Chris.Ha´s Bau Fred- was war, was ist, was kommt

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  • Main story:


    Los ging es mit dem Bau. Ich werde nicht auf alle Details eingehen… wie ein SR50 aufgebaut wird, wird fast jeder wissen. Ich werde hier vielmehr die SR-E /Gamma-E spezifischen Anpassungen und Umbauten aufzeigen und etwaige Erkenntnisse mitteilen. Ich wollte auch, wenn möglich NUR Neu bzw. NOS Teile benutzen bzw. gerne auch neue „Errungenschaften“ wie die Telegabeln in Marzocchi Optik, die Venandi Radnaben oder die SFW Bremszange.


    Der Rahmen:


    Der Rahmen ist grundlegend der Gleiche wie beim SR50, allerdings wurde dieser hier und da abgeändert, damit z.b. Die Aufnahme für die Batterie passt u.s.w.


    Ich habe auf Schweißarbeiten am Rahmen verzichtet und die Befestigungen für die untere Batterieaufnahme anders realisiert. (siehe Bilder). Ich bin mir sicher, dass hält mindestens genauso gut wie die doch sehr kleinen angeschweißten Laschenverbinder.


    Ein weiterer (fragwürdiger) Punkt sind für mich die Abänderungen im vorderen Teil des Hauptrahmens. Hier wurden zugunsten der Batterie die Versteifungen teilweise entfernt bzw. umgearbeitet um Dieser Platz zu bieten. Darauf habe ich verzichtet. Meiner Recherche Nach war es dem Umstand geschuldet, dass 1993 die Batterien ab 100AH 22,5cm hoch waren. Somit störten die Verstärkungen und ein Teil des unteren Luftleitbleches. Von der Batterieauflage bis unteres Luftleitblech waren nur 20cm Platz. Heutzutage bekommt man glücklicherweise diese Batterien in der Leistungsklasse auch in 19,5cm Höhe und somit hat sich diese Anpassung bzw. das Problem erledigt. Was mir weiterhin nicht so ganz behagte, war die fehlende durchgehende Quertraverse für die Trittbretter. Diese musste auch zugunsten der Batterie weichen. Da diese aber wirklich entfernt werden musste, habe ich eine zusätzliche Versteifung etwas weiter vorne am Rahmen eingebaut.



    Ich hatte damals schon beim Aufbau des SR-E die unglücklich gelöste Halterung des zweiten oberen Fahrakkus bemängelt und diese entsprechend geändert. Da ich hier die komplette Elektronik inkl. des integrierten Ladegerätes des Gamma E verbaue und der Akku genau auf diesem Ladegerät (welches noch nicht einmal richtig befestigt ist und nur mittels „Arretierung“ in Position gehalten wird) steht, habe ich hier natürlich auch eine Auflage gebaut.


    Weiterhin habe ich noch die Bohrungen für das originale SR-E Verschlussblech des Lufteinlasses an den Rahmen eingebracht und die Rahmennummer eingeschlagen. Ich hatte noch ein originales Gamm E Typenschild mit Rahmennummer, welches nie verwendet bzw. verbaut wurde.





    Die Schwinge:


    Diese unterscheidet sich grundlegend von einer Standard SR50 Schwinge, denn am vorderen Teil der Schwinge wird der Motor befestigt. Auch die abtriebsseitige Lagerbuchse ist anders ausgelegt als beim SR50. Die gegenüberliegende ist allerdings gleich. Leider werden die noch zu bekommenden Schwingen ohne Buchsen geliefert. Ich griff hier auf Simson Peters PU Buchsen zurück. Abtriebsseitig sind zwei Buchsen hintereinander eingesetzt. Da das Motorlager entfällt, musste ich den nun frei gewordenen Platz mithilfe weiterer Lagerrohre ausgleichen, da ich sonst beim Festziehen des Schwingenlagerbolzens das Ganze zusammengezogen hätte. Weiterhin ist die Schwinge für den Gamma E und dessen Plastikkotfügel gedacht, da mir die Vollplast Optik nicht so zusagt bzw. ich nicht alle dafür benötigten Teile zur Verfügung hatte oder im ausreichend gutem Zustand erwerben könnte, habe ich mich für den klassischen Look entschieden. Dafür musste ich die Schwinge etwas modifizieren, da einige Halter versetzt oder gar nicht vorhanden sind.





    Der Motor:


    Ich hatte noch einen neuen Motor, den ich vor Jahren von einem der ehemaligen Simson/ Technotrans Ingenieure bekommen hatte. Dieser war zwar unbenutzt, aber doch eher im „unschönen“ Zustand… Zeit, diesen wieder frisch zu machen.


    Da der Motor aber von der Vorserie stammt und dieser einen anderen Drehzahlgeber (Ferromagnetisch) besaß, musste dieser noch etwas für den neueren (Hall) Geber modifiziert werden. (Dieser wird mir noch eine 4 Tägige Fehlersuche bescheren… später dazu mehr.)


    Zu guter Letzt habe ich den Motor angeschliffen, das verrostete und verbogene Lüfterrad gesandstrahlt und gerichtet. Danach mit Epoxy 1k Primer und 2K Decklack in Mattschwarz lackiert.


  • Fahrwerk:


    Beim Fahrwerk (Telegabel, Federbeine, Bremsen und Radnaben) wollte ich auf „neue Errungenschaften“ zurückgreifen, da ich neugierig auf die Qualität jener Teile war und der Roller somit eventuell etwas mehr auf der Höhe der Zeit ist.

    • Telegabel:

    Da entschied ich mich für die Variante von ZT. Diese kommt der original Optik der Marzocchi am nächsten und ist durch die mitgelieferten Distanzringe leicht einstellbar in der Härte. Das war mir wichtig, da der Roller durch die zwei Starter Batterien schon von Haus aus um einiges schwerer ist, als der SR50. Ich habe nur die schwarzen Faltenbälge der Optik wegen gegen die von Marzocchi ausgetauscht.

    • Radnaben:

    Kamen die von Venandi zum Einsatz, diese machen einen ausgezeichneten Eindruck und laufen absolut rund. Leider stellte ich später fest, dass ich keinen passenden Grimeca Bremsscheibenadapter mehr zu kaufen bekomme. Alles was teilweise für den SR50 noch angeboten wird, passt nicht. Diese sind ALLE für den SRA50 und damit über einen halben Zentimeter zu lang. Klar, man hätte diesen abdrehen können denn genug „Fleisch“ ist vorhanden. Ich bin mir auch sicher, dass es sich bei den Adaptern für den SR50 auch nur um abgedrehte des SRA´s handelt. Der verbaute an meinem anderen SR-E zeigt das deutlich. Da ich aber auf die Schnelle niemanden mit Drehbank zur Hand hatte, habe ich mich für die Bremsscheibenradnabe von ZT- Tuning entschieden. Auch hier war ich positiv überrascht über die Passgenauigkeit und Qualität. ZT hat sogar daran gedacht, da wo die Mitnehmer für den Gummi sitzen, 3 Gewindebohrungen einzubringen. Das war für mich wegen des zu verwendenden Nabentachos wichtig.


    Die Radnabe hinten musste ich etwas für das Riemenrad modifizieren. Im originalen ist einfach ein M8 Gewinde in die Mitnehmer geschnitten und das Rad dagegen verschraubt. Das klappt bei der Nabe von Venandi nicht ganz, da die Bohrungen größer sind. Abhilfe schaffte hier das Schneiden eines M10 Gewindes und das Einsetzen von M10 auf M8 Gewindehülsen.


    Die Steckachse beim SR-E/Gamma E ist einteilig. Das kurze Stück, welches im Kettenrad verbaut ist, entfällt beim Riemenrad.


    Hier kam die durchgehende Steckachse mit Distanzhülse von SH- Tuning zum Einsatz.


    • Nabentachoantrieb:

    Apropos Nabentachoantrieb… da ich diesen komischen Plastemitnehmer nicht mag, habe ich mir einen Alumitnehmer von Venandi zu den Naben gleich mitbestellt und natürlich auch die passende Steckachse. Diese geht saugend durch die ZT- Telegabel. Man merkt die Vorzüge von CNC Maschinen deutlich.


    • Bremsanlage:

    Eher unspektakulär… hinten originales Bremsschild mit Bremshebel von vorne. Da der Trittbretthalter des Gamma E, anders wie beim SR-E, keine Aufnahme für eine Fußbremse hat habe ich diese wie beim Original auf den Kupplungshebel gelegt. Den Bowdenzug dazu habe ich selber angefertigt. Die Bremsarmaturen rechts wie links stammen von Magura wie beim Original auch. Die vordere Bremszange stammt von SFW, hier war ich nicht ganz so zufrieden. Abgesehen, dass diese durch ihre andere Form im Gegensatz zur Grimeca Bremszange beim SR50 schon sehr grenzwertig nahe an die Felge kommt, musste ich den Sattel mit 1,2mm Distanzscheiben zur Bremsscheibe zentrieren. Dadurch kam der Entlüfter noch näher an die Felge… Ich denke auch nicht, dass eventuell andere Teile, wie die Radnabe oder die Telegabel von ZT die Ungenauigkeit aufweisen.


    • Die modellspezifischen Blechteile:

    Einige Blechteil sind nicht mehr zu bekommen und mussten angefertigt oder Serienteile angepasst werden.


    Beim Mitteltunnel entschied ich mich wieder für die schräge Bauweise, damit die Standard Sitzbank des SR50 passt. Dadurch schrumpft natürlich die maximale Batteriegröße. Momentan können maximal 85AH Batterien verbaut werden. Allerdings sollte es nicht allzu große Einschränkungen dadurch geben. Diese sind um einiges leichter als die 100/115AH Batterien und auch die Umrüstung auf LED Beleuchtung sollte etwas an Kapazität einsparen.


    Dank der mittlerweile verbreiteten CNC Abkantmaschinen sieht die Form des Tunnel nicht mehr so plump aus, wie bei der Restauration meines ersten SR-E´s vor 7 Jahren. Zwar konnte mir auch heute niemand das Blech im Radius biegen, dafür allerdings 2x 45 Grad (eigentlich 135 Grad, da Außenwinkel) kurz hintereinander. Und das sieht optisch um Welten besser aus, wie die einfache U-Form welche ich beim ersten SR-E habe. Hier werde ich in Zukunft auch noch einmal Hand anlegen.


    Das linke Trittbrett und die Gummiauflagen wurden auch noch entsprechend angepasst.



    • Die Elektrik:

    Joa, (für mich mittlerweile) relativ unspektakulär… ich musste mich damit beim ersten Roller schon massiv auseinandersetzten. Ich habe gottseidank von einem User hier den Schaltplan für den Gamma-E bekommen, dieser war aber nur noch sehr schwer leserlich und es wurde versucht die Kabel „einzufärben“. Dadurch waren teilweise Kabel ab Verbinder in den falschen Farben weitergeführt und die originalen, sowieso noch kaum lesbaren Beschriftungen entfernt worden. Trotzdem wäre ich ohne diesen Plan nicht da, wo ich jetzt bin. Ich habe zusätzlich zum integrierten Ladegerät auch noch die Ladebuchse vom Vorserienmodell verbaut, somit kann der Roller auch mit einem leistungsstärkeren externen Gerät geladen werden.


    • Der Tacho:

    Ist in der Form leider nicht mehr zu bekommen… Abhilfe schaffte ein neues CEV Tacho für den SR50 Gamma und ein gebrauchtes CEV Tacho vom SRA50 (auch nicht mehr neu zu bekommen).


    Vom SRA Tacho brauchte ich nur den Blender und die Tankanzeige, diese wurde mit dem SR50 Tacho verheiratet und hatte dann quasi Neuzustand. Das SRA Tacho unterscheidet sich nur von der Beschriftung der Instrumentenskala zu dem des Gamma-E. Das Feld für die Reserveanzeige der Batterie ist zwar auch beim SRA Tacho vorhanden, allerdings abgedeckt. Hier habe ich mir einfach einen passendes Oberteil eines Lampeneinsatzes besorgt, ein Loch gebohrt und das Oberteil in den vorhandenen Schacht eingeclipst. Die abweichende Beschriftung in Form eines Tanks statt einer Batterie stört mich erst einmal weniger. Auch nicht dass das Symbol für die Fahrbereitschaft nun eine Ölkanne ist.


    • Die Fehlersuche:

    Problem: Nach Herstellen der Fahrbereitschaft drehte sich der Motor kurz und dann nicht wieder… alles andere funktionierte auf Anhieb. Ich bin kein Elektroniker bin und nur begrenztes Wissen von E-Technik. Zumindest kann ich aber ein Multimeter bedienen und habe erst einmal angefangen zu messen, ob eventuell Bauteile defekt sind. Diese sind zwar alle NOS, aber wer sagt, dass diese nach 30 Jahren noch funktionieren? Fahrcontrollerplatinen habe ich insgesamt 4 Stück, Batteriecontroller 3 Stück. Vom Curtis Motorcontroller allerdings nur einen und einen im anderen Roller. Nach einigen Messen und Testen konnte ich den Fehler auf Fahrcontroller und Batteriecontroller einschränken (der Fahrcontroller funktioniert nicht ohne den Batterie Controller) Ich stellte zwar an ein paar Teilen „leichte“ Defekte fest, allerdings keine solchen die die Funktionalität beeinflusst hätten. Ich habe dann die Teile verbaut, wo ich mir sicher war, dass diese funktionieren. Das änderte aber nix an meinem Problem. Blieb jetzt nur noch der „neue“ Drehzahlgeber. Der alte Geber war mit dem Fahrcontroller des Gamma-E nicht elektrisch kompatibel und somit kein Anhaltspunkt, ob der neue Geber defekt ist. Da ich zwei dieser Geber habe, konnte ich zumindest durch Messen des Widerstandes sehen, dass beide identisch waren.


    Blieb im Grunde nur die Funktionsweise übrig… und da war das Problem:


    Während der „alte“ Geber durch Erkennen der vorbeidrehenden Schaufeln des Lüfterrades aktiviert wurde verhielt sich das beim „neuen“ Geber ganz anders. Diesen hatte ich auch auf die Schaufeln ausgerichtet. Nun stellte sich heraus, dass der Sensor dauerhaft aktiviert sein muss und wahrscheinlich bei jeder vollen Umdrehung kurz unterbrochen wird. Ich sage wahrscheinlich, da ich das nicht zu 100% weiß. Möglich wäre auch das aller Viertel Umdrehung ein Unterbrechungssignal gesendet wird. Meine Motoren sind die von der Vorserie und haben wahrscheinlich auch ein anderes Lüfterrad. Das werde ich aber erst erfahren, wenn ich wieder mal im Suhler Museum bin. Ich habe also den Geber nun so positioniert, dass dieser auf die vordere Kante des Lüfterrades gerichtet ist. Dadurch ist er dauerhaft aktiviert. Das kann man anhand der verbauten LED sehr gut im Betrieb erkennen.

    Somit funktioniert momentan nur der digitale Tageskilometerzähler im Batteriecontroller nicht. Das kann ich aber verschmerzen.


    Der fertige Roller:


  • Epilog:


    Das Projekt begann am 26. September 2025 und endete am 26. Dezember 2025. Die Fehlersuche und ihr Abschluss erstreckten sich bis zum 31. Dezember 2025.


    Abschließend will ich ein Fazit zu dem Projekt ziehen…



    Die Kosten:


    Was sicherlich einige brennend interessieren wird. Ich habe diesmal auch peinlich genau darauf geachtet und notiert.


    6000 Euro – nur das Material und die Drittleistungen (z.B. Pulverbeschichten) die ich dazugekauft bzw. in Anspruch genommen habe.


    Nicht eingerechnet sind die Dinge, die ich schon lagernd hatte oder meine Arbeitszeit. Ich hatte im Vorfeld natürlich schon etwas geschaut, wohin die Kosten laufen. Diese hatte ich mit 5000 Euro veranschlagt. Leider hatte ich bei einigen „alltäglichen Teilen“, nur die Preise recherchiert aber nicht deren Verfügbarkeit. Sitzbank oder die Gamma Trittbrettgummis gibt’s ja momentan nicht… genauso wenig wie die Lampenmaske und Scheinwerfer des Gamma´s. Vor zwei Jahren konnte ich das alles noch für relativ überschaubares Geld neu kaufen… nun gut. Auch ist es schwer, einen Preis für nicht verfügbare Teile und Baugruppen wie den Fahrmotor zu nennen. Meine vorhandenen Teile habe ich vor 15 Jahren in einem Konvolut gekauft… keine Ahnung, wie ich die einordnen soll.



    Ärgernisse und zusätzliche Kosten:


    Habe ich bewusst nicht mit eingerechnet. Leider stellte sich die Wahl des Pulverbeschichters als „nicht so geglückt“ heraus… der Typ hat gemacht, was er wollte…


    Auftrag 1: Rahmen beschichten. Dieser war davor schon KTL grundiert, also musste nur das Pulver drauf. Meine Wahl war „Signalweiß“. 2Tage später, Rahmen fertig und augenscheinlich gut (dachte ich)


    Auftrag 2: Lenker, bearbeite Trittbretter und angepasste Halterungen strahlen und Pulverbeschichten in Graphitschwarz. (deswegen sind auf den Fotos zum Teil schwarze Trittbretter zu sehen)


    Einen Tag später war alles schon fertig, was mich skeptisch machte… Als ich das Zeug holte, musste ich feststellen, dass ich statt „graphitschwarz seidenglanz“ „tiefschwarz seidenmatt“ bekommen hatte. Auch wurde in keinster Weise das alte Pulver und der Rost von den Trittbrettern entfernt, sondern einfach drüber geschmiert. Als ich ihn zur Rede stellte, bekam ich fadenscheinige Ausreden…


    Auftrag 3: die Batterieabdeckung, an der ich 2 Tage zum Bauen verbracht hatte.


    Eins vorweg. Eigentlich wollte ich nach dem Vorfall den Beschichter wechseln, dachte mir aber dass ich zumindest die Batterieabdeckung noch pulvern lasse um keine Farbabweichungen zum Rahmen zu bekommen.


    Was soll ich sagen? Es wurde wieder nicht gestrahlt, obwohl ich das ausdrücklich verlangt hatte, mit der Ausrede, im Winter verklumpt sein Stahlgut… Schwachsinn. In meiner kleinen Strahlkabine verklumpt auch nix… ich hatte in weiser Voraussicht, die Batterieabdeckung zumindest angeschliffen… Als ich nun zu Hause die Abdeckung montieren wollte, stellte ich natürlich eine Farbabweichung zum Rahmen fest. Zu allem Übel hatten die gekauften Felgen und Kniebleche, die schon in signalweiß gekauft wurden, auch eine Farbabweichung zum Hauptrahmen! Nach hinzuziehen einer RAL Karte, konnte ich die Weißtöne identifizieren:


    Zugekaufte Felgen und Kniebleche – signalweiß


    Gepulverter Rahmen – verkehrsweiß


    Gepulverte Batterieabdeckung – reinweiß


    3x anderes Weiß… kurz geflucht und geärgert und dann einen anderen Pulverer gesucht.


    Die Trittbretter und Kleinteile habe ich dann thermisch mit meinem Anwärmbrenner entlackt, bei der Batterieabdeckung habe ich mir das wegen Verzug nicht getraut. Dafür hat es der Pulverer aber recht gut abstrahlen können.


    Nun wurden die Teile in der richtigen Farbe gepulvert, bei den Trittbrettern bin ich dann auch auf signalweiß umgeschwenkt, weil es sich einfach besser einfügt und einen Kontrast zum Vollgummi gibt. Der Rahmen blieb in Verkehrsweiß. Ich hätte alles wieder demontieren müssen und außerdem wäre die KTL Beschichtung zerstört worden. Zum Glück ist verkehrsweiß und signalweiß sehr nahe beieinander und es fällt nicht direkt auf. Der entstandene Schaden belief sich hier auf ca. 100 Euro.


    Abschließend bleibt zu sagen, dass das Projekt ohne Zweirad Schubert und Kultmopeds nicht möglich gewesen wäre. Von Zweirad Schubert kamen die SR-E/Gamma-E spezifischen Teile und von Kultmopeds der einzig noch verfügbare SR50 Neurahmen.


    Der Roller wurde zu 90% aus NEU oder NOS Teilen gebaut, gebrauchte Teile waren:

    • Lampenmaske und Scheinwerfer (nicht mehr neu zu bekommen)
    • Gabelbrücke (noch zu bekommen, aber unverhältnismäßig teuer)
    • Trittbrettgummis für den Gamma (nicht mehr neu zu bekommen)
    • Trittbretter (eine Seite nicht mehr zu bekommen, die andere Seite unverhältnismäßig teuer)

    Würde ich das nochmal machen? Jaein!


    Ja: Der Spaßfaktor und die Herausforderung waren definitiv da.


    Nein: Der Kostenfaktor war (für mich) emens. Ich restauriere und baue schon seit Ende der 2000er. Damals waren Simsons für kleines Geld erschwinglich und auch die Kosten der Teile waren lange nicht in den jetzigen Dimensionen. Jeder, der ein schwer zu bekommendes Teil hat, verlangt auch dementsprechend dafür. Nur für die gefehlten E-Teile sind ca. 2500 Euro zum Händler gewandert. Aber eben ohne diese, wäre es nicht möglich gewesen.


    Das Projekt war in seiner Form einmalig und kann (zumindest von mir) so nicht wieder durchgeführt werden. Selbst wenn ich wollte… Und ob noch jemand außer mir so einen speziellen "Teilehaufen" besitzt um einen kompletten SR-E aus dem Boden zu stampfen, ist fraglich 😁


    Ich hoffe, ich hab euch nicht zu sehr mit dem Thema gelangweilt und euch nicht mit Rechtschreibfehlern gefoltert .


    Funktionsvideo


    Das Ende


  • Moin, freut mich, mal wieder etwas von dir zu lesen und dann gleich ein solches Brett ;) .


    Es ist immer wieder schön, das du dich den eher "unbeliebten" bzw. weniger beachteten Simson Modellen widmest, auch diese haben es verdient :P


    Ist ein sehr schönes und gelungenes Fahrzeug geworden :thumbup:

  • Hut ab, muss ich sagen! Ich habe tatsächlich deine Berichte von früher nicht mitbekommen oder nicht mehr im Kopf. Ich bin echt begeistert, mit welchem Fachwissen und Ideenreichtum du an solchen Nischen-Modellen schraubst und diese komplett neu aufbaust! Die Berichte sind interessant geschrieben, ich musste es aber auf drei Tage aufteilen, weil es mir sonst zu viel gewesen wäre!


    Edit: Was mir aber noch aufgefallen ist, fährst du mit den Fahrzeugen eigentlich auch richtig im Verkehr oder sind die nicht Zulassungsfähig, weil selbst gebaut? Also fürs Suhler Museum ist es ja auch eine Bereicherung aber was denkst du, was du auf jedem Simsontreffen für eine Traube um deine Mopeds hättest!

  • Rockerschwalbe Normalerweise sollten die Fahrzeuge eine Zulassung bekommen, da ja letztlich originale Teile der Serienproduktion verwendet wurden bzw. ist der erste SR-E ja ein komplettes Original. Bei dem sehe ich absolut keine Probleme. Bei diesen hier bin ich aber auch zuversichtlich, da eine Rahmennummer und ein Typenschild eines (nie gebauten) SR-E verwendet wurde. Letzenendes ist das Ganze auch Typenkonform. Papiere sollten somit kein Problem darstellen. Ich habe aber auch darauf geachtet, Teile mit Zulassung zu verwenden. Problematisch könnte die vordere Scheibenbremsnabe von ZT sein... diese hat als einziges Teil keine ABE bzw. Teilegutachten.


    Zum Thema Simsontreffen... ich denke nicht, dass eine E- Simson so interessant für den eingefleischten Simme Fahrer ist ;)

    Auch sind meine Roller eher Stehzeuge und Anschauungsobjekte. Ich sehe sie im Grunde etwas als Wertanlage bzw. Altersvorsorge. In ca. 17 Jahren werden sie mich definitiv verlassen, auch wenns schwerfallen wird ;)

  • Wenn du 65 bist, wirst du dich freuen, mit einem Moped fahren zu können ohne es vorher ankicken zu müssen ;)

    Ich kann da nur von mir reden, ich bin nicht so der Fan von E-Mopeds aber die SR50-E die gelegentlich auf Treffen zu sehen sind, schaue ich mir schon gern genauer an. Sowas sieht man ja auch nicht an jeder Ecke. Hier gibt's auch einen der fährt damit Beschleunigungsrennen z.B. zum 1. Mai in Bernau. Das geht schon gut ab.

    Buchholz 69ers

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