Geschichte der Schikra bzw. MS125

    • Geschichte der Schikra bzw. MS125

      Die Simson MS125 Schikra

      Ursprung:
      Geplant war Anfang der 1990er Jahre ein Leichtkraftrad mit 125ccm zu bauen, was den stand der Technik von Simson widerspiegeln sollte. So Endstand der Vorgänger der Schikra , die Condor.
      Die Probleme der Condor waren groß. Begonnen mit der schwachen Scheibenbremsanlage der S83OR am Vorderrad und einer schwachen Bremstrommel hinten . Dazu das zu hohe Gewicht der Maschine und ihr Name, der zu Problemen mit einer Schweizer Firma führte. Dadurch wurde Simson die Möglichkeit verbaut, diese Maschine so auf den Markt zu bringen.
      Als nächstes wurde ein Versuch unternommen, ein Fahrzeug zu entwickeln mit der Firma Sachs Bikes und MZ, alle sollten ihren Beitrag leisten und dennoch die Möglichkeit bestehen, dass jeder sein eigenes Fahrzeug bauen kann. Sachs Bikes die Erfahrung mit Zukaufteilen und MZ die Motoren.
      MZ beschloss jedoch ihren neuen Motor nur für sich zu nutzen, obwohl er noch im Prototypzustand war. Sachs dagegen, wollte den 2 Takter solang wie möglich laufen lassen. (Sachs 125XTC)

      So Endstand 1996 die erste Studie der Schikra, woraufhin sie bis 1998 zur Serie gebracht wurde.
      Die Schikra ist ein Fahrzeug was Simson unbedingt 1998 auf den Markt bringen musste, da sich die Führerscheinreglung in der damaligen 1b änderten und somit das führen von Fahrzeugen bis 125ccm & 80km/h Höchstgeschwindigkeit möglich war, vorher bis 80ccm und 80km/h.
      Simson hatte damit eine eigene Maschine im Angebot die alle Voraussetzungen erfüllte.

      Eigenschaften des Fahrzeuges:
      Im Neuzustand hat die Schikra ein solides Fahrwerk und sehr gut Bremsen vorn, vernünftige Beleuchtung und ausreichend Kraft.
      Leider bemängelten die Testfahrer, dass der Motor eine schlechte Laufkultur aufwies und Hände und Füße beim fahren eingeschlafen sind. Des weiteren wurden mehrfach Rahmenbrüche kurz hinter dem Stirnrohr festgestellt, die durch die hohe Bremskraft der Bremsanlage vorn und dem damit vorhandenen Scherkräften zum Abknicken führte. Ebenso war die Gummi gelagerte Schwinge (übernommen vom Moped) zu schwach und leierte dadurch schnell aus, wozu der Motor sein übriges tat, weil er ebenfalls Gummi gelagert in einem Schuh auf genau dieser Welle, druck ausübte. Zu allem Übel wurde ein Seitenständer verbaut der einseitig Aufgeschweißt war und am Motorschuh zu Brüchen führte. Da das Gewicht der Maschine einseitig vom Motorschuh auf die Schwingwelle drückt, wurde der Gummipuffer des Schuhs und die Gummis der Schwinge zerdrückt.
      Dies führte zu einem vibrierenden, schwammigen Fahrwerk.
      Der Motor ist ein Zukaufteil der Firma HerChee und wurde in Taiwan mit der Lizenz von Honda nachgefertigt. Es handelt sich dabei um den Nachbau eines CB125 Motors aus dem Jahre 1975. Bei Simson sollte er mehr als 13PS leisten, hatte aber auf dem Prüfstand nie mehr als 10,3 PS. Was vor allem an der schlechten Fertigung und den schlechten Vergasern lag. Selbst bei neuen Motoren schlugen die Ventile am Kolben an, Maße wurden kaum eingehalten.
      Dafür kostete der Motor im Einkauf auch nur 375 Dollar, was auch der Grund für den Motor war.(auch gegen der Aussagen der Tester)
      Die Maschine hatte bis dahin schon sehr viel Geld gekostet und die Schleudergussteile waren in der Fertigung, ein zurück gab es nicht. Die Maschine musste auf den Markt!
      Bei so vielen konstruktiven Fehlern blieb es nicht lange aus, dass die ersten Rückrufaktionen kamen. Von schlechten Ketten bis Motoren war alles dabei, als jedoch die ersten Rahmenbrüche auftauchten und es die ersten Unfälle deswegen gab, wurde sie aus dem Programm genommen. Somit hat die Schikra ein riessiges Loch in der Kasse verursacht, was Simson nicht mehr stopfen konnte.

      Die Wiedergeburt der MS125 und der Untergang von Simson

      Nach der Pleite mit der Simson Schikra, musste jedoch ein Leichtkraftrad im Sortiment erscheinen.
      Somit kommen wir zu den Zukauf Fahrzeug von HRD 125 Capriolet, auch als Simson 125 SM bekannt.
      Diese Maschine ist ein französisches Fabrikat und wurde über Simson vertrieben. Leider konnten die geforderten Stückzahlen nie geliefert werden worauf hin Simson die Insolvente Linie von HRD aufkaufte und nach Suhl verlegen ließ. Die Erfahrungen mit dem Morini Motor waren so gut, dass die fehlerhafte Schikra überarbeitet werden konnte.
      Simson gründete eine eigene Motorrad GmbH, um dort erfolgreicher Motorräder produzieren zu lassen.
      Dadurch ermöglichte es neue Kredite aufzunehmen.
      Fahrzeuge waren vorhanden, mussten nur angepasst werden.
      Dazu gehörten das verstärken des Rahmens am Stirnrohr, verbesserte Hinterradbremse, verstärkte Lagerbuchsen der Schwinge aus Metall, Motoraufnahme mit Halterung für Seitenständer, Veränderung der Luftansaugung zugunsten des Motors mit Vergaser, Edelstahlabgasanlage. Nur die Lichtmaschine, war leider zu schwach und sollte nachgebessert werden.

      Da es sich um ein überarbeitetes Fahrzeug handelte, wurde die Typbezeichnung auf MS125 A/B/C erweitert. Die jeweiligen Buchstaben sollten die Ausführung des Fahrzeuges wieder spiegeln.
      A= Naked Bike
      B= Sport (Halbverkleidung)
      C= RS (Vollverkleidung)

      Durch diese Maßnahmen entstand eine gute Maschine, die sich nicht verstecken musste.
      Der Motor hatte eine Laufruhe, die mit dem von HerChee nicht vergleichbar war.
      Von der Technik her ist der Morini Motor ein V2 Motor, nur besitzt er keinen 2 Kolben sondern eine Ausgleichswelle, die gegenläufig zum 1. Kolben läuft und damit die Vibrationen ausgleicht.
      Leider hatte Simson am Anfang Probleme diese Maschine zu verkaufen, da der schlechte Ruf der Schikra in den Köpfen verankert war.
      Die Maschine überzeugte jedoch durch Zuverlässigkeit und guten Fahreigenschaften und führte zu großen Bestellungen.
      Leider führte das zu langen Wartezeiten bis hin zu Stornierung von Bestellungen. Dazu gab es auch noch Probleme im Ersatzteildienst sowie in der Teilebeschaffung.

      Fazit:
      Die MS125A ist besser als ihr Ruf , sie ist zum Sammlerobjekt geworden und kaum noch bezahlbar!
      Aber durch Unwissenheit im Umgang mit der Maschine, kam es in folge zu Motorenschäden.
      Die Zielgruppe die mit dieser Maschine angesprochen werden sollte, war und ist zu unerfahren, im Umgang mit deren Technik. Es handelt sich halt nicht um ein Moped und dessen 2 Takter, sondern um ein kleines Motorrad.
      Es gibt heute bessere Maschinen, aber die MS125 ist auch schon fast 20 Jahre alt.
      Ich persönlich mag auch die Schikra, solange sie nicht mit den HerChee Motor ausgerüstet ist.
      Es gibt da alternativen von anderen Fahrzeugen. Mit der Verstärkung am Rahmen und einem vernünftigen Hauptständer hat man eine sehr solide Maschine die einem nicht im Stich lassen wird und spiegelt damit die guten Eigenschaften von Simson wieder.

      Mfg Dirk
      "Du schiebst dein Moped?" ?(

      " Ja ist besser für den Motor!" :i_troest:

      meine HP im Aufbau: modellreihe-simson-125ccm.de/Hier-und-Jetzt.htm

      Hauptständer für Schikra, MS125 Naked Bike und MS 50 Sperber
      modellreihe-simson-125ccm.de./…ema-1-Hauptst.ae.nder.htm

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von dirk2753 ()


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