DUO 4 - geht aus beim ausrollen

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  • Endlich ein neuer Vergaser, ein rostfreier Tank und nen neuer Benzinschlauch, aber jetzt bin ich mit folgender Problematik am "kämpfen":


    Wenn ich mit meinem DUO 4 (Motor/Getriebe original) auf eine Ampel zurolle oder aus anderen Gründen anhalten will, geht die gute aus. Laut Handbuch sollte ich jedoch in jedem Gang bis zum Stillstand bremsen können... Im Leerlauf hält sie das Standgas problemlos.
    Wenn mir einer weiter helfen kann - ich wäre dankbar :)



    MfG Jan

  • Wenn dein Standgas richtig eingestellt ist solltest du im Stand (bei laufendem Motor) problemlos alle Gänge einlegen können. Dabei muß das Fahrzeug absolut ruhig stehen bleiben. Also keinen kleinen Ruck machen! Ist das Standgas zu hoch, kannst du nicht sauber einen Gang einlegen. Im Leerlauf/Leergang muß die Drehzahl gut am Gas hängen. Ganz wichtig ist ein sauberes, zügiges senken der Drehzahl bei geschlossenem Gasschieber.
    Also exakt eingestellte Zündung u. richtig eingestellter Vergaser sind eine Voraussetzung.
    Als Getriebeöl ist HLP 36 vorgeschrieben. Die Einfüllmenge ist 0,5L.
    Die Kupplung wird, wie folgt, über die seitliche Öffnung eingestellt. Gewindestift M 6 bis auf Druckpunkt einschrauben, dannach eine viertel Umdrehung zurück drehen u. in dieser Stellung durch Gewindestift M 4 sichern.


    mfG Jason

  • HLP 46 ist vorgeschrieben - das entspricht der DDR-Spezifikation "36" am ehesten.


    Die Kupplungs-Einstellung beeinflusst nur, wie der Schalthebel die Kupplung aufdrückt. Fliehkraftautomat ebenso wie Schubbetrieb-Schließer lassen sich damit nicht beeinflussen.


    Wenn beim Runterbremsen die Kupplung nicht kurz vor dem Stillstand öffnet, dann klemmt entweder ein Fliehgewicht (falsches Öl?), oder der Mechanismus ganz oben an der Glocke (Querbolzen in Schrägbahn) funktioniert nicht. Das wieder könnte an klemmendem Querbolzen liegen, an falscher Vorspannung der Drehfeder unter der Glocke, oder schon wieder am falschen Öl.

  • Neues Öl ist drinne... der 5. Baumarkt hatte es endlich :) Und ich werde es erst einmal mit niedrigerem Standgas versuchen - und berichten.

  • @ Auxburger
    Ich muß schon sagen, deine Ausführung über die "Halbautomatik" hat mich sehr erstaunt. Hut ab :thumbup:
    Ich habe mich längere Zeit nicht mehr damit befasst. Ich mußte erst mal in meinen originalen Unterlagen (Simson-Kleikrafträder, Ausgabe 1971) nachschlagen. Bei deiner Fehlerdiagnose würde, meiner Meinung nach, schon beim Einlegen eines Ganges die Kupplung evl. nicht genügend trennen.
    Würde also ein sauberes Anfahren nicht ermöglichen.


    Jason

  • Danke :)


    Beim Schalten wird die Kupplung zwangsgetrennt, durch den Mechanismus im Deckel über den einen Druckstift in der Welle. Da kann ansonsten klemmen was will, das geht immer - außer es ist zuviel Spiel eingestellt, oder im Deckel sind die losen Kugeln aus dem Mechanismus herausgefallen.


    Aber das haben wir ja alles hier nicht, es öffnet wohl der Fliehkraft-Automat nicht. Es ist möglich, dass das nur am zu hohen Standgas liegt ... aber dazu muss das schon ordentlich zu hoch sein.

  • Dann ist's immer noch zu hoch. Das Problem dabei: Der Vergaser 16N1 hat prinzipbedingt immer Streuung im Standgas, von einer Ampel zur nächsten, weil die Schrägfläche des Gasschieberanschlags schon nach kurzer Zeit Krater bekommt. Je mehr Verschleiß hier ist - und das geht leider schnell, gehärtete Schraubenspitze gegen Zinkguss - umso zufälliger wird das Standgas.


    Auch wenn das gleich wieder die sabbelnde Stammtischmeute anziehen wird: Denk mal drüber nach, den Vergaser durch einen 16N3-11 zu ersetzen. Der macht Standgas durch einen Seitenkanal, nicht unter dem Hauptschieber durch, und so bekommt man ein wesentlich vorhersagbareres Standgas hin. Es kann dann auch niedriger eingestellt werden, ohne dass es "selten" doch wieder daneben ist.

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