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[Diskussion, Theorie] Schutz der E- und U-Zündanlagen vor Überspannungsbedingten Ausfällen (Steuerteile, Kondensatoren)

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      [Diskussion, Theorie] Schutz der E- und U-Zündanlagen vor Überspannungsbedingten Ausfällen (Steuerteile, Kondensatoren)

      Moin Leute,

      immer wieder lesen wir von E-Zündungsausfällen, bei denen das Steuerteile "abgeraucht" ist oder von Ausfällen der U-Zündung wegen defekter (möglicherweise durchgeschlagener) Kondensatoren...

      ... Und so war es dann vor einiger Zeit mal wieder soweit, dass jemand bei der E-Zündung Hilfe gesucht hat und sogar neue Steuerteile nach Sekunden ausgefallen waren…

      Also wurde erst einmal die bekannte Fehlerliste durchgegangen:
      - saubere Kontakte im Zündlade-Stromkreis und im Geber-Stromkreis
      - Masseverbindungen allgemein und zum Motorblock
      - Gebersignal vorhanden?
      - Zündladespannung vorhanden?
      - die Frage, ob eventuell „Original“ und „Nachbau“ gemischt wurde (weil es hier ja wohl doch so einige bekannte Inkompatibilitäten gibt, wenn man mal in unserem Forum und im WEB recherchiert)

      Dazu kamen dann noch die Überlegungen, ob nicht vielleicht doch zu hohe Spannungsspitzen auftreten, die das Steuerteil zerstören und wo sie herkommen könnten: Selbstinduktionen in der Zündspule (wenn, dann wohl eher bei schlechter Masse-Verbindung oder Probleme im Hochspannungsstromkreis) oder vielleicht doch von der Zündladespule kommend?
      Gibt es Spannungsunterschiede zwischen der originalen und der Nachbau-Zündladespule? – Wenn ja: Wie groß sind die Unterschiede und wie kann ich mein Steuerteil vor Überspannungsspitzen aus der Zündladespule schützen?

      Aus diesen Überlegungen hat sich eine schon etwas ausgiebigere und interessante Konversation mit Ulli (Nekro) ergeben, bei der sich herausstellte, dass er ein Oszilloskop besitzt. – WOW! Ein Oszi kann im Gegensatz zu einem herkömmlichen Multimeter die reellen Spannungsverläufe darstellen und nicht nur die Effektiv-Werte messen. => Also sieht man die einzelnen Spannungsspitzen, die ein Multimeter gar nicht erfassen kann.

      Da Ulli anfänglich leider nicht zuhause war, konnten wir also nur Hypothesen aufwerfen, ohne die Oszillogramme gesehen zu haben.

      Ich hatte mir inzwischen aus dem WEB den gefundenen Schaltplan für unsere Steuerteile herausgesucht und dabei festgestellt, dass unser Steuerteil keine Überspannungsschutzbeschaltung im Eingang hat, wie ich es von einigen modernen CDI-Zündungen her kenne.

      Also ging meine Überlegung dahin, ob man nicht im roten Kabel (zur Klemme 14 des Steuerteils) eine solche „abgekupferte“ Überspannungsschutzschaltung integrieren kann, welche die Zündladespannung auf die vom Steuerteil maximal verträglichen 400V begrenzt. – Ullis Antwort sinngemäß: „eine sehr interessante Sache!“

      Da wir nun beide keine Elektroniker sind und somit die Schaltbilder von unserem Steuerteil und den CDIs nur „oberflächlich“ erfassen/auswerten können, haben wir überlegt, ob wir unsere Diskussion nicht doch lieber öffentlich führen soll(t)en…

      Da wir ja den einen oder anderen Elektroniker hier im Forum haben, möchten wir diese gerne in unsere Diskussion einbeziehen… - Einmal um Fehler bei den Schaltungsauswertungen zu vermeiden, andererseits auch in der Hoffnung, dass wir von den Elektronikern selber noch einiges dazu lernen.

      OK, kommen wir erst einmal zum Verständnis des Schaltbildes vom Steuerteil der Simson…

      moser-bs.de/Simson/plaene/steuerteil.png

      Die Frage ist hier: Welche Funktion erfüllt hier die Diode D2? => Wird C1 auch über D2 geladen?
      (ich würde ja behaupten, dass C1 sowohl über D1 als auch über D2 geladen wird, weil sich die AC-Spannung der Spule ja ständig umpolt und D2 von Masse zum Kondensator in Durchflussrichtung liegt)

      Wäre D2 zwischen Ausgang 15 und Masse - also rechts von C1, dann hätte ich sie ja als Freilauf-/Schutzdiode angesehen... Aber nicht so wie sie eingezeichnet ist.


      Als Beispiel, wo man einen AC-Spannungsbegrenzer für den Zündladespuleneingang abkupfern und angleichen könnte:
      motelek.net/andere/cdi/facind_125_rot.png
      (im Bild links eingezeichnet)



      ("Zündladespule" = "Primärspule" auf der GP)
      Gruß Frank

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      DUO78 schrieb:

      Die Frage ist hier: Welche Funktion erfüllt hier die Diode D2? => Wird C1 auch über D2 geladen?
      (ich würde ja behaupten, dass C1 sowohl über D1 als auch über D2 geladen wird, weil sich die AC-Spannung der Spule ja ständig umpolt und D2 von Masse zum Kondensator in Durchflussrichtung liegt)


      Ich halte übrigens dagegen. Weil 1. Die Charakteristik der Oszillogramme (reich ich morgen nach) dann meiner Meinung nach anders wäre und 2. weil -> Anhang.

      Wozu D2 allerdings sonst gedacht ist, weis ich auch nicht. Hat sie vlt etwas mit dem Schwingkreis C1 <-> Zündspule zu tun?

      (Werde morgen noch n paar Zeilen zum Thema schreiben. Heute is mir zu spät)
      Bilder
      • Negative Halbwelle.png

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      • Positive Halbwelle.png

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      @Nekro:

      Ulli, denke dir mal bitte kurz die Zündspule aus dem Schaltbild weg und betrachte dann noch einmal deinen eingezeichneten Strompfad, wenn die positive Halbwelle ("pHW") auf Masse liegt...

      noch mal zur Erinnerung:


      Das positive Potential (aus der pHW) auf der Masse lädt über D2 (genau so wie pHW über 14 => D1) die linke Elektrode ("Platte") positiv auf, während jetzt die rechte Elektrode weder positive noch negative Ladung erfährt. - richtig?


      Gut, jetzt wieder mit der Zündspule:
      Über D1 wird definitiv die linke Elektrode von C1 geladen...
      Aber da jetzt die Zündspule angeschlossen ist, kannst du dir die Zündspule als einen "Ersatzleiter" oder besser als "Ersatzwiderstand" denken, der mit Masse verbunden ist.
      Dadurch folgt die Ladung der rechten Elektrode von C1 der Sinuswelle, was die Situation verändert:
      Um einen Kondensator laden zu können, muss an beiden Seiten unterschiedliches Potential anliegen...
      Also liegt bei der pHW auf Masse auf beiden Seiten von C1 positives Potential an und C1 erfährt nun keine Ladung.

      Ich würde nun sagen, dass das auch der Grund für deine Beobachtung ist, warum im folgenden von dir erstellten Oszillogramm sich zwar mit jeder pHW am Eingang 14 die Ladespannung (die Amplitude) immer weiter erhöht, aber die Amplituden der nHW nach deiner Beobachtung immer gleich bleiben.
      (Leider hast du die Kurvenverläufe nicht ganz auf dem Bildschirm eingepasst, so dass die Amplituden der nHW (negative Halbwelle) nicht ganz dargestellt wurden... ;( )

      hier trotzdem mal dein erstelltes Oszillogramm vom Ladevorgang (die Zündladespannung der Spule am Eingang 14 vom Steuerteil):




      Das ist der Grund, warum ich die Funktion von D2 nicht wirklich nachvollziehen kann. => Aber auch ohne D2 würde C1 geladen werden...

      Aber so wie es aussieht, "hilft" D2 möglicherweise anfänglich (direkt nach dem Entladen von) C1 beim Ladungsaufbau:
      Solange links noch nicht genug Spannung aufgebaut ist, fließt mehr "Ladestrom" über D2, als durch die Z-Spule, wodurch ein geringer Potentialunterschied auf beiden Seiten von C1 entsteht.
      (liegt links mehr Spannung an sinkt hier ja der Stromfluss, so dass nun rechts ein höherer Strom fließt, während die rechte Platte während pHW auf Masse positive Ladung aufbaut)

      (während die rechte Seite von C1 den HW folgt auch die Sekundärspule der Z-Spule den HW-bedingten Potentialen auf der Masse, so dass in ihr keine Spannung induziert wird.)



      ...oder D2 ist einfach nur eine simple Schutz-/Freilaufdiode, falls auf Masse eine positive Spannungsspitze von der Zündspule "zurückschlägt", um dann "Plus" und "Minus" für die Steuerteilelektronik auf gleichem Potential zu halten.
      (Bloß warum wurde D2 dann nicht rechts von C1 positioniert und andersrum gepolt, wie man es bei vielen anderen CDI-Zündelektronike sieht? :kopfkratz: )

      (so zumindest mein Verständnis, wenn ich mir das Schaltbild des Steuerteils ansehe)
      Gruß Frank

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      Der Alte schrieb:

      Gibt es sowas nicht schon im Zubehör?


      Wäre mir (und Frank wahrscheinlich auch) neu. Kannst du deine Vermutung konkretisieren?

      DUO78 schrieb:

      Also liegt bei der pHW auf Masse auf beiden Seiten von C1 positives Potential an und C1 erfährt nun keine Ladung.


      Ja, genau so meine ich das.

      DUO78 schrieb:

      hier trotzdem mal dein erstelltes Oszillogramm vom Ladevorgang (die Zündladespannung der Spule am Eingang 14 vom Steuerteil):


      Da hast du leider genau das das falsche gegriffen. Das oben gezeigte ist eins von einer freilaufenden Zündladespule (also nicht am Steuerteil angeschlossen) bei der auch noch die Lastwicklung unterbrochen ist.

      Dasjenigewelche von Frank gemeinte Oszillogramm sollte so aussehen:

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      Grundsätzlich muss man erstmal zwischen U- und E-Zündung trennen.
      Das sind 2 komplett verschiedene Zündungen, beide in einem Thema zu diskutieren führt zu großem Durcheinander.

      Bei der U-Zündung ist das Hauptproblem der Kondensator. Mit dessen Qualität steht und fällt die Zuverlässigkeit, siehe hier:
      Die blöde Unterbrecherzündung und der doofe Kondesator

      ______________________________________________________________

      E-Zündung

      Als erstes sollte wir die Funktion korrekt analysieren.
      Wie funktioniert das Steuerteil genau? Dafür hab ich mal eine professionelle Paint-Grafik erstellt:


      Die "Zündladespule" auf dem Stator erzeugt annähernd sinusförmung den Ladestrom mit positiver Halbwelle (rot) und negativer Halbwelle (blau gestrichelt).
      [mehrmals pro Umdrehung, aber für die Erklärung betrachten wir nur eine komplette Welle].
      In der positiven Richtung (rot; I1) fließt der Strom aus der Zündladespule (nach "oben" auf dem Bild), über D1 in C1 und lädt den Kondensator C1, über die Zündspule wird der Kreis geschlossen.

      Jetzt kommt das Problem:
      In der negativen Halbwelle würde der Strom I2sperr gern in entgegengesetzter Richtung fließen.
      Zurück durch die Zündspule, durch C1 und dann kommt D1: Diode in Sperrrichtung. Es geht nicht weiter. Auch über keinen anderen Pfad.
      Der Strom der negativen Halbwelle kann nicht fließen, deswegen auch die blaue Kurve gestrichelt.
      Das ist auch eines der Hauptprobleme des Simson-Steuerteils.
      Fließt kein Strom, werden durch die Zündladespule (auf dem Stator) sehr hohe Spannungen erzeugt. Das ist problematisch.

      Was könnte man tun?
      Man sorgt dafür, dass I2, also der Strom der negativen Halbwelle, fließen kann.
      Im einfachsten Fall mit einer Diode und einem hochohmigen Widerstand.
      Damit kann der Strom der negativen Halbwelle I2neu fließen und die Spannungsspitzen fallen weg.
      Die Diode sperrt I1, sodass der in gewohnter Art und Weise den Kondensator C1 lädt.

      Übrigens ist es auch wichtig, dass immer eine Zündspule angeschlossen ist, sobald man in den Kickstarter tritt.
      Ansonsten bauen sich auch über die positive Halbwelle gefährliche Spannungsspitzen im Steuerteil auf, die dann irgendwo durchschlagen könnten.


      Bilder
      • steuerteil_spannung.png

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      Danke für die anschauliche Erläuterung @beaver. Soweit war Frank und mir das auch schon klar.

      Meine Anfänglichen Gedanken konzentrierten sich zunächst darauf, wo denn überhaupt die steuerteilzerstörenden Überspannungen herkommen.
      Wie beaver schon richtig sagte bringt die Ladespule am meisten Spannung heraus wenn sie frei läuft, also kein strom fließt. Das ist dann der Fall wenn grade die negative Halbwelle an der Reihe ist, wenn keine Zündspule angeschlossen ist, (auch wenn die Zündkerze einfach in der Luft hängt) oder wenn der Kondensator im Steuerteil schlichtweg voll ist.

      So, nun hat unsere (originale) Zündladespule eine kleine Besonderheit. Sie besitzt getrennt von der Ladewicklung eine zusätzliche Wicklung, welche permanent kurzgeschlossen ist. Diese (ich nenne sie mal Lastwicklung) sorgt prinzipiell einfach dafür, dass Spannungspitzen unterbunden werden. Sehr schön kann man das an den beiden folgenden Osszilogrammen sehen:

      A: Spule mit unterbrochener Lastwicklung:


      B: Spule mit intakter Lastwicklung:


      (beide Spulen Laufen frei bei etwa 2400 U/min-> kein Steuerteil angeschlossen-> kein Strom fließt -> maximale Spannung)

      Was sieht man da?

      1. Die Spitzen der Halbwellen in Bild B sind gegenüber A beschnitten
      2. Es gibt in beiden Bildern eine Halbwelle mit deutlich mehr Spannung.

      Erstens erklährt sich aus der defekten Lastwicklung.

      Zweitens muss etwas mit dem Polrad zu tun haben, genauer gesagt mit dem Magnetenpaar um die Polradlücke. Ist dieses Paar vlt stärker Magnetisiert? Fakt ist jedenfalls, dass an dieser Stelle die höchsten Spannungen in der Spule erzeugt werden. Bei defekter Lastwicklung sind das über 500V.

      Dann gibt es noch die von Frank erwähne Geschichte mit dem Nachbaukram. Dabei habe ich vor allem die (Nachbau-)ladespule von Plitz im Visier. Ich verdächtige sie ähnlich wie die defekte Ladespule von weiter vorn ebenfalls sehr hohe Spannungen zu produzieren. Ich hatte leide keine da um sie zu Messen kenne aber 2 Fälle bei denen das Abrauchen der Steuerteile damit beendet wurde, diese Spule durch eine originale zu ersetzen.

      Nun war unser Gedanke, dass wir die Spannung, welche die Spule ausspuckt ab einem gewissen Wert (400V scheinen plausibel) durch eine geeignete Schaltung deckeln. Am besten tun wir das bei beiden Halbwellen, da ja beide Spannungen ins Steuerteil gelangen und dort Dioden Tyristor oder Kondensator zerstören können.

      Eine Möglichkeit die negative Spannungsspitze "abzuführen" hat beaver ja oben schon gezeigt, jedoch bleibt damit die positive Halbwelle unberührt. Wie wärs denn, wenn man statt der einfachen 1N4007 Diode eine geeignete Zener-Diode verbaut wird, welche beim entsprechenden Spannungswert (400V sind angedacht) aufmacht? Leider hab ich eine solche Diode nicht finden können....
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Nekro“ ()

      beaver schrieb:

      Hast du mal einen Schaltplan/ Bild von dieser Lastwicklung? War das original verbaut?


      Auf diese Lastwicklung hat mich ein netter Herr aufm Frauenwaldtreffen aufmerksam gemacht. Wenn man sich die Zündladespule genau ansieht bemerkt man insgesamt 2 Masselötstellen jeweils rechts und links neben der Wicklung auf den Polschuhen. An einer sind 2 Drähte angelötet (ein dickerer ein dünnerer) an der anderen ist nur einer angelötet (der dickere). Ich stelle mir diese Lastwicklung einfach als zusätzliche Wicklung auf dem Spulenkern vor, welche eine umgekehrt gepolte Spannung in die eigentliche Wicklung induziert. Dazu folgendes Bild der Spule von welcher das Oszillogramm A aus meinem vorherigen Post stammt.

      Zu deinem Schaltplan :

      Du hast jetzt einfach 2 200V Z-Dioden in Reihe geschaltet. Aber von meinem Verständnis her summieren sich die Durchbruchspannungen dann doch nicht einfach zu 400V oder irre ich mich da!? Es wär natürlich ziemlich easy wenn das so einfach klappt wie du dir das denkst.
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      Ja, man kann durch Reihenschaltung mit Z-Dioden beliebige Spannungswerte einstellen.
      Da auch nur die Spitzen der Wellen gekappt werden, sollte der Stromfluss durch die Z-Dioden und damit die thermische Belastung im Rahmen bleiben. Müsste man im Versuch testen, ob das so ausreicht.

      Danke für das Foto. Das ist eine Kurzschlusswicklung.
      Ich wunder mich nur, da meine E-Zündung das anscheinend nicht hatte.
      Sind knapp 600 1/min, damit die Spannungen im Rahmen bleiben (+250V max)

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      Wo wollt ihr die Z-Dioden hinsetzen? vor den Eingang (14 <=> 31) ?

      Hm, das würde auch gehen, wenn sie den beim Durchbruch fließenden Strom abkönnen.

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      ab dem "Durchbruch" würde dann ja die Ladespule kurzgeschlossen. - eigentlich das Prinzip wie bei den Spannungsreglern mit Thyristor-Kurzschlussstrecke

      Ich hatte eher in die selbe Richtung gedacht, dass bei "positiven" 400V~ an der 14 der Kurzschlussthyristor aktiv wird und die Zündladespule kurzschließt und somit weitere Aufladungen von C1 verhindert.

      Aber Z-Dioden erfüllen den selben Zweck.


      Sind Thyristoren nicht leistungsstärker als Z-Dioden bzw wie ist das Preis-Verhältnis zur "Schaltleistung" von ZD oder Thyristor?
      (Welche Schaltung wäre preisgünstiger)


      Bei Motelek findet man auch CDIs mit einer Varistor-Schutzschaltung. Das könnte ebenfalls ein Ansatzpunkt sein.
      Gruß Frank

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      Schau mal 3 Posts über deinem und klick auf mein Bild, da ist es eingezeichnet (sieht man in der Vorschau nicht).

      Z-Dioden lassen nur oberhalb der Durchbruchspannung durch, Thyristoren bleiben gezündet bis die Spannung gegen 0 geht.
      Man könnte auch Supressordioden nehmen, ich denke es gibt da verschiedenste Wege, das allereinfachste sind die Z-Dioden, günstiger wird es nicht.
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      beaver schrieb:

      Ich wunder mich nur, da meine E-Zündung das anscheinend nicht hatte.Sind knapp 600 1/min, damit die Spannungen im Rahmen bleiben (+250V max)


      Könnt mir vorstellen, dass diese Spannungsbegrenzung erst mit steigender Drehzahl zu nimmt. Die beiden Mittleren Halbwellen scheinen zumindest ansatzweise ähnlich beschnitten zu werden wie es auf meinem Oszillogramm zu sehen ist.

      Bei dir war aber kein Steuerteil angeschlossen richtig? Denn man sieht die Charakteristik der Kondensatorladung nicht.

      Ich schätze die 2te kurve bei dir ist das Gebersignal.. Da sieht man ja doch recht deutlich Nebenspitzen. Das war bei mir nicht ganz so deutlich:

      bei 2600U/min:


      bei 5800U/min:
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      beaver schrieb:

      Schau mal 3 Posts über deinem und klick auf mein Bild, da ist es eingezeichnet (sieht man in der Vorschau nicht).

      Aja... Ich muss mich auch erst einmal an diese Ausschnitt-Vorschauen gewöhnen...

      beaver schrieb:

      Z-Dioden lassen nur oberhalb der Durchbruchspannung durch, Thyristoren bleiben gezündet bis die Spannung gegen 0 geht.

      Ja, bei den Spannungsbegrenzerschaltungen für Regler ist es auch so gewollt.

      Da die Thyristorbegrenzerschaltung ja noch vor der D1 sitzt, ist nach meinem Kenntnisstand ein Kurzschluss der Zündladespule bis zum Nulldurchlauf kein Problem: C1 ist ja auf Sollspannugn aufgeladen, wenn vor dem Eingang der Begrenzer aktiv wird.
      (Nur darf bei unserem Steuerteil der Thyristor-Begrenzer nicht hinter D1 (also zw. D1 und C1) sitzen... Das würde natürlich C1 völlig "auf Null" entladen, wenn der Thyristor gezündet hat.)

      Dagegen könnte man beim Steuerteil-Nachbau die ZD (oder Suppressordioden) auch problemlos zw. D1 und C1 platzieren, da sie ja sofort sperren, wenn die Spannung unter die Schaltschwelle fällt.

      Bei den Varistoren habe ich meine Zweifel, da sie ja doch einen breiten Schwellbereich haben und somit C1 wohl zum Teil entladen könnten, wenn sie hinter D1 verbaut würden... Oder sehe ich das falsch?
      Vor D1 verbaut verursachen sie dagegen keine Entladung von C1, weil D1 ja sperrt.

      Ich hoffe, dass ich soweit richtig liege...


      OK, da die handelsüblichen Steuerteile ja geschlossene "Boxen" sind, können wir das Steuerteil ja nur extern vor Überspannungen schützen... - Und da war mein Ansatzpunkt, am/vor dem Eingang einen Spannungsbegrenzer einzubinden.

      Nur waren Nekro und ich uns nicht ganz schlüssig, welches Prinzip die optimalste Lösung wäre.
      Wie es aussieht, sind die ZD oder Suppressordioden wohl doch die bessere Lösungsansätze, weil sie ja nur die Überspannungsspitze ableiten und somit die Spannung über einen längeren Zeitraum des Kurvenverlaufs der pHW auf einheitlichen 400V halten, (über diesen Zeitraum wird C1 "auf Ladung gehalten")

      ===

      Aber lass uns noch einmal bitte auf meine Frage bezüglich dem Sinn von D2 zurückkommen: Ich kann da keinen wirklichen Sinn in D2 erkennen... (Das steuerteil würde auch ohne D2 funktionieren - C1 geladen werden)
      Für mich bildet sie einen Spannungsabzweig von Masse nach C1, wenn die pHW auf der Masse anliegt.
      Irgendwie haben wir das vernachlässigt, das die positive Halbwelle ja mal auf 14 und mal auf Masse kommt.

      Betrachten wir nur Eingang 14, so liegt hier mal positive, mal negative HW an... Aber müssen wir das nicht auch bei elektronischen Schaltungen im Ganzen also von beiden Polen aus betrachten, dass auch auf Masse mal die positive, mal die negative HW anliegt? (Solange nicht auch in der Masse eine 2. Gleichrichterdiode mit Durchflussrichtung zur Spule zurück verbaut ist)

      Deswegen verwirrt mich ja D2 so sehr...
      Gruß Frank

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      Bei D2 handelt es sich um eine Freilaufdiode die das Durchschwingen des Kreises erlaubt. Denn eigentlich handelt es sich beim Zünden des Thyristors um einen RLC-Reihenschwingkreis der natürlich beim entladen des Kondensators bestrebt ist zu schwingen. Wäre die Freilaufdiode nicht vorhanden so würde die Spule theoretisch eine unendlich hohe Spannung erzeugen und den Thyristor himmeln.

      EDIT_______________________________________________________________

      Der Grund für die vielen zerstörten Steuerteile sind meiner Meinung nach zu hohe von der Ladespule erzeugte Spannungen. Die passiert z.B. wenn die Kuzschlusswicklung unterbrochen ist oder mit der von Nekro erwähnten Ladespule von Plitz.
      Wie hier schon richtig festgestellt wurde wird der Kondensator über die D1 mit einer positiven Halbschwingung der Spannung geladen. In der negativen Halbschwingung sperrt die Diode. Was hierbei aber nicht vergessen werden darf ist, dass der Kondensator bereits geladen ist (z.B. +400 V) wodurch auf der rechten Seite der D1 ein Potenzial von 400 V gegen Masse ansteht und auf der linken Seite durch die negative Halbschwingung ein Potential von -400 V (bzw. mehr da kein Strom fließt). Das wiederum bedeutet, dass über der Diode eine Spannung von ca. 800 V liegt, die sie zu sperren hat (was auch der Grund ist, dass die Dioden in der Ori Schaltung 800V aushalten). Die Kurzschlusswicklung der Spule hat nun genau die Aufgabe die induzierte Spannung auf ein erträgliches Maß zu halten indem in ihr (durch den Kurzschluss und damit Stromfluss) ein Gegenfeld erzeugt wird. Ist sie nicht mehr in Ordnung kommt es zu zu hohen Spannung und die Diode D1 wird zerstört. Die Folge ist, dass der Kondensator nicht mehr geladen wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „ando“ ()

      Danke Ando für die Aufklärung.

      Also ist D2 eine reine Freilauf-Diode und hat keinen Einfluss auf die Ladung von C1, wenn die positive Halbwelle auf Masse anliegt.

      In diesem Falle reicht es also völlig aus, wenn nur die positive HW auf 14 "beschnitten" (oder die ZL-Spule kurzgeschlossen) wird.


      Also würdet ihr meiner eingehenden Überlegung zustimmen, dass eine entsprechende Überspannungsschutzschaltung am Zündlade-Eingang "14" so manchen Steuerteilausfall verhindern helfen kann?

      Dann bliebe nur die Frage nach der optimalsten Methode: "Kurzschluss-Thyristor" oder ZD ...
      (auf 400V begrenzen?)
      Gruß Frank

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      Ich würde eher sagen, dass die negative Halbwelle "kurzgeschlossen" wird, so wie es beaver oben schon aufgeführt hat. Der Kondensator würde dann evtl mit noch höheren Spannungen geladen, was aber dem ganzen Zündungsmechanismus nur zuträglich sein dürfte. Ansonsten hätte man immer noch das Problem, dass bei einer entsprechend hohen negativen Halbwelle die Diode durch die zu hohe Spannung aus Kondensatorladung und negativer Halbwelle zerstört wird und das Steuerteil am ende ohne Funktion ist.


      Sollte eine Positive Halbwelle an Masse liegen kommt kein Stromfluss zustande, da durch D1 der Stromkreis nicht geschlossen ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ando“ ()

      Also doch lieber einen "beidseitigen" Überspannungsschutz, der sowohl positive als auch negative Spitzen "unterdrückt", so dass die Sperrspannung von D1 nicht überschritten wird ...

      Lösung mit Suppressordioden bzw ersatzweise eine antiparallele ZD-Schaltung?
      (...oder doch lieber die ZL-Spule ab 400V mit einem Thyristor- bzw Triac-Ableiter kurzschließen? - oder würde das zu sehr zu Lasten der "Ladespannung" von C1 gehen?)

      (Wie gesagt: ich bin leider kein Elektroniker, um Gedankenansätze in Schaltungen umwandeln zu können bzw um "sehen" zu können, ob mein Gedankenansatz richtig wäre)
      Gruß Frank

      :kopfkratz: Was ist eigentlich Elektrizität? :kopfkratz:


      Morgens mit Hochspannung aufstehen,
      mit Widerstand zur Arbeit gehen,
      den ganzen Tag gegen den Strom schwimmen,
      abends geladen nach Hause kommen,
      an die Dose fassen
      und eine gewischt bekommen!

      :a_bowing:
      DAS ist Elektrizität! :a_bowing:
      :whistling:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „DUO78“ ()

      Also ich finde die Lösung von beaver weiter oben bisher am elegantesten. Günstig im Preis und einfach zu bauen...
      HABEN ist besser als BRAUCHEN
      :pilot: :pilot: :pilot:

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