Main story:
Los ging es mit dem Bau. Ich werde nicht auf alle Details eingehen… wie ein SR50 aufgebaut wird, wird fast jeder wissen. Ich werde hier vielmehr die SR-E /Gamma-E spezifischen Anpassungen und Umbauten aufzeigen und etwaige Erkenntnisse mitteilen. Ich wollte auch, wenn möglich NUR Neu bzw. NOS Teile benutzen bzw. gerne auch neue „Errungenschaften“ wie die Telegabeln in Marzocchi Optik, die Venandi Radnaben oder die SFW Bremszange.
Der Rahmen:
Der Rahmen ist grundlegend der Gleiche wie beim SR50, allerdings wurde dieser hier und da abgeändert, damit z.b. Die Aufnahme für die Batterie passt u.s.w.
Ich habe auf Schweißarbeiten am Rahmen verzichtet und die Befestigungen für die untere Batterieaufnahme anders realisiert. (siehe Bilder). Ich bin mir sicher, dass hält mindestens genauso gut wie die doch sehr kleinen angeschweißten Laschenverbinder.
Ein weiterer (fragwürdiger) Punkt sind für mich die Abänderungen im vorderen Teil des Hauptrahmens. Hier wurden zugunsten der Batterie die Versteifungen teilweise entfernt bzw. umgearbeitet um Dieser Platz zu bieten. Darauf habe ich verzichtet. Meiner Recherche Nach war es dem Umstand geschuldet, dass 1993 die Batterien ab 100AH 22,5cm hoch waren. Somit störten die Verstärkungen und ein Teil des unteren Luftleitbleches. Von der Batterieauflage bis unteres Luftleitblech waren nur 20cm Platz. Heutzutage bekommt man glücklicherweise diese Batterien in der Leistungsklasse auch in 19,5cm Höhe und somit hat sich diese Anpassung bzw. das Problem erledigt. Was mir weiterhin nicht so ganz behagte, war die fehlende durchgehende Quertraverse für die Trittbretter. Diese musste auch zugunsten der Batterie weichen. Da diese aber wirklich entfernt werden musste, habe ich eine zusätzliche Versteifung etwas weiter vorne am Rahmen eingebaut.
Ich hatte damals schon beim Aufbau des SR-E die unglücklich gelöste Halterung des zweiten oberen Fahrakkus bemängelt und diese entsprechend geändert. Da ich hier die komplette Elektronik inkl. des integrierten Ladegerätes des Gamma E verbaue und der Akku genau auf diesem Ladegerät (welches noch nicht einmal richtig befestigt ist und nur mittels „Arretierung“ in Position gehalten wird) steht, habe ich hier natürlich auch eine Auflage gebaut.
Weiterhin habe ich noch die Bohrungen für das originale SR-E Verschlussblech des Lufteinlasses an den Rahmen eingebracht und die Rahmennummer eingeschlagen. Ich hatte noch ein originales Gamm E Typenschild mit Rahmennummer, welches nie verwendet bzw. verbaut wurde.
Die Schwinge:
Diese unterscheidet sich grundlegend von einer Standard SR50 Schwinge, denn am vorderen Teil der Schwinge wird der Motor befestigt. Auch die abtriebsseitige Lagerbuchse ist anders ausgelegt als beim SR50. Die gegenüberliegende ist allerdings gleich. Leider werden die noch zu bekommenden Schwingen ohne Buchsen geliefert. Ich griff hier auf Simson Peters PU Buchsen zurück. Abtriebsseitig sind zwei Buchsen hintereinander eingesetzt. Da das Motorlager entfällt, musste ich den nun frei gewordenen Platz mithilfe weiterer Lagerrohre ausgleichen, da ich sonst beim Festziehen des Schwingenlagerbolzens das Ganze zusammengezogen hätte. Weiterhin ist die Schwinge für den Gamma E und dessen Plastikkotfügel gedacht, da mir die Vollplast Optik nicht so zusagt bzw. ich nicht alle dafür benötigten Teile zur Verfügung hatte oder im ausreichend gutem Zustand erwerben könnte, habe ich mich für den klassischen Look entschieden. Dafür musste ich die Schwinge etwas modifizieren, da einige Halter versetzt oder gar nicht vorhanden sind.
Der Motor:
Ich hatte noch einen neuen Motor, den ich vor Jahren von einem der ehemaligen Simson/ Technotrans Ingenieure bekommen hatte. Dieser war zwar unbenutzt, aber doch eher im „unschönen“ Zustand… Zeit, diesen wieder frisch zu machen.
Da der Motor aber von der Vorserie stammt und dieser einen anderen Drehzahlgeber (Ferromagnetisch) besaß, musste dieser noch etwas für den neueren (Hall) Geber modifiziert werden. (Dieser wird mir noch eine 4 Tägige Fehlersuche bescheren… später dazu mehr.)
Zu guter Letzt habe ich den Motor angeschliffen, das verrostete und verbogene Lüfterrad gesandstrahlt und gerichtet. Danach mit Epoxy 1k Primer und 2K Decklack in Mattschwarz lackiert.