Moin Leute,
an dieser Stelle möchte auch ich euch einmal in eines meiner Projekte einweihen. Es handelt sich, wie die Überschrift schon sagt, um einen möglichst originalgetreuen Aufbau einer Schwalbe S (KR51/1 S). Bezüglich der Originalität haben sich mir auch schon einige Fragen gestellt und ich hoffe ihr könnt mir bei deren Beantwortung behilflich sein.
Aber erst einmal zur Historie: Kurz nach der Erstellung eines Gesuches hier im Forum meldete sich ein User mit einem verlockenden Angebot.
Er bot mir eine Schwalbe S auf einen K Rahmen umgebaut, da der Originalrahmen ein Unfallschaden habe. Den Unfallrahmen und einen weiteren S Rahmen, beide mit Papieren, gibts zum Moped dazu. Alles zusammen für 400Euro.
Im weiteren Verlauf tauschten wir einige PNs mit Fotos und diversen Informationen aus und klärten die Modalitäten. An dieser Stelle sei auch der Sympatische Verkäufer gelobt, welche sich wirklich sehr viel Mühe gab. Ich beauftragte Iloxx mit dem Versand des Fahrzeugs (knapp 600km) und er kümmerte sich um den Versand der Rahmen per DHL, wofür ich ihm weitere 20Euro zusprach. Ziemlich genau 2 Wochen nach Auftragserteilung an Iloxx stand dann das Moped auf meinem Gehöft. Die Rahmen waren 1 Tag früher da.
Der erste Eindruck war etwas enttäuschend, da das Blechkleid, anders als von Verkäufer beschrieben, doch arge Schäden aufwies und zu allem Überfluss auch das S des "Schwalbe S" Schriftzuges weggeraspelt war. Nach genauerem hinsehen stellte ich dann aber Fest das der Zustand, vom Blechkleid abgesehen, doch ganz passabel war. Weitere Mängel waren dann noch: keine Schlösser, gerissene Sitzbank, gebrochene Rücklichtkappe, keine Keder, Bowdenzüge hin, Reifen müssen neu Tank rostig, Speichen schrott, Gepäckträger überlackiert und krumm.
Positiv war dagegen: Das Moped war (fast) komplett, Alle S-Typischen Teile soweit vorhanden und in verwertbarem Zustand, Motor ließ sich einwandfrei durchtreten, Schaltung schaltet, Felgen sind top (hinten nur etwas schmutzig), Auspuff kann bleiben, Bremsen bremsen, Fahrwerk federt und Radlager sind in Ordnung.
So, nun zwei Bilder von der "Grundlage":
Dieses Bild entstand vergangenen Samstag, kurz nachdem ich die als nicht fahrtauglich gekaufte Schwalbe zum laufen gebracht hatte. Was habe ich gemacht?: Zünkerze raus, funke geprüft -> keiner da. Kerzenstecker ab, funke geprüft -> keiner da. Am Zündkabel gewackelt -> zack hatte ich es in der Hand. Das Ende, welches zur Zündspule zeigte, war total verbrannt, eine Kupferseele nicht mehr zu erkennen. Also: Trittbretter abgeschraubt, Knieblech abgeschraubt, um an die Zündspule zu gelangen. Der Anschluss-Pin der Zündspule war Praktisch nicht mehr vorhanden, aus dem Anschluss kam mir nur etwa ein Fingerhut voll Rost entgegen. Andere 12V Zündspule (gebrauchte, aus eigenem Lagerbestand) verbaut, neues Zünkabel dazu, Funke geprüft -> Funkt!. Kerzenstecker ran, Kerze rein, Stecker rauf, Spritzerchen Bremsenreiniger in den Ansaugschlauch und gekickt -> Rin, tin ,tin, tin, tin, öhöhhhh. Dann: Schluck Sprit in den Tank, Öl ins Getriebe, Bezinhahn auf und wieder gekickt -> Rin, tin, tin, tin, tin, tin, tin... Läuft ...und Läuft ruhig und sauber! Funktionsprüfung: Standgas hält sauber, Gas wird angenommen, Licht vorn/hinten geht, Fernlicht auch, Bremslicht nicht, Leerlauflicht geht. Batterie raugekramt und provisorisch rangeklemmt: Hupe hupt! Blinker rechts geht, links nicht. Zündlichtschalter auf Standlicht gedreht: Moped aus, Standlicht an.
Dann bin ich noch kurz dem Blinker (Softite rausgefallen) und dem Bremslicht (Kabel hatte sich aus der Lüsterklemme gelöst) auf die Spur gegangen und habe mich auf eine Probefahrt begeben. Diese endete nach einem kurzem Bierstop bei der örtlichen Feuerwehr und insgesamt etwa 10 km ohne Vorkommnisse wieder bei mir zu Hause. Mit einem zufriedenen Grinsen stieg ich vom Moped: Motor läuft echt tadellos, schätzungsweise 65, Taucho zeigte Anschlag (>80) warum weiß ich noch nicht. Die Halbautomatik schaltet sauber und präzise und der Anfahrvorgang erfolgt sehr zügig und ohne großes aufheulen. Außerdem springt das Schwalbchen bereits bei bloßem angucken des Kickstarters an.
Soweit sogut!
Nun zu meinem (Grund) Plan:
- Die Schwalbe wird komplett demontiert.
- Alle Teile werden soweit möglich gereinigt
- Ich besorge ein neues/gebrauchtes/besseres Blechkleid (außer Tunnel und Lenkerabdeckung) oder übe mich am Ausbeulen
- Alle Lackteile gehen zum Strahler und sollen im gleichen Zug grundiert werden.
- Naben, Nabendeckel und Bremsankeplatten kommen auch zum Strahler
- Alle Lacktteile bekommen Lack im Originalfarbton
- Laufräder bekommen neue Speichen (Edelstahl)
- Bowdenzüge kommen neu
- Gesamte Elektrik wird beim zusammenbau überprüft und ggf. erneuert/aufgearbeitet
- Motorinnenleben bleibt erstmal unberührt, nur noch einmal frisches Öl.
- Sicherlich fehlen noch ein paar Punkte, Ihr könnt mich gern ergänzen.
Bei ein paar (Farb-)Sachen bin ich mir noch nicht schlüssig und eure Meinung ist gefragt:
Die Hauptfarbe: - Der Rahmen ist von '72.. spricht also für Oliv mit Lenkerabdeckung in Beige
- persönlich etwas besser gefällt mir jedoch das Rot
Rahmenfarbe: - derzeitig haben alle Lackteile unter dem Blechkleid so ein bläuliches Grau
- Hinterradschwinge und vorderer Schwingenträger sind Schwarz; Vorderadschwinge ist im derzeitigen nichtoriginalen Farbton Lackiert
- Also: welche Rahmenfarben kommen bei welcher Hauptfarbe (Oliv bzw Rot) in Frage
Farbe der Bowdenzüge: - Bei Ostoase gibt es eine neue Ausführung (Schwarz) und eine alte (Grau)
- gabs auch welche in Elfenbein/Beige?
- welche kommen in Frage?
Keder: - auch hier gibt es (mindestens) 2 verschiedene Farben. Welche kommt in Frage?
Sterngriffmutter: - Auch zwei Farben, am Moped ist/war eine in Elfenbein/Beige !?
Es geht mir also darum, dass gesamte Farbkonzept möglichst original zu halten.
Sonstige Vorschläge, konstruktive Kommentare oder Auch Tadel sind gern erwünscht!
Gruß Nekro

