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Sd50 Albatros Neuaufbau mit Specials

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      Sd50 Albatros Neuaufbau mit Specials

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      Hallo,
      ich wollte einen kurzen Beitrag posten vom Neuaufbau einer SD50.
      Und auch, um mal wieder was von mir lesen zu lassen.
      Ein guter Bekannter hat sie vor 2 Jahren in einem schlechten Zustand gekauft. In jedem System befanden sich Mängel:
      - veränderter Kabelbaum
      - fehlende Begrenzungslichter
      - abgefahrene Reifen
      - verschlissene Bremsen, Motor und Getriebe
      - siffende Telegabel
      - Rost,... etc.
      Leider habe ich kein Bild vom gekauften Zustand.

      Das Dreirad wurde im ersten Jahr so weit repariert, dass es wieder Verkehrssicher war.
      Nachdem der Besitzer noch einige KM abspulte, gab zu guterletzt der Motor auf. Schalten ging nicht und der Motor hatte im selben Atemzug keine Leistung mehr. Es hörte sich an, als ob im gesamten Getriebe alles lose umherflog (trotzalledem brachte sie uns mit ach und krach im dritten Gang bis nach Hause...).
      Wieso uns?! Ist ja eigendlich ein Einsitzer. Zwischendurch wurde Sie auf die große Sitzbank umgebaut und beim TÜV erfolgreich vorgestellt.
      Als der Motor letztes Jahr im Spätsommer nun das Letzte von sich gab, wurde das Gefährt genauer kontrolliert (als vom TÜV).
      Hierbei stellte sich heraus, dass der Heckrahmen stellenweise durchrostet war. Laaange Risse zogen sich, bis hin zu den wichtigen Haltepunkten.
      Zurückzuführen war dies auf den Rost, der sich in den Rohrrahmen gefressen hat und die Wandstärke bestimmter Stellen auf die "Stärke" von Alufolie brachte. "Oh Schreck...!"

      Da es sich um relativ seltenen Schrott handelt und der Besitzer auf dieses skuriele Gefährt steht... empfahl ich ihm, die SD komplett zu erneuern.
      Dazu wurde sie zerlegt.

      Als Erstes musste der Rahmen repariert werden, ohne dem gehts ja eh nicht weiter.
      Ich wollte dies nicht allein machen. Daher zog ich ihn mit ran, damit er sein Fahrzeug auch mal kennenlernt (Besitzer technisch gering bewandert), ließ ich ihm zuerst den Rahmen blank schleifen. Somit konnten wir alle Fehlerstellen ersehen.
      Als ich den blanken Rahmen wieder bekam, fragte ich mich insgeheim. "Worauf habe ich mich da wieder eingelassen? ".
      Gerissene Schweißnähte gab es nämlich auch noch...

      Nach ewigen Stunden (ich rede von mehreren normalen Arbeitstagen) Schleif- und Schweißarbeit meinerseits, waren alle fehlerhaften Nähte durch neue ersetzt und die Löcher wieder zu. Das war ein saumäßiger Aufwand.Der Rahmen war ebenfalls von Innen rostig und das Material stellenweise sehr dünn, was zum durchfallen führte. Also die geschweisste Stelle wieder wegschleifen und nochmals nachschweissen...immer und immer wieder.
      Da ich dem Ganzen nicht viel Stabilität zumutete, vorallem was das Rohr anging wo der Heckrahmen zum Frontrahmen angeschraubt wird, besorgte ich aus dem Stahlbaubedarf ein Rohr, mit größeren Durchmesser und dickerer Wandstärke.
      Dieses halbierte ich der Länge nach, sodass es wie eine 2. Schale über das originale Rahmenrohr passte. Danach wurde es mit Schraubzwingen positioniert. Mit kleinen Heftschweißungen Stück für Stück befestigt und anschließend verschweißt.
      Als das fertig war, wurden die Nähte verschliffen, damit optisch wenig von der Reperatur zu sehen ist............was willste sonst machen?
      Nachdem rostige Kniebleche u.ä. durch Neue ersetzt wurden, ging alles zum Lackierer.
      Der hat alles Sandstrahlen dürfen, um den Teilen anschließend ein helles grün zu verleihen. Nun schimmerte ein kleines Licht am Ende des Tunnels.

      Der Besitzer hat überwiegend alles allein zerlegt. Bis auf ein paar Kleingeiten wie z.B. die hintere Achse mit Differential.
      Dann habe ich ihn das Fahrgestell wieder zusammenschrauben lassen und half ihm nur, wenn 2 Personen zum halten nötig waren.
      Schlussendlich klappte das auch nahezu reibungslos. Während er zusammenbaute, habe ich die Gabel erneuert: Simmerringe, Federn und neues Öl taten der Luftpumpe recht gut.Gabel mit neuen Lagerschalen und Lagern haben wir zusammen an das Gestell gebaut.

      Einige Wochen vergingen... man hat ja auch noch ein anderes Leben, als das in der Garage.
      Als ich wiederkam, stand das Gefährt wieder auf Rädern. Er hatte die Kunstoffwanne umgearbeitet, damit die lange Sitzbank platz findet und einen Deckel dafür angefertigt. Die Sitzbank bezog er mit grünen und weissem Leder (sowas kann er gut). Schutzbleche und neue Lichter wurden angebaut.

      Nun war ich wieder an der Reihe.

      Als er mir nun zum 3. Mal in den Arsch treten musste (Asche über mein Haupt, aber die Sache mit dem Rahmen hat sich in mein Gedächnis gebrannt wie ein glühender Gussstempel auf einen Kuharsch), ich den Aluklotz aufschrauben.
      Es war eine 60ccm Zylindergarnitur mit gebrochenem Kolben verbaut. Wo das ausgebrochene Stück hin ist, weiß nur der Teufel.
      Es nahm wahrscheinlich den Weg durch die ÜS durch den Brennraum zum Auslass und liegt heute noch im versifften Auspuff. Die Arbeit danach zu suchen erspare ich mir, denn ein neuer Auspuff liegt schon bereit.
      Da wir keinen 60ccm Zylinder verbauen wollten, schenkte ich ihm einen Zylinder aus meinem Lager. Den musste er bei Motoreninstandsetzer Datow in Magdeburg schleifen lassen. Der Schliff war wie immer und auch nicht anders zu erwarten: Erstklassig!
      Nachdem die Kanalkanten fein säuberlich entgratet und überstehendes Aluin den Kanälen entfernt wurde (Stichwort:Fertigungstoleranzen) , war die Zylindergarnitur fertig zum Einbau.
      Das Getriebe war auch fertig...fix und fertig. Das kleine Lager in der rechten Motorhälfte existierte praktisch nicht mehr. Nur der äußere Lagerring war glücklicherweise noch im Lagersitz.

      Kurzer Rückblick: Dieser Motor hat uns noch gut 10km vom ersten Scheppern an nach Hause gebracht!

      Kupplungskorb mit Zahnrad, diverse Kleinteile und ein Dicht- und Lagersatz wurden neu bestellt. Der Motor wurde scheinbar schonmal "erneuert". Das war daran zu erkennen, dass eine Ausgleichsscheibe fehlte und alle anderen Lager an sich im guten Zustand befanden. Das kleine Lager zu wechseln war dem Vorbesitzer scheinbar zu viel des Guten... Falls derjenige das jemals ließt, DANKE DAFÜR!

      Ok... alles kein Hexenwerk. Alles neu gelagert, alle vorgegebenen Toleranzen mittels passenden Ausgleichsscheiben angepasst und der Aluklotz war wieder ein Motor. Nebenbei hatte der Besitzer den Bing gereinigt und mit Neuteilen bestückt.
      Eine Hochzeit stand an, aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben.

      Voller Euphorie bauten wir den Motor ins Gestell, stöpselten alle nötigen Kabel an, um einen Zündfunke erzeugen zu können und traten den Motor an.
      Hä? Was ...das kann nicht sein... 1. Tritt ins Leere... 2. Tritt ins Leere wie peinlich... . Inzwischen waren 2 weitere gute Bekannte angekommen, die beim erwecken des Ungetüm dabei sein wollten. Die Euphorie verflog innerhalb weniger Sekunden und schlug um in viele schlechte Gefühle um. Was konnte das nur sein? Ich hab peinlichst genau drauf geachtet, alles richtig einzubauen?!
      Da die Sonne am untergehen war (im wahrsten Sinne des Wortes!), entschloss ich mich für den Abbruch und packte zusammen. Jetzt weiter zu machen erschien mir zu stressig. Was bei der Problemlokalisation noch mehr Fehler verursachen könnte.
      Im Laufe der darauffolgenden Woche zerbrach ich mir den Kopf, wo der Fehler liegen könnte. Ich war mir sicher, nichts falsch eingebaut zu haben.

      Plötzlich die Erleuchtung!

      Beim zerlegen des Motors, war die Kickstarterfeder um 1.5 Umdrehungen verdreht. Anstatt den üblichen 180°, um sie zu spannen. Die Feder war also müde. Eine neue Feder muss her! Kein Problem wir hatten noch eine in diversen Teilespendern. Also haben wir den Motor wieder ausgebaut und die Feder getauscht. Dieses Wochenende wollen wir den Motor wieder einbauen und ihn zum ersten Mal knattern hören.

      Schönes Wochenende euch allen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von „DeadSky63ccm“ ()

      Tolle Geschichte, dein Engagement finde ich gut. SD50 sind bei weitem eine bessere Wertanlage als ein Duo.

      Am letzten Wochenende habe ich hier auf dem örtlichen Teilemarkt einen durchgegammelten Albatros gesehen, für den der Besitzer noch 2500 Euro haben wollte. :a_zzblirre:

      MfG
      Christian
      "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
      (A. Einstein)

      2500€ sind auf jeden fall viel zu viel.

      Die SD50 als Wertanlage zu haben ist ein schöner Nebeneffekt aber in erster Linie findet der Besitzer dieses Fahrzeug einfach toll. Solchen Leuten Hilft man gerne

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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „DeadSky63ccm“ ()

      Ich fühle mit Dir :i_troest: da ich selbst gerade in der Endphfahse einer SD50 Restauration bin.Neben den Rost fand ich die Ersatzteilbeschaffung als Größte Herausforderung.
      Aber das Ding fährt sich einfach Geil.Wir haben jetzt 5 Stück am Stammtisch das macht es etwas leichter sich mit Teilen zu helfen.Bin schon auf Deine Bilder gespannt.

      Neue Bilder

      Hallo, heute haben wir den Motor wieder eingebaut nachdem ich eine neue Kickstarterfeder und Mitnehmerritzel (heißt das so?), eingebaut habe.

      Der Motor läuft seidenweich vom Klang her was nicht zuletzt an den fein entgrateten Kanälen im zylinder liegt :)
      Kein scheppern, klingeln oder rasseln.




      Video

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      Nun, seinen Farbvorschlag fand ich anfangs und eine ganze Weile danach auch nicht gut, da ich auch eher auf rote Fahrzeuge stehe. Meine Beeinflussungsversuche sind alle samt zum Glück fehlgeschlagen Iich hätte mir nicht verzeihen können, wenn ihn meine Farbe, an seiner Albatros nicht gefallen hätte! Aber wenn man, seine eigene Wunschvostellung ausser acht lässt, um auch anderen Eindrücken eine Chance zu lassen, hab ich mich einfach drauf eingelassen und muss sagen, das es nicht schlecht aussieht.

      Es ist ein frisches grün und das weiß verleiht etwas modernes. Denn ein Oldtimer ist dieses Fahrzeug nicht(auch wenn vieles 1900-schlagmichtod entwickelt wurde wie: Bremsen,Motor etc) BJ.99 oder gar 2000????...Ich weiß es nicht mehr genau aus dem Kopf. Jedefalls ist sie beudeutent jünger als viele andere Simsons.

      Lange Rede kurzer Sinn: ,,Mir gefällt es inzwischen sehr!" .

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „DeadSky63ccm“ ()

      Die Farbkombination ist gewöhnungsbedürftig und für meinen Geschmack etwas zu knallig, aber es ist sauber gemacht und sieht wieder schick aus. Das ist die Hauptsache! ;)

      MfG
      Christian
      "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
      (A. Einstein)

      Verbaut wurde ein S70 Primär und ein 18er ritzel. Der Motor hat einen standart 60km/h Zylinder sowie ein standart 60km/h Auspuff (der evtl noch umgebaut wird)

      Ich fand die originale Übersetzung der SD50 viiieeel zu kurz, was nicht zuletzt auf die kleinen Räder und dem großen Kettenrad an der Hinterradachse zurückzuführen war. Der Motor tat mir leid im 4.Gang bei Vollgas nun schafft sie, wie jede andere Simson vor der Wende ihre 60km/h bei einer angenehmeren Drehzahl.

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