoment nicht großartig wächst und die Zylinder somit schwach auf der Brust sind.


    Der bessere Weg ist es, das Drehmoment zu erhöhen. Das wächst automatisch mit dem Hubraum. Aber es wird auch ganz entscheidend von der Spülung, der Verbrennung und einem guten Setup (Auspuff, Zündung, Vergaser) beeinflusst.
    Alles, was in dem letzten Satz erwähnt ist, braucht aber einiges an Erfahrung und einen guten Tuner, der jedes Teil akribisch von Hand bearbeitet und aufeinander anpasst. Jeder Zylinder wird von Hand aufwendig bearbeitet, der Kopf nachgedreht usw. Das ist bei Billigzylindern nicht der Fall, da wird in Masse produziert und mit möglichst großen Toleranzen, damit die Ausschussfraktion auch noch irgendwie läuft.


    Dein Zylinder hat folgendes Konzept: Man erhöht als erstes den Hubraum - gleichzeitig wird ein hochwertiger Kolben eingeschliffen. Die Drehzahlen werden relativ original gehalten, der Vergaser bleibt bei 16mm. Geringe Drehzahlen=geringer Benzinverbrauch. Geringe Drehzahlen=geringer Verschleiß. Durch eine gute Spülung wird das Drehmoment merklich angehoben. Der Motor kann also sehr lang übersetzt werden. Wenn du nun 50km/h fährst, ist deine Drehzahl deutlich geringer als bei 50cc original, dank dem Drehmoment hält er aber auch die Geschwindigkeit und fault nicht ab (was passieren würde, wenn man den 50er so lang übersetzen würde). Und wenn du den Motor ausfährst, kommst du trotzdem mit der langen Übersetzung auf ~90km/h.


    Der perfekte Alltagsmotor. Langlebig, kraftstoffsparend und Reserven nach oben. Und solche Motoren sind auch das Aushängeschild für Tuning! Leider gibt es wenige, die so denken oder die das bauen können.

    Simsonfreak - Wenn ich mir nen SZ Zylinder kaufen würde bei dem auch nur irgendwie am Kolbenhemd was fehlt, dann würd ich das Teil dem erbauer sofort ins Kreuz schmeissen! Erkennen kannst du einen SZ Zylinder nur indem du es weisst, oder es ausmisst und mit nem normalen 60er vergleichst. Weil das Steuerzeitentuning vom Fach am Zylinder gemacht wird und nicht mit Pfusch am Kolben.

    Wenn man Rennzylinder baut, dann muss man zwangsweise das Kolbenhemd kürzen, weil man den Einlasskanal nicht so tief fräsen kann, dass man die gewünschte Steuerzeit erhält. Man würde sonst durchbrechen.
    Aber du hast Recht, bei "normalen" Zylindern wird der Einlasskanal erweitert, damit man die gewünschte SZ erreicht.

    ist mir schon klar das ich mit nen 60ccm nicht mehr topspeed bekomme bloß finde ich es komisch das ich von 70 auf 60 gerutscht bin

    Man darf auch nicht davon ausgehen, dass jeder 50er 70 schafft. Die sind für ~65km/h konstruiert, weil man ja in der Fertigung auch Streuung hat, so dass auch die schlechteren Motoren ihre 60 schaffen und die besseren eben 70 fahren.


    Genau so ist das auch bei den 60cc-Zylindern, wobei die qualitativ schlechter als die originalen 50er sind. Da sind so viele Kanten im Zylinder, die die ganze Gasdynamik ausbremsen und somit die Leistung in hohen Drehzahlen abschwächen. Zudem passen die ganzen Köpfe nicht (zu große Quetschkante), die müssen eigentlich alle nachgedreht werden. Dann hast du noch den schlechten Kolben, bei dem oftmals die Ringe rasseln und den Kolben in oberen Drehzahlen bremsen.


    Also geht nicht immer davon aus, dass die Geschwindigkeit proportional zum Hubraum wächst. Die Geschwindigkeit wächst proportional zur Drehzahl, und wenn der Zylinder die Drehzahlen nicht schafft, gibts eben keine Mehrgeschwindigkeit.

    Mit einem AOA1 hebst du die Drehzahl um ca. 500 1/min an, mit AOA2 nochmal 200 1/min mehr.
    Demnach muss die Hauptdüse etwas größer werden, damit der Motor nicht überhitzt und/oder abmagert.
    Je nachdem, wie der Luftfilter umgebaut ist, würde ich in Richtung 75-80 bei Stino 60 tippen. Mit Originalauspuff kann die Originalhauptdüse gefahren werden.