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Grenzerfahrungen / Eure Storys zur Flucht und Grenze

  • Das sind schon saftige Preise. Wenn man mal bedenkt, dass auch 1500 DM seinerzeit mächtig viel Geld war.

    Leider ist dem Hype heutzutage zu verdanken, dass die Fahrzeuge preismäßig mächtig zugelegt haben. Dennoch wundert es einem nicht, dass wenn man die Anzeigen so anschaut, keine Grenzen nach oben sieht. Andere wollen nicht einmal das zahlen, was man für einen Rekonstruierung ausgegeben hat.

    Selbst die Ersatzteilversorgung kennt da keine Preisgrenzen. Wenn da vor Jahrzehnten einmal alte verschlissene Teile ausgetauscht wurden, aber wie es früher so war dann in eine Kiste verschwanden, werden genau diese Teile heute als "Originalteile" für einen recht hohen Schrottpreis angeboten. Dabei frage ich mich so manches Mal, ob da ein Käufer glücklich werden kann, wenn er ein (verschleiß)Originalteil eingebaut hat. Guckt man sich aber die viele Shops an, wo man die Nachbauteile für den großen Taler kaufen kann, ist dann auch alles vorbei mit preisgünstig. Auch dort wird kräftig zugelangt. Es macht schon keinen Spaß mehr etwas neues anzufangen. Leider.

  • Wenn man mal bedenkt, dass auch 1500 DM seinerzeit mächtig viel Geld war.

    Zu DDR-Zeiten hat eine S51B 1-4 um die 1800 M gekostet und die B2 hatte ca. 100M mehr gekostet.

    Offenbar war damals im Westen auch schon geizt ist Geil angesagt gewesen, Qualitätsprodukte kosten halt ;)

  • Wie war denn der Wechselkurs Ost zu Westmark bzw. konnte man das überhaupt einfach so tauschen? Ging doch gar nicht oder?

    Offizieller Wechselkurs , gab es da überhaupt was außer dem wie das Geld nach der Wende dann umgetauscht wurde. :kopfkratz:


    Die aus dem Westen zum Besuch in die Zone kamen mussten 25DM pro Tag (Zwangsumtausch) 1:1 umtauschen.

    Ich meine das bei der Ausreise die DDR-Mark dann 10 : 1 wieder in DM umtauschen konnten, mitnehmen durften sie die nicht.

    Die Amis die in der BRD stationiert waren durften ja rüber und nüber wie sie wollten und ich meine da mal gelesen zu haben das die auf Westberliner Banken 1:5 -1:10 getauscht haben.

    Und in Leipzig gab es zu Messezeiten eine offizielle Wechselstube die hatte 1:4 umgetauscht.

  • Wie war denn der Wechselkurs Ost zu Westmark bzw. konnte man das überhaupt einfach so tauschen? Ging doch gar nicht oder?

    Als "Wessi" mit sehr guter Erinnerung daran & ergänzend zu dem realen Chaos, welches ckich bereits sehr gut passend plakatierte:


    Ja, es gab "offizielle Wechselkurse". Allerdings wohl "offiziell" i.S.v. "öffentlich" nur bei "uns" im "Westen".

    Die standen oft (imho täglich) in der Zeitung und schwankten in den 80ern zwischen ca. 1:7 und 1:10. Weshalb ich mich auch dran erinnern kann.


    Doch, gab es solche Scheine einzutauschen? Bei uns? Wohl kaum. Ich wüßte Niemanden, der vor einer Reise in die DDR zu Verwandten irgendwas tauschen konnte. Da griff dann der Zwangsumtausch 1:1. Grenzer waren dafür bekannt, bei Reisenden gern Daumenschrauben anzulegen und sie wieder zu lockern, sobald Valuta in die Privatschatulle floss. Wie heute also mit Uniformierten.


    1990 in Russland ähnliches Chaos. Persönliche Erinnerung. "Offiziell" 3DM = 1 Rubel. Inoffiziell 1DM = 10 Rubel oder mehr. Gesetzt den Fall, man bekam nicht einen Packen Rubel mit 2 Scheinen oben/unten und Papier dazwischen ;)

    Ich wollt' du wärst ein Huhn - Ich hätt nich viel zu tun
    Legst jeden Tag ein Ei - Ich schau dir zu dabei

  • Den Zwangsumtausch für Leute aus nicht sozialistischen Ausland war aber auch in anderen sozialistischen Bruderstaaten angesagt.


    Wenn als DDR Bürger in CSSR gefahren bist durfste maximal 10 Tagessätze zu je 40M pro Jahr umtauschen.

    Da ging nichts ohne schwarz umtauschen

    wenn 2x im Jahr für 2-3 Tage dort hin gefahren bist.

    Wir haben uns da mit Kumpels und Mädels getroffen die mit ihen Eltern abgehauen waren.

    89 standen wir in Prag auch vor der Botschaft......

  • Mach Sachen, das war mir neu. Sogar untereinander? Man lernt nie aus.


    Um die Botschaftssache haben sie ein großes TamTam gemacht damals.

    Wie seid ihr dahin bzw. auf den Gedanken gekommen, dort hinzugehen?

    Hat euch wer delegiert oder war das Mundpropaganda unter Bekannten?

    Ich wollt' du wärst ein Huhn - Ich hätt nich viel zu tun
    Legst jeden Tag ein Ei - Ich schau dir zu dabei

  • Sogar untereinander?

    Das war kein Zwangsumtausch wenn in die CSSR gefahren bist, sonder was man maximal tauschen konnte.


    Um die Botschaftssache haben sie ein großes TamTam gemacht damals.

    Wie seid ihr dahin bzw. auf den Gedanken gekommen, dort hinzugehen?

    Hat euch wer delegiert oder war das Mundpropaganda unter Bekannten?

    So auf den Gedanken hat uns die Kontrolle an der Grenze gebracht, die hatten uns das erstmal so richtig kontrolliert, es wurde alles auf links gedreht sogar die Autos.

    Die wollten uns nicht wirklich rüber lassen, wegen Prag oder weil die nicht wollten das wir uns da wieder mit den aus Westen Treffen,

    denke wegen dem was in Prag los war.

    Auf Grund der Ausreisestempeln in den Ausweisen hatten wir den Grenzern belegen können, das wir jedes Jahr zweimal da waren, daher haben sie uns vermutlich gelassen.

    Als wir in unserer Unterkunft bei Teplice angekommen waren und die aus dem Westen eingetroffen waren,

    platze eine Bombe, zwei wollen abhauen, das wusste keiner bist zu diesen Zeitpunkt, nicht mal die beiden untereinander.

    Da Stande dann fest wir fahren alle nach Prag und schauen uns das an.


    Also führen wir am 30.09.1989 nach Prag, und sprachen da jemanden an der uns gegen paar DM fast bis an den Botschaft brachte .

    Eigentlich konnte man es nicht verfehlen, um so mehr abgestellte DDR Autos, um so näher kam man der Botschaft.

    Ja da standen wir nun auf dem Platz vor der Botschaft

    Zum Zaun um denn Garten der Botschaft zu schauen haben die Polizisten uns nicht hin gelassen

    bzw. mich zurückbegleitet als sie mitbekommen (Ausweis) haben ich bin kein BRD Bürger wie die zwei Kumpels mit den ich da schauen wollte.

    Irgendwann kamen paar Diplomatenwagen auf den Platz vor der Botschaft an, als sich die Tür von der Botschaft öffnete stürmten die Leute los, es sind etliche Leute rein gekommen bevor sie die Tür zu bekommen haben. Unser zwei Kumpels waren danach weg.......

    Am Abend fuhren wir zurück in unser Unterkunft und dann noch zur Disco, aber irgendwie kam keine richtige Feierlaune auf.

    Den nächsten Tag führen wir alle wieder nach Hause, als ich eine Kumpel, bei sich absetzte, kam sein Vater an und umarmte ihn,

    alle sauten sich verdutzt an, sein Vater sagt "Junge schön das wieder nach Hause gekommen bist, wir dachten du bist auch in der Botschaft."

    Was wir zu diesen Zeitpunkt nicht wussten, war das mein Kumpel seine Eltern, in den Nachrichten, einen von uns da in der Botschaft

    gesehen hatte, sowie auch nicht wer mit den Diplomatenfahrzeugen da in Prag vor fuhr.

    Ich glaube die Bilder/Ansprache vom Balkon der Botschaft, sind bekannt genug um zu wissen wer der Außenminister war und was er gesagt hatte.

  • Da es hier einige User mit Flucht- und Grenzerfahrungen aus DDR Zeiten gibt ist der Thread zum Austausch von Zeitzeugen und Interessierten gedacht :b_fluester:


    Also - haut in die Tasten! Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, welche gehört und wie seid ihr rüber?

    Wie habt ihr von der Öffnung erfahren?


    Ich bin gespannt :popcorn:


  • Wenn ein Mod das ganze noch verschiebt, ist der Anfang getan.

    Ok. danke, das wäre super.

    Kann mir jemand sagen wie es dann mit den SR50/1CE Bunny war ? Wer hat die Importiert? Mein Sohn hat eine Bauj.89 mit E-Start und Hupe und einen ganz besonderen Heckgepäckträger.Die hatte auch nur eine 50km/h BRD Betriebserlaubnis aber 2009 hat man noch ohne Probleme neue mit 60km/h bekommen Drosselung war nur längerer Auspuffkrümmer.

    ZR Import und Vertrieb Fritz Röth , 6149 Hammelbach, Schulstraße 6

    Die Firma hat auch MZ in die BRD importiert, meines Wissens.


    Die länger dabei sind wissen das 2009, das KBA offenbar nichts geprüft hatten, da auch Zweitschriften auch für Reimporte

    ausgestellt wurden, eine Zweischrift von was bitte ?

    Würde aber damit rechnen wenn mal eine Zweischrift erneut benötigt wird, das das KBA keine mehr ausstellt.

  • Okay - ich fange mal an. Offiziell bin ich kein Flüchtling.

    Mein Dad hat mich und meine Mum "Sitzen lassen".

    Mein Dad war Fleischermeister und meine Mum Technische Zeichnerin. Mein Dad hatte zu DDR Zeiten so viel Geld das er es nicht dafür ausgeben konnte wofür er es wollte - die Freiheit und den Urlaub.

    Mein Dad hatte "Beziehungen" in den Westen, welche ihn zur fingierten Hochzeit eingeladen haben. Kurz vor der Ausreise haben meine Eltern geheiratet.

    Er ist dann "Einfach im Westen geblieben".

    Es gab viele Briefe, wissend das die Zecken der Stasi mitlesen. Selbstverständlich war das zwischen den beiden abgesprochen.


    Da meine Eltern vorher geheiratet haben, hat meine Mum eine Familienzusammenführung beantragt.

    Der Spaß hat über ein Jahr gedauert. Und ich Ochse hatte nichts anderes zu tun als zu heulen wie ein Schlosshund als ich meinen Papa wieder gesehen habe...nach einem Jahr war er mir leider fremd. Ich mag gar nicht dran denken wie er sich gefühlt hat :wacko:

    Ist aber nicht nur mein Papa sondern auch mein bester Kumpel :b_fluester:


    Mehr kann ich mit dem Baujahr 87 nicht beitragen...

  • Ja, es gab "offizielle Wechselkurse". Allerdings wohl "offiziell" i.S.v. "öffentlich" nur bei "uns" im "Westen".

    Die standen oft (imho täglich) in der Zeitung und schwankten in den 80ern zwischen ca. 1:7 und 1:10. Weshalb ich mich auch dran erinnern kann.

    jeder so wie er wollte. In Uelzen haben wir immer 1:20 gewechselt. Hatten dann für ein Abendessen mit Getränken für 5 Personen insgesamt 5DM bezahlt

  • Zu DDR-Zeiten hat eine S51B 1-4 um die 1800 M gekostet und die B2 hatte ca. 100M mehr gekostet.

    Offenbar war damals im Westen auch schon geizt ist Geil angesagt gewesen, Qualitätsprodukte kosten halt ;)

    "Meine" B2-4 hat 1986 2100,- M gekostet, dafür war sie schon vollgetankt ;)

  • Eine Kumpeline Stande von einen von einen Tag auf den anderen ohne Eltern da und hatte noch ihre Lehre noch nicht fertig.

    Die Eltern hatten eine Ausreiseantrag gestellt und als der bewilligt wurde war sie gerade 18 Jahre geworden

    und durfte daher nicht mehr mit.

    Die Eltern mussten innerhalb 24 Stunden ausreisen, war so üblich.

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