Umbau einer Schwalbe auf einem GS60-Elektromotor

Willkommen! Melde dich an und mach mit – schreiben, antworten, austauschen.
Jetzt registrieren

  • Update:


    Mechanisch ist alles erst einmal so weit. Jetzt geht es an die Elektrik.


    Als Material und Werkzeug nehme ich das hier:


    SOMELINE Crimpzangen Set, 24 Arten [0,25-2,5mm²] Flachsteckhülsen Set mit Abisolierzange, Flachsteckhülsenzange, Spade Steckverbinder Krimpzange, Crimp Zange, Crimpwerkzeug, Crimp Tool, Presszange : Amazon.de: Baumarkt


    Für meinen Bedarf ist dieses Set gut geeignet. Mein Eindruck von Qualität des Materials und des Werkzeugs ist wirklich gut. Klar geht es sicher irgendwo auch billiger, aber möglicherweise auch qualitativ viel schlechter. Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht ist die Sortierung. Von den Teilen die ich am häufigsten brauche sind mir zu wenige drin, dafür aber viele Exoten, die ich eher selten brauche.


    Für die Verdrahtung als Übersicht finde ich Listen immer hilfreich. Der beste Freund des Ingenieurs ist eben Excel ;)


    Deshalb habe ich mal den Schaltplan als Liste in der Anlage zusammengefasst


    Noch eine kleine Impression meines Projektes. Ich fand das Bild der Schwalbe auf der Terrasse im dunkeln nice.

  • UpDate: Heute habe ich Elektrik gemacht. Dafür habe ich die 12V-Versorgung, die später von der GS60 kommt, über eine Sicherung von einer Batterie eingespeist. Es war im Moment nur ein 50%-Erfolg,
    - Hupe ok

    - Blinker links ok

    - Scheinwerfer fast ok, Auf- und Abblenden ging zwar, aber an der Lampe kommen nur ca. 9V von den 12V des Akkus an! Das muss ich genauer ansehen!

    - Parklicht ging noch nicht? Muss ich mir auch noch einmal ansehen.

    - Rückleuchte war noch nicht dran.

    Es wird, wenn auch langsam.


    Die Leerganganzeige hat ja jetzt keine Funktion mehr. Das Signal der Bremse passt da eigentlich ganz gut hin. Als Kontrolle für den Bremskontakt, der ja auch den Antrieb deaktiviert.


    Irgendwo hatte ich gelesen, dass TÜV/Dekra bei solchen Umbauten sich auch ansehen ob die Kabel ordentlich fixiert sind. Macht ja prinzipiell auch Sinn. Ich habe mir deshalb gleich noch passende Kabelbinder geordert. Bei dem Preis des Umbaukit sollte man an solchen Cent-Positionen definitiv nicht sparen.

    2 Mal editiert, zuletzt von MHJ ()

  • Ich hab' den Accubrella Ladewächter jetzt auch da, ich war einfach zu neugierig.


    Das mit dem Anlernen gefiel mir auch nicht und alles andere klang nach der Anleitung etwas kompliziert. Aber, ich hatte ein sehr nettes Telefonat mit dem Verkäufer und alles geht auch ganz einfach, Du kannst einen Leistungswert manuell vorgeben.

    Hier mal die Schritte:
    * Adpater in die Steckdose und drei mal den Knopf drücken -> kurzes Flackern und der WLAN Modus ist an
    * im Handy bei WLAN Accubrella auswählen -> kurze Zeit später öffnet sich ein Fenster und bei Konfigurieren kannst Du eine Leistung vorgeben
    * ich habe eine 800W Netzteil und mit Ladeverlusten muss ich 848W als Limit einstellen um auf etwa 80% zu kommen
    * "Save" drücken und der Adapter startet sich neu -> sofort drei mal kurz den Taster drücken und der WLAN Modus bleibt aus
    * Taster einmal drücken, gründe LED leuchtet und das Laden läuft

    Das alles geht ziemlich leicht und schnell. Jetzt muss ich nur noch schauen, wie genau das Limit eingehalten wird.

  • Super, Danke, ich probiere das mal aus


    Update: Ich bin immer noch an der Elektrik. Ich habe da noch einen Bock drin in der Lichtstellung. Auf der Terrasse ist es kalt und das Licht nach Feierabend nicht gut. Aber bevor ich den Dekramann das Teil zeigen kann muss die Elektrik gehen. Also es wird weitergehen, eben nur langsam.

    Einmal editiert, zuletzt von LordHelmchen () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von MHJ mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ein Durchbruch, endlich tut die Elektrik was sie soll. Die angehängte Skizze muss natürlich noch noch bearbeitet werden. Aber erst einmal kurz dazu, was mich außer Zeitmangel, fehlendem Tageslicht am Feierabend, und Kälte auf der Terrasse vom Erfolg ferngehalten hat.

    Oft liegt das eigentliche Problem ja zwischen den Ohren, so auch hier.

    Die Herausforderungen im Einzelnen:

    1. Zum Testen habe ich eine Autobatterie mit Sicherung zur Versorgung der Elektrik angeschlossen. Dieser hat natürlich reichlich 12VDC. Mit Licht hatte ich an der Glühlampe nur ca. 9V, das konnte ich mir nicht erklären. Ich habe recht lange nach dem Problem in der Schwalbe gesucht. ;( Kurz: Am Ende war die Autobatterie bei der Kälte einfach eingebrochen. Das hätte ich mir bei max. 50W so nicht vorstellen können, war aber so.

    2. Die Hupe ging ständig nicht, obwohl die Verkabelung und Versorgung in Ordnung schien. Der Teufel ist ein Eichhörnchen! Aus irgend einem unerfindlichem Grund ist der Massepunkt des Lenkers bei mir am Blinkschalter rechts, Dort braucht ihn kein Mensch. Links, am Abblendschalter und der Kupplungsarmatur braucht es die Masse für die Hupe, dort war sie aber nicht, weil der Rostschutz gut isoliert ;( Muss man auch erst einmal finden.

    3. H4-Hauptscheinwerfer, Farben und Belegung. Der Neue H4-Hauptscheiwerfer mit Tagfahrlicht hat Kabelfarben, von denen ich mich in den Wald habe schicken lassen. Ewig hatte ich Probleme, dass der Hauptscheinwerfer nie das tat, was er sollte. Und ich suchte Das Problem überall in der Schwalbe, aber nicht einfach an der Belegung der drei Kabel.

    4. Den Vorschlag der Elektrik von Geniestation konnte und wollte ich so nicht folgen. Da die Schwalbe zu meiner Tochter geht liegt mir die Sicherheit sehr am Herzen. Die Bordelektrik der Schwalbe und des Antriebes sind ja nur mit drei Potentialen verbunden:
    1. Masse

    2. 12VDC-Versorgung der Schwalbe vom Antrieb

    3. Bremskontakt zur Deaktivierung des Antriebes (elektrisches Bremsen und Rückspeisung von Bewegungsenergie in den Akku)


    Tipp an GS: ein Weiteres Signal zum Freischalten (Auskuppeln) des Antriebes fehlt leider. Dafür könnte man sehr einfach einen Kontakt an der Kupplung nutzen.


    Leider ist es im Originalplan möglich zu Fahren, wenn die Zündung auf AUS oder auf PARKEN steht. Was für ein Quatsch!!!, Mit den Anschlüssen 2 und 31 steht am Zündschloss extra ein Kontakt zum Stillsetzen des Motors zur Verfügung! Warum zum Geier wird dieser nicht verwendet? Und die nicht mehr benötigte Leerlaufanzeige kann man auch gleich super dafür nehmen, um das Deaktivieren des Antriebes durch das Bremssignal anzuzeigen. Jungs, echt jetzt! Das könnt ihr besser!


    Fazit des Tages: Was lange währt wird gut.


    PS: Am Ende sind es nur Kleinigkeiten die ich gefunden habe, eben die letzten paar Prozent, die zu den 100% fehlen. Aber hier sollten die Anbieter GS und SR eben auch den Anspruch haben, es auch den Anwendern einfach zu machen. Ich bin wirklich gespannt wie sich SR bei mir schlägt. Etwas unfair ist der Vergleich, weil dann 1.Generation GS mit 2.Generation SR verglichen wird. Aber Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft.


    Eine Sache ist mir noch aufgefallen.

    Ich habe den Akku von GS mit 100% Ladung zugesendet bekommen.

    Das ist definitiv Suboptimal!

    Sicherlich ist das gut gemeint, aber eben nicht gut gemacht.

    Ich hoffe, GS (und evtl. sogar SR), lesen hier mit.

    Li-Akkus werden aus guten Gründen auf Lagerlever versendet!!!


    PS: Leider habe ich das erst spät bemerkt, weil ich den Umbau langsam, und anfangs auch ohne den Akku angegangen bin. Ich hoffen der Unvermeidliche Schaden am Akku hält sich in Grenzen. Ich lasse jetzt mal über Nacht das Licht an, damit der Akku etwas Druck ablassen kann.

  • Nun ist der Umbau soweit fertig, der Panzer könnte wieder drauf.

    Evtl. wirft ja vorher der Dekramann noch einen Blick drauf.

    Noch zwei Details:

    1. Rücklicht mit Stecker:

    Statt der 3er-Klemme für das Rücklicht habe ich einen 4er-Stecker montiert. Die Masse für das Rücklicht wollte ich doch lieber mit einem Draht anschließen. Und mit dem Stecker gibt es auch keine Fehlermöglichkeiten mehr beim Anschluss

    2. Neuer Bremskontakt:

    Da das Signal des Bremskontaktes nun auch zum Antrieb geht, ist eine einfache und präzise Einstellbarkeit getrennt von der Bremseneinstellung meines Erachtens sinnvoll. So entfällt auch das Nachjustieren beim Nachstellen der Bremse.


    Mit dem Licht über Nacht bin ich jetzt auf 67% Ladung, damit dürfte sich der Akku jetzt wesentlich wohler fühlen.


    Nächste Schritte:

    - Spur und Kettenspannung noch kontrollieren und ggf. einstellen.

    - Begutachtung durch den Dekramann

    - Freiwillige Zulassung mit E-Kennzeichen und Versicherung


    Mein HUK-Mann meint, ich kann dann dafür sogar die EEG-Prämie ziehen.


    Fazit: Endspurt! Aber gemütlich ;)


    Nachtrag:

    Beim Lesen der 'Betriebsanleitung' ist mir aufgefallen, dass ganz offenbar der Strom auf der 12VDC gemessen und ausgewertet wird. So wird vermutlich sichergestellt, dass der Antrieb nicht unerwartet aktiviert wird. Beim Aktivieren des Akkus darf die Zündung nicht an sein, also kein Strom fließen. Möglicherweise wird so auch der Antrieb deaktiviert, wenn die Schwalbe keinen Strom mehr abnimmt. Wenn das so gemacht ist, würde der Antrieb in Stellung PARKEN aber dann aktiv bleiben? Ich denke das versuche ich mal mit GS zu klären.

  • Thema Krimpen:
    Auf das vorher erwähnte Set hätte ich beim Umbau echt nicht verzichten wollen.

    Allerdings gab es bei der Verwendung auch eine Lernkurve. Wenn ich die etwas zu große Krimpkammer nutzte, dann ging das Krimpen augenscheinlich zwar super, aber die Verbindung war nicht fest genug.

    Bei Verwendung der nächst kleineren Krimpkammer gab es gelegentlich Probleme mit deformierten Verbindungen.

    Mit der Verwendung von etwas 'Flutsch' in Form vom WD40 an der Zange lief das dann deutlich besser.

    Nur so als Erfahrung.

  • WD40 ist das schlechteste was man zum Schmieren benutzen kann.

    Das Zeug ist super um festgegammelte Sachen und verharzte Fette zu lösen.

    Zudem greift es Metalle an und fördert die der Korrosion.


    Wenn man zb ein festgegammeltes Scharnier mit WD40 wieder Gangbar gemacht hat sollte es anschließend gereinigt und gefettet werden.


    Zur reinen Schmierung von beweglichen teilen lieber Öl oder Fett nutzen.

  • Ich hatte mal eine Steckverbindung mit Silikon-Fett ganz leicht gefettet. Das Zeug ist dann bis zu den Kontakten gekrochen und hat Grünspan gebildet ... . Ich habe dann gelernt, dass es spezielle Fette für elektrische Verbindungen gibt -> Polfett ist 100% säurefrei. Also wenn schmieren beim Krimpen, dann Polfett.


    Hab' mit Polfett an der Simme sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich denke, man sollte es bei den Umbaukits an allen Steckkontakten verwenden, es verhindert, dass auf Dauer Feuchtigkeit auf die Kontaktstellen kommt und diese korrodieren. Konnte damit schon ein paar Probleme beheben.

    https://www.amazon.de/Hanseline-Polfett-f%C3%BCr-Pedelecs/dp/B004X0O1FS

  • Vielen Dank, klingt plausibel, werde meine Zange gleich reinigen und es mir hinter die Ohren schreiben.


    Inzwischen hat sich Daniel von GS wegen meiner Vorschläge zum Schaltplan zurückgemeldet:

    Fazit:

    Es spricht prinzipiell nichts dagegen das Zündschloss in den Stellungen AUS und PARKEN zur Deaktivierung des Antriebes, und die Leerlauflampe zum Anzeigen der Deaktivierung wie von mir vorgeschlagen zu nutzen.

    Die Entscheidung es nicht zu tun war eher dadurch motiviert, dass GS den Umbau für Jedermann möglichst einfach halten, und mögliche Störungen des Antriebes durch Fehler in der Simson-Elektrik ausschließen wollte. Der Antrieb sollte die Simson-Elektrik einfach nur mit Strom versorgen, und sonst nichts.

    Prinzipiell bin ich überzeugter Fan des KISS-Prinzip (Keep It Small & Simple),

    aber auf das Stillsetzen des Antriebes in AUS und PARKEN sowie auf diese Nutzung der Leerlaufanzeige möchte ich bei meiner Schwalbe nicht verzichten. Finde ich logischer.

    Meine Bedenken wegen Sicherheit sind jedoch zerstreut, da der Anwender ja mit den GS-Schlüsselschalter den Antrieb auch deaktivieren kann.

    Einmal editiert, zuletzt von MHJ ()

  • Heute war die erste Probefahrt.


    Aber der Reihe nach.

    Kettenspannung und Spur eingestellt, Panzer montiert, Sitzbank drauf, aber:

    Obwohl ich vor einigen Tage Luft drauf gemacht hatte war heute vorn platt.

    Also für den Test nochmal Luft drauf und mal probiert.

    Fährt sich eigentlich ganz geschmeidig und schön leise


    Etwas unschön, dass beim Lenkereinschlag nach rechts der Gaszug leicht gezogen wird, und man keine Kupplung hat um den Antrieb zu deaktivieren in solchen Fällen.


    Fazit:

    Reifen und Schläuche noch neu machen (macht man da heute eigentlich noch Talkum dran?).

    Nach dem Gaszug sehen, ob man das noch weg bekommt. (Gibt es dazu Erfahrungen, die mir dabei nützlich wären?)

    Danach ab zur Dekra

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!