Ich wollte einen Spatz und ich hab ihn bekommen. Das es sich um einen Neckermann-Spatz handelt, hab ich dann erst beim Kauf festgestellt. Klingel statt Hupe, Rücklicht ohne Bremslicht. Bis dahin wusste ich nicht mal, das es einen "Neckermann-Spatz" überhaupt gab. Na ja, was soll’s dachte ich. Der ursprüngliche Eigentümer (nicht der Verkäufer) wollte wohl auch mehr aus dem Spatzen machen und hat versucht eine Blinkanlage einzubauen. Damit waren sowohl die Lampenmaske als auch der Lampenhalter versaut. Meine eigenen „metallbauerischen“ Fähigkeiten reichen leider nicht, um diese Löcher wieder zu verschließen. Am Typ-Schild ist nicht erkennbar, daß es ein Neckermann-Modell ist. Also kein N oder S auf dem Typschild, wie ich im Forum an anderer Stelle gelesen hab. Auch der Tacho ist nicht mehr „orischinol“ sondern musste einem von VDO weichen. So war ich dann auch noch auf der Suche nach einem Tacho von MWB. Deshalb wird er jetzt als ganz normaler Spatz wiederaufgebaut. Hier ein paar Bilder vom Zustand beim Kauf.
Inzwischen wurde er komplett zerlegt und gestrahlt grundiert und lackiert. Da ich bereits einen roten Star besitze, habe ich mich beim Spatz für ein dem originalen Maron ähnlich scheinendem Farbton als Grundfarbe entschieden. ( JA ich weiß, daß es beim Doccolor den Originalton zu kaufen gibt, nützt aber nix, wenn man nicht selber lackieren kann und der Lackierer des Vertrauens kein Zutrauen zu fremden Lacken hat.)
Für die fehlenden Blechteile hatte ich bereits lackierten Ersatz gefunden, so daß dem Wiederaufbau erst einmal nicht viel entgegen stand. Interessant beim Zerlegen war, daß den meisten Schrauben nur durch rohe Gewalt bei zu kommen war. Besonders die Schrauben an den Kotflügeln waren nicht geneigt sich mit Rostlöser und Wärmebehandlung von einander trennen zu lassen. So blieb am Ende nur pure, rohe Muskelkraft um sie abzuscheren.
Auch dem Motor war leider nicht mehr wirklich zu helfen. Nach geschätzt über 45 Jahren mit festgegangenem Motor half auch viel Zuneigung nicht, ihn wieder zu einer einfachen Bewegung zu überreden. Jetzt ist er beim Fachmann und der will sich um ihn kümmern. Im Austausch dafür konnte ich einen frisch regenerierten Motor bei ihm erstehen.
Der Zeitraum von über 45 Jahren ergibt sich übrigens aus der einfachen Tatsache, daß das letzte Versicherungsschild von 1978 am Moped darauf schließen lässt, daß das Fahrzeug danach nicht mehr lange am Straßenverkehr teilgenommen hat.
Inzwischen ist er wieder zusammengebaut. Stoßdämpfer und Auspuffanlage wurden auch erneuert sowie eine Vape eingebaut und da er ja keinen abnehmbaren Zündschlüssel hat, auch einen, unter der Sitzbank im Werkzeugfach, befestigten Ausschalter als versteckte Wegfahrsperre.
Jetzt warte ich eigentlich nur auf wärmeres Wetter, um auch mal auf der Strasse vor der Werkstatt eine kurze Testfahrt zu unternehmen.
Hier noch ein paar Bilder vom Endergebnis