Beiträge von IPv6

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das am Öl liegt.
    Immerhin ist es ein Öl, das für den Einsatz "in thermisch hoch belasteten" Motoren gedacht ist, für "Ausgezeichnete Schmierwirkung bei extremen Betriebsbedingungen".
    Der LT60 RESO ist ja viel, aber kein thermisch hoch belasteter Motor mit extremen Betriebsbedingungen.
    Ein Blick in das Datenblatt verrät einen Flammpunkt von 270 °C, es hat somit in einem solchen Motor absolut null Chancen halbwegs sauber mitzuverbrennen. Dementsprechend hoch sind die Rückstände, wenn das Öl so halbwegs verdampft und leicht mitkokelt.


    Die meist höhere Rauchentwicklung bei solchen Ölen im Vergleich zu einem Standartöl kommt auch nicht daher, dass mehr Öl und weniger Schnickschnack beigemischt ist, sondern daher, dass das Öl nicht sauber verbrennen kann.
    Wenn das Öl im Brennraum angekommen ist, hat es seine Hauptaufgabe schon längst erledigt. Da immer frisches, kühles Öl nachkommt, sollte die Flammtemperatur nicht viel höher liegen als die Betriebstemperatur.
    Es gibt kein bestes Öl, nur das beste Öl für einen gewissen Anwendungsfall. Wer Öle mit extrem hohem Flammpunkt in einem sehr zahmen Motor (dazu zählt wohl auch der LT60 RESO) fährt braucht sich über Ablagerungen an der Kerze, im Auspuff und über hohe Rauchentwicklung nicht zu wundern. Für die Schmierung hat es jedenfalls keine Vorteile.

    Naja, grundsätzlich ist die Idee ja nicht verkehrt. Das Gemisch ist im Ansaugtrakt schon leicht verdichtet, gelangt also auch unter höherem Druck in das Kurbelwellengehäuse und somit landet auch mehr Luft im Brennraum.
    Aber für die Verbrennung wird blöderweise auch Benzin benötigt.
    Durch die verdichtete Luft im Ansaugtrakt funktioniert das Prinzip des Vergasers nicht mehr richtig, es wird weniger Sprit aus der Schwimmerkammer nach oben gesaugt und die Strömungsgeschwindigkeit im Vergaser nimmt im Verhältniss zur Luftmenge ab.
    Das System macht also nichts anderes, als per Knopfdruck das Gemisch stark abzumagern. Mit Einspritzer, Lambasonde und Luftmassenmesser erweitert ist die Idee aber gar nicht mal so blöd - wenn es jetzt noch ein gescheites Gebläse wäre und nicht so ein Billigding zum Luftmatratzen aufpumpen.


    Das ist sowieso noch ein Traum von mir, der aber vermutlich aufgrund des Aufwands nie umgesetzt wird:
    Ein Simsonmotor mir Direkteinspritzung, externem Spülgebläse und Schleuderschmierung.
    Kleine technische Schwierigkeiten gibt es lediglich im Bereich der Einspritzung, der Spülung per Gebläse (oder bei ausreichend Drehzahl per Abgasturbolader), der Schmierung und des Zylinders, der komplett anders gestaltet sein müsste. Quasi bei Allem.
    Aber es wäre dann ein Zweitakter ohne Spülverluste, ohne Gemischschmierung, mit effizienter und variabler Gemischbildung und mit der Möglichkeit zur Aufladung bis zur gewissen Grenze.

    Dann auch hier meine Bewertung:
    In allen Bereichen super zufrieden!
    Eigentlich wollte ich lediglich mein Gehäuse aufgespindelt haben (im Nachhinein etwas kurzsichtig von mir gedacht), Tommy hat mir dann nahegelegt, es gleich "richtig" zu machen, so wurde es dann quasi ein Komplettmotor inkl. Zylinder von Hohner. Die Beratung vorneweg war sehr ausführlich und geduldig, alle Fragen wurden sachlich und nachvollziehbar beantwortet.
    Die Arbeiten an sich wurden zeitnah erledigt, auf Anfragen wurde immer zügig geantwortet, insgesamt ein reibungsloser Ablauf.
    Der Motor ist inzwischen eingebaut und läuft wie erwartet, und ganz wichtig: Der Service endet nicht mit der Auslieferung, auch hinterher wird bei der Abstimmung und anderen Problemchen weitergeholfen!
    Die Preise wurden auch stets nachvollziehbar aufgelistet, man weiß vorher genau, was auf einen zukommt und an welchen Ecken es eventuell noch teurer werden könnte.
    Insgesamt könnten sich, auf wenn das nicht direkt vergleichbar ist, die großen Tuner eine dicke Scheibe von diesem Service abschneiden!

    Ich möchte nur klarstellen, dass ein Moped zwar theoretisch legal 72 km/h fahren darf, dies aber praktisch nicht kann ohne Maßnahmen durchzuführen, die zum Erlöschen der ABE führen. Bei 70 km/h fährt die originale Simson mit 7500 U/min, da liegen beim Stinozylinder bloß noch 2 kW an. Das reicht physikalisch nie im Leben um 70 km/h zu halten.


    Das bedeutet zum einen, dass wenn ein Verkäufer eine optimierte Simson anbietet, die angeblich nicht getunet ist und dennoch 70 km/h, dass man lieber die Finger davon lassen sollte bzw. sich im klaren darüber ist, dass es höchstwahrscheinlich illegal ist.


    Zum Anderen eben, dass es nicht legal ist irgendwelche Veränderungen durchzuführen und dem Gutachter dann zu sagen "Läuft doch nur 72 km/h, ich weiß nicht was Sie haben." Bauliche Veränderung ist beuliche Veränderung.

    Ich finde es immernoch missverständlich, denn mich würde mal interessieren mit welchen Optimierungen man eine komplett originales Moped auf 72 km/h bringen kann.
    Mein neu aufgebautes Moped mit regeneriertem Motor, geschliffenem DDR Zylinder und neuen Antriebsteilen (Kette, Ritzel,.) lief auf der Geraden genau 63 km/h. Da hat keine Bremse geschliffen, der Vergaser und die Zündung waren präzise eingestellt, die Kettenspannung war genau richtig und so weiter.
    Daher halte ich jede Aussage, dass ein optimiertes Moped locker 70 km/h schafft, für falsch.


    Deine Aussage lässt sich leicht so deuten, dass 72 km/h absolut legal sind solange man nur "optimiert". Und als Optimierung werden oft Maßnahmen verstanden, die zum Erlöschen der ABE führen.

    Was aber nicht heißt, dass bis zu 72 km/h bearbeitet werden darf!
    Sollte irgendwas an den wesentlichen Bauteilen geändert werden ist die ABE erloschen, fertig.
    Ob das nur minimal veränderte Steuerzeiten sind oder gleich ein 85ccm Zylinder ist völlig egal.
    "Optimieren" wird schnell zu "Verändern".
    Ein Moped im originalen Zustand läuft keine 72 km/h, zumindest keine ehrliche. Meistens ist bei guten 60 Schluss, was ja auch so gedacht war.


    Und einem 50iger, der tatsächlich 80 läuft, die Bearbeitung nachzuweisen, ist für jeden, der nur ein bisschen Ahnung hat absolut kein Problem. Da muss schon einiges geändert werden.


    In der Praxis guckt kein Polizist unter den Zylinderkopf, misst die Buchse und lässt dich weiterfahren wenn es 50ccm sind. Wenn es einen Verdacht gibt (du fährst mit kreischendem Motor mit 80 vor der Polizei her) oder wenn du einen Unfall verursacht hast kommt das Moped zum Sachverständiger. Und der findet all deine Veränderungen im Schlaf.


    Es ist absoluter Unsinn wegen 5 km/h mehr seine Betriebserlaubniss zu riskieren, was sind schon 5 km/h, auch wenn es nur leichte Veränderungen sind. Das geht in der Regel alles gut, beim Unfall musst du aber den Kopf hinhalten.
    Dann lieber gleich richtig machen, 85ccm drauf und die Geschichte vom TÜV eintragen lassen. Absolut legal, sieht immernoch wie eine S51 aus und man kann völlig ohne schlechtes Gewissen fahren. Ein paar hundert Euro sollte man dann aber bereit sein auszugeben. Im Zweifelsfall immernoch günstiger als ohne Versicherungsschutz jemand in den Rollstuhl gebracht zu haben.