Mahlzeit!
Wenn Du auf 12V umrüsten willst, würde ich gleich den ganzen Weg gehen und \'ne Vape einbauen. 12V Bleiakkus sind auch in schnuckeligen Größen erhältlich, und bei den Umbausätzen ab ca. 150 Euronen ist meist alles dabei (Lampen, Kabel, Hupe, Batterie...)
Die Vorteile sind extrem viel Licht (55W H4 sind locker möglich), überall in guter Qualität erhältliche 12V Leuchtmittel, satte Batterieladung und kräftige Zündung.
Nachteile sind der Preis, der Umbauaufwand (muß halt 80% der Elektrik getauscht werden), und die Reparaturfeindlichkeit (können nur noch Teile getauscht werden, Unterwegshilfe fast ausgeschlossen).
Bleibt das Problem: Eine Batterie als Verschleißteil ist immer dabei.
Die 6V Anlage ist, gut in Schuß, auch nicht viel schlechter, bis auf den schlapperen Scheinwerfer. 18W Blinker sind 18 W, ob die nun 6, 12 oder 230 Volt haben. Lediglich die Ansprechzeit der Lampen ist ein wenig träger, was aber meist mit dem zweiten Nachteil zusammenhängt, nämlich daß sich Kontaktprobleme wesentlich stärker auswirken (es fließt der doppelte Strom gegenüber einer 12V Anlage, an jeder schlechten Verbindung fällt die doppelte Spannung ab, und die Reserve dagegen bei 6V ist geringer als bei 12V).
Einigermaßen gepflegt ist eine klassische 6V Elektrik unverwüstlich und für das Fahrzeug zeitgemäß. Wer bei schönem Wetter tagsüber mit 15Watt Scheinwerfer von Tagträumern übersehen wird, wird das wahrscheinlich auch mit einem Leuchtturm auf dem Helm...
Ach ja, warum das Vorderlicht annähernd konstant leuchtet:
Die Spannung an der Lichtspule ist im Leerlauf (d.h. ohne Lampe, es fließt kein Strom) stark von der Motordrehzahl abhängig.
Ist eine Lampe dran, so fließt ein mit der Spanung ansteigender Strom, der im Eisenkern der Lichtspule ein Magnetfeld hervorruft. Ab einer gewissen Stromstärke, die durch die Konstruktion der Spule vorgegeben ist, geht die ganze Anordnung magnetisch in die Sättigung.
Ab dem Punkt steigen Spannung und damit auch der Strom nicht mehr weiter an, die Lampe bekommt ihre Nennlast, so es denn die zur Spule passende Latüchte ist.
Zweckmäßig legt man die Lichtspule daher so aus, daß sie schon bei kleinen Drehzahlen auf ihre Nennleistung kommt und sich dann möglichst früh per Sättigung begrenzt.
So hat man auch im Leerlauf etwas Licht und nicht nur bei Vollgas.
Leider bedingt diese Vorgehensweise, daß Spule und Verbraucher zueinander passen müssen. Tausch mal z.B. deine 6V 25W (oder 35W) Lampe testweise gegen eine 12V 55W Autolampe, dann hast Du Drehzahlabhängigkeit bis zum Abwinken, weil der Nennstrom erst bei höherer Spannung (= höhere Drehzahl) fließt und damit auch die Begrenzung erst bei höheren Drehzahlen einsetzt.
Als weitere Kuriosität brennt bei so einer Lichtmaschine z.B. auch eine 12V / 35W Birne bei Vollgas recht fix durch, wenn sie anstelle einer (vorgesehenen) 6V / 35W Leuchte eingesetzt wird, obwohl sie doch eigentlich, den Daten nach, mehr vertragen können sollte.
Nützliche Infos gibt es auch bei http://www.motelek.net
Wenn mein Geschwalle hier nervt: Bitte Bescheid geben!
GlückAuf!
MacHeba