SR 2E - Ein Oldi wird zum Leben erweckt.

  • Hallo Leute der Simson-Zweiradgemeinde.


    Gleich zum Anfang meiner Geschichte möchte ich Euch sagen, dass ich es wieder getan habe.


    Nein, nicht aus lauter Langeweile.

    Wenn man erstmal angefangen hat sich für die DDR-Zweiradgeschichte zu interessieren, dann gibt es wohl kein zurück mehr. Oder es liegt doch irgendwie am fortschreitenden Alter und der damit einhergehenden Suche, wie man nach der Dienstzeit die Lebenszeit sinnvoll ausfüllt.


    Vor gut einer Woche habe ich mich entschlossen, nach der S51 Elektronik (derzeitiges Projekt) schon mal für die Zeit danach vorzusorgen. Der Gedanke, mich mal an das "Ältere Semester" heranzuwagen, war schon lange da und nun ist es soweit. Ich habe ein passenden Objekt meiner Begierde gefunden. Was mir so vorschwebte war ein SR 2 der nicht allzusehr verfummelt und auch von der Grundsubstanz noch erträglich ist. Von Anfang an aber war für mich klar, wenn ich derartiges anfange, dann ordentlich. Also soll am Ende keine SR 2 Rekonstruktion in einer sogenannten "schönen Patina" dastehen, sondern ein Gefährt so, als würde diese gerade vom Band gelaufen sein. Bitte nicht falsch verstehen. Ich mag Patina auch, aber diese muss passen. Völlig an- oder verrostete Bleche, wo man gerade noch erkennen kann um welche Ursprungslackierung es sich wohl handeln könnte, ist dann nicht mehr so mein Fall. Ein Kollege von mir hat auch eine SR 2E in einer genau richtigen Patina und das passt auch so sehr gut.


    So sieht sieht also das Teil am Tage des Kaufs aus. Nun der Eine oder Andere wird sagen, dass die Patina garnicht so schlecht aussehen würde.

    Von weitem vielleicht, aber näher drann ist dies schon etwas anders. Schaut euch ruhig die Fotos an.


    Ansicht vor Kauf. Bei mir auf der Werkbank. Es fehlen ein paar Teile.


    Die Taschen an der Seite sind keine originalen, obwohl aber auch schon sehr alt. Ich habe diese dennoch gut gereinigt und getrocknet.

    Die Taschen scheinen eher Satteltaschen für Pferde zu sein, da diese schon etwas ungewöhnlich sind. Jedenfalls habe ich herausgefunden, dass diese von einem Schweizer Hersteller stammen. Mal sehen, vielleicht verkaufe ich sie ja irgendwann.



    Weiter im Text.


    Daheim angekommen habe ich mich in den Tagen danach etwas um diese Oldtimerschönheit gekümmert. Also begann ich mit einer Bestandsaufnahme.


       

    Vorderrad, ohne Luft, aber fast komplett. Der Tachoantrieb scheint doch ein sehr begehrtes Teil zu sein.

    Der Tankzustand, eher mäßig. Außen starke Lackabplatzungen und innen Rostig, aber ohne Beulen. Die Aukleber zeugen von ..... . Ich mag diese nicht.

    Die Lampe braucht auch viel Liebe zum Detail. Der Zündschalter ist aber in Ordnung. Dazu später mehr.

    Da der Motor eh nicht mehr montiert war, habe ich mir diesen als erstes angesehen. Was für mich sehr gut aussah, war der äußere Allgemeinzustand. Er ist sauber und, soweit ich erkennen konnte, auch ohne Beschädigungen. Zunächst den Linken, also den Kupplungsdeckel abgeschraubt. Etwas Öl kam mir da noch entgegen, aber nicht schlimm. Die Kupplung und das Primärritzel sehen meiner Meinung nach noch sehr gut aus. Ein Minimum an Rostansatz, sollte jedoch der Weitervewendung nicht im Wege stehen.

    Experten, die genauer hinsehen, haben es schon erkannt. Hinterm Primärritzel ist ein hellgrüner Simmerring zu sehen. Zunächst dachte ich, dass der Motor vielleicht ohne

    Spalten auskommen wird, aber als ich diese hellgrünen Dichtrigne gesehen habe, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Habe mal etwas Gegurgelt und gelesen, dass es zu DDR Zeiten derart Farben bei Simmerringen gab. Na mal sehen. Später mehr.


     


     


    Nun ist die rechte Seite, also die Grundplatte dran. Oh Mann, derart hatte ich nun auch nicht erwartet. Zunächst habe ich festgestellt, dass sich das Polrad nicht drehen lässt.

    Dies war für mich erst einmal der Supergau, dass dies bedeutet: Kolben und Zylinder fest. Naja, eigentlich auch kein Wunder, da der Kopf ja auch nicht verschraubt war.

    Also, um nun einen etwas besseren Blick zu bekommen musste zunächst das Polrad runter. Gesagt, getan. Ab das Teil, schaut her, so sieht die Grundplatte mit Zündung aus.

    Ein "freundliches" braun sagt doch alles.



    Hier gibt es wohl kaum was zu retten und muss durch neue Teile ersetzt werden. Auch der Kurbelwellenstumpf hats hintervsicht, denke ich zumindest.


    Nun, habe ich den ersten Eindruck vom Zustand des Motors erlangt.


    Nun geht es zur Frage, warum ist der Kolben fest und wie stark weigert sich dieser, sich wieder in Bewegung zu setzen?

    Als erstes habe ich es mit leichten Klopfen vom allen Seiten versucht. Erfolglos! :panic:

    Dann mit Erwärmen des Ganzen. Erfolglos! :furious:

    Danach habe ich die verbliebenen Stehbolzen entfernt um so vielleicht den Zylinder auf dem Motoransatz mit Drehbewegungen zu lösen. ERFOLGLOS! :dash:


    OK, wenn er nicht will, dann..... . Als nächstes den Zylinder mit mit WD40 eingesprüht und dann heist es --abwarten--. Mal sehen, was das bringt. :morgaehn:


       


    Danach noch einen Blick auf das Antriebsritzel geworfen. Auch hier ist die Substanz recht gut. Muss also nicht neu.

    Irgendwann werde ich mich dann daran machen und den Motor von innen zu beäugen. :search:

    Bis dahin, werde ich regelmäßig den Zylinder Ölen und versuchen den Zylinder zu lockern. Das eine oder andere Bierchen wird meine meine Lockerung sorgen. :Beer:


    Da ich mich nun wieder dem Rahmen und den dazugehörigen Anbauteilen widmete, fing ich an die Maschine von Oben nach unten zu zerlegen. Erst beim Zerlegen kann man nun mal den Zustand optimal erfassen. Also ging es beim Sattel los. Auch hier gilt, erst in Einzelteilen erkennt man den Zustand.

    Die Satteldecke ist, aufgrund des Alters noch recht passabel und lohnt sich aufzuarbeiten. Da werden meine, in der Polytechnischen Oberschule erworbenen Nähkünste eine gewichtige Rolle spielen. Ein paar Nähte müssen erneuert werden. Im zweiten Foto ist gut zu erkennen, dass man hier schon mal Hand angelegt hatte und eine Schraube, die zwar nicht passte, aber doch irgendwie herumlag, als Ersatz genommen hatte. Das Sattelgestell ist leider auf eine Seite gebrochen.

    Dies ist zwar nicht so schlimm, aber lässt doch erkennen, dass hier wohl die Traglast um einiges überschritten wurde. Wenn man bedenkt, dass die zulässige Gesamtmasse nicht so hoch angesetzt wurde, ist dies auch keine große Überraschung. Ich muss mich daher körperlich auch etwas anpassen müssen, wenn Ihr versteht was ich meine. Die Sattelstütze sah vor der Behandlung auch sehr bescheiden aus, aber mit etwas feiner Schleifwolle ist das Ergebnis nicht von schlechten Eltern. Ich freu mich :juchuu: .


       



    Weiter geht es mit der Demontage des Lenkers, der Griffe und Anbauteile.


    Dies werde ich ein anderes Mal schreiben. Bis dahin.

  • Bissl erwärmen im Zusammenhang mit Rostlöser wirkt ooch manchmal Wunder...


    Cooles Projekt, sicher nicht billig, aber lohnenswert!!

    ALLES WIRD GUT!!
    ...für wen entscheide ich später..


    ...ja, PSYCHO!! :v_dark:


    Zitat Tacharo:

    Beide varianten von Lehmann funktionieren und sind am Einfachsten

    :a_bowing:

  • Bissl erwärmen im Zusammenhang mit Rostlöser wirkt ooch manchmal Wunder...


    Cooles Projekt, sicher nicht billig, aber lohnenswert!!

    Billig? Schon lange nicht mehr. Wenn man bei derart Projekte an billig denkt, dann sollte man gleich die Finger davon lassen. Gebrauchtes in fragwürdigem Zustand kosten unmengen auch Euronen.

  • dann lasst uns doch bitte das Wort günstig nutzen...

    Billig ist doch was anderes, hahaha!

    Ein tolles Projekt!

    Viel Spaß und Erfolg damit

  • Fortsetzung 1:


    Nach knapp 2 Wochen folgt nun ein Zwischenbericht.


    Nachdem ich nun zunächst einen geeigneten Pulvierer (andere Bezeichnung zum Lackierer) gefunden hatte musste nun alle zu pulvernen Teile odentlich aufgearbeitet und gereinigt werden, was ich auch getan hatte. Es macht schon recht viel Arbeit die Blechteile wieder in Form zu bringen. Irgendwann, irgendwo hatte ich schon mal erwähnt, dass ich eigentlich Zimmerer gelernt hatte und somit mit der Metallbearbeitung mehr oder weniger nicht viel zutun hatte. Nunja, meine Fingerfertigkeiten sollten dennoch dafür reichen. So fing ich an und nahm mir den ersten Kotflügel vor. Der Vordere war etwas außer Form geraten. Nein nicht all zu viel, aber dennoch soviel, dass es einer Korrigierung bedurfte. Der Hintere hatte mehr Glück und bekam nicht viele Schläge durch meine Hand, über den Hammer zu spüren.


    Die Hupe.


    Am vergangenem Wochenende hat es mich dann doch nochmal, auch zum Widerwillen meiner Frau (weil ich den Sonntag nicht auch mal Sonntag sein lasse) und mir die gute alte Torpedohupe vorgenommen. Diese hatte bestimmt gut und gerne seit mindestens 10 Jahren keinen Mucks mehr von sich gegeben.


    Ich sags gleich im Voraus: es war eine nicht ganz leichte Aufgabe. Ihr werdet es sehen.


     


    Vom äußeren Aussehen, dass ich mittels Vorpolieren etwas aufgehübscht hatte, war ich der Meinung, dass sich weitere Arbeit lohnen wird.

    Da man bei diesen Hupen nicht ohne weiteres an das Innenleben heran kommt, war hier guter Rat teuer. Diesen habe ich mir in den unendlichen Weiten des WWW gesucht und auch geholt. Hier für alle, die dieses Wagnis auch eigehen möchten eine große Hilfe: https://www.galepp.com/oldtimer/hupe.htm .


    Und so hab ich es gemacht.


    Damit ein deratiges Vorhaben mit Erfolg gekrön wird, solle man sich zuvor genau überlegen, mit welchen Werkzeugen man hier herangeht.

    Wie Ihr euch denken könnt, wurden seinerzeit Werstoffe verwendet, die hat gerade zur Verfügung standen. Im Falle dieser Hupe, war es eben Aluminium, und zwar richtig dickes und hartes Aluminium. Das sollte sich bereits meinem ersten Versuch, die Umbörtelung zu lösen zeigen.


     


    Ihr könnt hier gut erkennen, dass ich mittels Schraubenzieher mit langsamen Drehbewegungen, aber behutsam den Rand zurück börtel habe. Auf dem rechten Bild seht Ihr nun das was ich eingangs meinte. Das Alu neigt zum reißen und brechen. Daher ist hier absolute Fingerfertigkeit und keine Kraft von nöten. Als ich die 360 Grad fast geschafft hatte, konnte ich nun den vorderen Teil vom Gehäuse abnehmen. Und nun schaut mal her. Das Innere der Hupe ist genauso, also hätte jemand dieses erst gestern verschlossen.

    WOW kann man da nur sagen, was für eine Qualität.


    Links das vordere Teil, das zum Hupen noch eine wichtige Rolle spielen wird.


     


    Also, die Hupe ist offen und man kann nun in ihr Innerstes sehen. Aber warum geht die Hupe nicht?

    Zuerst schaute ich, ob sich der Anker bewegt. Dieser war frei beweglich. Dann schaute ich auf die Anschlüsse. Hier war es wichtig, dass die Kabel ordentlich lagen und auch fest angeschlossen waren. Alles READDY.

    Warum Quäckt dann die Hupe nicht? Und da verweise ich nochmals auf die oben verlinkte Webseite.

    Dort steht nämlich geschrieben, dass es zur Tonabgabe ein wichtiges Detail gehört. Richtig geraten, es muss ein Strom fließen können.

    Also, wie bekomme ich einen korrekten Stromfluss her?

    Denke, Denke, Denke!! Natürlich. In der ich mir zwei R20 Batterien besorge, diese mittels Klebeband zusammenklebe und an den Enden jeweils ein Kabel fixiere. Und schon haben wir eine ähnliche Batterie, wie diese auch im Batteriekasten ist. Gaaaannz einfach.


    Hinten an der Hupe befinden sich zwei Anschlüsse für die Kabel. Vorsicht, da es sich um eine Gleichstromhupe handelt, müssen hier logischerweise auch die Polungen passen. Also Minus an Minus und Plus an Plus. Spätestens jetzt sollte sich etwas tun. Der Anker müsste sich bewegen. Und ja, er zuckte ordentlich. Also war dies ein Zeichen, dass hier alles OK ist. Nun kommen wir zum vorderen Deckel der Hupe. Wir kennen ja eigentlich nur die Formgebung von außen, aber es gibt da noch ein wichtiges Detail. Darin befindet sich eine kleine Aluscheibe die hier eine wichtige Rolle spielt. Diese muss in der Mitte so geformt sein, dass nur eine winzig kleine Stelle Kontakt zum Anker hat. Denn dadurch erreichen wir einen Spannungsdurchgang, der die Scheibe zum vibrieren annimiert und so diesen quäkenden Ton erzeugt.


    Also nochmals. Der Anker ist der Pluspol und die Scheibe, die mit dem Gahäuse verbunden ist, der Minuspol. So kann ein Strom fließen und der Anker hinundher vibrieren. Als ich dann soweit war und den richtigen Abstand herausgefunden hatte, habe ich das Gesamte wieder zusammengesteckt und einer Probe unterzogen. Ja, sie Hupte, ehm quäckte. Jetzt konnte ich das Ganze wieder vorsichtig zusammenklopfen. Auch hier ist wieder eine ruhige Hand und Geduld gefragt. Mit Kraft und Schnelligkeit geht also auch hier nix. Wenn alles zusammen ist nochmals eine Quäckprobe. Oh bin ich froh.


    Da ich nun weis, wie das so funktininiert könnte ich mich ja jetzt selbstständig machen und Torpedohupen reparieren.

    Fürn nen Fuffi könnt Ihr mal anfragen. Anfragen!


    Nun zum Tank.


    Zum Tank und seiner über vier Tage andauernden Spezialbehandlung.

    Wie schon im vergangenem Jahr habe ich auch in diesem einen Tank mittels Elektrolyseverfahren weitgehend entrostet. Also, das Elektrolyseverfahren funktioniert ja in verschiedene Varianten. Ich hatte mich nun für die Waschmittellaugenvariante entschieden.

    Zunächst musste ein ausreichend großer Behälter her. Den hatte ich. Nun ein Stück Metall, am besten biegsam für eine Kathode und eine Möglichkeit den Tank im Wasser "schwimmen" zu lassen. Ihr wisst ja, kein Kontackt der Kathode und Annode. Kurzschlussgefahr. Den Behälter habe ich mit rund 30 Liter Wasser gefüllt und Muttchen einen Spraydosendeckel voll Waschmittel geklaut. Alles schön miteinander vermischt, solange bis das Waschmittel aufgelöst ist. Dann die Kathode rein. Der Tank wird zunächst mit der Lauge gefüllt und dann an die Konstruktion angehängt. Für das Aufhängen eignet sich am besten gleich etwas gut leitendes. Schwimmt jetzt der Tank im Wasser kann die Annode angeschlossen werden. Schön aufpassen, dass diese ordenlichen Kontackt zum Metall hat. Nun habe ich eines meiner 12 V Ladegeräte Angeschlossen und das Ganze um die 12 Stunden oder länger schön blubbern lassen. Man, was da schon in der ersten halbe Stunde so abgeht. Der Wahnsinn. Nächsten Tag später habe ich dann den Tank herausgeholt, gut durchgespült und dann nochmals behandelt. Dieses Mal mit Zitronensäure. Ich weis nicht wieviele Tütchen ich da genommen habe, aber 50 waren es wohl doch. Diese mit kochendem Wasser eingefüllt und "ziehen" lassen. Zwei Tage lang, dann entleert und gut gespült, dann nochmals mit Streusplitt gefüllt und etwas Sport gemacht. Gut 15 Minuten und kraftlose Arme später (man war das ne Einlage) dann den Tank wieder gespült.


    Ich denke, dass dies schon ziemlich gut funktioniert hat. Siehe Bildvergleich. Aber da ich ja sowieso alle Teile strahlen und pulvern lasse, werde ich der Firma auch bitten, dass diese den Innenraum des Tankes gleich mit behandeln. Später, wenn der Tank dann zurück ist, wir dieser nochmals gegen Korrosion beschichtet und dann sollte dieser nochmals 20 oder mehr Jahre halten.





    Vorbereitung der Teile zum Versand.


    Also, die meisten Arbeiten sind nun erledigt. Jetzt können die Teile zum Strahlen und Pulvern. Klingt leichter als getan. Wie versendet man ein Moped und womit? Ein Karton musste her. Ein großer Karton sollte es schon sein. Also kurz nach Dienstschluss zum Lager und mal nachgefragt, ob dort etwas geeignetes zu haben wäre. Ich hatte Glück und sogar ein richtig passender mit Füllpapier gleich mit. Ich freu mich :juchuu::juchuu:

    So nun zum Teilereinigen, wie ich bereits eingangs begonnen hatte. Alle Teile wurde ordentlich gereinigt, getrocknet und verpackt, als würden diese im Neuzustand versendet würden. Ich wollte nun ja auch nicht, dass während des Transports unnötige Beulen entstehen. Das Belch, was seinerzeit verwendet wurde war ja nicht das dickste. Wahrscheinlich auch aus Gewichtsgründen so gewählt. Ein Wunder, dass die Bleche so lange durchgehalten haben.


     


    Ich denke zwei Fotos reichen ersteinmal. Ihr könnt euch ja den Rest denken.


    So, nach gut drei Stunden intensiever Reinigungs und Verpackungstrotour nun nur noch die Frage: Welche Farbe solls denn nun werden?

    Ja wirklich, ich hatte mir zwar schon zuvor die Farbfrage gestellt, aber entschieden hatte ich mich bisher noch nicht.

    Also setzte ich mich nochmals vorm Rechner und suchte mir im Netz die verschiedenen Farbvarianten der Fahrzeuge.


    Mein Entschluss fiel auf Maron RAL 3007. Hupengehäuse, Lampengehäuse und Felgen lasse ich in Silber RAL 9007 pulvern. Die Oberfläche soll glänzend gepulvert werden.

    Und nun kommen ja schon die nächsten Überlegungen. Wie soll ich die Linierung gestalten? Farbgetreu ist klar, aber die Ausführung.

    Mit den Aufklebern oder doch einen Kurs im Linienziehen belegen?

    Ich glaube diese Frage werde ich erst nach meiner Rückkehr aus Thailand beantworten. Bleibt also dran oder gebt eure Tipps zum Besten.


    Dem Paket habe ich nun eine detailierte Teilelliste beigelegt und beschrieben was damit geschen soll.

    Heute wurde es von DHL abgeholt.


    Weiter geht es gleich.

  • Zum Motor.


    Hier hatte ich bereits mit dem Startbeitrag etwas zum Motor und seine Tücken geschrieben.


    Heute sollte der Tag der Tage sein. SOLLTE.


    Da ich mir in den letzten Tagen mehrere Videos zum Motor und dessen Revidierung angesehen hatte, habe ich für mich beschlossen diesen nun doch selbst zu öffnen, zu reparieren falls notwendig und dann wieder zu schließen.


    Und sollte alles nix werden habe ich ja noch jemanden der den Teilehaufen für mich (hoffentlich) wieder zusammensetzt.


    Nicht wahr Sterni? :search:



    Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Kurbelwelle so ziemlich, richtig und vorallem fest ist und sich durch nichts überreden lässt, sich zumindest etwas zu bewegen. Zunächst habe ich alles abgenommen, was sich außerhalb am Gehäuse befindet. Kupplung, Ritzel u.s.w..


    Nun bin ich wieder an dem festgerosteten Zylinder angekommen.


    Rostentfernerspray und so, ist zur genüge drauf gekommen und hoffe nun, dass diese Zeug nun sein Teil des Vertrags eingelöst hat.


    Hoffe, sagte ich?


    Nun, wenn sich immer diese Hoffnung erfüllen würden, dann wäre ich schon Millionär. Bin ich aber nicht! :kopfkratz: Ich verstehe es nicht!



    Es ist zum :furious: . Mein Gedanke, das sich dies vielleicht doch etwas leichter trennt, wenn ich die Gehäuseschrauben schon mal löse, war zumindest im Ansatz garnicht sooo schlecht. Also ran an diese Schrauben. 75% aller Schrauben ließen sich mit mäßigen Kraftaufwand lösen, aber drei mussten mal wieder die Ausnahme der Regel spielen. :zunge: Ja so hatte ich mich schon gefühlt. Der Motor lacht mich aus. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich keine andere Möglichkeit noch im Petto hätte.


    Also ran mit ein paar zärtlichen Kopfstößen, in Form von Hammerschlägen auf die "Nuss" und dazu eine Wärmebehandlung.


    Zwei der Widerspänstigen Gewinde haben dann doch aufgegeben Widerstand zu leisten, aber eine Schraube meinte die Fahne hochzuhalten.



    Die Schweißperlen rannten mein Brillenglas herunter. Allein hier habe ich nen Haufen Geld liegen lassen. Wisst Ihr eigenlich, wie teuer Beamtenschweiß ist? Und genau diesen habe ich heute für den Rest meiner Dienstzeit verschwendet. :k_hole:



    Neulich hatte ich mir ein kleines Schweißgerät zugelegt und nun kam dieses zu Einsatz. Ich nam mir eine von den Imbusschrauben und schweißte diese auf den Schraubenkopf . Danach begann ich den Widerstand dieser Schraube zu brechen. Nein sie brach natürlich nicht ab, aber ich wunderte mich schon, dass die Schraube, die Minuten zuvor den absoluten Widerstand leistete, nun recht leicht zu drehen war. Warum? Keene Ahnung. Jetzt erstmal nen :Beer: .


    Nach meiner wohlverdienten Pause nun zum Zylinder zurück.



    Der Motor ist ja nicht der größte und schwerste. Da der Zylinder selbst wohl kaum noch zu retten ist habe ich diesen Überkopf in den Schraubstock eingespannt. Mit all meiner Manneskraft, die mir mit 55 noch geblieben war :rotwerd: , versuchte ich nun unter Einsatz von Wärme den Kopf zu drehen. Was mir nach weiteren Beamtenschweißspritzer auch gelang. Aber eben nur etwas drehen.


    Von "Anschlag" zu "Anschlag" sozusagen, aber der Kolben saß weiter fest und drehte sich nicht mit. :waiting: .



     


    Was oll ich nun noch veranstalten um den Zylinder und den Kolben zu überreden aufzugeben?


    Diese Frage gebe ich nun an Euch weiter. Vielleicht hat ja jemand ähnliches erlebt und einen Tipp parat.



    Heute mach ich erst einmal Schluss.


    Weiter geht es dann in 4 Wochen, nachdem ich aus Thailand zurück bin. Vielleicht! :juchuu::dance:




    Wünsche euch eine schöne und erholsame Ferienzeit.

  • Sehr schön, da geht es ja schneller voran mit dem neuen Projekt als gedacht! Ich hätte mich wahrscheinlich gegen das Pulvern entschieden und die Patina so gelassen. Hatte das schon jemand vor mir vorgeschlagen? Warum verwendest du für die Elektrolyse eigentlich einen großen Behälter wo der Tank rein kommt? Ich hatte das mal direkt mit Wasser im Tank gemacht. Verändert sich der Lack, durch die lange Berührung mit dem Elektrolysebad? Mach Vorsichtig mit dem Zylinder! Selbst wenn das Innere nicht mehr zu retten ist, kann dieser doch nach dem neu schleifen, weiter verwendet werden!

    Buchholz 69ers

  • as oll ich nun noch veranstalten um den Zylinder und den Kolben zu überreden aufzugeben?


    Diese Frage gebe ich nun an Euch weiter. Vielleicht hat ja jemand ähnliches erlebt und einen Tipp parat.

    Warum trennst du nicht einfach den Block?

    Bei dem Motor ist sind die Hälften ja mittig zusammen. Von daher geht das einwandfrei.

    Danach dann einfach die KW samt Kolben und Zylinder raus

  • Das wär zu einfach :rotate:


    Andi, beim Zylinder hilft das Gleiche was auch bei deiner Schraube geholfen hat.

    Du hast die Schraube mit dem blauen Licht erwärmt, das war das Geheimnis.


    Zylinder bekommt man mit ner Feuersäge meist ganz gut runter.

    Atze/Sauer marsch! Aber mit Bedacht ;]

    Kein Lehmannfan

  • Wie war das? Irgend ne Grütze schreiben um überhaupt was zu schreiben?



    Was oll ich nun noch veranstalten um den Zylinder und den Kolben zu überreden aufzugeben?

    Den Zylinder hochkeilen und mit nem Hammer und ein Stück Holz auf den Kolben puchen. Das Stück für Stück. Der Kolben ist ja schon bei UT, was andres hat wenig Sinn.

  • Den Zylinder hochkeilen und mit nem Hammer und ein Stück Holz auf den Kolben puchen. Das Stück für Stück. Der Kolben ist ja schon bei UT, was andres hat wenig Sinn.


    Wie war das? Irgend ne Grütze schreiben um überhaupt was zu schreiben?

    Die einfachen Lösungen stehen da schon.

    Desweiteren ist deine Lösung Humbug denn beim Hochkeilen brichst du die blockseitigen Kühlrippen ab

  • Also Jungs,


    bin zwar gerade bei der wichtigsten Arbeit am Tage, beim Pause machen, möchte dennoch eure viele Hinweise nicht ganz unkommentiert stehen lassen.


    Also, was habe ich bisher unternommen?


    - den Zylinder ordentlich mit Entrosterspray geflutet,

    - Stehbolzen sind bereits raus,

    - das Ganze mit nem Brenner behutsam erwärmt,

    - dann die Motorgehäuseschrauben herausgedreht, in der stillen Hoffnung, das Geräuse trennen zu können,

    - dann, auch mit dem Hintergrund, dass Zylinder und Kolben sowieso kaum zu retten sind, wegen der Korrosion, kopfüber in den Schraubstock eingespannt und zunächst gedreht. Da ein Verdrehen um mehr als 10% beidseitig nicht möglich ist, während des drehens auch gezogen. Auch hier in der Hoffnung, dass sich zumindest ein kleiner Spalt zeigt. Übrigens, das Verdrehen und der Anschlag könnte daher rühren, dass die Kolbenringe sich mit drehen. Hatte aber eher das Gefühl, dass der Kolben im Ganzen fest sitzt.


    Das der Zylinder wohl hin sein wird ist mir, auch wenn dies (vielleicht) ein Originalteil ist, egal. Was ich aber verhindern wollte ist, dass ich einen Schaden am Getriebeblock herbeirufe und somit alles andere sinnlos macht.


    Wer kann mit mit absoluter Bestimmtheit sagen, ob der Zylinder, wenn dieser auf dem Motor gesetzt wird nur max um 10 Grad verdreht werden kann oder nicht doch mehr.

    Diese Info wäre nämlich wichtig, da ich den Kopf soweit verdrehen könnte bis das Pleul bricht und so das Ganze frei gibt.


    So denke ich mit dies.

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