S51 Umbau auf Vorderradschwinge von Star/KR51

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  • Danke Tilo,
    immer her mit den alten Berichten, Dokus, Anleitungen etc ...
    Und auch sonst immer schön deinen Ausführungen zu lauschen, äh lesen!


    Anmerken möchte ich noch, dass ich mich wundere, dass du dein Ross eingewintert hast. Ich dachte du wärst Ganzjahresfahrer!?
    Entsinne ich mich nicht Recht, dass du letztes Jahr durch Schneestürme zu einer Baude o.ä. fuhrst???

  • Kilometerstand: 12 316


    Noamde.


    Schade. Außer dieser verblassenden Erinnerung in einem alten Buch entsinnt sich also niemand dieser Erfindung...


    Dein Erinnerungsvermögen trog Dich nicht, Rennkölner, da fuhr ich tatsächlich ins Gebirg, doch schlicht weil es mich, dies möge man mir verzeihen, ein wenig jokelte das Tor zum Garten der Jugend wieder ein wenig aufzustoßen. Prinzipiell bin ich ein Ganzjahresfahrer, doch nur wenn es unumgänglich ist. Als ich heut spätnacht gegen sieben Uhr bibbernd mit meinen Kindern zum Wagen ging, um sie zum Bahnhof zu fahren, schob der dick vermummte Steppke einer anderen Mietpartei seine S51 gerade aus dem Schuppen und ich dachte so bei mir: "Na, in Deiner Haut mag ich jetzt nicht stecken...".


    Winterfest gemacht bedeutet bei einer Vapesimson ja gar nüscht, ich muß mich ja nun gottseidank nicht mehr um diesen blöden Bleisammler kümmern. Der Tank ist gut voll, damit es nicht rostet, aber ansonsten pflege ich nichts zu machen. Ich habe sie noch nicht einmal abgekärchert (abgehochdruckreinigt? - wie auch immer, sonst die einzige Pflege, die ich meinem Rosse angedeihen lasse: in der Selbstwaschkammer der Tankstelle Motor und Vergaser schön mit Felgenreiniger einnebeln, dann das Programm mit heißem Seifenwasser und abschließend Glanzspülen mit entkalktem Wasser - da ich Glanz an der Karre sowieso nicht mag und eine Mattbeschichtung besitze, entspricht das exakt meinen Ansprüchen an die Fahrzeugpflege) und der Dreck vom vorigen Photo ist auch noch drauf. Vielleicht schützt er ja ein bißchen vor dem aggresiven Eis-Salz-Kältegemisch, wenn ich doch einmal fahren muß. Langer Rede kurzer Sinn: Ich kann jederzeit losdüsen!


    Jaja die Baude. Da wir dieses Jahr leider ein wenig pauperisierten, steht unser Aufenthalt dort zum Jahreswechsel noch in den kalten klaren Sternen eisiger Winternächte. Vielleicht ergibt sich noch etwas - w.w.s. - wir werden sehen. Wenn ja und wenn mich das Wetter jokeln macht und ich die Kamera nicht vergesse, dann folgt hier auch ein neuer Abenteuerreport, versprochen!


    Übrigens erfuhr ich heute, daß es nächste Woche tauen soll. Und ratet mal, woran ich als erstes dachte?
    Und nun, passend zum Thema Winterfahren, kommt die Werbung.


    Tilo

  • Ahoi Tilo,
    erstens: Ich denke das die Soziusfahrer in dem Film auch Helme tragen, liegt einzig und allein an der politischen Korrektheit, mit der heutzutage Filme gedreht werden.
    Auch wenn früher keiner einen Helm getragen hat, soll heutzutage bloß niemand daran erinnert werden, dass das früher möglich war, und das im schlimmsten Fall nochmal selbst wiederholen.
    Genauso wird auch in Filmen nicht mehr bzw. sehr viel weniger geraucht usw.


    zweitens: Da wären wir wieder bei den Frauen, Judith erzählte mir vor einiger Zeit von ihren Fahrten auf dem Moped in den Kindergarten. Da hat sie wohl sowas getragen und ich hab mich immer gewundert wozu das gut sein soll und wie das in echt aussieht. Ich werde den Bericht also meiner Frau zustecken und auf nähere Informationen hoffen!
    Gruß Marko

    Buchholz 69ers

  • Also, jetzt hier heiße aktuelle Infos über diesen DDR Gesichtsschutz. Judith hatte immer das Ding im Anhang auf, damit es im Gesicht nicht so zieht. Hat funktioniert, wurde nur nie bei Regen getestet. Sieht zwar doch etwas anders aus, als der Staudruckhelm aber bringt wohl einen ähnlichen Erfolg. Bis vor einigen Jahrzehnten lag so ein Ding auch noch bei Judith im Kinderzimmer und ich werde mal auf die Suche gehen, ob das noch auffindbar ist.

  • Kilometerstand: 12 316


    Tautropfende Grüße.


    Ja, es taut bei uns und fast der ganze Schnee ist schon weg. Ich weiß zwar nicht, wozu das vor Heiligabend gut sein soll, aber der große Wolkenschieber hat sich dabei bestimmt etwas gedacht. Bloß mir offenbarte sich noch kein Grund, die Simson aus dem Schuppen zu holen. Nun ja, ich influenze ein wenig vor mich hin und mein kleiner Sohn hat die Windpocken, so daß er aussieht wie Krätzeluigi aus dem Film "Der große Bluff" mit Anthony Quinn und Adriano Celentano. Also gucken wir aus dem Fenster oder alte Filme.


    Tja die Filme. Danke, Marko, für Deinen Beitrag. So habe ich das noch nie gesehen, aber ich dachte darüber nach. Und Du hast Recht. (Wobei "Ballon" dahingehend eine Ausnahme darstellt, daß in diesem Film derartig viel geraucht wird, daß man sich wundert, daß es die Jungpioniere noch nicht tun - also durchweg glaubhaft; der Film ist ja auch pyramidial! Da wir gerade von Pionieren reden, dachten alle daran? Am 13. Dezember war Pioniergeburtstag und die ABC-Schützen des Septembers dürfen nun erstmalig ihr blaues Halstuch umbinden und die bescheuerte orange Mütze in die Ecke werfen!)


    Aber wenn wir an dieser Stelle weiterdenken, begeben wir uns auf dünnes Eis über grundloser Tiefe. Nur soviel: Es ist weniger die politische Korrektheit der Heutigen, so etwas könnte man noch als simple Dummheit verbuchen; es ist das schädliche Spiel einer Meinungselite, die gewesene Geschichte im Sinne einer politischen Umerziehung heutiger und kommender Generationen umzuschreiben. Wer sich, tiefer als ein Guido Knopp erlaubt, mit der Geschichte befaßt, stößt schnell an einen Rubikon und muß sich entscheiden, weiterzugehen oder umzudrehen. Und aus Angst wenden sich die Meisten hier ab und wollen wieder glauben, was ihnen die Qualitätsmedien auftischen. Alle kennen George Orwells Dystopie, aber niemand sieht, das diese GERADE JETZT Wirklichkeit wird...


    Ende der ernsten Zwischentöne. Die Narren haben heiter zu sein und wenn das Volk satt ist, denkt es nicht. Steck doch mal den Kopf ins Klo, immer heiter, immer froh, wie der Mops im Paletot... (Oder so ähnlich.) Und wenn draußen die Welt im Chaos versinkt, dann müssen wir etwas für die Seele tun. So auch unser heutiges Schmankerl aus dem alten Buch. Für gelangweilte Schnelleser ist es nur ein Fachartikel über Gespannmaschinen, also eher ein peripheres Thema einer Simsonseite. Aber ich empfehle, mal den ganzen technischen Hekuba wegzulassen, und es bleibt übrig, eine wunderbar geschriebene Liebeserklärung an das Motorradfahren (und da schließe ich uns Simsonrocker mal ein).


    Ich hoffe, es erwärmt Euer Herz.
    Tilo

  • Mein seeliger vater ist bei den Pfadfindern ausgetreten als die an die HJ angegliedert wurden. Das kann ich mit Stolz sagen. Ein gewisser Obrigkeitswiderstand ist vererbt.

    Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen

  • Kilometerstand: 12 316


    Nasse Vorweihnachtsgrüße.


    Mein Großvater trat damals aus Protest aus der S.A. aus, als einer seiner Freunde ins K.Z. kam. Das ging alles. Wahrscheinlich war der Staat gar nicht so diktatorisch, wie man uns heute weismachen will...


    Der Schnee ist weg. Die ganze Oberlausitz ersäuft in einem ergiebigen Dauerregen. Und das ist gut so, denn der Herbst war viel, viel zu trocken. Und die alte Schwengelpumpe draußen in den Wäldern, auf meinem Rittergut, kratzt nur an der Grundwasserschicht und fällt in heißen Sommern schon Ende Juli, Anfang August trocken. Da freue ich mich jedes Regentropfens, der jetzt fällt, muß ich doch im Sommer nicht so viel Wasser rausschleppen...


    Danke Marko, für die Bilder Deines interessanten Fundstückes. Wenn man es so trägt, wie Du es vorschlägst, dann hat das beinahe den Aufbau des Staudruckhelms, ich mag aber bezweifeln, daß es sicher funktioniert, denn dieses Teil schließt an seinem Übergang zum Gesicht bestimmt nicht hundertprozentig ab. Doch, und so verstand ich den Artikel, funktioniert der Staudruckhelm nur, wenn es unten und hinten sicher zu ist. (Gut, die gingen bei der Vorstellung vom Motorradfahren aus; bei der gemütlicheren Simson kann ich mir schon vorstellen, daß es hilft.) Aber der Verortung wegen, noch eine Frage: Ich vermute mal, es ist ein Westprodukt, aber etwa welchen Herstellungsjahrzentes? Solltest Du noch weitere Interna dahingehend ausgraben, bin ich nach wie vor neugierig!


    Ich war jetzt wieder im Kino. Ein Film über uns. Ich meine, über die leicht debile Liebe scheinbar erwachsener Männer zu kleinvolumigen Zweiradfortbewegungsmitteln: "25 km/h". Aber leider habe ich nicht viel zu erzählen. Bjarne Mädels Zündapp fand ich richtig schick, aber das andere Ding war brothäßlich und nur ein besseres Fahrrad. Im letzten Filmdrittel fuhren die Protagonisten zwar durch Mitteldeutschland, aber eine kleine Nebenrolle für eine Simson (oder einen ihrer ausnahmslos liebenswerten Fahrer) einzubauen, dazu langte das Bühdscheh leider nicht mehr. Ich freute mich sehr, die außergewöhnlich schöne Schauspielerin Alexandra Maria Lara wiederzusehen, doch leider nur in einer kleinen Nebenrolle. Trotzdem war es ein nettes Filmchen, über alte Säcke etwa meines Kalibers, und obwohl er gegen Ende hin immer lauer wurde, lautet das Tiloprädikat: "geht schon - man muß nicht panisch aus dem Lichtspielhause rennen". Der niedlichste Gag war: "Du sag mal, müssen wir wirklich jede Blödheit machen, die wir uns mit fünfzehn vorgenommen haben?" Antwort: "Doch!".


    Ein saudummer Filmfehler gegen Anfang regte mich allerdings heftig auf: Die Bimmeln sind ja wohl astreine Zweitakter und sie standen knapp dreißig Jahre in einer zugemüllten Abseite herum. Trotzdem schieben die beiden Protagonisten sie heraus, trampeln mehr oder weniger kurz aufs Pedal, lassen sich eine Auffahrt hinunterrollen und die Kisten springen tatsächlich sofort an, kein Vergaser ist verölt und sogar ausreichend Luft ist noch drauf. Also dieser Drehbuchschreiber ist, und da mag ich meine Hand ins Feuer legen, in seiner Jugend Maienblüte nur Fahrrad gefahren, der Langweiler! Was ich hingegen richtig gut fand, war, daß die beiden Nasen den ganzen Film über konsequent keinen Helm trugen. Herrlich anarchoaltmodisch!


    So. Zum Abschluß heute ein kleines Histörchen aus unserer noch nicht begonnenen Reihe "Hurra Deutschland":
    Heiligabend steht vor der Tür. Mein Sohn ist siebeneinhalb Jahre und hat die Neigung, alles auseinanderzunehmen, auch Dinge, die nicht auseinanderzunehmen gehen. Selbige haben somit eine kurze Halbwertszeit. Nun wünscht er sich ein neues Taschenmesser, da sein altes einszweidrei Tage nach seinem Geburtstag im Sommer nur noch in nutzlosen Einzelteilen aufzufinden war. Nun mied mein Weib, in der Absicht Geld zu sparen, die teuren Fachverkaufsgeschäfte in der Innenstadt und wandte sich an der Peripherie an einen dieser allerorten anzutreffenden Billigmärkte wie "Pfennigbombe" oder "Preisfuchser" oder wattet da allet jiebt. Doch fand sie dort keinerlei Taschenmesser und frug darob eine dortens weilende Fachverkäuferin. Diese schlug die Hände über den Kopf zusammen und sagte: "Ogottogottogott - die fallen doch unter das Waffengesetz und wir dürfen so etwas ja gar nicht verkaufen!" So weit, so doof. Nun wollte sich mein Weib bekümmert abwenden, da hatte diese Einzelhandelsleuchte noch eine Idee, die allem den Boden ausschlug: "Ach wissense, dann nehmse doch 'n Kattermesser, die sinn gannz billig!" Enstsetzt floh mein Weib des Ladens...


    (Passend dazu ein Literaturzitat: „Der Hauptunterschied zwischen etwas, was möglicherweise kaputtgehen könnte, und etwas, was unmöglich kaputtgehen kann, besteht darin, daß sich bei allem, was unmöglich kaputtgehen kann, falls es doch kaputtgeht, normalerweise herausstellt, daß es unmöglich zerlegt oder repariert werden kann.“ Douglas Adams: „Per Anhalter durch die Galaxis“)


    Falls wir uns bis Heiligabend nicht mehr lesen, dann wünsche ich Euch ein gesegnetes Fest und daß der Rupperch uns allen eine Simson unter den Baum legen (na, besser stellen) möge.
    Tilo

  • Mal ne Frage so nebenbei und back to Topic
    Gabel nu drinne inne S51 oder ist das hier nen Laberfred geworden über die vergangene Zeit diverser User und dessen Vorfahren der letzten 80 Jahre??

    Nun da sich der Vorhang der Nacht von der Bühne hebt kann das Spiel beginnen, das uns vom Drama einer Kultur berichtet

  • Auch wenn es vielleicht geschickter gewesen wäre, diesen superben schwadronier Fred vom Umbau Fred getrennt als eigenständiges Thema zu führen.
    Aber egal, ich lese hier jedenfalls gerne.
    Tilos Fred ist eine echte Bereicherung für das Forum. Und dass er in letzter Zeit noch die alten Zeitschrift Artikel hochlädt, ist auch spitze. Das musste jetzt einfach mal gesagt werden.

  • Also der Staudruckhelm To Go ist auf jeden Fall ein DDR-Produkt. Wie gesagt wurde damit 1987 durchs Erzgebirge gedüst. Du hast recht, je besser der hinten geschlossen ist, desto besser sollte er funktionieren. Wenn ich über die Feiertage mal zu meinen Schwiegereltern komme, werde ich danach mal suchen und wenn ich es gefunden habe auch mal testen. Zumindest hat Judith erzählt, das es bei ihr sehr gut funktioniert hat.

    Buchholz 69ers

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