Der DDR-Diskutierthread

Willkommen! Melde dich an und mach mit – schreiben, antworten, austauschen.
Jetzt registrieren

  • Ihr dürft in diesem Fred über die DDR diskutieren...
    Natürlich ordentlich und sauber, ohne Krach :b_wink:


    P.S. Ich hab die ersten unpassenden Dinge, die für Provokation sorgen mal rausgelöscht, damit das Ding hier nicht nach hinten los geht... :b_wink:



    MfG Robert.

  • Die DDR, nunja da ich grade mal 22 bin kann ich nix bewusstes darüber berichten. Geboren bin ich in Potsdam, meine Eltern haben direkt nach meiner Geburt den Ausreiseantrag gestellt, und 89 ging es dann mit dem Tatra 603 meines Onkels zum Bahnhof gen Westen. Damals hat noch Niemand an den Mauerfall gedacht, so wurde sich um so intensiver von der Verwandschaft verabschiedet.


    Woran ich mich noch erinnern kann, waren Kaufhallenbesuche, und eine Grenzkontrolle als wir meine Oma besuchten. Ansonsten gibt es rein garnichts zu berichten.


    Einzig die Gründe meiner Eltern warum sie da weg wollten:


    Meine Mutter wurde auf dem Weg zur Arbeit von der Stasi festgehalten und mit aufs Revier genommen, wo mein Vater sie abholen durfte, und mein Vater wurde völlig Grundlos in seiner Jugend inhaftiert.


    Mein Vater wurde 2002 Rehabilitiert.




    mfg Lowrider

    Niveau ist keine Handcreme


    Cadillac, aus Freude am Tanken


    Achtung! Vorm Posts löschen Hirn einschalten!

  • Das ich früher mit 11 Jahren Opa´s Schwalbe zum See gefahren bin. Nur in Badehose, ohne Helm und ohne Schuhe mit ein Seifenbeutel am Spiegel. Mit Volldampf was die Schwalbe hergab, die schmale Strasse die eigentlich Tempo 30 ist. Der ABV mit sein Lada Niva kam mir entgegen machte mir Platz und grüße mich freundlich.
    Das war so geil, aber heute nicht mehr bringbar. War auch ganz schön leichtsinnig, das hätte auch ganz schön in die Hose gehen können.


    Und was auch sehr schön war, ich bin mit Opa´s Fortschritt Gartenfräse (die mit dem Simsonmotor) die war mit einem Mitläufer, sprich eine selbst gebaute Achse mit Sitz,, gefahren. Ich habe damit die großen Wiesen gemäht, Acker umgepflügt und geglättet. Wenn die LPG geerntet hat, durfte man Früher das liegenden gebliebene auflesen. Also habe ich ein HP 500 an den Mitläufer drangehangen, das Stahlprofil auf die Räder gezogen und rauf auf die Felder Kartoffeln und Mais eingesammelt. Was die kleine Fortschritt da weggezogen hat war schon sehr beeindruckend.


    Die Schwalbe, den Fortschritt mit dem Mitläufer habe ich geerbt,, leider ist der Fortschritt und der Mitläufer unvollständig und völlig im A….

    Ohne mich wird allet besser

  • Na dann versuch ich mal, ein paar Gedanken möglichst objektiv hier aufzuschreiben :b_wink:


    Erstmal zu den Grundlagen:


    Als die Mauer fiel, war ich 23 Jahre alt, hab das Ganze als Außenstehender (Wessi) miterlebt aber war dank reichlich Ostverwandschaft des öfteren \"Drüben\".


    Jetzt hab ich den Eindruck, die ehemalige DDR wird heute etwas glorifiziert und die blöden Dinge verdrängt.


    Ich will jetzt garnicht so plakative Dinge wie Todesstreifen und Selbstschußanlagen aufzählen, bleiben wir bei Dingen des täglichen Lebens.


    Erstmal das Thema Arbeitslosigkeit:
    Ja, in der DDR gabs Vollbeschäftigung. Zumindest auf dem Papier. Gab zwar Leute die keine Arbeit hatten, aber halt keine Arbeitslosen :b_wink:
    Wie auch immer, die Zahl der tatsächlichen Arbeitslosen ist heute um ein Vielfaches höher.
    Blos nicht nur auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, das ist im ehemaligen Westen nicht anders. Liegt auch nicht an der Wiedervereinigung, sondern, ohgne jetzt näher drauf eingehen zu wollen, an der weltweiten wirtschaftlichen Situation.
    Na und die Vollbeschäftigung der DDR war ja auch staatlich kontrolliert - und hat richtig Geld gekostet. Geld das immer weniger zur Verfügung stand.
    Ebenfalls nicht bedacht wird oft, das es im geeinten Deutschland überall strukturstarke und schwache Gegenden gibt. Blöderweise zählen weite teile im Osten der Republik zu den schwächeren. Wenn jetzt zB Arbeitslöhne verglichen werden, dann immer der Lohn in zB Sachsen mit dem in Frankfurt, München, Hamburg etc. Auf die Idee die Löhne mit einem strukturschwachen Gebiet im westlichen Teil zu vergleichen, kommt natürlich niemand. Das Ergebnis würde vermutlich nicht so ins Bild passen :b_wink:


    So, kommen wir zu den sozialen Leistungen, damit mein ich jetzt garnbicht Geld (wozu auch bei Vollbeschäftigung), sondern sowas wie Angebote für Kinder und Jugendliche.
    Ja, gabs, vom Umfang her auch Vorbildlich. Die Kehrseiten: Auch das kostete viel Geld und, auch nicht zu unterschätzen, war an fast jede Unternehmung auch eine Erziehung im Sinne der Partei gekoppelt. Gut, mal kann jetzt sagen das das doch egal sei solange es Spass gemacht hat, man könnte aber genauso auch von Gehirnwäsche vom frühestem Kindesalter an reden.


    Dann die Demokratie:
    Ja, die DDR war ein demokratisches Land, hatte freie Wahlen. Blöderweise gabs nur eine Partei die man wählen - besser bestätigen konnte. Öffentliche Meinungsäußerungen gegen diese Partei waren unerwünscht, konnte auch im Knast enden. Wer in der Partei war hatte diverse Vorteile Wohnung, Beruf und das alltägliche Leben betreffend, Parteigegner hatten hingegen ein Problem. \"Raushalten\" war erlaubt, nur konnte man sich damit auch keine Vorteile erhoffen.
    Dinge wie Misstrauensvotum, Bürgerinitiativen und Volksbegehren - undenkbar.


    Dann das Thema Wohnung und Miete:


    Ja, die Mieten waren, selbst am tatsächlichen Einkommen gemessen, sehr niedrig. Nur will heute kein Mensch mehr so wohnen. Die Ansprüche sind einfach gestiegen. Und wie groß so ne Wohnung ist, konnte man sich auch nicht wirklich aussuchen. Antrag stellen und abwarten was einem zugeteilt wurde - so lief das. Na und für ein Ehepaar mit einem Kind gabs dann oft ne Zweiraumwohnung - vorrausgesetzt sie waren auch wirklich verheiratet. Sonst gabs halt 2 kleinere. Na, wirklich so erstrebenswert aus heutiger Sicht? Na und das die heute so verschmähte Platte als modern und erstrebenswert galt - da muß man eigentlich auch nix weiter zu sagen.


    Na und das die DDR als die Mauer fiel, wirtschaftlich am Boden lag ist ebenfalls eine Tatsache. Kann man mutmaßen was aus all der Vollbeschäftigung und den sozialen Leistungen geworden wäre wenn kein Geld mehr da is...


    Chrom

  • sehr guter beitrag von dir chrom...auch wenn ich januar 89 geboren bin und keine erinnerungen mehr an das tägliche leben in der ddr hab :laugh:


    das mit den strukturschwachen gebieten ist aber wirklich so dass es die überall gibt...ich sag nur ruhrpott nachdem stahl un kohle zusammen gebrochen ist


    wobei auch die frage ist wie es in der brd weitergegangen wäre wenn die mauer nicht gefallen wäre weil die war wirtschaftlich im laufe der 80er auch aufm absteigenden ast aber gut das sind dann eh nur spekulationen die keinem etwas bringen weil mans eh nich sagen kann wie wärs gelaufen wenn das un das...


    was die ddr aber sicherlich besser hatte als die brd und auch \"gesamtdeutschland\" heute ist das schulsystem...ein allg. abitur z.b. war wirklich allg und jeder hatte die gleiche prüfung...heute kann man ein abi aus bayern und nrw z.b. nicht so direkt vergleichen deswegen solls ja jetzt auch das \"südabitur\" bestehend aus bayern, ba-wü, hessen, sachsen, R-P, thüringen geben...der grundgedanke kommt einem bekannt vor und vielleicht sieht man mittlerweile ein dass es in der ddr in dieser beziehung garnicht so schlecht war


    ein beispiel..mein vater war 89 mim studium fertig und ging in eine firma nach nrw..gleichzeitig fängt einer von der uni dortmund dort an un der chef meint er zahlt beiden in der probezeit das gleiche weil er die ausbildung meines vaters nicht einschätzen kann...nach der probezeit hatte mein vater, sicherlich nicht nur aufgrund der ausbildung sondern auch persönlicher leistungsbereitschaft, ein höheres gehalt als der aus dortmund...

  • Das is ja das lustige, erst wurde der Osten mit Gewalt platt gemacht und alles als Scheiße abgestempelt. Und heute?


    Zentralabitur, dann die Polykliniken damals...das erlebt heute eine Wiedergeburt als \"Ärztehaus\".


    Oder SERO, heute spriessen überall Wertstoffhöfe wo du für deinen alten Kram sogar Geld bekommst.


    Was auch interessant ist, dass viele Führungskräfte die heutzutage als solche arbeiten, bei der NVA als Fürhrungskraft gedient haben, scheint was dran zu sein an der besseren Ausbildung.


    and so on...



    mfg Lowrider

    Niveau ist keine Handcreme


    Cadillac, aus Freude am Tanken


    Achtung! Vorm Posts löschen Hirn einschalten!

  • Ich kann mich leider nur sehr wenig erinnern, um mir eine wirkliche Meinung bilden zu können...war da gerade mal 5 Jahre alt. Ich hab mich als Kind immer gefreut, wenn am \"Tag der Arbeit\" immer all die schönen roten Flaggen rausgehängt wurden. :biggrin: Daher kann ich alles nur vom Hörensagen der Eltern beurteilen.
    Aufgrund mangelnder Versorgung durch Planwirtschaft und Export gab es nicht viel und wenn, musste man stundenlang am Laden anstehen. Die Überwachung durch das MfS war mit Vorsicht zu genießen. Da mein Vater bei der Volksmarine in Peenemünde stationiert war, kann ich mich nicht erinnern, etwas nicht gehabt zu haben. Wir hatten sogar ne blaue Schwalbe, wo er uns manchmal mitnahm... :hasi: Den Kindergarten empfand ich damals eigentlich als schön. Von ideologischer Erziehung hab ich nichts mitbekommen.


    Und da komm ich wieder zu meinem hassversrprühenden Thema des Kapitalismus, der Marktwirtschaft und der Globalisierung. Jeder versucht heutzutage seine Profitgier zu befriedigen - Die Milchbauern streiken und werden mit Hungerlöhnen bezahlt und gleichzeitig steigt der Milchpreis in Lidl, Edeka und Co. Die Spritpreise und die Preissteigerung bei der Euro-Umstellung ist ein anderes Beispiel. Die Unternehmen können teilweise machen, was sie wollen. Einziger \"Gegner\" sind die Verbraucher. Das Kartellamt unternimmt eh nichts dagegen. Das ideale Wirtschaftssystem wäre Marktwirtschaft mit mehr staatlicher Regulierung (ähnlich in der Planwirtschaft), als wir nun haben.


    Das war jetzt etwas off Topic, musste ich aber mal loswerden.... :lookaround:


    MfG
    Christian

    "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
    (A. Einstein)

  • Naja, teilweise wieder mit Halbwahrheiten schöngeredet :b_wink:


    Erstmal zu den Milchbauern: Greade weil der Verkaufspreis für den Endverbraucher in den großen Ketten ins Uferlose SANK, sind die Bauern auf die Barrikaden gegangen - und nich andersrum.


    Das die Ausbildungen in der DDR schlecht waren, hab ich (und auch viele andere hier) nie behauptet. Sie waren definitiv nur anders (damit ist jetzt nicht nur die schulische Ausbildung gemeint) und damit waren gerade in den 90ern Mitarbeiter nach kapitalistischen Grundregeln erstmal nicht ganz so unproblematisch einsetzbar. Es gab und gibt aber genügend Arbeitgeber, bei denen muß man sich blos bewähren. Gelingt einem das, is es wurscht wo man was gelernt hat.


    Na und gerade Führungskräfte - das ist ein Talent wie Musikalität oder sowas, das hat man oder hats nich. Hatte man das in der DDR, dann natürlich auch heute noch. Das gepaart mit Einsatzbereitschaft und dem Willen immer wieder was neues zu lernen - dann steht der Karriere auch nix mehr im Wege als bei nem genauso talentierten Wessi.


    Abschließend noch was zum \"plattmachen\":
    Es waren die Ossis selber, die ihre ollen Produkte erstmal nicht mehr wollten, lieber bunten Mist aus dem Westen gekauft haben. Dazu kam noch das aufgrund veralteter Produktionsmethoden einige Produkte allein preislich nicht konkurenzfähig waren. Wozu sollte man auch die Effektivität steigern wenn Vollbeschäftigung erklärtes Ziel war. Solange es Funktionierte - ne prima Sache, aber wehe wenn irgendwann nicht mehr, sei es durch den bösen einfallenden Kapitalismus oder schlicht Geldmangel die Nummer aufrecht zu erhalten.


    Ich bin auch absolut nich der Meinung das wirklich alles in und an der DDR schlecht war. Nur hängt an jedem Guten auch immer was schlechtes, damals wie heute. Im Unterschied zum real existierendem Sozialismus funktioniert der Kapitalismus halt - zumindest bis jetzt.
    Das hier auch nicht alles nur prima ist, steht außer Frage.


    Nur wer sich die Mauer zurückwünscht, hat denke ich entweder nicht alles bedacht, oder will gewisse Tatsachen einfach nicht sehen.


    Jetzt ne rein subjektive Mutmaßung:
    Wir bauen wieder ne Mauer, versetzen den Osten wieder in das Jahr 1989 - einige heute 20jährigen die die Mauer wiederhaben möchten würden nach spätesten einer Woche komplett am Rad drehen und wieder raus wollen... :b_wink:


    Chrom

  • hab au nich gesagt dass behauptet wurde dass die ausbildung in der ddr schlecht war hab nur meine meinung dazu gesagt und die ist dass das gesamte schulsystem der ddr besser war auch wenn ich es nie erlebt habe aber ich bekomm ja mit worüber sich meine eltern während meiner schulzeit aufgeregt haben was mich teilweise auch gestört hat und früher anders war


    auch die kita stellen sind heute im osten noch besser als im westen so dass auch die frau ruhigen gewissens ihrer arbeit nachgehen kann und auch für die versorgung nach der schule bei vollzeitbeschäftigten eltern war eher gesorgt als heutzutage..

  • Zitat


    Original von Chrom:
    ...
    Wir bauen wieder ne Mauer, versetzen den Osten wieder in das Jahr 1989 - einige heute 20jährigen die die Mauer wiederhaben möchten würden nach spätesten einer Woche komplett am Rad drehen und wieder raus wollen... :b_wink:


    Chrom



    hey chrom, ick z.b. bin schon n paar tage über 20 und am rad drehen tu ick jetzt grade in diesem system! :b_fluester::b_wink:


    mehr schreub ick jetzt nicht, mein balken is bunt jenuch... :biggrin:

    ALLES WIRD GUT!!
    ...für wen entscheide ich später..


    ...ja, PSYCHO!! :v_dark:


    Zitat Tacharo:

    Beide varianten von Lehmann funktionieren und sind am Einfachsten

    :a_bowing:

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!