Hoher Verschleiß des Zweitakters

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  • Mir kam gerade eine Frage, die ich mir so auf die Schnelle nicht beantworten konnte.
    Woran liegt es, dass ein Zweitaktzylinder, speziell der einer Simson, alle paar 10.000km geschliffen werden möchte und eine Laufgarnitur in einem Viertakter meistens über 100.000km mitmacht?
    Sind es die höheren Drehzahlen? Kann ich mir kaum vorstellen, die 125er Viertakter drehen teils auch über 8000.
    Ist es die schlechtere Schmierung?
    Oder die höhere thermische Belastung?
    Oder liegt es an den Simsonzylindern selbt, sprich an der Kombination Alukolben und Graugussbuchse? Sind die Zylinder der gängen Viertakter alle beschichtet?


    Grüße!

  • Zum einen liegt es an dem Kleinen Motor, der seine Leistung aus der Drehzahl holt.
    Dann an den Materialien, die Graugussbuchse verschleißt nurmal, der Kolben natürlich auch.
    DDR Garnituren halten bekanntlich auch deutlich länger als Almot Zylinder, da die Almot Zylinder eine nicht so beständige Laufbuchse haben.


    Nach wie vielen Kilometern muss denn ein Trabi geschliffen werden?


    Heutige Motoren haben eine hochfeste NiCaSil Beschichtung, diese verschleißt deutlich weniger.


    Wenn du dir aber die Reisschüsseln anguckst, da ist ein Zylinder auch auch nach 10000 Platt.
    Die haben auch nur Grauguss Zylinder und Alu Kolben.
    Hochwertige Roller (Peugeot, Yamaha) haben sicher auch bessere Zylinder verbaut und haben auch höhere Laufleistungen.



    Wie es mit den Verschleiß bei 4t China Roller aussieht kann ich nicht sagen, aber die fallen nach 10000km auch auseinander :D

  • Ich denke mal das ist auf mehrer Faktoren zurückzuführen.


    1. Hat man eine Gussbuchse, die im Gegensatz zu heutigen Erzeugnissen nicht beschichtet ist(gibt schon Ausnahmen:LT60-Reso). Somit tritt schonmal ein höhrer Verschleiß auf. DDR-Zylinder haben aufgrund ihrer ziemlich guten und harten Laufbuchse nochmal eine deutlich höhere lebensdauer als beispielsweise Almot-Zylinder mit ihrem weichen Lamellengraphit. Ist aber auch so von Letzteren gewollt, Stichwort "geplante Obsoleszenz" (imperialistische Verarsche).
    2. Die Kolbenringe, vor allem noch die aus Guss, werden durch die Kanalöffnungen zwangsläufig im Zweitakter stärker beansprucht, als im Viertakter.
    3. Der Ölfilm im 2T steht nicht unter Druck bzw. wird nicht mit Druck verteilt wie im 4T.
    4. ?


    MfG

    Einmal editiert, zuletzt von Falko1 ()

  • Wenn ich mir vom Kumpel die 350er RD anschaue, sehe ich ein tolles Motörchen, das nun schon über 60000 km runter hat, da klappert nix. Zum einen spielen bei der Haltbarkeit die verwendeten Materialien und zum anderen auch die Fertigungstoleranzen eine wesentliche Rolle. Nicht zu verachten ist auch der Hubraum , Zylinderanzahl und die Bauweise der Motoren. Es gibt ja auch 2 takter die nur Überstromkanäle bzw. nen Auslasskanal haben. Einlass wird über z.b. Kurbelgehäuseansaugung realisiert. Schon werden die Ringe und der Kolben mehr geschont.

  • Dankeschön!
    Das klingt alles sehr einleuchtend und logisch.
    Also sind es wie ich mir fast gedacht habe mehr die Materialien als das Prinzip des Zweitakters (bis auf den Verschleiß der Kolbenringe durch die Kanäle). Immerhin es beim Zweitakter, zumindest beim luftgekühlten Simsonzylinder, ziemlich einfach den Zylinder zum schleifen abzunehmen.

  • Auch ein Simson-Zylinder wird mit den besten Materialien keine 40 Tkm halten. Das liegt an der Belastung des Zylinderchens und an der Größe des Hubraumes. 50ccm Schnapsglas haben eine Leistung von ca. 4 PS, 1600ccm im Auto haben eine Leistung von 75PS. Das macht ein Leistungsausbeute von ca. 0,08 PS/ccm zu 0,04 PS/ccm. Demzufolge hat der 50ccm Zweittakter eine doppelt so hohe Leistungsausbeute wie ein Automotor. Bei neueren Motoren ist die Leistungsausbeute/ccm schon wieder höher. Die Belastung der Kolben im Automotor wird auf mind. 3 Zylinder verteilt, die Drehzahl ist niedriger, beim Diesel sogar noch weniger.


    MfG
    Christian

    "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
    (A. Einstein)

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