Erfahrung mit MZA-Schrauben-Komplettsets?

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  • Zitat von KinderTretMobil

    Edelstahlschrauben dürften sicher eine höhere Festigkeit haben, als eine 8.8 Schraube. Das grosse Problem bei Edelstahl ist aber, wie der Name schon sagt, dass sie deutlich edler ist als Stahl. Wenn sie also eine elektische Verbindung zu Stahl bekommt, weil man was am Rahmen damit festschraubt, so bildet sie ein Lokalelement (eine Batterie) und sorgt dafür, dass der Stahl zur Opferanode wird und in sehr kurzer Zeit korrodiert. Eine Edelstahlschraube in einem Stahlgewinde ist in kurzer Zeit so festgerostet, dass sie sich nicht mehr lösen lässt. Mit Aluminium lässt sie sich verbinden, da beide Metalle über eine ähnliche Edligkeit verfügen.
    .


    Ne!


    Achtung!


    Gerade in Aluminium korrodieren Edelstahlschrauben besonders schnell!


    Alu und VA ist ein absolutes NoGo! Besonders im Motroblock sollte man das sein lassen. Denn erst "rosten" die Edelstahlschrauben fest und aufgrund ihrer schlechteren Festigkeit reißt man dann auch noch den Schraubenkopf ab!


    Viele Grüße


    huj

  • Mit den Aussagen zur Festigkeit würde ich mich ein weing zurückhalten, manche VA Stähle mit größeren Mengen an Titan oder Molybdän haben eine sehr gute Duktilität.
    Sie lassen sich also gut elastisch verformen, ergo sie brechen nicht so schnell...


    Das ein abreißender Schraubenkopf mit einer zu geringen Festigkeit einher geht ist auch so eine Sache....
    Wäre die Festigkeit zu gering müsstest du erst die komplette elastische Verformung ausreizen bis es zur plastischen Verformung und dann zum Bruch kommt.
    Ist die Festigkeit und somit auch die Sprödheit zu groß findet so gut wie keine elastische Verformung der Schraube beim Festziehen statt, sie bricht auf einmal...


    Ist ein Stoff sehr fest, ist er auch sehr spröde...


    (Festigkeit bitte nicht mit Zugfestigkeit verwechseln, diese erhöht sich mit zunehmender Duktilität. Deswegen hatt nen Kaugummi ne recht hohe Zugfestigkeit ^^ )


    Trotzdem steno verzinkte für tragende Teile oder den Motor nehmen, bei Schutzblechen etc seh ich das anders, da hab ich auch edle drauf... Sind ja keine ellenlangen Gewinde ^^

  • Ich habs mal schnell überflogen....


    "Bei allen Kontaktkorrisionsuntersuchungen
    haben die austenitischen nicht rostenden Stähle
    in Werkstoffkombinationen mit:
    - un- und niedrig legierten Stählen
    - hochlegierten austenitischen Stählen (Sonderqualitäten)
    - ferritisch- austenitischen Stählen
    - Nickel, Nickel-Basislegierungen und vernickelten
    Bauteilen
    - Kupfer- und Kupferlegierungen
    - Aluminium und Aluminiumlegierungen
    - Zink und Zinklegierungen und verzinkten
    Bauteilen
    - Blei Bleilegierungen und Verbleiungen
    - Titan und seine Legierungen sowie
    - verchromten Bauteilen
    keine bzw. keine technisch relevanten
    Massenverluste
    durch Kontaktkorrosion erlitten. Ähnliches
    gilt für die ferritischen nicht rostenden Stähle
    (17%Cr) und die ferritisch austenitischen nichtrostenden
    Stähle."


    Hier nochmal zu denvorhergehenden Posts:


    "Für die Beurteilung der Korrosionsgefährdung des unedleren Partners in einer
    Werkstoffkombination ist nicht, wie lange Zeit fälschlich angenommen wurde, die Höhe der
    Potenzialdifferenz (Spannungsunterschied) zwischen den
    miteinander verbundenen Werkstoffen, sondern die Charakteristik der Teilstromdichte-Potenzial-
    Kurven beider Werkstoffe im angreifenden
    Medium verantwortlich. Die Korrosionsstromdichte (Elementstrom) und damit der
    Kontraktorisonsangriff kann sich bei gleicher Potenzialdifferenz je nach Charakteristik der
    anodischen und kathodischen Teilstromdichte- Potenzial -Kurven um mehrere
    Größenordnungen ändern. Ausschlaggebend ist, ob die anodischen oder die kathodischen
    Teilreaktionen ungehindert oder behindert, z.b. durch sich bildende Deckschichten, ablaufen
    können."


    Aluminiumoxid ist ne Super Deckschicht da Sauerstoffundurchlässig, deswegen auch aus Korrosionsgründen NIE entfernen! Steno Eisenrost ist Sauerstoffdurchlässig und schützt deswegen nicht ganz so gut...

  • Hallo
    Die Duktilität von Va Schrauben ist meiner Erfahrung (aus dem Maschienenbau) sehr schlecht. Va Schrauben haben ein sehr schlechtes Dehnungsverhalten, da trifft der Satz nach fest kommt ab, zu fast 100% zu. Bei einer Stahlschraube merkt Schlosser es, wenn sie überdehnt wird. Ich ziehe bei der Arbeit Va Schrauben nur mit dem Drehmomentschlüssel nach Tabelle an.
    Gruß
    Bernhard

    Koffein für alle verbietet koffeinfreien Kaffee

  • Linke:


    Du hast natürlich recht.. die Werkstoffeigenschaften bei Edelstahl sind schon recht weit gestreut.


    Wenn wir uns aber auf Baumarkt VA Schrauebn beziehn wollen, dann denke ich, dass meine Aussage uneingeschränkt stehen gelassen werden kann.


    Die Sache mit der Alu-Edelstahl Verbindung habe ich aus 3 ver. Quellen so vernommen:
    Von einem bekannten der Maschinenbau studiert
    Von einem Schlosser bei der DB wo die Edelstahlschrauben schön im Alugehäuse festgegammelt sind
    Von einem Konstruktionsmechaniker im Schiffbau, derm ir von speziellen Edelstahlpasten berichtet hat, mit denen Edelstahlschrauben vor dem festgammel geschützt werden müssen. (das dann aber in Bezug auf Stahl)


    Hab die Quelle auch mal schnell überfolgen und denke, dass diese Stelle vllt. illustriert, was ich gesagt habe.



    Auf deutsch: das Alu gammelt dir im Edelstahl weg, und zwar stärker als an der Luft.
    senseo hat ja eben die Sache mit den abgedrehten Schraubenköpfen bestätigen können.


    Viele Grüße


    huj

  • Unsere Motörchen dürften aber alle, zumindest in den Gewinden schon nen bissel angegammlet sein...also ist nen Schutz vor Spannungsdifferenzen da :happy birthday:


    Ich wollte nur mal nen kleinen Exkurs in die Werkstofftechnik starten, finde sowas ist als Schraubär schon wichtig.
    Was übrigens genau passiert wenn ich nen xy-Legierung in längeren Kontakt mit ner yz-Legierung bringe weis, außer bei steno Legierungen, keiner so genau!
    Wir haben bei uns in Wildau (FH, besonders bekannt für Maschinenbau) nen eigenes Metallographielabor wo soetwas untersucht wird.... :dance2:

  • Was übrigens genau passiert wenn ich nen xy-Legierung in längeren Kontakt mit ner yz-Legierung bringe weis, außer bei steno Legierungen, keiner so genau!


    Da wirst du recht haben. Aber ich denke man kann schon so weit gehen, dass man Edelstahlschrauben am Moped nicht unbedingt empfehlen sollte..

  • Hallo


    Das mit der Paste beim montieren von Va Schrauben hat auch noch den Hintergrund, das daß festfressen des Gewindes beim anziehen verhindert wird. Allerdings muß bei verwenden von Pasten das Anzugsdrehmoment angepaßt werden, da durch verminderte Reibung im Gewinde ein überdehnen der Schraube bis zum Abriß mit dem Standartdrehmoment möglich ist. Deshalb gibt es von den Herstellern von Schmierpasten für Schrauben Tabellen wie das Anzugsmoment zu verringern ist.

    Gruß


    Bernhard

    Koffein für alle verbietet koffeinfreien Kaffee

  • Ich wollte mit der Klugscheißere nur sagen das man nicht von Edelstählen im allgemeinen reden kann, es kommt drauf an was und wie es genutzt wird...
    Es gibt halt auch Nirosta- Stähle mit hoher Duktilität (nach Fest kommt nicht gleich ab) und guten Korrosionseigenschaften gegnüber anderen Stoffen, IMMER eine Frage der Legierung und der anschließenden Verarbeitung.
    Nen höherer Mo, Ti Anteil in Senseos schrauben wüden ihn glücklich machen und hätte die DB Kollege die Gewinde anoxidieren oder beschichten lassen hättte er sich ordentlich Arbeit erspaart.


    Der Text von KinderTretMobil ist ganz informativ....


    In der Praxis siehts leider oft anders aus, selbst nen Master of engeneering weis Werkstofftechnisch nicht alles und nimmt halt zur Konstruktion die "üblichen Verdächtigen"...
    Wer mischt sich seine Schrauben schon selbst zusammen, bzw bestellt extra Legierte^^


    Wie gesagt, außer für Schutzbleche etc würd ich auch keine edlen Nehmen, außer wir Mischen ne Simsonforumspezieallegierung.... :u_blumenkind:

  • Hi,


    Bei den Seglern ist es nix neues, das Edelstahlschrauben auch in Edelstahlmuttern
    festgehen.
    Abhilfe schafft Wollfett.


    Im Prinzip ist das schon angesprochen worden mit dem Begriff "Paste".





    solong...

  • In OBTampons S51 Thread wurde neulich davon geschrieben, edelstahlschrauben zu vermeiden.


    Ich hab vor einer weile im buamarkt eine neue Schraube für den Kickstarter gekauft, woran seh ich denn ob das eine Edelstahlschraube ist? (außer im Baumarkt nachfragen) ich hab sie ja schon hier. Sie ist silber und oben steht A2-70 THE.


    Und was bedeutet " Im Fahrzeugbau werden eigentlich nur verzinkte ab 8.8 zugelassen."? (8.8? ?( )

    mein ganzes mop hält NUR mit edelstahl zusammen außer achsen und schwingenbolzen und so´n mist...


    MFG Pato :b_wink:


    [edit by Mod] hab den Beitrag hierher verschoben, weil er hier besser in die Diskussion passt als im Kurz gefragt Thread[/edit]

    Einmal editiert, zuletzt von Charles ()

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