Außerdem ist mir aufgefallen, dass das Polrad nicht ganz rund läuft. Es lässt sich fast die ganze Umdrehung leichtgängig, wie kugelgelagert drehen, an einem Punkt jedoch tritt ein kleiner Widerstand auf, sodass man mehr Kraft aufwenden muss, um es weiterzudrehen. Ist das normal? Was kann ich jetzt als nächstes prüfen?
Wenn bei diesem Test die Zündkerze eingeschraubt ist, dann ist dieser Widerstand normal (Moment der Kompression). Es sollte jedoch mehr als ein kleiner Widerstand sein. Ein geübter Schrauber kann an diser Stelle beurteilen wie gut die Kompression im Zylinder ist. War jedoch bei deinem Test die Zündkerze rausgeschraubt, dann ist der Widerstand alles andere als normal.
Zitat
(Der Unterbrecher beginnt sich zu öffnen, wenn die Markierung auf dem Polrad die auf Grundplatte und Gehäuse passiert)
Das klingt erstmal danach, dass alles in Ordnung wäre: Aber der Punkt an dem der Unterbrecher öffnet muss genausten stimmen! Also nicht kurz dannach und auch nicht kurz davor. Will dir nicht unterstellen, dass du nachlässig arbeitest, aber als Anfänger hat man vlt nicht den richtigen blick dafür. Also bitte nicht falsch verstehen. Du kannst den Öffnungsmoment auch bestimmen indem du ein dünnes Etwas (dünn Fühlerlehre <0,05mm; Alufolie; Zigarettenpapier) in den geschlossenen Unterbrecher klemmst und solange Polrad drehst bis du dieses Etwas mit leichterem Widerstand (als im geschlossenen Zustand des Unterbrechers) herausziehen kannst. da ist dann der Moment der Öffnung. Dann kontrollierst du auch gleich noch ob der Unterbrecher im Maximum genau 0,4mm öffnet.
Dann kannst du mal an die Schwungscheibe packen und versuchen daran zu in allen Richtungen wackeln. Wenn du dabei Spiel feststellst, hast du ein Problem --> Motorregeneration. Sogar ein "bischen Spiel" kann dafür sorgen der Motor nichmehr will. Dann brauchst du auch nicht zwingend weiter nach Fehlern suchen, sondern solltest die Regenerations-DLer kontaktieren.
Ferner kann eine verölte Grundplatte (bzw ein verölter Unterbrecher) auch die Funktion der Zündung beeinträchtigen. In diesen Fall kannst du großzügig mit Bremsenreiniger draufhalten um die Grundplatte/den Unterbrecher, zu entölen. Danach ist es wichtig die ganze Sache trocknen zu lassen um anschließend den Unterbrecherfilz wieder mit etwas möglichst dickflüssigem Öl zu tränken (es gibt dafür spezielles Unterbrecheröl, sehr zu empfehlen). Im selben Zusammenhang sollten auch mal die Kontaktflächen des Unterbrechers gereinigt werden (Nagelfeile von der Freundin, oder feines Sandpapier). Danach ist es aber ggf. nötig denn ZZP und die maximale Öffnung des Unterbrechers nachzustellen.
All die beschriebenen Arbeiten sind möglich ohne das Polrad zu demontieren. und sind weniger Reperaturen, sondern ehr Wartungsarbeiten! Jedoch würde eine verölte Grundplatte darauf hinweisen, dass der Kurbelwellensimmering undicht ist. Das kann dann auch dazu führen das der Motor durch den undichten Simmerring Falschluft zieht und damit die Gemischzusammensetzung nicht mehr stimmt. Auch die Vorverdichtung wird beeinträchtig. Um den SR zu wechseln musst du dann das Polrad demontieren. Auch zum Kondensatorwechsel, gerne mal kaputt, muss das Polrad weg.
Also früher oder Später muss das Polrad mal runter. Also solltest du dir einen Abzieher und ein Halteband besorgen. Unterbrecherzündungfahrer haben auch immer ein paar Unterbrecher und Kondensatoren auf Lager. Diese sind Euroware und solltest du dann gleich mitbestellen.
Edit: Da unerwarteter weise eine Unterbrecherzündung verbaut ist, solltest du auch mal kontrollieren ob die richtige Zündspule verbaut ist (12V muss auf dem boden stehen)