Vorstellung und Frage

      Vorstellung und Frage

      Ein ganz herzliches Hallo an alle Simson- Treiber,

      ich möchte mich ganz kurz vorstellen: bin in den 70er und 80er Jahren mit SR 2, Schwalbe, S 50 und Co. aufgewachsen und erste Schraubererfahrung gesammelt. Seit 1986 bin ich jedoch abstinent (zumindest was Simson- Fahrzeuge betrifft). Nachdem ich vor paar Jahren auch meine Zschpauer RT 125 und BK 350 abgegeben habe, befinden sich nur noch drei französische Velosolex im (Zweirad)- Fuhrpark. Mein Hobby sind seit 25 Jahren Citroen 2 Cv und Derivate. Ich hab eine 2CV6, eine AK 400 und eine Dyane. Also Arbeit für den Rest aller Tage :dance:

      Jetzt zum Problem: ein Bekannter bat mich verzweifelt, ihm zu helfen, seinen neu erstandenen, elektrisch verbastelten SR 50/1 C, Bj.90, 12 Volt, zum Leben zu erwecken. Nun hab ich alle elektrischen Leitungen gereinigt, geprüft und mit Polfett behandelt nach Schaltplan neu gesteckt. Es funktioniert eigentlich alles wieder. Es bleibt jedoch eine Geschichte offen. Das Licht vorn und hinten leuchtet zu schwach. Die in Verdacht geratene Lichtspule liefert aber an Klemme 59 rund 15 Volt. Wird sie jedoch belastet, sinkt die Spannung auf rund 5 Volt ab. Habe schon hier in eurem wirklich tollen Forum gesucht und nichts darüber gefunden. Ich bin nun auch langsam am Verzweifeln... Was kann das sein ?

      Liebe Grüße, Uli
      Hallo und willkommen im Forum!

      Wenn du an rot/weiß von der SW-Spule kommend 15V misst, wird das garantiert im Standgas gewesen sein (und nicht bei ca 4000-5000rpm).
      (mit SW kürze ich den Scheinwerfer ab)

      Zuerst geht rot/weiß in die Klemmleiste (einfache Durchführung) und gegenüber wieder raus zur ZS-Klemme 59 (rot/weißes Kabel).
      Von der 56 des ZS (weiß/schwarz) geht es an einen 4-fachen Kontakt in der Klemmleiste. Von hier aus geht 1x weiß/schwarz direkt zum Abblendschalter auf die 56, 1x Grau direkt zum Rücklicht und, 1x weiß an die 59 des EWR

      Vom Abblendschalter geht es dann als 56a (weiß) in den SW als Fernlicht und als 56b als Abblende an die Lampenfassung.


      Leuchten eventuell beide Fäden der SW-Birne? => bei funktionierender Fernlichtkontrolle sollte diese dann ebenfalls leuchten.

      Ansonsten würde ich zuerst einmal rot/weiß vom ZS (Zündschloss) in der Klemmleiste trennen und dann spulenseitig messen.

      Ist die Spannung OK, steckst du das ZS wieder an und ziehst das vom ZS kommende weiß/schwarze Kabel aus dem 4-er Abzweig der Klemmleiste raus und misst jetzt noch einmal am abgezogenen Kabel.
      Bis hierher sollte die Spannung OK sein.
      Stecke das Kabel wieder in die Klemmleist zurück

      Jetzt ziehst du grau, danach weiß und danach das weiß/schwarze Kabel zum Abblendschalter ab und misst jeweils die Spannung.

      Je nachdem, welche Leitung abgezogen wurde, müsstest du jetzt eventuell den Fehler ausfindig machen:
      Weiß => EWR (Anschüsse prüfen, keine Kurzschlüsse?)
      Grau => Rücklicht (Verdrahtung prüfen, Birne erneuern, Kurzschlüsse auf den Zuleitungen?)
      weiß/schwarz => Ziehe mal die Kabel von der SW-Fassung und messe nun die Spannung, Schalterfunktion => Trennt er die beiden Schalterstellungen?, Kurzschlüsse?
      SW-Fassung überprüfen => Kurzschlüsse?
      ggf auch einmal die SW-Birne selber erneuern. (Falls der Fehler unten im nicht einsehbaren Birnensockel liegen könnte. - siehe 5/21W-Rücklichtbirne)

      Wenn du mit dem Multimeter die Kabel auf Kurzschlüsse untersuchen willst, achte darauf, dass kein Verbraucher in die Lampen eingesetzt wurde und die SW-Spule abgezogen wurde. (Vermeidung der "Fehlerschleife" zur Masse)

      SW-Spule: hattest du aber das Gas auf über 4000rpm erhöht, hätte die gemessene AC-Spannung deutlich über 18...24V betragen müssen... Dann ist die Spule zu untersuchen (ggf kalte Lötstelle an der Spule?)
      Gruß Frank

      :kopfkratz: Was ist eigentlich Elektrizität? :kopfkratz:


      Morgens mit Hochspannung aufstehen,
      mit Widerstand zur Arbeit gehen,
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      und eine gewischt bekommen!

      :a_bowing:
      DAS ist Elektrizität! :a_bowing:
      :whistling:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DUO78“ ()

      Und noch ein kleiner Tip am Rande; Polfett ist nicht leitend, falls du damit die Kontakte und Stecker vor der Montage eingeschmiert hast, ist das für den Übergangswiderstand nicht unbedingt förderlich.
      Hallo zusammen,

      vielen Dank für eure hilfreichen Tipps. Mir kam gestern noch die Idee, dass evtl. die Last an der Spule zu groß sein könnte. Tatsächlich, eine 60/55 W- Birne war eingebaut. Mit ihr sinkt die Spannung auf ca. 5 Volt. Mit einer probehalber geklemmten 35/35 W Bilux sank die Spannung aber trotzdem noch auf ca.10 V. Die Helligkeit ist aber völlig ausreichend. Auch das Rücklicht leuchtet nun viel heller.
      War das die Lösung, oder gibt es trotzdem noch ein Problem mit der Lichtspule (bei 4500 U/min bringt sie um die 28 Volt) ? Die Verkabelung hab ich nach DUO78s guter Anleitung noch mal geprüft. Passt alles. Hab ich ja schon zig mal gemacht.

      Schönen Abend noch, Uli
      Hi,

      ich habe gerade die 35/35 Watt Halogenlampe, die es ja nicht an jeder Ecke gibt, eingebaut. Das Licht geht jetzt wie ne eins :bounce: Die gemessene Spannung an der Lichtspule beträgt nun 13 komma nochwas Volt. Da lag also der Hund begraben. Vielen Dank nochmal für eure Hilfe.

      Liebe Grüße, Uli
      Im Standgas ist die Spannung an der Glühlampe nie wirklich hoch. Bei 6V Spule ca. 4V, bei 12V Spule ca. 10V. Erst bei leicht erhöhter Drehzahl (oder hohes Standgas) sollte sich die Spannung einpendeln.

      MfG
      Christian
      "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
      (A. Einstein)

      racingcologne schrieb:

      Und noch ein kleiner Tip am Rande; Polfett ist nicht leitend, falls du damit die Kontakte und Stecker vor der Montage eingeschmiert hast, ist das für den Übergangswiderstand nicht unbedingt förderlich.

      Das klingt plausibel, ist es aber nicht. Der Kontakt Metall/Metall findet auf "Mikroebene" trotzdem statt. Das Polfett aber verhindert den Zutritt von Sauerstoff und Wasser an die Kontaktstelle(n). Dadurch wird Korrosion verhindert, denn gerade diese ist es, die den Kontaktwiderstand erhöht bzw. den elektrischen Kontakt sogar ganz verhindert.
      Polfett schadet nie, im Gegenteil, es stellt Kontaktsicherheit her, wie sie an Kontakten mit hohen Stromflüssen ungemein wichtig ist, wie z.B. an Batteriepolen.
      Jepp, dass das eine Schutzfunktion hat und auch seinen Nutzen hat ist klar. Aber es gehört nicht unbedingt (tonnenweise) zwischen die Kontaktflächen sondern eher als Schutzmantel darüber. Weil viele sehen das, glaube ich, auch als Kontaktspray Ersatz und kleistern die Kontaktflächen auch dementsprechend zu... Bei Batterien hat es auch eine Schutzfunktion gegen die Säure(reste).
      Entscheidend ist erst einmal, dass die Kontakte selber straff aufeinander sitzen... Das Fett wird dann verdrängt und der Kontakt sicher hergestellt.
      Polfett, als Konservierung genutzt, reich wirklich -als nur hauchdünner Film aufgetragen- völlig aus und muss nicht (wie einige meinen) "meterdick" aufgetragen werden.

      Manch einer (selbst einige Werkstattmeister) nimmt auch Bootsfett zur Konservierung von Kontakten. (manchmal wird auch hier etwas mit dem Fett übertrieben...)

      Kontaktspray hat in meinen Augen keine langzeitkonservierenden Eigenschaften, so dass man selbiges oder Alternativprodukte (wie WD-40 usw) als Oxidations-Löser, Kontakt-Reiniger und zur Kurzzeit-Konservierung einsetzen kann.
      Gruß Frank

      :kopfkratz: Was ist eigentlich Elektrizität? :kopfkratz:


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