Nummern der Motorhälften rausgefeilt und neu geschlagen, Gehäuseschäden vertuscht.

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  • Moin,


    Vor ein paar Tagen hat mein Vater mit meinem kleinen Bruder auf Kleinanzeigen ein S50 B1 Fahrgestell mit 3 M500 Motoren als Zubehör geholt. (einer von diesen war im Fahrgestell montiert). Das Fahrgestell und die Motoren waren als Basis gedacht, um ein Moped für meinen kleinen Bruder aufzubauen. Leider konnte ich bei der Besichtigung nicht mit dabei sein, was mich extremst ärgert. Ich habe ihnen per Foto bestätigt, dass die Rahmennummer und das Typenschild Original sind und keine Exportkennzeichen haben, was zum Glück auch so ist, und ihnen noch auf den Weg gegeben, darauf zu achten, dass die Motoren nummerngleich sind und die Gehäuse auch in Ordnung sind. Außerdem habe ich ihnen weitere Exportkennzeichen erklärt, und gesagt, sie sollen darauf achten. Dies haben sie auch getan und das Fahrgestell dann auch von einer "alleinerziehenden Frau, die das Moped vom Opa geerbt hat" für ungefähr den Marktpreis, also auch kein besonders guter Preis, geholt. Diese hat ihnen anscheinend auch glaubwürdig erklärt, dass das Moped seit der Wende so rumstände. Die Motoren sind ordentlich eingestaubt. Sie haben glücklicherweise einen Kaufvertrag gemacht, aber ohne rücknahme, weil gebrauchtwaren. Dort sind die Motoren leider auch nur als eine "Kiste mit Zubehör" betitelt. Der Preis hat aber natürlich auch die Motoren mit beinhaltet, sonst hätte sich der kauf nicht gelohnt. Die Rahmennummer von dem Moped ist auch im Kaufvertrag notiert. Als ich dann gestern zurück in die Heimat gekommen bin, und mir das Zeug angeschaut habe, kam direkt das Böse erwachen.


    :furious: :dash:

  • Direkt kamen mir die Nummern der Motorhälften der zwei Zubehörmotoren komisch vor. Als ich dann die motoren mit weiteren Gehäuseteilen von mir verglichen habe, ist es mir direkt kalt den Rücken herunter gelaufen. Die Gehäusehälftennummern beider Gehäuse wurde herausgefeilt, und neu geschlagen, damit "Nummerngleiche Motoren" erzeugt worden sind.

    Das zu übersehen dass sie Motorhälftennumnern runtergeschkiffen worden sind, kann ich meinem kleinen Bruder echt nicht verübeln, der Verkäufer hat nit sowas schon extreme kriminelle Energie, sowas muss doch fast schon illegal sein. Weiterhin sind oder waren die Motoren extremst eingestaubt, damit diese aussehen, wie wenn diese schon seit Jahrzehnten stehen. aber von unten sind die Motoren komplett sauber und die Zylinder sind komplett Schrott, außerdem handelt es sich um "moderne", teils festgefahrene Zylinder wie ein ZT-tgl oder bei einem anderen Motor ein Almot, also nichts, was seit der Wende steht. Der Staub scheint auch einfach nur vom Staubsaugersack zu sein, an den Motoren wurde frisch rumgebastelt. natürlich sind bei allen 3 Motoren auch nur 3-Gang getriebe drinnen, aber das war ja bei einem blinden Kauf, auch wenn die seit der Wende stehen sollten, erwartbar. Aber weiterhin fehlen bei den Motoren so gut wie alle Innereien bis auf die 3-gang Getriebe. Selbst der von innen verschraubte Bolzen für die Schaltwalze ist raus. Somit kann ich einfach nur schlussfolgern, dass der Verkäufer oder die Verkäuferin die motoren einfach nur aus Schrott schnell zusammengesteckt hat, um diese dann künstlich als Scheunenfund, der seit Jahrzehnten steht, vom Opa zu verkaufen.


    Aber es wird noch besser. Der Motor, der im Fahrgestell verbaut ist, ist der einzige, echte, Nummerngleiche. Aber dieser wurde, wenn man die Verstaubung mit dem Rest von dem Fahrgestell vergleicht und auch die frisch geöffneten Motorschauben von dem Fahrgestell anschaut, auch erst vor kurzem dort verbaut und besteht aus genau den gleichen Teilen, also nur Schrott, wie die anderen beiden Motoren. Der Motor wurde auch künstlich mit Staub bedeckt. Aber wieso wurde er frisch in das Fahrgestell gezimmert, obwohl dies seit der Wende "bei Opa unebrührt" stande? Als ich etwas Heu im Motorhalter gesehen habe, ist es mir noch kälter den Rücken hinunter gelaufen. Ich lasse mal die Bilder für sich sprechen:

    Die komplette untere Ecke von dem Motor ist weggebrochen.

    Edited once, last by HannesHans: Ein Beitrag von HannesHans mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Ohne die Motoren, war der Kauf von dem Fahrgestell natürlich viel zu teuer. Glücklicherweise sieht das Fahrgestell an sich nicht zu schlecht aus. Das Typenschild und die Rahmennummer sind definitiv Original. Aber wenn man die kriminelle Energie hinter dem Rest von dem Zeug sieht, kann ich mir echt vorstellen, auch wenn die Verkäuferin mündlich versichert hat, dass sie bereits eine Abfrage bei der Polizei gemacht habe, irgendwas an den Fahrgestell nicht stimmen kann, und der jenige, wer auch immer wirklich hinter dem Verkauf steht, bereits eine Ablehnung vom KBA bekommen hat. Ich kann mir nur vorstellen, dass die "alleinerziehende Mutter" als eine Art Strohmann agiert hat. Das Fahrgestell scheint schon seit Jahrzehnten so zusammen zu sein und ist samt Schrauben stark angerostet und soweit unangetastet. Außerdem scheint irgendwann mal eine 6V Elektronik (EMZA) verbaut worden zu sein, was meiner Meinung nach schonmal gegen ein Fahrzeug aus Ungarn spricht. Trotzdem würde ich das Fahrgestell grob vervollständigen und nach einer Abfrage bei der Polizei eine Abfrage beim KBA probieren.


    Was würdet ihr in dieser Situation machen und könnte man trotz, dass die Motoren im Kaufvertrag nur als "zubehör" betitelt sind, vom Kauf zurücktreten, da ja zumindestens das Herausfeilen von ungleichen Motornummern und ein neues Schlagen dieser meiner Meinung nach illegal sein könnte.


    LG

  • ckich Nein, ich habe die Nummern nur etwas mit dem Lappen gereinigt, diese waren voller Ölschlamm. Vorher konnte man kaum erkennen, dass diese neu eingeschlagen sind. Aber diese wurden definitiv schonmal rausgefeilt und neu geschlagen, wenn man genau hinschaut, sieht man auch noch Teile von den vorhergehenden Nummern. Ich habe die Gehäuse bereits mit zwei alten Gehäusen und einem Motor von mir verglichen.

  • Mal sachte bitte.


    a) "Kiste mit Zubehör" = ist völlig egal, was dort drin ist. Ob'n Sack Schrauben oder sonstwas.

    Hier kommt's zivilrechtlich darauf an, ob das, was im Vertrag steht auch genauso übergeben wurde.

    Steht dort nicht, dass der Motor im Fahrgestell heil sein muss oder ein unbeschädigter Motor etc etc inklusive ist, ist es kein Rücktrittsgrund (arglistige Täuschung z.B.) - Der Zustand der Motoren aus der "Kiste mit Zubehör" hat nichts zu bedeuten.


    b) Strafrechtlich wäre dies hingegen schon ein Problem für den-/diejenige, welche/r den Vertrag unterzeichnet hat (Verkäufer/in).

    Da er/sie eine gefälschte Urkunde im Rechtsverkehr benutzt hat ("Kiste" nutzt ihm/ihr hier nichts, da zwei Zeugen anbei waren), erfüllt dies den Tatbestand der Urkundenfälschung §267(1).

    Unkenntnis ist keine Ausrede.


    Das (b) ist der Hebel, welcher dir dort bleibt. So nach dem Motto: Entweder Vertrag rückgängig machen - Oder Schreiben an die Staatsanwaltschaft, wobei man sich auch nicht mit der Polente aufhalten sollte.


    Ihre Entscheidung... der armen, armen, "alleinerzeihenden Mutter".

    Ich wollt' du wärst ein Huhn - Ich hätt nich viel zu tun
    Legst jeden Tag ein Ei - Ich schau dir zu dabei

  • Was würdet ihr in dieser Situation machen und könnte man trotz, dass die Motoren im Kaufvertrag nur als "zubehör" betitelt sind, vom Kauf zurücktreten, da ja zumindestens das Herausfeilen von ungleichen Motornummern und ein neues Schlagen dieser meiner Meinung nach illegal sein könnte.

    Sehe nicht das da was illegales gemacht wurde, es ist ja keine Motornummer.

    Wenn da kein Kaufvertrag gemacht wurde worin die Motoren aufgeführt werden inkl. Motornummer, geht es schon los, kannst ja nicht belegen das diese Motoren, bzw. überhaupt Motoren verkauft/gekauft wurden .


    Beim Rahmen ohne BE hätte ich Bauchschmerzen, hier kommt dazu das das Typenschild und die FIN schlecht lesbar ist, da gibst deswegen schnell eine Ablehnung vom KBA .

    Edited 2 times, last by ckich ().

  • Das sind ja auch nicht die Motornummern, sondern die Gehäusenummern. Evtl. wurden mal die Nummern geändert, um eine Identifizierung zu erschweren. Solch stark verwitterte Typenschilder findet man bei Exportmodelle.

  • Entweder habe ich was überlesen, aber was einer Urkundenfälschung entspricht sehe ich hier nicht.
    Die Nummern an der Motoraufnahme sind nur interne Fabriknummern zur Zuordnung von den Gehäusehälften aber haben nichts mit Urkunden zu tun.


    Der Rahmen und das Typenschild scheinen original zu sein.


    Das bei einem Motor eine Aufnahme weggebrochen ist macht es nicht zu einem Weltuntergang.
    Man kann einen ALU Zylinder anschweißen und neu bohren lassen.


  • für mich sieht das aber völlig normal aus.


    bei meinen Motoren sind die Schlagflächen alle werksseitig überfräst und dann erst die Nummern eingeschlagen.


    Wenn das einer mit der Feile in der Scheune macht sieht das auch selten so gleichmäßig und eben aus.


    Auch wenn du die Echtheit des Staub anzweifelst, aber die öligen

    Verschmutzungen sehen doch an beiden Gehäusehälften gleichmäßig aus. Spricht für mich auch dafür, dass die Motoren so zumindest schon längere Zeit gelaufen sind.

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