Mein erstes Jahr Simson

    • Mein erstes Jahr Simson

      So mein erstes Jahr Simson nährt sich allmählich dem Ende.

      Zum Fahrzeug:
      -Modell/Typ: Simson S51 B2-4
      -Baujahr: 1985
      -Besonderheiten/Sonstiges: Nabentacho; Bing-Vergaser; kleinen, aber originalen DDR Tacho

      Anfang Februar 2019 begann es.
      Ab jetzt war es meine Simson. Gültiges Versicherungskennzeichen war auch noch dran.
      Abholen wollte ich sie auf eigener Achse. Nur leider hatte ich mich zu blöd zum Anfahren angestellt. Mehrmals abgewürgt. Bisher war ich nur den Automatikroller meines Vaters gewöhnt. Also angefangen heim zu schieben (gleicher Ort). Auf dem Heimweg hatte ich das Anfahren dann nochmal probiert und es hatte geklappt. Also gleich noch bis zur nächsten Ortschaft und zurück. Dabei hatte ich eine defekte Tachobeleuchtung festgestellt. Nicht weiter schlimm, ist ja nur ne Glühbirne.
      Also bin ich in den nächsten Tagen immer wieder gefahren und habe es geübt. Anfahren und schalten kannte ich bisher nur vom Auto und Traktor.
      Keine zwei Wochen nachdem ich sie gekauft hatte stellte ich während der Fahrt fest, dass die Blinker dauerhaft leuchten, beim Blinken. Geschaut woran es liegt. Mist! Blinkgeber defekt. War so ein elektronischer. Den hatte ich vorsichtig mal auf gemacht, defekt war er ja eh schon, roch etwas elektronisch verbrannt. Also neuen bestellt. Kichstartergummi und Halteriemen für Sozius habe ich gleich mitbestellt.
      Danach hatte ich erstmal Ruhe. Ich hatte mir nur ein paar Seitengepäckträger bestellt und montiert. Habe ich bisher nicht bereut.

      Irgendwann hatte dann der Schlauch im Hinterrad angefangen mich zu ärgern. 2x geflickt und beim dritten mal durch einen neuen Schlauch ersetzt, der der zuvor montierte zu groß war und sich in Abständen von einigen hundert Kilometern immer an der Stelle, an der er Überlappt aufgescheuert hatte und dadurch Luft verlor. Zum Glück immer über Nacht.
      Dazwischen hatte dann angefangen der Tacho mich zu ärgern. Immer wieder auf Null gefallen. Immer nach Unebenheiten und Schlaglöchern. Bei einer der nächsten hatte er dann meist wieder funktioniert. Erst hatte ich den Tacho im Verdacht. Leider zeigte der neue Tacho die selben Probleme nur nicht so extrem. Also noch neuen Nabentachoantrieb besorgt. Das war leider immer noch nicht des Rätsels Lösung. Mittlerweile hatte ich endlich kapiert, erst den Benzinhahn aufzumachen, dann einige Sekunden zu warten und dann erst mit geöffneten Startvergaser ankicken. Dann läuft sie auch auf den zweiten Kick.

      Mittlerweile war es Anfang Juni.

      Hier kam dann für mich der Supergau.
      Ich hatte einen Unfall mit meiner geliebten Simme. Mir war bis auf kurzes Nasenbluten, blau Flecken und überdehnte Handgelenke zum Glück nichts passiert. Nach 2h Stunden Krankenhaus war ich wieder zu Hause.
      Die Simme war nun erstmal nicht mehr fahrbereit.
      Nach einigen Tagen begann ich mit dem Wiederaufbau. Hauptrahmen, vorderes Schutzblech, Lenkkopflager, Krümmer, der montierte Nachbautacho und obere Gabelbrücke waren zerstört. Den alten DDR Tacho hatte ich wieder zum laufen gebracht. Im Inneren hatte sich nur eine Metallnase gelockert. Dadurch konnte die Schnecke, die den Kilometerzähler antreibt unten aus der Führung hüpfen.Des weiteren hatte es mich anscheinend beim Aufprall so stark gegen den Tank gedrückt, dass sich die Schraube aus dem Gewinde im Obergurt rausgerissen ist, dieser dadurch zu Boden fiel und Dellen bekommen hat. Dieser hält momentan nur mit einer nur mit einer längeren Schraube und einer Mutter von unten.
      Weiß jemand wie man das am besten wieder richtet, ohne den Obergurt zu tauschen. Mir geht es nämlich so auf den Kecks.

      Also erstmal alles zerlegt und Teile bestellt. Nachdem die Teile da waren begann der Wiederaufbau. Dieser zog sich dann über mehre Wochen(enden). Kaum fertig. Verlor der rechte Holm der Telegabel Öl. Kurze Testfahrt ob alles soweit in Ordnung ist, hatte ich trotzdem noch gemacht. Also Telegabel zerlegt und geschaut was alles defekt ist. Dabei festgestellt, dass 3,7er Feder (gemessen) verbaut sind. Also da nicht mehr defekt war, nur neue Dichtungen und neues Öl besorgt.

      Vorerst hatte ich erstmal wieder einige hundert Kilometer Ruhe. Ca. 15 Kilometer von zu Hause entfernt ging sie aus, nachdem ich ganz kurz anhalten musste und sprang nur ganz kurz wieder an. Bordwerkzeug hatte ich dabei, allerdings passte der Zündkerzenschlüssel nicht auf die Zündkerze. Dieser hatte an der Innenseite noch einen Grad. Nach weiteren erfolglosen Versuchen sie an zu kicken oder anschieben, hatte ich mich schiebend auf dem Heimweg gemacht. Nach einigen hundert Metern hatte ich es noch mal probiert die Simme an zu kicken. Glück gehabt läuft wieder. Gas hängt aber leicht, also auf dem kürzesten und schnellsten Weg heim. Ich hatte es gerade so geschafft. Auf den Letzten hundert Metern hängte dann das Gas in der hohen Drehzahl. Zündung aus und gar rollen lassen.
      Natürlich hatte ich mir beim zerlegen, nach dem Unfall nicht gemerkt, wo die Bowdenzüge für Choke und Gas lang gehen. Diese hatte ich damals durch das rechte Loch in die oberen Gabelbrücke gefähtelt. Ich hoffe das ist so richtig?
      Diese hatte ich dann sicherheitshalber wieder dort raus und so runterhängen lassen. Desweiteren hatte ich den Gasschieber auf Leichtgängigkeit geprüft und sicherheitshalber eingeölt. Mit hängendem Gas hatte ich seitdem keine Probleme mehr. War das Zufall oder hat jemand noch eine andere Vermutung voran es gelegen haben könnte?

      Leider hatte ich als das Simsontreffen in Suhl war bei der Getreideernte helfen müssen. Schade.
      Dafür bin ich einige Wochen später mit der Simme nach Suhl gefahren. Hier tauchten dann neue Probleme auf. Der Smartphoneakku gab leider früher den Geist auf als gedacht. Dass hieß Zwangspause zum laden über meine Powerpank. Während der Fahrt konnte ich nicht landen, da zu dieser Zeit mein Ladekabel nicht richtig in der Anschlussbuchse hielt. Das Problem hatte ich einige Wochen später beheben. Es hatte sich etwas viel Schmutz in der Ladebuchse angesammelt.
      Wenige Kilometer vorm Ziel das nächste Problem. Der Tacho ging wieder mal nicht. Diesmal hatte sich allerdings die Mutter der Steckachse gelockert und der Nabentachoantrieb hatte sich mitgedreht. Dies hatte ich an der nächsten Gelegenheit an der ich anhalten konnte festgestellt. Tachoantrieb ausgerichtet und Mutter wieder festgezogen. Kurzer Funktionstest. Glück gehabt. Nichts weiter ist kaputt gegangen.

      An den alten Werksgelände von Simson angekommen habe ich mir den Simsonersatzteilladen inkl. kleiner Simsonausstellung angesehen, Smartphone wieder nachgeladen und Mittagspause gemacht, Fahrzeug nachgedankt und ein paar Erinnerungsfotos gemacht. Im Anschluss hatte ich mich wieder auf den Heimweg gemacht. Unterwegs war natürlich der Akku wieder leer.

      20 Kilometer von zu Hause entfernt hatte der Tacho wieder den Geist aufgegeben. Diesmal war nicht der Antrieb schuld. Zuhause stellte ich fest die Magnetscheibe im Inneren ist schwergängig. Diese war auch nicht mehr leichtgängig zu machen. Also wurde die aus dem zerstörten Nachbbautacho eingebaut. Dies hat zum Glück keine Problem gemacht. Seitdem geht der Tacho GPS-genau. Geschwindigkeit liegt auf der Ebenen, bei Windstille, bei etwa 62/63 Kmh. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 50km pro Stunde konnte ich in der Zwischenzeit ermitteln. Den Verbrauch hatte ich ebenfalls mal ermittelt. Dieser liegt bei Vollgas bei etwa 2,85l auf 100km. Das Navi hatte es auch geschafft mich auf eine Kraftfahrstraße zu lotsen. Diese war zum Glück wenig befahren und auf unter 100km/h beschränkt.

      Danach hatte ich erstmal wieder Ruhe. Bis auf das auf einmal der 1. Gang beim Anfahren wieder rausspringt. Ich dachte das wäre nur eine Einstellungssache. Damit habe ich es erstmal auf die lange Bank geschoben.

      Mittlerweile hatte ich mich um die vordere Bremse gekümmert. Diese ging trotz Bremsbacken mit neuwertigem Profil nicht richtig, trotz voller Auflagefläche. Man konnte das Fahrzeug mit gezogener Bremse ohne Mühe schieben. Verschiedene Einstellungen brachten keinen Erfolg gebracht.
      Mal ne Frage noch nebenbei. Wie messe ich das Funktionsmaß eines Bowdenzuges?
      Der Plastikbremshebel bog sich meiner Meinung nach zu starkt durch. Also wurden Kupplungs- und Handbremshebel, durch eine Version aus Aluminium getauscht. Dies brachte einen Teilerfolg. Dies war mir aber immer noch zu wenig, deshalb hatte ich die teueren von EBC ausprobiert. Diese bremsen bei Welten besser. Schieben ist jetzt nicht mehr möglich. Ich meine sogar viel fehlt nicht mehr zum blockieren des Rades während der Fahrt. Die Bremsklötze hatte ich grob angepasst. Der Rest wird sich gar einbremsen. Einige Monate später hatte ich den alten, fast abgefahrenen Reifen ersetzt.
      Wer IFA fährt, fährt nie verkehrt, weil IFA immer richtig fährt.
    • Sorry ich muss den Text auf zwei mal aufteilen, da er sonst zu lang ist.

      Hier der zweite Teil:

      Ca. drei Wochen vor Weihnachten wollte ich dann mal endlich den Gummi an der Kickstarterwelle tauschen, da am Kupplungshebel andauernd ein Öltropfen hing. Dies hatte ich auch schon auf die lange Bank geschoben. Nachdem Öffnen des Kupplugsdeckels kam die Schnurfeder zum zum Vorschein. Von dieser hatte ich erstmal gehört, wusste aber nicht wo diese genau hingehört. Also Google befragen.
      Mist! Um diese zu tauschen muss der Motor gespalten werden. Nach langen hin und her, und weil mein Vater meinte das kann man selber machen, wurde der Motor in Eigenarbeit mit der Hilfe eines Youtubevideos regeneriert. Also eine Trennvorrichtung im Mittleren Preissegment und einen Polradabzieher, ebenfalls zu den benötigten Teilen besorgt. Heißt auch für mich das ist nicht die letzte Simson.
      Beim Zerlegen des Motors kamen die DDR-Lager, ein schwarzer Wellendichtring und rote Dichtungen zum Vorschein. Daher gehe ich davon aus, dass der Motor zuvor noch nie geöffnet war. Lediglich die Zylinderganitur wurder erneuert. Sehe ich das so richtitg?
      Danch wurde die Simme Tag für Tag wieder zusammengebaut. Der Rest am 1. Weihnachtsfeiertag. Zündung wieder eingestellt, nachdem die Markierungen nicht gestimmt haben. Kurzer Testlauf. Am Nachfolgenden Tag wurden Testfahrten unternommen. Leider war seitdem entweder das Wetter zu schlecht oder ich hatte keine Zeit zum fahren. Zündkerze ist seitdem auch dunkler. Zuvor war sie fast schon etwas zu hell. Heißt aber auch sie hat irgendwo Nebenluft gezogen.


      Edit: Was mir gerade noch einfällt. Als die größte Sommerhitze vorbei war und wieder Temperaturen um die 25 Grad C waren und ich gefahren bin, musste ich nach ca. 10km runterschalten, da sie nicht mehr höher drehen wollte und sonst ausgegangen wäre. Dies ist mir nicht direkt aufgefallen, da es leicht bergauf ging. Da habe ich mir nicht gleich was gedacht. Erst als ich merkte, dass ich im ersten Gang bin. Dies zog sich über mehrere hundert Meter. Danach ist sie ausgegangen. Zum Glück ging es dann bergab und ich konnte mich an den Straßenrand rollen lassen. Schuld war die Zündkerze. Meiner Meinung nach, sahen die Kontakte zusammengeschmolzen aus und nicht verkokt. Ersatzzündkerze rein und sie lief wieder. Zündkerze hatte ich danach sauber gemacht. Das Stück dazwischen war sehr hart und nur mit einem Schraubendreher rauszubekommen. Mit dieser lief sie danach auch wieder ohne Probleme. Mir wurde aber gesagt die wäre verschlissen, deshalb habe ich sie ausgemustert.
      Zu mageres Gemisch oder def. Zündkerze?


      Ich hoffe mir kann der ein oder andere noch Tipps geben und meine Fragen im Text beantworten.
      Wer IFA fährt, fährt nie verkehrt, weil IFA immer richtig fährt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 4orCATs ()


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