Beiträge von mauzi69

    Wo tropft denn der Sprit? Zwischen Ober - und Unterteil des Vergasers? Dann könnte der Schwimmer kaputt sein/das Ventil hängen und Deine Kiste "ersäuft" im Sprit.
    Wenn ja, Vergaser ausbauen und VORSICHTIG reinigen! Am besten mal zeigen lassen, keinesfalls die Düsen mit Draht "Reinigen", höchstens ein Haar von einem weichen Besen nehmen...die Dichtungen nicht beschädigen....Eine kaputte Dichtung zwischen Ober- und Unterteil kann man notfalls selber schneiden. Eleganter ist logo originaler Ersatz. Auf die richtige Stärke/Dicke der Dichtung achten!
    Einfach mal die Zündkerze rausschrauben und schauen ob sie feucht oder gar pitschnass ist. Ist sie feucht und halbwegs braun, stimmt der Abstand zwischen den Elektroden? Ist nicht gar was zwischen den Elektroden?
    Kommt ein Zündfunke? Alter Test: Kerze rausschrauben, diese in den Kerzenstecker stecken, die Kerze auf Masse legen( an den Zylinder. ALLE Finger wegnehmen und bei eingeschalteter Zündung den Kickstarter durchtreten (VORSICHT, dabei die Kerze keinesfalls berühren oder am Stecker anfassen! Es besteht die Gefahr, dass Du einen elektrischen Schlag bekommst!!!. Kommt ein kräftiger Funke oder nur ein schwaches bläuliches etwas?


    Ist die Kerze also feucht und ein Funke kam, die Kiste mal kräftig anschieben,mal den Chocke ziehen, mal reinschieben, dann den Gasgriff aufdrehen und weiterschieben. Nun hoff ich der Motor spukt wenigstens mal....


    Wenn nicht, schreib mal mehr, was fürn Motor, Vergaser....
    Gruß
    Michael
    --
    back to the roots

    Es war in den 80ern. Mit meinem damaligen Schmuckstück (Star in hellgrün mit silbernen Seitenteilen) gings von Leipzig in die damalige CSSR (Tschechien) zum Zelten.
    Mittels selbstgebauten Seitengepäckträgern natürlich bis an die Grenze des Haltbaren beladen. Zelt, Schlafsack und und...
    Der Motor hatte wohl damals ca 20Tkm runter.
    Drei junge Mannen im Alter von 15/16 starteten wohlgelaunt an einem sonnigen Morgen. Als Fahrer des ältesten Modells (meine Kumpels fuhren S51) hatte ich eh schon Komplexe und Ängste mitzuhalten.
    Kaum raus aus dem Startort blinkte mich in einer scharfen Rechtskurve (ich fuhr als Letzter) ein PKW von hinten an. Doch sowas ignoriert man doch oder wollte der uns grüßen?
    Es ging in die Berge. Mit dem ersten Gang und schwitzend. aber auch ich kam hinauf.
    Auf der tschechischen Seite gings im Lerrlauf mit Tempo 75 und schlagenden Lenker und stinkenden Trommelbremsen bergab.
    Ein Zeltplatz ward schnell gefunden.... herrlich.
    Am zweiten Tag kann man schon mal nach seinem Moped schauen und ihm Pflege gönnen, denn der Rückweg war auch ca. 230km lang.
    Was war das denn an der rechten unteren Mototseite?
    Öl?!
    Oh je, da die Kurbelwelle des Star im Getriebeöl läuft hieß Ölverlust nichts gutes für die Hauptlager und man bekam doch damals in der DDR keinen guten Ersatz. Ein Blick in die Ölkontrollöffnung bestätigte meinen Verdacht, kaum noch Öl drin.
    Nun war mir auch das Blinken des PKW erklärbar, Wenn ich den Star schraf nach rechts legte, lief Öl durch die total defekten Simmerringe aus dem Motor. Es lief tatsächlich als Rinnsal...
    Auf die Robstheit vertrauend und mit etwas zaghafteren Gasgriffhändchen gings am 5. Tag wieder heimwärts und wir sind auf den eigenen Rädern angekommen.
    Beim anschließenden Zerlegen des Motors waren mein Vater & ich erstaunt, dass der Star mit dem zerfledderten Simmerring und zerlegten rechten Hauptlager der Kurbelwelle überhaupt noch gelaufen war.
    Gelernt hab ich seitdem, dass man als Starfahrer regelmäig nach seinem Getriebeölstand schauen sollte UND dass der Star ein sehr robustes Moped ist.