Moin moin, die S50N (BJ 1980) von Vaddern läuft nicht richtig. 16N1-8 Vergaser auf M53 Motor. Alles Original.
Stand jetzt ca. 3 Jahre, vorher lief sie tiptop.
Die Symptome sind: springt nicht gut an, erst nach mehrmals kicken. Läuft dann ein bisschen, Standgas hält sie gut und nimmt bis etwas mehr als Halbgas auch gut in der Drehzahl zu. So wie ich mehr als halb Gas gebe, kommt dieses dumpfe Röhren und die Drehzahl geht runter, fängt sich aber bei ca. Standgasdrehzahl wieder und bleibt dann da. Lass ich Gas wieder los, geht sie fast aus. TL-Nadel umhängen zeigt keinen Unterschied.
Starker, stinkender weißer Rauch, schwarze abgesoffene Zündkerze, bis gestern bei Vollgas ständige Fehlzündungen. Hab heute die Unterbrecherkontakte gereinigt und ZZP mit Messuhr gecheckt (immernoch 1,5mm vor OT), seitdem immerhin keine Fehlzündungen mehr. Das Problem mit dem Vollgas bleibt.
Im Standgas geht sie auch teilweise einfach so aus, ohne vorher zu stottern oder so.
Springt dann auch erst wieder an, wenn ich die Kerze rausnehme, mit Bremsenreiniger "trockne" und paar mal durchkurbel. Dann ist es auch alles zwischen "springt beim ersten Kick an" und "braucht 5-6 Versuche".
Sie geht zuverlässig aus, wenn ich im Stand den Startvergaser betätige. Sprit kommt ausreichend nach.
Kompression ist gut da, Kreuzschliff ist zwar nicht mehr zu sehen, aber der Kolben und die Ringe (und Nuten) sehen super aus. Nur ein paar schwarze Stellen am Auslass, keine Riefen oder unnormale Schleifspuren. Ist noch das Nullmaß und bisher 9.100km gelaufen (+-200km, der Tachomitnehmer am Ritzel ist mir mal so halb weggebogen).
Was ich bisher gemacht habe: Kolbenbolzen und Nadellager getauscht (dürfte eigentlich nichts mit dem schlechten Lauf zu tun haben, das Nadellager hatte sich aber zerlegt und richtig in den alten Bolzen eingearbeitet... ihr könnt euch vielleicht das Rasseln vorstellen), Vergaser grundgereinigt, später neuen Vergaser eingebaut (den natürlich auch vor Einbau gecheckt und eingestellt), Zündung gecheckt (Unterbrecher öffnet nach wie vor 1,5mm vor OT mit Messuhr, 0,4mm weit), Unterbrecherkontakte gereinigt, Zündkerze getauscht, Öl abgelassen (roch nicht! nach Benzin, war aber relativ dunkel und hatte etwas Metallabrieb drin - letzter Ölwechsel war vor der Standzeit, es kamen auch in etwa die 500ml raus), vor der Standzeit den Zündkondensator erneuert (lief danach super), alle Anschlüsse an der Zündspule gecheckt, Zündkabel und -stecker gecheckt (Funke ist durchgehend schön blau und regelmäßig), Halbmond ist noch frisch, Luftfilter und der ganze Ansaugtrakt sind sauber... das einzige was ich noch nicht gecheckt habe ist, ob der Auspuff frei ist, aber da kommt ja gut was raus.
Ich steh' echt auf'm Schlauch. Das einzige was mir jetzt noch einfällt sind die Kurbelwellensimmerringe (wegen des weißen Rauchs und der tiefschwarzen Kerze), aber selbst mit abgelassenem Öl die gleichen Probleme. Oder der erneuerte Kondensator ist schon wieder Fratze, sie springt nämlich kaum noch an, wenn sie einmal standwarm ist.
Aber wieso säuft die Kerze dann ständig ab? Schwimmerstand habe ich X Mal gecheckt, der stimmt und das Ventil schließt auch (Senfglasmethode und mit Mund durchpusten). Den Vergaser schließe ich spätestens nach dem Tausch als Problem aus. Die Bowdenzüge sind allesamt leichtgängig und der Gasgriff springt von selbst wieder zurück. "Choke"- und Gaszug haben auch gut 1-2mm Spiel.
Vaddern meint der Motor wurde mal gemacht - mag ja sein, auf Zündungsseite ist jedenfalls ein schwarzer TGL Dichtring verbaut und überall Papierdichtungen. Den linken Kurbelwellendichtring sieht man ja nicht, wegen des Lagers davor. Zündungsseitig kam auch etwas Öl raus, also 100% dicht ist das alles auch nicht mehr. Kupplung und Primär sehen aber super aus, sehr gut ausgeglichen usw - deswegen vermute ich, dass sie vielleicht kurz nach der Wende mal überholt wurde und nichts gepfuscht wurde. Sie lief ja auch vor der Standzeit super, bin damit täglich zur Arbeit gefahren und hab oft Ausfahrten gemacht.