Schaltplan kreativ

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  • Guten Abend,


    mit den Ersten Sonnenstrahlen hatte meine Freundin die glorreiche Idee, das ich ihr eine alte Schwalbe von mir flott mache. Da sie nur schön Wetterfahrer sein wird, möchte ich aus Wartungstechnischen Gründen auf eine Batterie verzichten. Dennnoch möchte ich ihr ein paar Blinker und eine Hupe verbauen. Meine Idee, ich verwende die Lichtspule für Vorder und Rücklicht (das habe ich auch schon mal Werksseitig in einem Schaltplan gesehen) und klemme auf die Zweite Spule Blinklicht, Hupe und Bremslicht.
    Kann mir jemand sagen ob dieser Plan fnktionieren wird?


    MfG

  • Mahlzeit und willkommen an Bord!


    Leider wird aus Deinem Vorhaben so einfach nichts werden.


    Der Witz an der ungeregelten Simson-Lichtmaschine ist, daß jede Spule nur mit ihrer Nennlast die richtige Spannung abgibt, sprich:


    Eine Lichtspule, die z.B. für einen 25W / 6V Scheinwerfer ausgelegt ist, muß auch mit einer (zumindest grob) 25W Lampe belastet werden, sonst stimmt die Spannung von 6V nicht und die Lampe funzelt rum oder brennt durch.


    Bei irgendeiner S51 und ein paar kleineren Mopeds gab es die Variante, daß sich Vorder- und Rücklicht eine Spule teilen, z.B. 18W Lichtspule an 15W Scheinwerfer + 3W Rücklicht oder 42W Lichtspule auf 35W Scheinwerfer + 5W Rücklicht und 1,2W Tachobeleuchtung. Du könntest hier noch vielleicht auf diese Variante umrüsten.


    Für Blinker und Hupe wird das aber nicht klappen, weil die Belastung nicht konstant ist (Blinker blinken halt und das Bremslicht ist ja auch nicht immer an). Außerdem ist die Spannung auch noch von der Motordrehzahl abhängig, so daß nur in extremen Ausnahmefällen mal 6V getroffen werden dürften. Ansonsten gibt es irgendeine Spannung mit der nix funktioniert.


    Laß die Elektrik am besten so und steck den Aufwand lieber in gelegentliche Batteriewartung. Du könntest ja z.B. einen kleinen, isolierten und abgesicherten Stecker versteckt herausführen, an den Du bei Bedarf ein kleines Automatikladegerät hängst, um die Batterie bei Laune zu halten oder morgens an Schönwettertagen \"aufzuwecken\".


    GlückAuf!


    MacHeba

  • mac heba hat recht.


    lass die elektrik so!



    meine erfahrung bei einer schönwetterschwalbe und nach einer wintereinmottung:
    wenn du dir eine ordentliche batterie zulegst (kann ruhig eine zum befüllen sein), hast du auch nach längerer standzeit nach kurzem fahren volle leistung auf der batterie. (immer schön fett an die pole!)
    vielleicht muss nach dem winter nen schluck destilliertes wasser drauf.
    is aber kein akt.

    A real Simson starts with a kick!

  • Hallo,


    Danke erst einmal für Eure Tip`s.
    Ich wollte mit dem Neuaufbau der Elektrik halt gleich auf 12V umrüsten. Da ich zu meiner aktiven Mopedzeit nicht viel gute Erfahrungen gesammelt habe mit der 6 Volt Elektrik (zu anfällig und die Hupe klang immer wie aus dem Playmobilkasten). Das Problem ist halt auch dass die 12 Voltbatterie zu Goß ist, für die Öffnung des Batteriefaches an der Schwalbe. Oder gibt es inzw. passende 12 Volt Batterien (meine aktive Mopedzeit liegt schon eine weile zurück)? Aber wenn ich die Elektrik neu verkabelle, dann wird sicherlich auch eine 6 Voltanlage zuverlässig sein.
    Eine Frage habe ich dennnoch, wenn eine gute Spannung zum betreiben der Verbraucher nicht immer erreicht wird, wie schafft es dann das Vorderlicht konstant zu leuchten (bis auf geringe schwankungen)?


    Gruß

  • Mahlzeit!


    Wenn Du auf 12V umrüsten willst, würde ich gleich den ganzen Weg gehen und \'ne Vape einbauen. 12V Bleiakkus sind auch in schnuckeligen Größen erhältlich, und bei den Umbausätzen ab ca. 150 Euronen ist meist alles dabei (Lampen, Kabel, Hupe, Batterie...)


    Die Vorteile sind extrem viel Licht (55W H4 sind locker möglich), überall in guter Qualität erhältliche 12V Leuchtmittel, satte Batterieladung und kräftige Zündung.
    Nachteile sind der Preis, der Umbauaufwand (muß halt 80% der Elektrik getauscht werden), und die Reparaturfeindlichkeit (können nur noch Teile getauscht werden, Unterwegshilfe fast ausgeschlossen).


    Bleibt das Problem: Eine Batterie als Verschleißteil ist immer dabei.


    Die 6V Anlage ist, gut in Schuß, auch nicht viel schlechter, bis auf den schlapperen Scheinwerfer. 18W Blinker sind 18 W, ob die nun 6, 12 oder 230 Volt haben. Lediglich die Ansprechzeit der Lampen ist ein wenig träger, was aber meist mit dem zweiten Nachteil zusammenhängt, nämlich daß sich Kontaktprobleme wesentlich stärker auswirken (es fließt der doppelte Strom gegenüber einer 12V Anlage, an jeder schlechten Verbindung fällt die doppelte Spannung ab, und die Reserve dagegen bei 6V ist geringer als bei 12V).


    Einigermaßen gepflegt ist eine klassische 6V Elektrik unverwüstlich und für das Fahrzeug zeitgemäß. Wer bei schönem Wetter tagsüber mit 15Watt Scheinwerfer von Tagträumern übersehen wird, wird das wahrscheinlich auch mit einem Leuchtturm auf dem Helm...


    Ach ja, warum das Vorderlicht annähernd konstant leuchtet:


    Die Spannung an der Lichtspule ist im Leerlauf (d.h. ohne Lampe, es fließt kein Strom) stark von der Motordrehzahl abhängig.
    Ist eine Lampe dran, so fließt ein mit der Spanung ansteigender Strom, der im Eisenkern der Lichtspule ein Magnetfeld hervorruft. Ab einer gewissen Stromstärke, die durch die Konstruktion der Spule vorgegeben ist, geht die ganze Anordnung magnetisch in die Sättigung.


    Ab dem Punkt steigen Spannung und damit auch der Strom nicht mehr weiter an, die Lampe bekommt ihre Nennlast, so es denn die zur Spule passende Latüchte ist.
    Zweckmäßig legt man die Lichtspule daher so aus, daß sie schon bei kleinen Drehzahlen auf ihre Nennleistung kommt und sich dann möglichst früh per Sättigung begrenzt.
    So hat man auch im Leerlauf etwas Licht und nicht nur bei Vollgas.
    Leider bedingt diese Vorgehensweise, daß Spule und Verbraucher zueinander passen müssen. Tausch mal z.B. deine 6V 25W (oder 35W) Lampe testweise gegen eine 12V 55W Autolampe, dann hast Du Drehzahlabhängigkeit bis zum Abwinken, weil der Nennstrom erst bei höherer Spannung (= höhere Drehzahl) fließt und damit auch die Begrenzung erst bei höheren Drehzahlen einsetzt.


    Als weitere Kuriosität brennt bei so einer Lichtmaschine z.B. auch eine 12V / 35W Birne bei Vollgas recht fix durch, wenn sie anstelle einer (vorgesehenen) 6V / 35W Leuchte eingesetzt wird, obwohl sie doch eigentlich, den Daten nach, mehr vertragen können sollte.


    Nützliche Infos gibt es auch bei http://www.motelek.net


    Wenn mein Geschwalle hier nervt: Bitte Bescheid geben!


    GlückAuf!


    MacHeba

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