Simson geht beim Gas geben aus Standgas aus, läuft jedoch in Teil-/Volllast gut

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  • Hallo Mopedfreunde

    Ich nutze dieses Forum schon seit einiger Zeit passiv mit, jetzt komme ich aber weder dadurch, noch durch gesunde Logik oder wochenlanges rumprobieren weiter.


    Kurz zum Fahrzeug:

    Motor haben wir diesen Winter komplett restauriert

    Zylinder und Kolben kit hat ca. 500km runter, Stino 50ccm Nikasil besch.

    DDR 6V E-Zündung damals umgerüstet von Unterbrecher. Wurde abgeblitzt.

    Wellendichtringe natürlich neu, darauf komme ich aber noch zu sprechen.

    Die 5 Löcher am Luftfilterblech wurden zu einem großen, darüber ist die DDR Patrone.

    Auspuff stino bis auf zwei löcher hinten im Schalldämpfereinsatz

    Vergaser ist BVF 16N1-11 mit Ori Düsen und Teillastnadel auf der tiefsten Kerbe (das kam zustande, da sie unter teillast teils stotterte, mit Choke jedoch nicht und somit auch deutlich besser zog). Bei der HD teste ich immer noch zwischen 72er und 73, während dem einfahren mit 1:33 zog sie unter vollast mit Choke und 72er nochmal ein paar km/h mehr, mit der 73 schien das dann gelöst. Jetzt mit 1:50 scheint der unterschied nicht mehr so groß.


    Kalt praktisch keine Probleme, wenn sie dann richtig warm wird jedoch:

    Das Symptom:

    Nach dem Anhalten habe ich oft das gefühl, dass sie zwar von alleine tuckert, jedoch unter dem eigentlichen Standgas. Durch etwas spiel mit dem gas geht sie dann i.d.r. wieder hoch ins standgas. Beim erneuten Anfahren gebe ich einen Gasstoß und sie tourt ab. Beim zweiten dann tourt sie meistens auf. In teillast und volllast läuft sie größtenteils sehr gut.

    Nun, scheinbar immer an den exakt gleichen Stellen meiner Proberunde, Gebe ich den ersten sanften gasstoß, sie tourt ab, der zweite sanfte, sie geht aus. Das mit den Stellen kann Zufall sein, sie geht aber dort nahezu immer aus. Diese stellen sind ziemlich holprig und etwa 3-4° abfallend. Keine Ahnung ob das was zur sache tut, sowas sollte ein vergaser aushalten.

    Normalerweise springt sie warm wie kalt nach 1-2 Kicks an, nach einem solchen ausgehen braucht sie schon mal so 5-6.


    Lösungsansatz: Das ganze klingt ja simpel danach, dass sie im Standgas zu Fett läuft. Also habe ich versucht die Umluftschraube besser einzustellen. (So genau wie ich es hören kann) habe ich diese auf 1/4 nach höchster Drehzahl eingestellt. Keine Besserung. Den Schwimmer hatte ich nach den gängigen maßen für mein Modell zur Dichtfläche eingestellt, heute dann mit senfglasmethode auf 8mm vor Rand des glases. Vorher war der Benzinstand etwa 2mm darunter. (Kurzer einschub, ich habe erst gelesen, dass man beim Einstellen den Füllstand etwa über 5 minuten beobachten sollte, ich habe aufgehört als sich scheinbar nichts mehr tat. Das werde ich noch testen.) Das irritiert mich, da (laut meines wissens) die karre ja eher zu mager läuft wenn der Füllstand zu niedrig ist. Bevor ich das umgestellt habe, hatte ich schon manchmal das gefühl der überlauf wäre feucht, ich habe jedoch nie etwas rauslaufen gesehen. Auch nach dem umstellen keine Besserung. Ob es wirklich schlimmer geworden ist, kann ich jedoch auch nicht sagen.


    Theorie:

    Jetzt ist meine einzige Theorie, dass die eigentlich erneuerten Braunen Wellendichtringe nicht richtig abdichten und sie wenn warm bei meinen Gasstößen minimal Motoröl schlürft. Ich habe dabei leider noch nie auf den Auspuff geschaut, da ich meist damit kämpfe sie am leben zu halten. Das ist aber in meinen Augen einfach nicht plausibel denn sie läuft unter Teil- und Volllast einfach so gut und geht i.d.r. auch ihre 70. Warum sollte sie Öl nur im Übergang von (zu dieser zeit dann schlechtem) Standgas zu Teillast, jedoch nicht darüber ansaugen? Ich glaube hier führt nicht gerade viel um einen Falschlufttest herum, jedoch frage ich mich wie ich das anstelle, wenn das möp gerade sehr warm ist.


    Ich werde noch ein paar sachen herumprobieren, aber vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee oder sowas schonmal erlebt.

    Erstmal Danke!

  • Nun, scheinbar immer an den exakt gleichen Stellen meiner Proberunde, Gebe ich den ersten sanften gasstoß, sie tourt ab, der zweite sanfte, sie geht aus. Das mit den Stellen kann Zufall sein, sie geht aber dort nahezu immer aus. Diese stellen sind ziemlich holprig und etwa 3-4° abfallend. Keine Ahnung ob das was zur sache tut, sowas sollte ein vergaser aushalten.

    Normalerweise springt sie warm wie kalt nach 1-2 Kicks an, nach einem solchen ausgehen braucht sie schon mal so 5-6.

    Das Problem kenne ich sehr gut. Als meine s51 noch lief(wird sie mit ein paar neuen Kabeln auch bald wieder :juchuu: ) hatte ich immer eine Stelle an der sie richtig komisch lief und 3m(ungelogen) weiter vorne wieder kein Problem mehr hatte.

    Ansonsten hätte ich gesagt, dass dein Düsenstock evtl verschlissen ist. Da habe ich einmal ein sehr gutes Video von LangTuning und Nele gesehen, da wurde der Verschleiß am Düsenstock nochmal sehr gut thematisiert.

    Das mit dem Standgas hört sich für mich aber eher nach Einstellung an, es gibt ja Leute die dieses Verhalten zum einstellen nutzen. Ich bin zwar nicht mehr sicher ob bei zu mager oder zu fett die Drehzahl nur langsam runter geht, oder unter die Drehzahl abfällt und dann wieder hoch klettert. Je nachdem drehen sie die CO schraube dann entgegen, bis der Motor gut wieder auf das Standgas zurückfällt.

    Das Problem, dass er Getriebeöl säuft hatte ich auch schon einmal, allerdings mit alten Simmerringen und der Motor lief damit auch nicht mehr. Bei mir hat sich da jedenfalls eine totale Suppe im Krümmer gesammelt, da kannst du einfach kurz schauen ob dir was rausläuft wenn du ihn abschraubst und nach unten drehst.

    Viel Glück

    MfG

  • klingt für mich auch erstmal nach einem Problem mit den vergaser Einstellungen.

    Könnte aber auch eine verstopfe standgasdüse sein.


    Auf sehr holprigen Abschnitten kann es passieren das das Schwimmerventil nicht richtig schließt und der vergaser mit spritt voll läuft und das möp dann abläuft. Hier könnte ein neues Ventil Abhilfe verschaffen.


    Die Nadel auf der ganz unteren kerbe ist auch nicht gerade hilfreich wenn sie im standgas abläuft.



    Mit zugeschaltetem Startvergaser sollte das möp im warmen Zustand auf keinen Fall besser laufen.


    Falschluft kann auf jedenfall auch eine ursache sein. SollteSolltest du auf jedenfall testen. Dabei mach dir nicht zuviele Gedanken das der Motor zu heiß ist da passiert nichts. Vorausgesetzt du hältst keine brennende Kerze daneben

  • Könnte aber auch eine verstopfe standgasdüse sein.

    Das kann ich bestätigen. Standgas ging bei mir, aber nur leicht erhöht. Es war nicht dieses ruhige tuckern hinzubekommen, sondern irgendwie klang der Motor immer leicht gehetzt. Durch minimal Gas geben war aber ein fahrbares Standgas hinzubekommen. Sobald man das gas ganz weg nahm verfiel der Motor in ein ganz niedriges Standgas um meist nach etwa 20 Sekunden aus zu gehen. Lösung: Die Leerlaufdüse war nicht zu, sondern nur etwas verengt, trotzdem sichtbar, wenn man eine saubere Düse daneben hält. BEIDseitig richtig sauber machen und genau betrachten :biglaugh:

  • Danke für eure Antworten, ich werde mir sämtliche Düsen nochmal genauer ansehen.

    Das_Patrone, das Video war sehr hilfreich. Einen neuen Düsenstock habe ich zwar gerade nicht zur Hand, der kommt aber bei der nächsten Bestellung für meinen SR2 gleich mit auf die Liste. Theoretisch hat der Vergaser noch nicht viel mehr runter als der aktuelle Zylinder. Kann ja aber trotzdem immer was sein. Ich habe mal das Spiel der Nadel im Düsenstock angeschaut, sieht eigentlich gut aus. Dann habe ich die Nadel getauscht, die alte war eine ziemliche Banane. Die neue reibt nun zwar an einer Seite des Düsenstocks, da sie nicht mittig sitzt, scheint aber trotzdem flüssig hoch und runter zu gehen.


    Nun hatte ich noch eine weitere Theorie. TrailSlave meinte ja, dass holprige Strecken ein Problem sein können. Auf dem Abschnitt meiner Testrunde wo sie nahezu immer ausgeht ist überall Kopfsteinpflaster. Die Reifen sind zwar vom Profil her neu, waren aber vor der aktuellen Restauration schonmal ca. zwei Jahre eingebaut und standen in dieser Zeit hauptsächlich rum. Vorne hat man zwar etwas gesehen, ein echter Standplatter war das aber noch nicht, deshalb dachte ich geht schon. Nun ja was soll ich sagen, das Gerät ist ein ziemliches Rütteleisen. Wird mit der Zeit zwar besser, bis das ganz weg ist brauch ich aber wohl noch ein paar Kilometer.

  • Das bißchen vom Reifen sollte den vergaser nicht stören. Das kopfsteinpflaster kann schon was ausmachen wenn das Nadelventil misst ist.


    Wenn du dir die Standgasdüse anschaust, dann guck dir auch die Öffnung im vergaser an die ist auch winzig und kann verstopfen.

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