Bauchklatscher in Korsika

      Heute schreibe ich, Heike , die ehemalige Klemmerqueen. Den Titel möchte ich aberkannt bekommen, da bis heute nichts geklemmt hat.
      Wir sitzen gerade beim Frühstück am Lago di Ledro, kleine Schwester von Lago di Garda.
      Vorgestern Abend haben wir Abschied von Korsika genommen und sind nun wieder Richtung Heimat unterwegs. Aber ganz langsam. Denn wir haben ja 2534 km hinter uns und nur noch 1000 km vor uns. Aber ganz gemütlich, denn wir müssen erst Sonntag zu Hause sein. Heute genießen wir noch das glasklare Wasser vom saubersten See Italiens, bevor wir morgen die Mopeds wieder satteln und über die Alpen ballern. Es geht über die alte Brennerstraße nach Deutschland. Wo wir am Abend landen , wissen wir noch nicht.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      Gestern Mittag waren wir noch in Innsbruck, jetzt sind wir wieder zu Hause. Alle Gesund und auf eigener Achse heimgerollert. 3.500 km, für Heike noch 200 km mehr. Ernsthafte Probleme hatten wir keine, dazu mehr im Reisebericht.
      Da jetzt das Internet auch für mich wieder verfügbar ist, werd ich den nächsten Tage die Berichte fertig schreiben.
      Erstmal aufräumen und ausschlafen. Wir könnten Urlaub gebrauchen....
      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      Da hätten wir ja fast zusammen fahren können, bin vorgestern in der Nähe von Insbruck (Seefeld) losgeknattert :pilot:
      Mittwoch, 02.08.2017, 12. Tag


      Auf dem Plan steht Stadtbesichtigung.
      Wir sind jetzt schon zum dritten Mal in Bonifacio und haben noch immer noch nicht alles gesehen. Für Heike ist alles neu.
      Die Altstadt ist von Touristen überschwemmt und auch wir gehören dazu. Meins ist das nicht.
      In den Geschäften gibt es den üblichen Touristennepp, die reichlich vorhandenen Restaurants locken an jeder Ecke mit leckeren Gerichten zu teuren Preisen. Wir gesellen uns in ein Restaurant, da nur ich etwas essen möchte werden wir mehr oder weniger elegant rausgeworfen.
      Da vergeht auch mit der Appetit.
      Dafür ist die Festungsstadt und die ganzen Befestigungsanlagen aus mehreren Jahrhunderten umso interessanter.
      Die Aussicht von der auf einem Felsen erbauten Stadt auf das Meer und Sardinien, welches nur 10 km entfernt ist, ist fantastisch. Selbst Kreuzfahrtschiffe sehen von hier oben wie Spielzeuge aus.
      Natürlich ist es wieder heiß. Eine schmale Treppe führt runter zum Meer und das Baden gehört für uns einfach dazu, auch wenn es verboten ist. Das interessiert hier aber niemanden.
      Die Mädels wollen noch Inventur in den restlichen Geschäften machen, ich genieße derweilen das Hafenkino. Das kann ich stundenlang, ohne das mir langweilig wird.
      Ich lausche unbewußt den Gesprächen der Kapitäne der reichlich vorhandenen Luxusyachten. Denen steht Bonifacio bis Oberkante Unterlippe.
      Die neben mir sitzende italienische Großfamilie unterhält sich ungezwungen und ich kann verstehen worüber sie reden.
      Warum hab ich nicht eher angefangen andere Sprachen zu lernen? Sprache ist der Schlüssel.
      Heut Abend wird nicht gekocht. Wir gönnen uns Pizza im Restaurant und ich kann endlich mal wieder Berichte schreiben, denn hier gibt es Free WiFi. Wer weiß, wann sich das nächste Mal so eine Gelegenheit ergibt.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich

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      Donnerstag, 03.08.2017, 13. Tag


      Unser heutiges Tagesziel steht nicht fest aber wir wollen in s Landesinnere. Heike möchte nach Porto Vechio zum Baden, also fahren wir da hin. Nach einer kleinen Runde im Hafen ist sie enttäuscht. Von Strand ist weit und breit nichts zu sehen.
      Wir nehmen die Straße nach Zonza. Es fängt harmlos an aber die Steigung wird ständig größer. Irgendwann geht nur noch der erste Gang. Mein Motor hört sich irgendwie komisch an und dann kommt was kommen mußte. Bei 16% Steigung hab ich mitten in Ospedale einen Klemmer. Ich kann ihn gerade so rechtzeitig abfangen. Bis zum Pass sind es nur noch einige hundert Meter, bis nach oben möchte ich wenigstens noch kommen. Ich warte einige Sekunden und trete den Motor wieder an. Er springt sofort an und es geht weiter aber nur kurz danach kündigt sich der nächste Klemmer an. Kurz warten und dann das Ganze nochmal. So komme ich nur wenige Meter weiter bevor er zum dritten Mal klemmen möchte. Glücklicher Weise ist da ein Aussichtspunkt an dem ich das Mopped aufbocken kann.
      Heike hält genau in der Kurve kurz hinter mir. Ihr Mopped möchte auch nicht mehr. Ich schiebe sich die letzten Meter nach oben.
      Auch ihr Motor macht komische Geräusche.
      Die Fehler sind schnell gefunden. Heikes Kerze ist locker und der Vergaser kocht. Mit etwas Wasser kühle ich den Vergaser und den Zylinder. Mit festgeschraubter Kerze will das Mopped aber nicht mehr anspringen, nicht eine Zündung. Mit einer neuen Kerze bekommen wir einige Zündungen aber der Motor läuft trotzdem nicht. Erst mit anrollen läuft es wieder. Auch bei den nächsten Halten müssen wir Heike anschieben. Aber irgendwann läuft es wieder normal.
      Bei meinem Mopped ist der Krümmer locker. Da hat der Motor Nebenluft gezogen. Ich zieh die Mutter wieder fest und das Problem ist behoben. Den lockeren Krümmer hatte ich schon in Bonifacio bemerkt, ich war aber zu faul zum Werkzeug rauskramen und zum anziehen der Mutter. Diese Nachlässigkeit hätte mich den Zylinder kosten können - dümmer kann man so eine Reise wohl nicht beenden.
      Da ich jedesmal schnell genug die Kupplung gezogen hatte, hat der Zylinder keinen Schaden genommen.
      Wir sind jetzt wieder fast 1.000 m hoch. In Zonza gibt es erstmal ein Eis und Kaffee bevor es weiter nach Aullene geht. Die Straße ist schmal, kurvig und es geht wieder rauf und runter. Kurz hinter Aullene, am 1.193 m hohen Col der la Vaccia bemerken wir zwei Löschflugzeuge, die im 20 Minütigen Abstand immer wieder auftauchen. In Zicavo sehen wir auch warum - es brennt genau in der Richtung in die wir wollen.
      Wir halten kurz um die Marktstände zu besichtigen, kaufen köstliche Quarkbällchen und nach einem Kaffee gehts wieder weiter. Wir könnten es bis Corte schaffen.
      Aber erstmal geht es in Richtung Waldbrand. Überall an der Straße stehen Feuerwehrautos. Die Straße ist offen. Genau hier haben die Feuerwehrmänner das Feuer gestoppt. Rechts der Straße ist alles verbrannt, links ist es grün. Das Feuer ist den Berg hochgekrochen. Da oben können nur die Flugzeuge was ausrichten, zu Fuß kommen da nur Bergsteiger hin. An jedem Haus in Brandnähe steht extra ein Feuerwehrauto. Ich glaub, die wissen ganz genau was sie tun.
      Nach Ghisoni müssen wir nur noch über den 1.311m hohen Col de Sorba, dann haben wir den höchsten Pass des Tages geschafft. Im zweiten Gang schrauben sich die Moppeds Kurve für Kurve nach oben. Hier gilt das gleiche wie in den Alpen - nur nicht vom Gas gehen und die Kurven immer schön ausfahren. Autos oder Motorräder kommen uns hier nur ganz selten entgegen.
      Oben am Pass gibt es Heikes Fotoshooting.
      Die Abfahrt ist für mich das schönste Stück des Tages, für Marion nicht. Ihre Konzentration ist weg. Sie schleicht den Berg runter während ich jede Kurve genieße. 3. Gang, schalten, 4. Gang, bremsen, kuppeln, schalten, Gas geben, bremsen, sich in die Kurve werfen und das 12 km lang immer bergab.
      Das letzte Stück bis Corte auf der mehrspurigen Straße ist dann nur noch Pflichtprogramm, obwohl es da auch noch einige schöne Vollgaskurven gibt.
      Beim Einkaufen im Supermarkt werden unsere Moppeds immer wieder fotografiert und ich komme mit einigen Leuten ins Gespräch.
      Die Meisten können es nicht glauben, das wir bis hier her mit diesen Moppeds gefahren sind.
      Der Zeltplatz "Tuani" im Val der la Restonika ist uns von unserem letzten Besuch in guter Erinnerung geblieben. Meiner Meinung nach ein Muß auf Korsika.
      Nach dem Aufbau der Zelte gibt es zur Belohnung ein erfrischendes Bad im Fluß und zum Abschluß des langen Tages Pasta.
      Das Leben kann so schön sein.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich

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      Freitag, 04.08.2017, 14. Tag


      Der Tag beginnt mit einem erfrischenden Bad im glasklaren und morgens noch kalten Fluß. Abends ist das Wasser viel wärmer, da die von der Sonne aufgeheizten Steine die Wärme an das Wasser abgeben.
      Heut ist Wandertag! Es geht zum Lac de Melo. Aber erstmal müssen wir noch 10 km steil bergauf fahren. Ohne Gepäck fahren sich die Moppeds so leicht und trotzdem müssen wir ab und an in den 1.Gang. Mehr schaffen die Motore einfach nicht. Besonders nervig sind die langsam nach oben schleichenden Autos. Da greift der 2. Gang gerade so und dann muß man wegen so einem Schnarchsack bergauf abbremsen.
      Die Straße nach oben ist schmal, zwei Autos passen nicht überall aneinander vorbei und stellenweise ohne Begrenzung, die schmalen Brücken haben keine Geländer und der Belag reicht von Asphalt bis Schotter. Viele Franzosen sind hier überfordert. Mitten auf einer kleinen Brücke treffen sich zwei von denen und kucken sich an, die nachfolgenden fahren natürlich bis auf die Stoßstange auf. Keiner macht Anstalten das Problem irrgendwie zu lösen. Da mußte ich zwangsläufig dirigieren, denn auch mit dem Mopped ist kein Durchkommen mehr.
      Die Straße endet als Parkplatz und von da an gehts zu Fuß weiter.
      Es ist heiß und wander ist das auch nicht mehr. Teilweise geht's auf allen Vieren hoch und an einer Stelle ist sogar eine Leiter an den Fels geschraubt. Nach gut eineinhalb Stunden sind wir am See. Wir genießen die erfrischende kühle des Wassers beim baden. Heike hat eine Taucherbrille mit nach oben geschleppt und so können wir sogar schnorcheln. Wie die Fische hier rauf kommen ist mir ein Rätsel.
      Natürlich sind wir hier nicht alleine, dutzende Urlauber hatten die gleiche Idee.
      Marion möchte gern noch zum nächsten See. Der ist nochmal 300 Höhenmeter höher. Aber dafür hätten wir eher aufbrechen müssen. Für heut ist das zu spät.
      Runter geht's schneller aber eine Stunde brauchen wir trotzdem. Die Hitze macht uns zu schaffen. Die Joggerin, die den Berg rauf rennt, scheint das nicht zu stören. Moppedfahren macht weich!
      Runter lass ich das Mopped 10 km rollen. Und wieder treffen sich zwei Franzosen an einer schmalen Stelle. Keiner will zurück, sie sehen sich nur stumm an. Am Ersten fahr ich vorbei und bedeute dem Anderen das 20 m hinter ihm liegende breite Ausweichstück. Als ich an ihm vorbeifahre, fuchtelt er immernoch in seinem Auto rum.
      Am Zeltplatz angekommen, haben Neuankömmlinge die Zufahrt mit ihren Autos und Zelten zugestellt aber mit dem Mopped gibt es immer einen Weg.
      Wir müssen zum Einkaufen nach Corte und da haben wir nochmal eine nette Begegnung. Neben uns parkt ein Auto mit einem Nummernschild aus dem Nachbardorf. Die Familie kann es kaum glauben und sie fragen mich auf Englisch ob wir aus Deutschland sind.
      Schon lustig.
      Zurück auf den Zeltplatz haben unsere Nachbarn ihre Wäscheleine über die einzig noch verbleibende Zufahrt gespannt. Also müssen wir über deren Zeltleinen fahren.
      Zum Abendbrot gibt es natürlich wieder Spagetti.
      Das Wasser im Fluß ist jetzt bedeutend wärmer als am Morgen und so lassen wir den Abend mit baden ausklingen.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich

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      Fantastisch
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.
      Die Tage werden kürzer, das Wetter ist bescheiden - da denkt man doch gern an den Sommer zurück. Und jetzt kommt auch die Lust weiter zu schreiben.

      Sonnabend, 05.08.2017, 15. Tag


      Noch müde fall ich in den Fluß, den ich ganz allein für mich habe. Das Wasser ist kalt und ich bin sofort munter. Kann man besser den Tag beginnen?
      Nachdem wir alles verpackt haben, sind wir das erste Mal durchgeschwitzt. Baden hilft jetzt nur kurz.
      Heike will ans Meer, mit schönem Strand und faulenzen. Also ab zur Ostküste, da sollte sich genau das finden lassen.
      Ich such eine Strecke mit kleinen Straßen und vielen Kurven raus, der letzte Tag auf Korsika mit Bergen und Kurven. Das ist Moppedfahren vom feinsten und ich genieße jeden Meter. Andere Moppeds oder Autos sind kaum unterwegs. Es ist heiß wie immer und nicht ganz ungefährlich. Pferde und Ziegen lauern hinter Kurven oder springen unverhofft auf die Straße.
      Der Höhepunkt ist eine 25 km lange Straßenbaustelle. In Deutschland wäre die Straße gesperrt worden. Eine Seite ist gesperrt, es gibt keine Begrenzung, am Straßenrand geht es steil und tief nach unten. Dafür dicken Rollsplitt. Es fährt sich wie auf den sprichwörtlichen rohen Eiern.
      Ganz unverhofft tut sich plötzlich ein Panorama vor uns auf. Aus einigen hundert Metern Höhe ist die Ostküste zu übersehen. Lange können wir die Aussicht nicht genießen, es ist einfach viel zu heiß. Nach einer letzten Pause an einem echt preiswerten Caffee mit super Blick aufs Meer geht's auf Zeltplatzsuche. Beim erste sagt Heike der Strand nicht zu, der zweite Platz passt.
      Die Rezeption ist verweist und das Tor verschlossen. Die Moppeds passen aber mit den Koffern gerade so durch die Tür.
      Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen und bauen die Zelte auf. Da immer noch niemand an der Rezeption ist geht's erstmal an den Strand, da bleiben wir auch bis zum Abend. Heike hat einen guten Platz gefunden und so steht fest: wieder alles richtig gemacht.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich

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      Sonntag, 06.08.2017, 16.Tag


      Abends haben wir noch lange mit einem Pärchen aus Bayern gesssen und uns angenehm unterhalten. Als wir früh aufstehen sind sie schon auf dem Flughafen. Wir haben noch eine ganze Woche aber die schöne Zeit auf Korsika geht auch für uns zu Ende. Morgen Abend wollen wir auf die Fähre.
      Den Tag verbringen wir am Strand mit sonnen, baden und faulenzen. Abends lassen wir uns es dann richtig gut gehen. Es gibt Abendbrot im Restaurant mit einem köstlichen Teller Spagetti und Meeresfrüchten. Es sieht nicht nur gut aus, es schmeckt auch so.
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