Beiträge von squamble

    ja stimmt, der 16-1 N11 hat ne 0.35mm LLD


    dann ist das da oben von mir natürlich schwachsinn...bin von ner verwechselung ausgegangen...


    aber es bleibt bei der aussage das sie in unteren drehzahlen zu viel spritt bekommt. nun würde mich mal interessieren ob
    a.) der schwimmer es evtl nicht schafft das vadelventil richtig zu schließen (zB weil zunge zu weit nach unten gebogen)
    b.) das Nadelventiel nicht richtig schließt und so kein krafstoff weiter in die wanne läuft
    c.) der vergaser bei offenen benzinhahn im stand überläuft

    einlassdüse? oder meinst du etwa die Leerlaufdüse? (LLD) ;)


    das stottern ist ein überfetten im teillastbereich verursacht durch eine zu große LLD versuchs mal mit ner 20er es istgentlich unüblich bei so leicht veränderten Zylinderns gleich 2 nummern größer zu gehen...
    HD klingt auch etwas groß aber ich denke wenn du die LLD kleiner machst wirds schon passen...

    Dieses Thema soll Interessenten auf kurze und übersichtliche Art und Weise eine grundsätzliche Vorgehensweise beim Tuning darlegen.


    Vorbereitung
    Doch bevor es an die eigentlichen Maßnahmen geht gilt es eine Gute Basis zum Tuning herzustellen, deshalb sollte die im Thema "Tuning Grundlagen" Checkliste von Superplus abgearbeitet werden.


    Link: >>Tuning Grundlagen<<


    Wer sich ohne Prüfung dieser Punkte an dasTuning wagt, muss zwangsläufig mit nicht zufriedenstellenden Ergebnissen zufrieden geben, oder kann den Erfolg oder Misserfolg der Maßnahmen nicht beurteilen.


    Bevor jetzt aber leichtsinnig zum Fräser und Schleifpapier gegriffen wird muss noch der IST-Zustand festgestellt werden. Am Besten ist es wenn ihr jetzt euch ein Notizbuch schnappt und notiert alle Einstelldaten.Hier die wichtigsten auf einen Blick:
    - Vergasereinstellung, diese ist sehr wichtig wenn nicht sogar das wichtigste überhaupt, also alles aufschreiben!!!
    - Ansprechverhalten
    - Zündzeitpunkt
    - Höhe des Quetschspaltes
    - wenn möglich Krafststoffverbrauch
    - reale Kompression (zu messen mit einem Kompressionsmanometer, gibt es zB bei Louis für ein paar Euro)
    - die Parameter die euch wichtig sind, Endgeschwindigkeit,Beschleunigung (kann man auf einer ausgemessenen Teststrecke feststellen)
    Sind diese Werte erstmal vorhanden, kann es schon los gehen...


    Richtiges Tuning ist wirklich eine mühsame Angelegenheit und man sollte es nicht mit einem Schuss ins Blaue versuchen, das kann schnell schief gehen. Nehmt ALLE Änderungen einzeln vor, sonst kann es sein das die positive Wirkung der 1. Veränderung und die negative Wirkung einer 2. Änderung sich gegenseitig Aufheben und ihr nix feststellen könnt.


    Vor der Bearbeitung ist der IST-Zustand festzuhalten!


    Der erste Schritt:
    Schaut euch die Bauteile genau an, prüft diese dabei auf Herstellungstoleranzen und Fehler. Schnappt euch euer Notizbuch und messt die Bauteile genau aus, wenn ihr dann später was ändertnotiert genau was gemacht wurde. Überlegt euch die Wirkweise und Funktion der Bauteile, dabei ist es hilfreich sich dabei In den Motor hinein zu denken. Bei Kanälen würde ich mich zum Beispiel immer in die Lage eines Gasteilchens hineindenken und überlegt wie es einem selber gehen würde wenn ihr da drin stecken würdet.


    Blueprinting:
    Dies heisst im Prinzip nix anderes als die Fertigungstoleranzen zu beseitigen, während der Herstellung von Serienteilen gilt es immer einen Kompromiss zwischen Kosteneffizienz und Formgenauigkeit zu finden, dies kann für uns Segen und Fluch zugleich sein. Zum Einen ist da Freude über die Möglichkeit ohne den Zukauf von anderen Tuningkomponenten die Leistung zusteigern und zum Anderen der Ärger dass man für sein hart erwirtschaftetes Geld so einen Schund bekommen hat... Ein Gutes Beispiel ist sicherlich der Vergleich eines Orginalzylinders von Simson zu dem in Polen hergestellten Almot Replika-Zylindern. Beim Betrachten des Gussbildes insbesondere im Bereich der Gusskerne sind signifikante Unterschiede zu sehen. Dabei sind es grade diese Toleranzen die so einiges bewirken wenn man diese entfernt. Viele machen den Fehler und gehen als Erstes gern an die Steuerwinkel, aber diese zu Verändern ist oft schon eher ein Schritt in Richtung höhere Drehzahlen, was nicht immer erwünscht ist. Blueprinting halte Ich persönlich auch für eine Art "legales Tuning" schon allein aus der Tatsache heraus dass das Ziel dieses Prinzips die von der Herstellerseite als optimal erachtete Funktion des Bauteils ist.



    Hier ist klar zusehen wie strömungsungünstig Gussoberflächen sein können, die mittlere Rauhtiefe könnte man hier mit 0,5mm veranschlagen (blaue Kreuze) wo hingegen am Rand schon eine deutlichere Verbesserung durch Schleifen zu sehen ist. Solche Gussbilder können einfach nur ungünstig sein.


    Zur Veranschaulichung möchte ich mich eines Beispiels aus dem Buch "Two-stroke performance tuning" von Graham Bell bedienen:


    Der Quetschspalt:
    Als Quetschspalt ist, um es kurz zu umschreiben,der Abstand des Kolbenbodens zum Zylinderkopf im Bereich der Zylinderwandung.


    Die Größe dieser Spalte wird nun durch eine Vielzahl von Toleranzen beeinflusst, welche ich euch kurz auflisten möchte (ich erinnere: es handelt sich um Toleranzen nicht um die Auslegung der Bauteile - in den Klammern dahinter mal eine fiktive Toleranz):
    1. Lotrechter Abstand der KW-Lagersitze zur Zylinderfußdichtfläche (+0/-0,1mm)
    2. Dicke der Fußdichtung (+0,1/-0,1mm)
    3. Hub der Kurbelwelle (+/- 0,02mm)
    4. Läge des Pleuls (+/- 0,01mm)
    5. Kompressionshöhe des Kolbens (+/- 0,05mm)
    6. Höhe des Zylindes (+/- 0,1mm)
    7. Höhe der Dichtfläche zur Quetschkante am Zylinderkopf (+0,1mm)


    Im schlimmsten Fall hätte man dann wenn wir von einem Werkseitig idealen Quetschspalt von 1,1mm ausgeht, einen Quetschspalt von 1,48mm, das sind 35% Abweichung vom Optimalwert!!! Andersrum könnten es aber auch nur 0,82mm (-25% Abweichung) sein, dass heisst der Quetschspalt kann hier im Beispiel um 0,66mm schwanken.


    Um ein Prinzip Verbessern zu können bedarf es dessen Kenntnis, nur dann kann man ernsthaft an der Verbesserung arbeiten. Da Wir ja eben im Beispiel den Quetschspalt ins Auge gefasst hatten können wir auch gleich damit weitermachen.


    Der Quetschspalt:
    Was macht eigentlch diese kleine Kante dort im Zylinderkopf, eins ist klar: zu optischen Zwecken ist sie nicht dort. Um die Funktion zu Verstehen muss man sich vorstellen was dort passiert. So betrachten wir einen Teil des Arbeitsspiels im Zylinder, und zwar den zwischen Schliessen des Auslasses und dem Oberen Totpunkt (OT). Nach dem der Auslass verschlossen ist ist nun das Kraftsoff-Luft-Gemisch entgültig der Möglichkeit beraubt sich durch Selbigen der sicheren Verbrennung zu entziehen. Mit der Aufwärtsbewegung des Kolbens wird das Gas kompremiert, aber keines Falls gleichmässig. Da die Verdichtung derart schnell von statten geht, ist es dem Gas nicht vergönnt die lokalen Druckunterschiede vollständig auszugleichen. Warum ist das so? Stellen Wir uns doch einfach mal Vor Wir würden das Gas welches im Zylinder gefangen ist in Trinkhalme füllen und diese Stellen wir alle hübsch nebeneinander in des Zylinder die Halme sind an ihrer Stelle immer genau so lang wie der weg zur Zylinderkopfkontur. (am Rand also deutlich kürzer als in der Mitte). Der Kolben drückt gleichmässig das Gas zusammen. Da aber die Randhalme viel Kürzer sind als die in der Mitte wird am Rand viel früher ein hoher Druck entstehen als in der Mitte, wir haben also ein Druckgefälle in Richtung Zylindermitte.
    Beim Weitern Kompremieren muss wird das Gefälle immer größer und das Bestreben des Gases in die Zylindermitte auszuweichen immer größer. Wir befinden uns jetzt ca 20-16° vor OT die Zündkerze blitzt kurz und das Gas fängt an das sich in der Kuppel quasi kugelförmig durchzubrennen. Wirklich? Tut es zum Glück nicht, sonst wären durchgebrannte Kolbenböden die Tagesordnung, an dieser Stelle tritt nämlich das bedrückte Gas der Randzone auf die Bühne der Verbrennung, Was für ein Schauspiel. Dieses Unverbrannte Gas drückt jetzt von unten auf unseren Feuerball schiebt ihn weg vom Kolbenboden und entzündet sich dabei selbst.
    Wir befinden Uns jetzt kurz hinter den Oberen Totpunkt, die letzten Reste unseres Randgases sind gerade im Begriff sich zu entzünden und die Flamme fängt an sich auf dem Kolben in Form eines imensen Druckanstieges auszuwirken, welcher den kolben nach unten drückt. Optimaler Weise sollte der entstandene Druck möglichst Zeitgleich auf den Kolbenboden treffen denn so wird der Kolben optimal beschleunigt. Im Regelfall ist die Verbrennung spätestens 40° nOT weitestgehend abgeschlossen und das Gas versucht sich nur noch zu Entspannen. Ich hoffe diese Recht Ausführliche aber bei weitem nicht vollständige Beschreibung der Verbrennung hilft zu Verstehen warum die Gestaltung des Zylinderkopf so ist wie sie oft anzutreffen ist. Genau deshalb haben sich im Übrigen asymmetrische Zylinderköpfe nicht bewährt.


    Aber nun zur alles entscheidenen Frage wie groß sollte der Quetschspalt sein? Bell geht davon aus:

    Cylinder size (cc) >> Clearance (mm)
    50 - 80 >> 0.5 - 0.7
    100 -125 >> 0.6 - 0.8
    175 - 250 >> 0.8 - 1.0
    300 - 500 >> 0.9 - 1.2


    Allerdings denke Ich das man bei luftgekühlten Motoren im 50cc Bereich sich lieber von den 0.5mm weit fern hält, ist man im betriebswarmen Zustand bei einem Spalt von 0.8mm sollte man es dabei belassen.


    Anleitung - Das Messen des Quetschspaltes
    1. Motor warmlaufen lassen (nicht heisslaufen lassen - Lötzinn schmilzt bei ca 180°C)
    2. Zündkerze entfernen
    3. Lotzinn so biegen dass ihr in an den Rand der Laufbuchse kommt
    4. Kickstarter betätigen, so das das Lötzinn gequetscht wird
    5. mittels Messschieber die Dicke messen


    Porting
    Darunter versteht man das strömungsgünsige gestalten des Motors, dies kann auch schon das Verändern von Steuerwinkeln einbeziehen aber belassen wir es zunächst beim Optimieren der Strömungsverhältnisse. Nun ist dies keine große und geheimnissvolle Sache, sondern im Grunde sogar recht einfach, Ziel ist nämlich es alle Strömungswiderstände gering zuhalten.



    Diese Kanten sind strömungstechnisch gesehen schon wirklich unschöne Dinger, aber es geht noch schlimmer. Eine Dichtung die in einen Kanal hinein ragt ist die Summe der in Fall 1 und 2 dargestellten Hemmnisse. Es kommt also zu einer Stauchung und einer starken Verwirbelung des Gasstroms, wodurch der Strömingswiderstand imens steigen kann. Also gilt es penibel darauf zu achten das Dichtungen niemals in einen Kanal hineinragen. Ich persönlich bevorzuge es daher immer meine Dichtungen selber zu schneiden. Wichtig dabei ist natürlich die richtige Wahl des Dichtmaterials, so muss eine Dichtung gegebenenfalls benzinfest bzw ölfest sein. (Dichtpapier bekommt man entweder bei namhaften Zubehörhändlern oder mit etwas Glück auch bei der nächsten KFZ-Werkstatt)


    Einlass:
    Bei der Gestaltung des Einlasses gibt es einiges zu beachten, neben der möglichst strömungsgünstigen Gestalltung gilt es hier Geometrien und Spülrichtungenund -geschwindigkeiten zu berücksichtigen. Wer sich den Einlass des Simsonzylinders mal genau anschaut wird feststellen das der dieser nicht irgendwie in den Zylinder mündet. Zum Einen Verändert sich der Querschnitt von einem Kreis am Flansch zu einem Rechteck zund zum andern wird der Winkel des Gasstroms am Ende des Einlasses nach stark nach Unten abgelenkt. Auch die Flächen werden dabei größer, haben wir am Flansch 201mm² so sind es an der Laufbuchse 316mm² also das 1,57-fache des Vergaserfläche. Das entspricht einem Kreisdurchmesser von 20mm also beträgt Einlassfläche das 1,25-fache des Vergaserdurchmessers. Bezieht man jetzt noch die mittlere Länge des Einlasskanals mit ein erhält man einen überschlägig gemittelten Winkel von 1,9° (Der maximale Winkel beträgt 5,24° (XY-Ebene) und der minimale Winkel -1,91°(XZ-Ebene)). Aber warum macht man das? Die Antwort ist in der Strömungslehre zufinden (Venturi-Effekt). Einfach gesagt ist so die Gasgeschwindigkeit im Vergaser am größten, da er die engste Stelle im System darstellt. Dies macht man damit auch bei niedrigen Gasgeschwindigkeiten (also bei geringen Drehzahlen) eine möglichst gute Gemischaubereitung im Vergaser stattfinden kann. Aber zurück zum Einlasskanal, wenn man sich selbigen am Simsonzylinder mal genau anschaut wird man erkennen das die untere Kanalkante relativ strömungsungünstig ist durch geschickte Bearbeitung kann da einiges verbessert werden. Zu Berücksichtigen ist bei der im Bild gezeigten Bearbeitung dass sich der Einlasssteuerwinkel vergrößert - Die Wirkung ist also gleich dem Kürzen des Kolbenhemdes.



    Die Spülrichtung des Einlasskanals sollte dabei in Richtung KW geschehen, damit sich das Frischgas genau dort ansammelt wo wir es auch benötigen.



    Klartext: wird der Einlaß vergrößert, heißt das auf der Maschine befindet sich: Zylinder, Kunststoffdichtung, Vergaser im Montagezustand - alle 3 Komponenten bekommen anschließend (nach Aufarbeiten) außen eine Abrissmarkierung bevor sie wieder auseinandergebaut werden und können daraufhin in eben dieser Position welche den Zustand beim Bearbeiten anzeigt wieder montiert werden, es scheint mir ein einfacher und effizienter Weg zur Minimierung eben der besagten Strömungsverluste zu sein.


    Vergaser und Luftfilter


    Nach dem nun das Thema „porting“ kurz angeschnitten wurde möchte ich mich einem sehr wichtigen Teilbereich zuwenden, dem Vergaser und Luftfilter.


    Grundsätzlich gilt hier nicht: „viel hilft viel“, vielmehr gilt es eine saubere Gemischaufbereitung über ein möglichst breites Band zu bewerkstelligen. Nun was ist denn ein gutes Kraftstoff-Luft-Gemisch?


    Starten: 1 : 1-3
    Standgas: 1 : 8-10
    Untertourig: 1 : 10-13
    Normal: 1 : 14-16
    Volllast: 1 : 12-14


    (Two-Stroke Performance Tuning – A.G. Bell, S. 120)


    Die Aufgabe des Vergasers ist es also diese Verschiedenen Anforderungen zu erfüllen, dabei wird auch klar warum die Baugruppe Vergaser aus 3 bis 4 Einzelvergasern besteht. (Start, Teillast, Volllast und optional Powerjet) Nur wenn alle Bereiche sauber auf den Motor abgestimmt sind läuft der Motor auch gut. Es genügt nun mal nicht einfach nur die Hauptdüse zu ändern. Und dieser Punkt führt zwangsläufig auch zu Wahl des Vergaserherstellers, und da gebe ich euch nur einen Tipp:


    Vergesst Arreche, BVF und den Billigkrempel namens Koso! (Persönliche Meinung)Ich selber bevorzuge Delorto aber auch Mikuni und Keihin sind gute Vergaser für Tuning- und Sportzwecke. Allerdings habe ich mit letzteren noch keine Erfahrung gemacht.


    Welcher Vergaser nun passt ist jedem selbst überlassen, wichtig ist das die Auswahl an Ersatzteilen möglichst groß ist, dazu gehören neben Nadeln und Düsen auch Mischrohre, Gasschieber mit unterschiedlichen Freischnitten (Trottle-slide Cutaway) usw.


    Einflussbereiche der Einzelkomponenten:


    Schieberstellung 1/8 1/4 3/8 1/2 3/4 voll
    Schieberfreischnitt +++ +++ ++ ++ + 0
    Leerlaufdüse +++ +++ ++ + 0 0
    Gemischschraube +++ +++ ++ + 0 0
    Mischrohr ++ +++ +++ + + 0
    Nadelgröße + ++ +++ +++ ++ +
    Nadelposition ++ ++ +++ +++ ++ 0
    Hauptdüse 0 0 + + ++ +++
    Powerjet 0 0 0 0 + +++


    Beim Powerjet (PJ) muss wie man an Hand der Tabelle gut sehen kann die Hauptdüse tendenziell kleiner gewählt werden sonst neigt der Vergaser unter Volllast zum überfetten. Oft wird dies bei vergessen weshalb viele auf den Powerjet schimpfen. Zudem sollte der Powerjet in einem gesunden Verhältnis zur Hauptdüse stehen, also ist sein Einfluss gegenüber der HD gering zu halten. Dies ist aber nur eine Möglichkeit den Powerjet zu nutzen, eine andere ist es mit Hilfe des PJ das Gemisch bei max. Drehzahl abzumagern um so ein Überdrehen des Motors zu ermöglichen, aber das geht aufs Material.



    [...]
    Ich nehme an dieser Stelle das Thema Auspuff einmal vorweg da es grade mit einem Forumthema korrespondiert.



    Auspuff:
    Zunächst sollten grundsätzliche Funktionen eines Resonanzauspuffs bzw. deren Bauteile beleuchtet werden:


    Krümmer
    Als Krümmer wird der Teil des Auspuffs bezeichnet, welcher ohne nennenswerte Durchmesseränderung direkt an den Auslass des Zylinders befestigt wird. Seine Funktion ist zum einem die Umlenkung des Abgasstromes und zum anderen die kurzzeitige Aufnahme des Frischgases welches in folge von Spülverlusten durch den Auslass entweicht. Bei der Frage nach der Länge des Krümmers muss man hierbei differenzieren, es gibt in jedem Fall eine Mindestlänge. Diese sollte mindestens so lang gewählt werden dass das Frischgas welches in den Krümmer entweicht nicht den Diffusor ereicht. Mit dieser Aussage ist auch leicht vorstellbar warum Motoren mit geringen Arbeitsdrehzahlen oft lange Krümmer besitzen und Rennmotore oft sehr kurze Krümmer haben. Die große Schwierigkeit bei einer Auslegung ist jedoch die Bestimmung der Gasgeschwindigkeit des Frischgases. Daher macht es hier kaum Sinn sich über die Berechnung den Kopf zu zerbrechen und wir behalten also als wesentliche Aussage dass die Länge des Krümmers für niedriege Drehzahlen lang und für hohe Drehzahlen kurz sein sollte. Bei der Durchmesserwahl wird oft gesagt das dieser etwas größer sein muss als der Auslassdurchmesser, dazu äussere Ich mich mal mit einem klaren jein. In der Grundsatzüberlegung ist dies zwar richtig aber die Ursache dafür liegt in meinen Augen eher in der Umlenkung der Gase als in irgendwelchen Zaubereffekten.


    Diffusor
    Der Diffusor ist der Teil des Auspuffs in welchem dem Abgas die Möglichkeit der Entspannung gegeben wird. Durch die Querschnittserweiterung bildet sich eine unterdruckwelle aus welche zum einem sas Restgas über den Krümmer aus dem Zylinder saugt (falls dies nicht schon geschehen ist) und zum andern kann man mit dieser Unterdruckwelle die Überströmer "leer" saugen um so zu versuchen möglichst viel Frischgas in den Zylinder zubekommen. dies funktioniert aber nur dann wirklich gut wenn nach das Frischgas vor dem Schließen des Auslasses auch wieder in den Brennraum gedrückt wird. Im Krümmer nützt dieser Gasanteil nur dem Tankstelleneigentümer. Nach meiner Vorstellung sollte die Saugwirkung im Zylinder genau dann einsetzen wenn die Überströmer grade öffen bzw. grade geöffnet wurden. Die Dauer dieser Saugwirkung sollte im Optimalfall genau so lange Andauern wie die Überströmer geöffnet sind, leider ist dies oft nicht möglich weshalb es aus Rücksichtnahme für die Druckwelle Sinn macht den Sog eher abklingen zu lassen. Denn wird die Druckwelle zu spät auf Reisen geschickt wird sie es Kaum noch schaffen das Frischgas aus dem Krümmer wieder in den Brennraum zudrücken. Somit ist die Länge des Diffusors also abhängig von der Gestalt des Gegenkonus.


    Mittelstück
    Es schafft die Nötige "Pause" zwischen Unterdruck- und Druckwelle. Dabei sollte die Länge ca. 10-12% der Strecke zwischen Gegenkonusanfang und Kolben sein. Ebenso kann durch diesen Teil das Volumen der Anlage Stark verändert werden. (logisch,es ist ja auch die breiteste Stelle des Auspuffs.)


    Gegenkonus
    Hier entstehe die wohl auswirkungsstärkste Welle im Motor, die Druckwelle. Ihre Aufgabe ist es nämlich das Überspülen einzudämmen. Das Überspülen des Zylinders entsteht durch den Umstand des geöffneten Auslassschlitzes während des Überströmvorgangs, hier kommt es Zwangsläufig dazu dass Frischgas in den Auslass dringt und in den Krümmer wandert, bei niedrigen Drehzahlen stärker als bei hohen. Um dieses Gemisch wieder in den Brennraum zu drücken dient die Druckwelle. Hierbei gilt auch die Aussage das man diese Druckwelle entweder lang und weniger intensiv oder kurz und intensiv ausprägen kann. Ein langer GK sorgt für ein breites Band, ein kurzer für ein schmales Band. Neben der rein geometrischen Auslegung kommt noch ein Puffereffekt dazu, so ist es gut vorstellbar dass die anfängliche Abgastemperatur welche am Krümmeranfang gemessen werden kann auch Drehzahl und Füllgradabhängig sind. Drehzahlabhängig deshalb da durch die bei der Verbrennung umgesetzte chemische Energie pro Arbeitsspiel, und die dabei entstehende Wärme immer nur gleich vom Kühlkörper absorbiert werden kann. Finden nun mehr Arbeitsspiele pro Zeiteinheit statt kann der Zylinder auf Grund seiner festen Wärmeleitfähigkeit nicht mehr Wärme abführen und somit steigt logischerweise die Abgastemperatur. (zusätzlich wird ja auch die Zeit für den Wärmeübertrag pro Abreitsspiel mit zunehmender Drehzahl geringer)
    Die andere Ursache für den Puffereffekt liegt im Fanggrad. Ein geringer Fanggrad heist dass weniger Gemisch zum umsetzten im Brennraum vorhanden ist: weniger Gemisch = weniger chem. Energie = weniger Wärme eintrag = geringere Abgastemperatur. Und da Druckwellen sich mit Schallgeschwindigkeit ausbreiten und diese Temperatur abhängig ist kommt der Puffereffekt zu stande.


    Endrohr
    Das Endrohr sollte ungefähr das 0.6-0.7-fache des Krümmerdurchmessers betragen bei der länge scheiden sich allerdings wieder die Geister, ich halte mich bei der Länge an das 8-14-fache des Endrohrdurchmessers. Wichtig ist allerdings das man das Abgas im Endrohr nicht Karussel fahren lässt, wenn also Biegungen dann sachte und so wenig wie möglich. Andere Auspufftheorien besagen das die Länge des Endrohres egal ist aber in einem Punkt stimmen sie überein: ohne Endrohr ist nicht so gut.


    Der richtige Auspuff
    Wenn es nun darum geht den optimalen Auspuff für einen Motor und ein Einsatzgebiet zu finden, wird es wirklich interessant, zum Einem da fast alle Berechnungsweisen nur sehr stark vereinfachte Systeme betrachten und zum Anderem eine unmittelbare Berechnung eigentlich nicht möglich ist. Zu Viele Variablen beeinflussen sich gegenseitig. Da wäre zum Beispiel die Abgastemperatur an der Stelle X, wer glaubt mit einer Temperatur rechnen zu können irrt. Beträgt diese am Auslass noch 500-600°C unter Volllast so sinkt sie im Teillastbereich unter 400° und sogar noch weiter. Ein Motor der im Standgas tuckert hat dann schon deutlich unter 200°C, also kann man sagen die Abgastemperatur im Fahrbetrieb kann locker um 400° schwanken. Als wäre dies nicht genug kommt es dann noch dazu dass durch das Entspannen des Gases im Auspuff die Temperatur weiter fällt und im GK wieder leicht ansteigt. Dann wäre da noch die Oberfläche des Auspuffs selbst die Wärme absorbiert und nach außen abstrahlt mit der Folge das das Gas in den Randzonen des Auspuffs nahe der Wandung genau diese Wärme verliert. Nun ist es so das die Schallgeschwindigkeit welche für die Berechnung wichtig ist temperaturabhängig ist (cs = 331 + 0.6*T bei Norm-Druck) Genau so wie von der Temperatur ist sie allerdings auch von Druck abhängig, folglich wäre es also auch von Interesse die Mitteldrücke an der Stelle X zu kennen. Wenn man also einen Auspuff halbwegs genau berechnen will muss man wissen wie sich die Temperatur im Auspuff ändert und da reichen nicht nur zwei Messpunkte am Anfang und Ende des Auspuffs. Was für die Berechnung grausam ist, hilft uns aber auch gewaltig - diese große Varianz der Schallgeschwindigkeit in Abhängigkeit von Last und Drehzahl erweitert den Resonanzbereich des Auspuffs - sonst wäre wohl kaum erklärbar warum ein Auspuff mit 140mm GK-Länge mehr als beispielsweise 2000 1/min abdeckt.


    Wenn es jetzt darum geht das System Motor und Auspuff zusammen zu bringen muss euch eins klar sein: Der Auspuff bringt´s nie allein, zu einer Drehzahl gehört ein bestimmter Vorzündwinkel und eine bestimmte Gemischaufbereitung. Und auch hier muss zwischen den Lastwiderständen unterschieden werden. Volllast ist nicht gleich Vollgas! Ich hab ja schon beim Thema Vergaser darauf hingewiesen.


    Fallbeispiel: Wenn ich z.B. das Problem habe was mein Auspuff im Resonanzbereich geht aber Probleme bekommt wenn die Drehzahl unter das Band fällt kann dies mit dem Verändern der Bedüsung bzw. Ändern der Nadel behoben werden in dem man magerer einstellt, aber Vorsicht zu mager und ihr habt nicht lange Freude am Zylinder. Wenn dies aus unterschiedlichten Gründen nicht möglich ist dann kann ich über die Zündung noch was machen, wenn ich die Möglichkeit habe Zündwinkelkurven zu verändern. Eine Verschiebung des ZZP in Richtung spät bewirkt einen Anstieg der Abgastemperatur und somit auch der Schallgeschwindigkeit – und das heißt kurz und bündig ich komme früher in Resonanz. Auf der anderen Seite des Bandes schaut es genau so aus, nur das dort das Gas viel zu heiss ist. Es sollte klar sein was zu tun ist. Dies lässt sich auch ganz gut an Zündwinkelkurven aus dem Rennsport erkennen welche im Bereich der Untersten 1000 1/min zunächst auf ein Maximum ansteigen, dieses eine Zeit lang halten und dann plötzlich von beispielsweise 30°vOT innerhalb von 3000-5000 1/min wieder fast linear abfallen.



    Fortsetzung folgt....


    PS: es wird natürlich weiter ausgebaut... und die Rechtschreibung wird auch noch einer Endkontrolle unterzogen aber erst dann wenn ich wieder Zeit habe... ;)

    wo ist der unterschied zwischen am kolben runterfeilen und am kanal nach oben fräsen? ...richtig es gibt keinen.


    wenn man nur wüsste welche änderungen was bringen und nicht nach nem ollen kochrezept arbeiten würde was man irgendwo mal im netz gefunden hatte...und weil man nicht versteht was passiert wird dann das ganze einfach nur treudoof runtergerattert...und sowas kann ich auf den tod nicht ausstehen...ich muss da auch immer an den elepfanten im porzelanladen denken, der weiß auch nicht was er da grade anrichtet...


    aber das nur noch mal als finales wort zum drüber nachdenken...

    Na endlich hats einer begriffen...und das war nun echt nicht schwer oder?


    ergänzend wäre dann aber noch zu erwähnen dass das holbenhemd mindestens 1mm kürzer sein sollte...besser ist es wenn das kolbenhemd um 1mm mehr gekürzt wird... aber dass ist eher eine auslegungssache, es ging ja nur darum aufzuzeigen das es auch anders geht...


    @deadsky:


    mal kurz aus nem anderen thema welches net so lange her ist raus gegriffen:

    beim kolbentuning sollte man aber vorsichtig sein,eigentlich ist es nicht gut für die verbrennung wenn der kolbenboden seine schöne kuppelform verliert, man erkauft sich so zwar andere steuerzeiten aber nimmt ggfs Detos und ungleichmäßige verbrennung in kauf... die bessere methode in meinen augen ist es den zylinder um das gewünschte maß anzuheben und dafür den zylinderkopf um genau dieses maß abzudrehen...


    wer lesen kann....


    Link zum Thema:
    Steuerzeiten !!!!! hilfe!!!!


    DeadSky63ccm
    ach jetzt wieder am rumheulen, mann kannst du keinen kleinen spaß verkraften? leg mal den jugendlichen übermut und die geistige zwangsjacke ab und komm mal wieder runter... :u_blumenkind:
    und immer dran denken: jeder mensch hat ein Gehirn ich zwinge dich grade nur dazu es zu benutzen, meine aufgabe ist es nicht für dich wissen zu verdauen, sondern (auch wenns arg überheblich klingt) viel mehr ist es die Großzügigkeit meinerseits auch etwas davon weiter zugeben... mir hats auch keiner erklärt und deshalb hab ich mich damit beschäftigt und bin so der einen oder anderen sache auf die schliche gekommen...und wenn du mal ganz ganz weit zurück in beine Beiträge schaust wirst du feststellen das ich auch genauso planlos war wie du jetzt...


    nein, hab ich doch gesagt ohne in den ÜS rumzupfuschen, kein ausbuchsen, kein wildes rumgefräse am zylinder


    Sr50-EIC:
    hm, also einlassseitig muss dann schon was gemacht werden aber hat zunächst erstmal wenig mit dem verändern der Ü und A-Winkel zu tun - von daher liegst du daneben...


    Nächster Krümel:
    Was passiert wenn der kolben in OT 1mm unter zylinder oberkante steht im Vergleich als wenn er bündig mit ihr abschleißen würde? (gleicher zylinder)

    ja das was im netzt so rum steht sind scheißhausparolen...mehr gelaber als wirklich hinterlegtes wissen...welche membrane hast du? besonders die maße sind wichtig, grade weil der 28er vergaser schon ne riesenfläche hat, wenn du die Metrakit 4klappen hast baue diese mal auf 2klappen um und probier es selber aus was sich ändert.


    die MK-Membrane funktioniert auf jedenfall bei 25mm vergaser noch gut aber ich könnte mir vorstellen dass es bei 28er sehr eng wird...

    es redet keiner von mehr kanälen...oder hab ich da was verpasst?das mit den 5h war ja auch nur als beispielzur veranschaulichtung...ich weiß du brauchst 6h :biglaugh: im übrigen das mit der halben stunde ist machbar wenn man nur die eine änderung der SZ vornimmt...aber meistens mache ich noch mehr weshalb das auch länger brauch...und das mit der thermischen belastung hast du auch nicht verstanden,ja durch die höheren N wird auch mehr kraftstoff verbrannt und die thermischebelastung größer ABER zu dieser Last kommt noch die durch die schlechtere verbrennung ZUSÄTZLICH hinzu...und das hat auch rein garnix mit der Az der kanäle zu tun, das ist dummfug.


    und es ist falsch dass ich mein wissen nur für mich behalte,ich helfe den leuten sogar recht gerne und jeder der mich kennt wird das bestätigen, egal ob in der boxengasse oder im forum.


    bei mir läuft das nach einem simplen prinzip: ich schaue ob jemand schon ein bissle ahnung hat und dann werf ich im bröckchen zu damit er selber darauf kommt wie es funktioniert...du musst also nur mal auf die brotkrumen achten die ich dir zuwerfe und dann mal anfangen zu verstehen, wenn du dass nicht schaffst dann tut es mir leid...wenn ich mein wissen verhöckern will schreib ich ein buch...


    also nochmal:


    Krümel Nr 1: überleg doch mal wie es möglich wäre die SZ zu ändern ohne den kolbenboden zu bearbeiten.


    Zusatzkrümel(extra für dich): Nein es wird nicht im überströmer rumgefeilt...


    und wenn du langsam dahinter steigst kannste das ja mal zum besten geben...es nützt keinem was einfach du das gelaber anderer wiederzugeben sondern ich will dass Verstanden wird...damit sich eben keine ammenmärchen weiter verbreiten...

    nachdem ich es dir schon x-mal gesagt habe wie es besser geht...du hättest nur mal lesen müssen...aber mir ists egal ob du 5h an nem ollen kolben feilst, das gleiche mach ich in ner halben stunde (inkl Montage)


    EDIT:

    Zitat


    Du solltest nicht immer so schnell die Flinte in das Korn werfen.


    Mach ich sicherlich nicht...aber bei dir lohnt es sich einfach nicht... :i_troest:

    das ist schwer zu sagen, was besser funktioniert. es kommt sicherlich auch darauf an welche drehzahlen gefahren werden.


    Auf der strasse bevorzuge ich 2 und 4-klappenmembranen,wobei ich behaupten möchte das es schon wieder fast egal ist wie viele klappen eine membrane hat.Das CFK-Membrane immer die bessere wahl sind ist nicht wahr, der unterschied zwischen GFK und CFK ist nicht die welt, also würd ich zum testen erstmal GFK nutzen,da günstiger. Wichtiger ist da schon die wahl der Plättchenstärke, in der regel sollte diese zw. 0.25-0.5mm liegen wobei oft 0,35 bzw 0.4mm verwendet werden.


    Und noch ein wichtiger Punkt:
    Das ENTFERNEN der ENDANSCHLÄGE birgt nur WENIGER LEISTUNG!Zudem werden die Plättchen ungleich mehr belastet,wie ein Linial welches über eine Tischkante gebogen wird. Das ist ein Stammtischmärchen ähnlich wie gelber Getriebesand und Kolbenrückholfedern.
    Das einzige was man machen kann: ENDANSCHLÄGE um MAX 15% AUFBIEGEN, wird mehr aufgebogen könnt ihr selbige gleich weglassen, mit den o.g. Folgen.