S51 Lackieren Fragen über Fragen | Schleifen - Grundieren - 2k Lack aus der Dose | Low Budget!

  • mag auch alles gut gehen, aber wielange hält es bis der Lack reißt, oder stumpf wird, oder sich die Schichten abblättern?
    Man sollte ja zumindestens versuchen die verschiedenen Schichten von einem Hersteller zu nehmen.


    Und wenn ich sehe das sone dose Grundierung 3,50€ kosten soll, frage ich mich ernsthaft wie tauglich diese ist.
    Vernünftige Farbe kostet wie vernünftige Ersatzteile nunmal Geld.

    Joa, die Farbe war auch teuer, die is 2k SprayMax


    Und die Grundierung, welche du ansprichst wird auf Amazon eig echt gut bewertet:
    https://www.amazon.de/FAST-FIN…RUND-292811/dp/B00DIR7HE4


    Naja, also bisher hat sich Sterni groß ausgelassen, aber auch keinen Bock drauf einzugehen. Und die anderen hier scheinen meinem Projekt gar nicht so sehr abgeneigt zu sein, aber bisher will hier auch niemand mal klar sagen, ob das, wie Sterni meint totaler Quatsch ist, und wenn nicht, auf was ich konkret achten muss, wenn ich es schon so mache, wie ich es mache..

  • er wird schon wissen wie es richtig gemacht wird. Spaydose ist halt von der Sache schon nicht optimal, aber damit bekommt man gute Ergebnisse hin.


    Ich kann ich aber auch verstehen das er nicht den Elan hat hier alles runter zu reiten, wenn du an den von dir gekauften Sachen festhalten möchtest, was ich wiederum auch verstehen kann.
    Lackieren is ne Sache für sich, aber wir haben alle mal klein angefangen, und nen Haufen Fehler gemacht. Und selbige machen wir auch heute noch, sonst wüsste ich das mit dem bremsenreiniger ja nicht ;)

  • So, Feierabend. Zeit hier ein wenig Nachhilfe zu geben.

    Dieser ist relativ sauber schwarz gepulvert und nur hin zum Tank an manchen Stellen stark gerostet.
    Ich würde den Rost mit einer Bohrmaschine mit Stahlbürstenaufsatz entfernen, mit Bremsenreiniger säubern und mit 1k Autolack auf Acrylbasis grundieren (4x 400ml vorhanden).
    Den Rest des Rahmens mit 100er Schleifpapier von Hand anrauen, dann die gesamte Oberfläche samt Grundierstellen mit 200er, bis hin zu 1000er nass schleifen.
    Wieder mit Bremsenreiniger reinigen, und dann mit 2k Lack aus der Dose bespühen (2x 400ml vorhanden).

    Deine rostigen Stellen versuchst du bitte nicht mit einem normalen Drahtbürstenaufsatz zu entfernen. Das kann man gut zur groben mechanischen Vorbehandlung vorm Strahlen machen aber nicht um eine lackierfähige Oberfläche zu schaffen.
    Endweder nimmst du einen "Negerkeks" aka CSD-Scheibe. Nein, die ist nicht homosexuelle, sondern nennt sich ausgesprochen Colo(u)r-Strip-Disc.
    Die bitte auf ner Bohrmaschine anwenden. Auf ner normalen Flex ist die ruck-zuck weg.


    Rost ist weg, sehr schön.
    Die übergänge schleifst du von Hand mit 240er glatt. Alles trocken, kein Gepansche mit Wasser starten - das ist unnötig.
    Wenn die Übergänge soweit ók sind schleifst du den gesamten Rahmen mit Schleifvlies an. Farbkennung bei den rennomierten Herstellern ist rot.
    Beispiel: https://www.mirka.com/de/MIRLON-TOTAL-810/
    Das wird dich durchs ganze Projekt verfolgen.


    Dein stufenweises Schleifen klemmst du dir bitte. Es geht hier nicht darum gröbste Alunarben vor dem polieren auszubügeln.


    Wenn alles soweit fertig geschliffen ist die Teile mit Silikonentferner reinigen. Alles andere was sich in Opas Werkstattschrank oder Muttis Badschränkchen finden lässt bleibt bitte genau da stehen. Einzige Ausnahme: man fängt Sachen gerne 2 mal an weil man die goldene Anstecknadel im Jugendforschtwettbewerb sein Eigen nennen will.
    Aceton, Verdünnung und ähnliche Lösemittel sind oftmals zu agressiv und können den Untergrund anlösen. Möchte keiner.
    Spüliwasser und Bremsenreiniger haben den netten Nebeneffekt Rückstände zu hinterlassen die den späteren Beschichtungsstoff stören.


    Silikonentferner wird folgendermaßen angewendet:
    Lappen mit SE befeuchten, Teile abwischen und direkt mit einem trockenen Tuch hinterherwischen um den Schmodder abzuheben.
    Silikonentferner verflüchtigt rückstandfrei, was soll man da jetzt also aufnehmen?
    Genau, den Dreck der da angelöst wurde. Sprüht man das Zeug nur drauf und vertraut auf sein Glück verflüchtigt sich der Reiniger und der schmoch bleibt immernoch wo er ist.


    Mag manch anderer hier natürlich komplett anders machen und klappt auch schon 20 Jahre so aber die Praxis zeigt doch, dass es eine hohe Fehlerquote gibt.


    Deine Grundierung verteilst du dann nach Herstellerangabe und versuchst sie irgendwie trocken zu bekommen. Da gehe ich nicht weiter drauf ein, da ich das Zeug nicht kenne.
    Eins am Rande: Der Korrosionsschutz dürfte recht mau ausfallen.


    Ist der Pamps dann trocken wird alles mit 800er Papier geschliffen.
    Im Optimalfall mit einem Trockenschleifmittel. Im Fachhandel unter "Soft Pad" erhältlich. Macht sich um einiges besser als Latexpapier.
    An Stellen wo man schlecht rankommt wird wieder das Vlies verwendet.


    Anschließend wieder mit SE reinigen und Farbe drauf.

    Weiterhin habe ich den Hauptrahmen, als auch den Obergurt mit einer Mischung aus Wasser, Essig und Zitronensäure ausgefüllt und lasse diese einige Tage ziehen.

    Punkt 1: Die Teile bekommt man nicht ohne weiteres "voll", da sich überall Ablauflöcher finden lassen.
    Punkt 2: Viele Hohlraumschutzprodukte "benötigen Rost" um dauerhaft Haften zu können. Dazu aber im folgenden Absatz mehr.

    Dann hatte ich vor mit einer langen Kanüle Hohlraumwach zu sprühen und ggf. mit 2k Lack oder 2k Grundierung aus dem Fass zu versiegeln. (einfüllen und ein paar mal schwenken, ausgießen)

    Du schreibst wirres Zeug. Du kannst doch nicht erst eine Hohlraumkonservierung (HRK) einfüllen und dann Lack hinterherkippen. Woran soll der Lack stäter haften?
    Selbst wenn wir uns die HRK bei deinem Arbeitsschritt wegdenken gibts Probleme bei deiner geplanten Vorgehensweise.
    Es gibt die Beschichtungsmethode des Flutens, soweit richtig. Dafür brauchts aber auch abgestimmte Produkte, die in Sachen Viskosität, Adhäsions und Kohäsionskräfte aufeinander abgestimmt sind. Ebenso hat der Lösemittelgehalt einen entscheidenen Einfluss aufs Beschichtungsergebnis.
    Vereinfacht auf diesen deinen Fall runtergebrochen:
    Wenn du einfach irgendeinen Lack ins Rohr kippst hast du nachher keinerlei Kontrolle was die Schichtstärke angeht.
    In irgendeiner Ecke läuft dir das Zeug zusammen, trocknet, die Lösemittel verflüchtigen sich irgendwann und das Zeug reißt.


    Gütiger Vorschlag:
    Lass die Innenseiten unbehandelt, lackiere die Teile von Außen und jaller die Teile nach einer angemessenen Trocknungszeit (4 Wochen +) innen mit einer HRK deiner Wahl voll.

    Stark verrostete Teile, wie die Schwinge, Stützstreben, Fußrastenträger usw. würde ich mit Abbeizer vorbehandeln (Beko Speed-ex), und weiter wie gehabt, nur diesmal alles blank schleifen und komplett mit 1k Grundierung behandeln, dann 2k Lack.

    Den Abbeizer kannst du dir bei Ostlack sparen. Da gibts für euch Hobbyanwender nichts mehr in frei verkäuflich.
    Selbst in den ehemals guten und frei verkäuflichen Abbeizern wird der Dichlormethangehalt immer weiter runtergeschraubt.
    Dank geht nach Brüssel, Schweden und an die ganzen anderen "Fridays for Irgendwas"-Schwachmaten.


    Da hilft dir also nur mechanisches Entfernen des Altlacks, sofern nötig.
    Ist der Lack noch gut in Schuss und nicht unterrostet bleibt er besser wo er ist. Einen besseren Korrosionsschutz bekommst du nicht aus der Klackerdose geschleudert.



    Weiter gehts auf der nächsten Seite. Mein Betrag hatte >10.000 Zeichen und konnte daher nicht abgeschickt werden. Dank der tollen Foreneinstellung kann man auch keine Posts mehr hintereinander abschicken.
    Super Sache, danke An Carpe, dass er kurz was reingehackt hat.


    Kein Lehmannfan

    Edited once, last by Sterni ().

  • Lackset:



    Hier würde ich wie beim Rahmen vorgehen, ggf jedoch statt dem normalen Primer 2k Grundierfüller sprühen zur Sicherheit, oder geht auch 1K?. Dann wieder 2k Lack spühen (2x 400ml vorhanden).

    Alles was irgendwie dauerhaft mit Kraftstoff(-Dämpfen) in Kontakt kommt gehört mit 2K Produkten ausgeführt.
    Alles andere wird nicht dauerhaft halten, da nicht ausreichend gegen chemische Einflüsse geschützt.

    Motorkram:



    Diese würde ich gerne mit Ofenlack bis 800C ohne Grundierung besprühen und im Backofen einbrennen, bzw habe mir eine Heissluftpistole organisiert. Erstmal mit dieser erhitzen, um die gröbsten Lösemittel (und den Gestank) rauszufeuern, dann später in der WG Küche einbrennen, wenn mal alle aus dem Haus sind..^^
    -Wie wird das Alu vorbehandelt?

    Eins vorweg: Die Teile die du mit Einbrennlack behandeln möchtest bitte seperat antünchen. Im Mormalfall kommen dort Silikonharze zum Einsatz welche zu Lackdefekten bei deinen restlichen Teilen führen können (und es mir großer Wahrscheinlichkeit auch tun).
    Wie da was vorbereitet werden muss erklärt dir der (hoffentlich) kompetente Verkäufer, Notfalls direkt beim Hersteller fragen.
    Randnotiz: Hitzefester Lack ist nur bei Kopf und Zylinder nötig, der Rest braucht das nicht.

    Rost an den Speichen mit Drahtbürstenaufsatz entfernen und Alufelge reinigen (Backofenreiniger, Felgenreiniger), ohne auszuspeichen und mit Schleifpapier 100er-1000? anrauhen.
    Dann grundieren mit 1k Primer und ebenfalls mit Ofenlack bespühren und mit Heissluftpistole einbrennen. Ggf noch 1K Klarlack drüber.

    Viel Spaß bei der Arbeit, dauerhaft wird auch das leider nicht.
    Zuersteinmal müssen wir uns vor Augen führen was wir dort für einen bunten Materialmix haben.
    Alu - Felgenring, Nabe
    Stahl - Speichen
    Messing - Nippel
    Restchrom - Speichen und Nippel
    Restrost - Speichen



    Dafür brauchts schon die eierlegende Wollmilchsau - sofern man Wert auf Haltbarkeit legt.
    Hier mal die Pfuschervariante:
    Speichen entrosten, Aluteile und Nippel mit dem Vlies anrauen, Grundierung hinterher und nach dem antrocknen der Grundierung deinen Decklack hinterher. Wird zwar kaum das erste Reifenaufziehen überstehen und der Lack wird auch nicht ewig halten aber ist halt erstmal schwarz.

    Ich lese oft von Füllern, oder Spachtel, beides habe ich nicht da. Sind diese zwingen notwendig?

    Spachteln ist, wenn ich mir den Tank betrachte, auf jeden Fall notwendig.
    Das Füllern im klassischen Sinne kannst du bei Dosenprodukten aus deinem Wortschatz streichen. Das ist mit den Lösemittelschleudern schlichtweg nicht möglich.
    Das Füllern dient dem finalen glätten von leichten Unebenheiten, Spachtelübergängen oder geschliffenen Lackübergängen. Die notwendige Schichtstärke dafür bekommst du aber nicht hin, also versuch garnicht erst irgendwelche schlecht geschliffenen Übergänge zuzufluten.

    Weiterhin benuten viele Rostumwandler, oder Rostblocker, Zink-Spray.. Auch alles nicht da. Reicht es ggf den Rost mit der Drahtbürste großzügig zu entfernen?

    Nein das reicht nicht, siehe Oben.
    Die klassischen Rostumwandler bringen nichts, bleiben also besser im Regal stehen. "Rostblocker" sind in ihrer Zusammensetzung nicht näher definiert. Ein Beispiel wäre nett. Optimalerweise übernimmt die Grundierung den Korrosionsschutz.
    Zinkspray hat im Kraftfahrzeugbereich rein garnichts verloren. Möchte ich nicht weiter drauf eingehen.

    Naja, also bisher hat sich Sterni groß ausgelassen, aber auch keinen Bock drauf einzugehen.

    Ich bitte vielmals um Entschuldigung, Euer Majestät.
    Den Text hier reinzupfeffern ist nichts was man mal eben so nebenbei am Handy macht.



    Dummerweise werde ich hierfür nichtmal bezahlt sondern mache das in meiner Freizeit für dich.
    Wenns dir nicht flink genug geht musst du halt deine eigenen Erfahrungen machen, aber brauchst hier niemanden anferzen, dass er keinen Bock hat. Als ich den Satz gelesen hab war ich kurz davor wirklich den Bock zu verlieren.






    Sport frei!

    Kein Lehmannfan

  • So, zuallerst Danke!


    Sehr ausführlich und für mich umsetzbar. Damit kann ich arbeiten!


    Nimms mir nicht krumm, ich wollte dich weder drängen, noch erwarte ich ("eure Majestät"..) das man mir den Hof macht. Ich war nur sehr verwundert von deiner Aussage:, "Gut, dann kann ich mir den Part in dem ich aufs ''lackieren'' eingehe schonmal klemmen.".. nachdem du den schon angekündigt hattest.


    Dies habe ich wohl missverstanden, und deshalb entschuldige ich mich!


    Jedenfalls ist 2k Grundierfüller, Hitzelack bis 600°C und 2k Spachtel unterwegs. Morgen kauf ich im Baumarkt das von dir empfolene Schleifpapier und dann gehts nächste Woche los, sobald das Wetter etwas besser ist.


    Habt Dank, und gute Nacht

  • Morgen kauf ich im Baumarkt das von dir empfolene Schleifpapier

    Schleifpapier kauft man nicht im Baumarkt.
    Dafür gibts Fachgeschäfte oder das Internet, aber nicht der Baumarkt um die Ecke, die haben meißt nur qualitativ minderwertigen Kram zu Apothekenpreisen.



    Zum Rest: Schwamm drüber

    Kein Lehmannfan

  • schleifpappe ausm baumarkt kann ich nur als Müll bestätigen...



    @Sternburg-Exportmagst du auf den Füller aus dr Dose nochmal eingehen? Ich hab damit eigentlich recht gute Erfahrungen gemacht (klar is Pistole besser, aber eben auch aufwendiger wegen der luftaufbereitung). Gilt dein Satz grundsätzlich für alle Produkte, oder ist die Mehrheit eher untauglich?

  • Moin.
    Ich kanns nachher nochmal versuchen anzureißen.


    Passiert dann aber wieder vom Rechner aus.
    Kurzer Denkanstoß: In ner 400ml Klackerdose befindet sich max. 120ml Lack, bei den günstigen eher 80ml.
    Der Rest sind Lösemittel und Treibgas die aus dem Lackfilm wieder rausmüssen.

    Kein Lehmannfan

  • ja ok, das ist klar das es verhältnismäßig wenig verwertbaren Inhalt gibt in den dosen, aber ich denke damit kann man ja trotzdem eine gewisse schichtstärke erreichen, man braucht halt nur mehr Dosen, oder nicht?

  • ich will mich mal hier ranhängen, und zwar geht es um das Finden eines passenden RAL Farbtones. Mir ist bekannt, dass die DDR Farben nicht den RAL Farben entsprechen und doccolor kenne ich auch ;-)


    Die Entscheidung fürs Pulvern ist gefallen, nachdem mein Pulvermann aber nur RAL Farbtöne verwenden kann und ich aus gewissen Gründen die Arbeit nur dort machen lassen will, komme ich um RAL nicht drum rum.


    Eigentlich soll es Billardgrün werden, was kommt denn an RAL da am nächsten hin? Minzgrün? RAL 6029?
    Alternative Flammrot, ist wahrscheinlich einfacher. RAL 3026?


    die Schutzbleche dann in Silbergrau? 7001? wobei das ja nicht so richtig silber ist..... ???

    KR51/1, S50, S51, und einen Haufen MZ

  • Hey Blackdesert, ich weiß ist Monate her. Bin aber neu hier und fand den Thread bis zu seinem Ende sehr interessant. Wie ist es denn gelaufen? Konntest du die Tips umsetzen? Wie ist das Ergebnis? Gibt es schon irgendwo im Forum Bilder?


    Mich persönlich interessiere mich besonders für die Motorlackierung, der Rest ist aber auch spannend.


    VG Flex

  • ea2873, kannst du bitte einen eigenen Threads für deine Belange aufmachen? Danke ;)

    Deine Umgangsweise mit Anderen, zumindest sprachlich, ist echt unglücklich.

    Alle Mann mir nach ... ! Ich folge !!! :thumbup:

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