Reisebericht keo's Tour 2016

      Reisebericht keo's Tour 2016

      Eigentlich wollte ich solch eine Tour ja schon vor 3 Jahren machen, jedoch nicht alleine. Dieses Jahr bot
      sich dann endlich die Möglichkeit mit 2 Kumpels eine größere Tour zu starten. Cedric mit der Membran TS und Tom mit seiner 650er Suzuki...dann noch ich mit meiner 100ccm Simson.

      Tag 0

      Am 15.08. war es dann endlich soweit, mit dem Moped auf dem Autoanhänger ging es am Abend von Gera nach
      Dresden zu Cedrics Garage.



      Im Gepäck noch unsortiert alles was wir gebrauchen könnten. Schlafsack, Isomatte, Zelt, jede Menge Werkzeug, nicht zu wenig Öl, ne Motorradkette, Kupplungshebel und Wechselsachen.
      Tom nenne ich wegen seinem Nachname mal Herr Köstritzer, denn ich heiße auch Tom und das macht die Sache
      einfacher zu beschreiben :D
      In Cedrics Garage machten wir unsere Maschinen für den darauffolgenden Tag startklar, jeder nahm so viel
      Gepäck wie der konnte, ich wollte noch meine Mopedkette wechseln und der Bock musste ja auch noch vom Hänger runter.
      Köstritzers Suzuki (Susi) hatte wie sich später herausstellte sehr praktische Seitenkoffer welche allerhand Platz boten, in meine kleinen NVA Stofftaschen konnte ich nur Anziehsachen und Körperpflegezeugs verstauen.
      Zum Glück hatte Herr Köstritzer von Louis diese 17€ Bigpacks gekauft, also große Sporttaschen bloß eben fürs Motorrad, hier konnte meine Isomatte, Schlafsack und die 4L Öl seinen Platz finden. Zumindest lies es sich einfacher verzurren und war wassergeschützt.



      Kurz nach 0 Uhr war es dann so weit, ab ins Nest, die Mopeds startklar und in ein paar Stunden geht’s los.
      Erster Stop 5km entfernt, Louis Megastore, noch mehr Campingequipment kaufen :D



      Tag 1

      Um 9 Uhr früh trafen wir uns wieder in der Garage, gegen um 10 waren dann auch wirklich alle da (ja 3 Mann :D ). Nach wichtigen organisatorischen Dingen sowie verspätetem Probesitzen und checken unserer Ladung konnte es endlich losgehen, nächster halt Louis :D
      Nach einer 30 minütigen Shoppingrunde im Shop gönnten wir uns noch einen Kaffee, den jeder Besucher sich
      nehmen konnte. An der Kasse war eine Thermosflasche, fand ich super!
      Hellwach konnte es Richtung Prag gehen, aus dem geplanten „wir machen einfach mal Mittag in Prag“ wurde
      nix, wir waren erst halb 4 dort. Die erste echte Mahlzeit war dann trotzdem Pizza.





      17 Uhr ging es weiter, Ziel war erstmal ländliche Gegend, bei der nächsten Pause 50km südlich von Prag
      suchten wir einen Campingplatz.



      Problem: Diese POI Dinger auf Köstritzers Navi enthielten alles außer Campingplätze. (Garmin)
      Mein Billignavi konnte uns aber retten, so stand der 60km entfernte Campingplatz mitten in der Tschechischen Pampa fest.
      Schon 10min später schien die Tour beendet :(



      Cedric mit der Membran 250er TS hat es durch die schon tief stehende Sonne nicht mehr geschafft auf blankem
      Asphalt zu fahren. Tschechische Dorfstraßen sind dreckig und oft sieht man Split. Das wurde ihm zum Verhängnis. Nach einem Überschlag war das Motorrad nicht mehr fahrbereit und Cedric hatte ein, wie sich später herausstellte, gebrochenes Handgelenk.


      Der Ort des Unglücks.

      Ein Autofahrer hielt und rufte den Notarzt, zu unserem Glück konnte er etwas Englisch. Cedric wurde mit
      dem Krankenwagen abtransportiert ins 20km entfernte Pribram. Wir mussten noch ein paar Fragen der Polizei beantworten, ehe sie ebenfalls ins Krankenhaus zu Cedric fuhren. In der Tschechei zahlt man 40€ an die Polizei wenn sie ausrücken muss.
      Nach quälenden 4,5h kam endlich der tschechische ADAC und lud die MZ auf, es war inzwischen 0:30.



      Anders als bei meinen 2 Abschleppungen wurde das Unfallfahrzeug diesmal angehoben und blieb gesichert am
      Kran hängen während des Transports. Wie wir später erfuhren haben wird sie in ca. 2 Wochen mit einem Sammeltransport nach Deutschland gebracht.
      Nun ist es 0:30, der Wind wird kühler, wir sind müde, fuhren noch 5km bis zum nächsten Waldrand, bogen in
      einen Feldweg ein in der Hoffnung auf eine ebene Fläche wo wir das Zelt aufschlagen konnten.



      Es war zappenduster und Herr Köstritzer leuchtete den Bauplatz mit seinem Abblendlicht aus, was uns am
      nächsten Morgen....naja ihr könnt es euch denken oder? Echte Männer kicken den Motor an :D
      KEO 100ccm mit TÜV ^^

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      Ich finds besser gleich die großen zu zeigen anstatt ein kleines Vorschaubild, spart Klickerei ;)
      Die Tourtage gibts immer einzeln und immer frisch, grad ist der nächste fertig geworden.


      Tag 2

      Es ist halb 4 in der Früh, am 17.08., als wir geweckt wurden von unsittlichen Geräuschen. Was schlabbert
      und fatscht da draußen so? Das mehrfache Grunzen brachte uns Gewissheit...Wildschweine :O Eine kleine Herde hatte unseren Zeltplatz gekreuzt und am nahegelegenen Bach ein Schlammbad genommen. Wir hatten schon etwas schiss, wenn sie die Mopeds umwerfen oder sich das Zelt vornehmen.

      Sehr bald sind wir wieder eingeschlafen als gegen 8 uns das Geräusch eines Traktors weckte. Schnell zammpacken! Es stellte sich aber als Fehlalarm heraus, ich dachte er will den Feldweg entlang fahren, welchen wir halb versperrten. Als wir sahen das er nur das Feld drosch packten wir leicht beruhigt zusammen und ich inspizierte die Wildschweinspuren im Schlamm.



      Nach dem Verladen und Zusammenpacken unserer Sachen ging es weiter, dachten wir.
      Herr Köstritzers treue Reisschüssel hatte keinen Saft mehr um seinen Wassereimer in eine auf/ab-Bewegung
      zu versetzen was umgangssprachlich „Standgas“ genannt wird. Ich nehme mir an diesem Punkt mal heraus, das ich nun der einzige mit etwas Schraubererfahrung bin und dadurch ein paar Lösungen parat hatte. Zuerst wollte ich mit meiner 5,5Ah Batterie den Anlasser starten, doch das Gefummel die Kabel anzuschließen an einer Suzuki
      Batterie, welche durch 72 Abdeckungen geschützt, dem Sitzbankschloss verriegelt und bestimmt noch ein paar Torx Schrauben gesichert ist, war mir am Morgen zu doof.
      So entschieden wir uns die 650ccm anzuschieben. Falls euch das mal passiert, der 3. Gang ist dafür ideal, wenn man sich während des Auskuppelns auf die Sitzbank fallen lässt, die Trägheit des Gepäcks und des Motorrads erledigen den Rest.
      So konnte es endlich losgehen, ziemlich bald hielt ich an einem schönen See an für ein Foto. Jetzt musste
      auch bald mal gefrühstückt werden, es war fast schon Mittagszeit.



      Wärend wir die Sonne genossen, versuchten wir unseren Kumpel Cedric zu erreichen. Er ging jedoch nicht ans Telefon bzw. sein Handy lies das nicht zu, da er kein Guthaben mehr hatte.
      So telefonierten wir uns durch das Netzwerk des Krankenhauses in Pribram und kamen trotz deren schlechter Englischkenntnisse nach einer viertel Stunde zu der Information, das seine Mutter ihn heute besuchen würde und
      mitnehmen. Wir waren erleichtert und es blieb nur noch die Sache mit dem ADAC zu klären. Ein ADAC-Plus versichertes Fahrzeug wird im Ausland nur heim gebracht wenn eine Werkstadt den Schaden nicht binnen 3 Tagen reparieren kann und es kein Totalschaden ist. Nun ja, natürlich konnte eine Autowerkstadt die MZ nicht startklar machen und so wurde sie als Totalschaden abgestempelt. Ihre Heimreise bleibt
      also noch ungewiss. (Trotz ADAC Plus! :( )

      Im Inland der Tschechei konnte man leider nicht mehr in Euro zahlen und um Supermärkte zu finden musste
      man schon ein gewisses Gespür entwickeln oder einfach ziemlich Hunger haben. Immerhin gab es gestern nur Pizza und Kaffee vom Louis. Als bald ein Supermarkt gefunden war musste ich die 4,39€ mit der EC Karte zahlen zzgl. Gebühren :D

      Gestärkt fuhren wir bis zum späten Nachmittag durch die Dörfer. An einem MC Cafe machen wir noch eine Rast und ich konnte meinen Coffeinmangel ausgleichen. Den passenden Parklatz habe ich auch sofort gefunden, neben gleichgesinnten :D



      Bald war die österreichische Grenze erreicht und über mein Billignavi fanden wir einen Zeltplatz mitten
      in Freistadt, 30km nach der Grenze. Eigentlich wollte ich ein cooles Bild machen an irgendwelchen Maroden Grenzgebäuden doch so viel war dort nicht zu sehen.



      In Freistadt gibt es nur einen Campingplatz und dieser ist sehr schön, klare Empfehlung für jeden.
      15€ für 2 Personen haben wir insgesamt bezahlt. Der Sprit in Österreich ist auch erstklassig, in der Tschechei lag der Super bei 1,49€, in Österreich bei 1,08€!

      Diesmal konnten wir endlich gepflegt duschen und unseren neuen Reichtum durch niedrige Spritpreise mit Bier begießen.


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      Das nächste mal könnt ihr in Gera gern bei mir anhalten;)
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.
      Tag 3

      Heute haben wir uns weiter in das Alpenvorland gekämpft. Herr Köstritzer hat dabei richtig gute Straßen rausgepickt, es ging nur Berg auf und Berg ab mit vielen Kurven. An diesem 18.08. war wie die Tage davor super Sonnenschein. Dadurch das uns das Fahren so viel Spaß gemacht hat verging die Zeit auch sehr schnell und zwischendurch haben wir wenig Rast gemacht, der Anblick war auch immer der gleiche, aber sehr schön.

      Am Nachmittag kamen wir an dem Traunsee an. Wunderschöner Anblick.





      Es war 15:30 und der Tag hat noch zu viele Stunden, als das wir hier unser Lager aufschlagen. So entschieden wir weiter zu fahren (was keine gute Idee war).

      Eine halbe Stunde später sahen wir das Unheil schon aus der Ferne, am Attersee war ein schöner Wolkenbruch und schloss uns ein. Eine weitere Stunde verging im Platzregen, wir fuhren die meiste Zeit um den See herum, was ich ziemlich gefährlich fand. Ich habe da so meine Erfahrungen mit Aqua Planing. Dazu kam noch mein Spritproblem. Im strömenden Regen musste ich auf Reserve schalten (die so ca. 25km reicht). Es kam einfach keine Tankstelle
      und die Sachen waren natürlich durchnässt. Bei jedem Schalten und Bremsen musste ich einen gefühlten halben Liter Wasser durch meinen Schuh walzen.

      Ich sah mich schon schieben als endlich eine Tankstelle kam, 8,2L Sprit plus 150mL Öl...

      Der neue „Regenfahrplan“ sah vor, eine Pension aufzusuchen damit unsere Klamotten trocken werden. Unter
      der Tankstelle riefen wir verschiedene Pensionen an die das Navi ausspuckte, um uns nach den Preisen zu erkundigen. Diese streuten von 75-95€ für 2 Personen...nein danke.

      Wir fuhren weiter zum Wolfgangsee bei St. Gilgen, bei einer alten Oma, welche eine Pension betrieb, nächtigten wir für 30€ pro Person. Leider waren alle Heizungen aus, ich durfte meine Sachen aber auf dem Dachboden der Scheune aufhängen. „Da zieht de Luft, des is morgen trockn“



      Abendessen brauchten wir trotzdem und so zog ich trockne Sachen an, Helm, Pullover und Badehose...ab gings
      zum Supermarkt. Ein Bild am Wolfgangsee durfte aber nicht fehlen.



      Zum Abendessen informierten wir uns übers Wetter, welches schlecht aussah auf dem Großglockner,
      Gewitter und Regen für morgen, am Tag darauf sah es noch unbequemer aus.

      Wir hatten also schlechte Karten für gute Sicht bei der Alpenüberquerung, geschweige denn trocken zu bleiben. (80% Regen ab 14 Uhr)

      Wir legten uns später erstmal schlafen, mit dem Gedanke, so lange vor den Alpen rumzufahren, bis
      das Wetter eine schöne Überquerung zulies.

      Gute Nacht ;)


      Tag 4

      Freitag, der 19.08. , wie jeden Tag weckte uns die Sonne gegen 8 Uhr und ehe wir starten konnten
      vergingen ebenfalls wie immer knapp 2 Stunden. Das end- und verpacken wurde langsam zur Routine. Nach dem Frühstück welches wir zu unserer Schlafgelegenheit dazu buchten im nahegelegenen Restaurant, schauten wir wieder einmal besorgt in den Wetterbericht. Da das Wetter immer schlimmer werden sollte in den Alpen entschieden wir uns heute sie zu überqueren.

      Herr Köstritzer bezahlte noch den Extra-Kaffee und ich tauschte meine trocknen Wechselschuhe gegen die
      nassen Motorradstiefel. Was ich noch nicht wusste, hier wird zu jedem Kaffee ein Glas Wasser serviert :)



      Doch bevor es dazu kommen konnte das wir losfahren würden, kam bereits der nächste deftige Regenschauer.
      2 Kippenlängen und einen Kaffee später hatte sich die Lage beruhigt und wir konnten endlich losfahren. Halb 1 nachmittags war ich noch einmal tanken, kurze Zeit später stoppten wir nochmal und schauten wieder nach dem Wetterbericht :D



      Von hier „unten“ sah es „da oben“ gut aus und so fuhren wir zügig weiter an den „Fuß des Berges“ wo uns erstmal pro Fahrzeug 25€ abgeknüpft wurden.



      Dann ging es schließlich hoch, es war ein so geiles Gefühl, ich habe mich so richtig frei gefühlt. Die
      dünne kalte Luft und dieser majestätische Anblick der Berge und des Schnees..



      Nach 30min und ein paar Pausen waren wir an der Spitze des befahrbaren Berges. Traumhaft.



      Herr Köstritzer wollte nicht noch höher, also bin ich alleine ganz ganz hoch auf die Edelweisspitze.

      Also beschleunigte ich den Parkplatz entlang und dann...hubs..der Weg da hoch ist gepflastert, gefährlich!
      :D

      ]

      Halb 4 ging es wieder runter, wir erreichten Italien am Abend, mein Po tat diesmal echt weh, aber das
      Erlebte lies mich das immer wieder vergessen. Der erste Pass in Italien zum erreichen der Ebene am Meer war eine Umgewöhnung. Jede Serpentine führte in einen 30m langen Tunnel wo die Straße umgelenkt wurde. Gefahr! Meist ist dort wieder mal Kopfsteinpflaster. Es ging aber alles gut :)



      Um 7 erreichten wir unseren auserwählten Campingplatz in Gemona und die Sachen durften weiter trocknen. Am Abend gab es Pizza und Bier, leeecker!

      Übrigens ist meine 260er Scheibenbremse angelaufen bei der Bergabfahrt des Großglockners, bis sie schließlich gar nicht mehr bremste und ich eine Pause einlegen musste. (dieses Verhalten nennt sich Fading)

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      Schön das du auch mal über die Alpen fährst- willkommen im Club!
      Für deinen verunglückten Mittfahrer tut es mir leid. Sicher wird er sich in den Arsch beißen weil er nicht mehr dabei ist. Ich wünsch ihm eine schnelle Genesung. Die Schäden am Mopped kostet nur Geld und Zeit.

      Und jetzt schreib schnell weiter! Wann wart ihr eigentlich unterwegs?
      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      Tag 5

      Es ist Wochenendee! Wir schreiben den 20.08. und haben einen kleinen Kater :D
      Die Sonne weckt uns mit ihren ersten warmen Strahlen, das ist ein geiles Gefühl!
      Noch vor dem Frühstück hab ich die allererste Wartung an meinem Moped vorgenommen.

      Der RZT Fußrastenträger war locker, die Kerze leicht undicht und...3/4 meiner Speichen waren locker :D
      Ich hatte einen Speichenschlüssel mit und habe alle gleichmäßig festgezogen. Hinten hat es trotzdem geeiert ^^

      Unser Zeltplatz sah so aus. Man könnte denken unser Nebenjob wäre Wäsche zu trocken.



      Diesmal gab es, wie immer, wenig
      Frühstück, bestehend aus Restern von gestern :D

      100 km trennten uns noch vom Meer. Gegen 11 brachen wir auf und so manchen Stau haben wir geschickt umfahren. Da waren die Italienischen Roller Vorbild. Auf dem Mittelstreifen ist ja genug Platz. Halb 1 in der prallen Mittagssonne haben wir nochmal getankt eh es bis Caorle ging.

      Dort angekommen, stand an der Rezeption des örtlichen und größten Zeltplatzes eine lange Menschenschlange. Menschen die aus-checken wollten mussten an der selben Schlange anstehen wie Neulinge. Da man bei den Zeltplätzen immer einen Perso oder ähnliches als Pfand abgeben muss, suchte Herr Köstritzer sein Porte Monaie...

      Bald stellte sich herraus, es liegtnoch an der Tankstelle!!
      Während ich an der Schlange anstand, fuhr er zurück (40km) zu der besagten Tankstelle, vielleicht ist es
      ja noch da.

      Er rief mich an, die Tanke hat bis 15 Uhr zu. Das heißt nochmal 1,5h warten. Es schien als würde die Schlange nicht kleiner werden. So beschloss ich einen anderen Campingplatz zu suchen mit dem Handy. Im 20km entfernten Bibione fand ich den nächsten.
      Tom informierte ich darüber wo ich jetzt bin, das war dann irgendwann doch recht teuer.

      Übrigens gabs das letzte Trinken in Gemona, was 5h her war. So einen Durst hatte ich noch nie.
      Mein Handy lies ich am Moped laden und kaufte mir erstmal etwas zu trinken. Ich musste ja eh Herr Köstritzer zuwinken damit er den Zeltplatz nicht verfehlt. Ruckzuck waren die 2L leer.
      Halb 4 kam Tom, nach einigen Gesprächen wussten wir wie es weiter geht. Ich hole Bier und was zu kochen, Tom, also Herr Köstritzer fuhr zu Polizeistation in Bibione um seinen Verlust zu melden.
      Die lachten nur (kommt wohl öfter vor), jedenfalls bekam er ein Zettel wo drauf steht das er seine Personalien etc. verloren hat mit Stempel und Unterschrift.

      Am Abend gingen wir noch ins Meer, bevor es endlich Essen gab.
      Wir erwischten grade Ebbe, das heißt man steht 50m im Meer und hat man unter sich zufällig eine Sandbank, ist man nur bis zu den Knien im Wasser.



      Nachdem wir das 3. Bier genießen wollten, sprachen uns 2 Franzosen an in Englisch und erklärten uns ob das unser Hänger wäre (vom Nachbar). Leider nein, aber cool drauf waren die Leute schon, hatten großes Interesse an der Simson, wegen den ganzen nicht-original-teilen. Wir verstanden uns ziemlich gut und luden sie zum Essen ein.



      Der Benzinkocher beim Kaltstart :D



      Gegen 10 tröpfelte es etwas, aber hey,
      wir sind im Süden, das wird trocken bleiben.

      Dem war nicht so. Fortsetzung folgt.
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      Mein Moped kam effektiv bis in den 3. Gang die Pässe hoch, also bis 75 km/h. Einzig das Anfahren an den Kurven ist rotz, wenn man ein Auto vor einem hat was steht, weil es gucken muss ob was kommt. Da fährt man 5sec an und kuppelt 4 mal neu an damit es den Motor nicht abwürgt. Sobald man aber durchziehen kann, nimmt er das fette Gemisch auch an und wandelt es in Beschleunigung um. Jedoch alles unter 100% vollgas führt zum verschlucken, es sei denn man hat hohe Drehzahlen.



      Tag 6

      21.08.2016, es ist um 4 früh als ich wach wurde. Denn es ist nass! Der Zeltboden ist undicht und das Wasser drückt sich rein in meinen Schlafsack. Bis halb 8 hab ichs ausgehalten, dann bin ich aufgestanden. Auch weil alle Nachbarn so ein Lärm machen. Ich wollte gar nicht wissen wie es draußen aussieht. Im Suff haben wir alles stehen lassen, also wie jede Nacht.

      Dann kam das böse Erwachen. Während wir schliefen hat es so stark geregnet...der Dreck des Bodens klebte bis einen halben Meter hoch am Zelt...und an allen anderen Teilen...unsere Stühle voller Wasser...eine Dreckbrühe. Schuhe nass, unsere aufgehangenen Sachen nass...die unbenutzten Sachen im Beutel der am Zelt lag...nass!

      Der Campingplatz war sehr sehr gutausgestattet, so gingen wir ingesamt bestimmt 15x zum Waschbecken, alles musste gereinigt werden, nicht weil es Nass war, sondern wegen dem Dreck der mit rein spritzte.
      Her Köstritzer hatte viel Wäscheleine mit, so konnten wir Alles aufhängen zum trocknen, wie so oft.



      Das dauerte bis Mittag, doofer Weise war am Abend wieder regen angesagt. Meine Fresse....ich denk wir sindhier in Italien, da muss doch Sonne scheinen? :D
      Jedenfalls, nachdem alles Positioniert war zum optimalen trocknen gingen wir mit unseren Reservebier's an Strand und chillten.



      Am Abend gingen wir wieder mit den Franzosen essen, erst haben wir sie ja eingeladen, jetzt anders rum. Wir scherzten, typisch französische Küche wollten wir, was gab es? Pizza :D

      Hier die Tour von gestern, vom Alpenrand zum Meer.

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      Tag 7

      22.08.2016, halb 8 ging ich schon mal in den Supermarkt Kaffee holen und auf dem Rückweg gleich mal den Zeltplatz bezahlen und mein Perso (Pfand) abholen. 94€ für 2 Personen und 2 Nächte :/

      Nun war mein Geld alle, Herr Köstritzers Vater wollte mir noch Geld überweisen, da ich ja nun als einziger ein Porte Monaie habe und mein Geld nicht für 2 reicht. Bisher war aber noch nichts drauf sodass ich mein Konto blank machen musste, d.h. Wir haben 50€ in bar :D

      Schnell spulten wir Kilometer ab, bis wir Mittags beim Monte Grappa waren. Ein sehr schöner Pass, wo man 60km weit sehen kann bis zum Meer. Es war eine Empfehlung eines Deutschen, welcher beruflich Motorradtouren begleitet. An den Bildern kann man sich, wie ich finde, nicht satt sehen.



      Irgendwann hat sich Herr Köstritzer verfahren, wir waren auf einmal bei Heidi auf der Alm. Die Straßen verwandelten sich nach und nach von festem Teer zu Teer mit Löchern, zu Teer mit Steinen und letztendlich von groben zu feinen Steinen. Das machte meiner Elektrik etwas zu schaffen, die Tachos starteten bei jedem Schlagloch neu oder blieben ein paar Minuten aus.
      Die Straße war irgendwann nur noch 2 Meter breit und war wie ein weiser Faden, der sich durch die Landschaft zog.



      Hier haben wir uns auch entschlossen, bis wir auf „öffentlichen“ Straßen sind, ohne Helm zu fahren. Mit angenehmen 3000 RPM im 2. Gang schlichen wir uns durch diese wunderbare Landschaft und genossen Sonne und Wind. Wieder macht sich das Gefühl der Freiheit in meinem Körper breit. Das Moped, welches ich komplett restauriert habe bringt mich mit meinem Motor in den Urlaub und hoffentlich zurück...du kennst jedes Geräusch und weißt genau was passiert, wenn das Moped wegen der Höhe sich wieder mal verschluckt.

      Am Ende dieses Erlebnispfades haben wir wieder eine Straße entdeckt. Die Aussicht war wieder bombastisch.



      Am Abend, 17 Uhr , kamen wir in Kaltern an. Es ist kühl und die Sonne geht unter.

      Am Zeltplatz duschten wir und bekamen von 3 anderen deutschen Motorradfahrern einen Kümmerling geschenkt :D

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      Pannen hätte ich erwähnt :)

      Tag 8 Die Nacht war relativ kalt, das Zelt war von innen und außen gleichermaßen Beschlagen, der Boden kühlte mich etwas aus, da ich irgendwie die Isomatte als Decke nahm :D
      Ziemlich früh ging ich aus dem Zelt und wieder mal war alles nass. Besser gesagt klamm, neues Wort gelernt im Urlaub. Die Sonne schien nur auf die Berggipfel und in unserem Tal konnte man seinen eigenen Atem sehen. Herr Köstritzer schlief weiter, aber ich konnte nicht mehr, also kümmerte ich mich schon mal um den Abwasch.
      Nach einer knappen Stunde kroch endlich die Sonne hervor und beschien unsere bescheidene Bleibe.Die Sonne hatte so eine Kraft, das sofort alles zu dampfen begann, das war wirklich Wahnsinn. Erkennt ihr den aufsteigenden Wasserdampf vom Zelt?



      Alles nasse zeug hingen wir an den nahegelegenen Zaun welcher den Zeltplatz von den Weinbergen abgrenzte.
      Als wir startklar waren ging es noch einmal tanken und dann Richtung Mendelpass, Herr Köstritzers Hauspass, zum warmfahren.



      Recht zügig mussten wir Kaltern hinter uns lassen, der Mendelpass ist ja direkt vor Ort, an der Spitze machten wir noch ein letztes Bild…
      Irgendwo zum trinken rasteten wir einfach am Straßenrand und genossen diese geile Aussicht…*schwärm*



      Heute machen wir nur Strecke, sodass nicht viel passiert ist was man erzählen könnte. Am Nachmittag erreichten wir den Fuß des Stilfser Joch..aber Bilder sagen mehr als Worte..



      Ich fühle mich ganz klein.



      Auf dem Berggipfel gab es Europas höchste Roster mit Aufkleber dazu, das war unser verspätetes Mittag.



      In Ried im Oberinntal ging die heutige Tagesreise zuende. Wir waren in Italien, Österreich und der Schweiz an einem Tag :D
      Morgen brechen wir auf zu der „Simson IG Vilsbiburg“, dort hat man uns eine Bleibe zugesagt, mal sehen was das wird!

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      Tag 9

      Der Urlaub neigt sich leider langsam dem Ende zu. Da ich die Tour Live in Facebook gestellt habe, war einer der Kommentare, wieso ich nicht bei der „Simson IG Vilsbiburg“ vorbei schauen würde.
      Diese Interessengemeinschaft oberhalb Münchens habe ich noch nicht ganz wahr genommen bisher. Daniel, der Anführer der Bayrischen Zwiebacksägen sagte mir sogar Abendbrot und Übernachtung zu. Na gut, besser kanns doch kaum werden!



      Es ist der 24.08.2016 und wir haben heute definitiv was vor uns! Gegen 300km gilt es zu bewältigen damit wir pünktlich zum Abendessen anwesend sind.
      Gegen 13 Uhr haben wir die deutsche Grenze passiert und ein toller Gletscherfluss bot sich für eine Rast an. Für das perfekte Bild habe ich noch eine hölzerne Fahrradbrücke überquert und einen Busch mitgenommen :D



      Ein wunderbarer Platz



      Um die stinkenden Füße zu waschen im eiskalten Wasser



      Herr Köstritzers Navi schickte uns durch München und zwar genau im Berufsverkehr, 15:30 Uhr…
      Penetrante Autofahrer bekamen meine beißenden Abgase zu spüren denn ich hatte noch so manch Ölschmodder im Auspuff, der liebend gern blaue Wölkchen produzieren wollte.
      Die ersten 2 Gänge bei der beginnenden Grünphase ausgefahren, schafften dem Gedrängel Abhilfe und 50m kein Auto hinter mir :D

      Nach einer kupplungsquälenden Stunde haben wir es endlich auf die Autobahnauffahrt geschafft. Wahnsinn, 6 Spuren München rauswärts. Endlich konnte der Auspuff gepflegt ausgebrannt werden, mit guten 100 Sachen hinterließen wir München in blauem Dunst. Und selbst auf der Autobahn wurde großzügig hinter mir ausgeschert um dieser geilen Abgasfahne zu umgehen :D

      An einer Raststätte machten wir halt und als Sonnenschutz diente ein Laster. Ich habe komische Geräusche vernommen beim Lastwechsel, irgendetwas scharbt.
      Ich vermutete richtig, das Kettenritzel hat sich gelockert. Das 18er Ritzel hat eh kaum Platz hinter dem Lichtmaschinendeckel, die lockere Ritzelschraube fiel also sofort auf, da seine schlackernde Bewegung Material vom Deckel abtrug und diese ominösen Geräusche verursachte.
      Noch bevor die Reparatur beginnen konnte, fuhr der Laster weg und wir waren wieder in der prallen Sonne.

      Noch kurz den Popo ausgeruht, ging es weiter auf der Autobahn, bis auf einmal..möhhrrrrhhhh
       Schnell Gas zu drehen, auf Reserve schalten, Choce ziehen und warten bis es ruckelt…ahh…Choce loslassen, Vollgas geht’s weiter :D

      Ich signalisierte Herr Köstritzer hinter mir mit meiner Kupplungshand, dass ich noch 20km hab bis nix mehr geht. Tatsächlich hatten wir eine ziemlich lange Strecke hinter uns keine Tanke wahrgenommen.
      Kilometer um Kilometer verging…ah unsere Ausfahrt! Von dort nurnoch 30km bis Vilsbiburg! Ich schreibe km 16 seit Reserve und an der Abfahrt war zum Glück eine!

      19 Uhr kamen wir bei Daniel an, er hatte bereits gegrillt und vor der Garage stand eine Kiste Bier :D Ein göttlicher Empfang nach so einer Reise!

      Die Nacht war lang, bis 3 Uhr nachts haben wir geredet, getrunken, über alles Mögliche gequatscht und so manche Spezialität ausprobiert.
      Die coolste Sache war sein Ritual, jeder Besucher musste einmal aus seinem alten ETZ 250er Kolben trinken.
      Sehr lecker, wir hatten eine große Flasche Kümmerling als Geschenk mitgenommen und mussten die Hälfte aus diesem versifften Kolben trinken, Bolzen, Nadellager…Ölreste waren alles noch vorhanden! Würde sagen, lief bis zum Ausbau!



      Herr Köstritzer war jedoch etwas benommen, die Mischung aus Kräuter und ungarischem Selbstgebrannten tat ihm nicht gut, sodass er irgendwann mal für ein paar Minuten verschwand :D



      Schlafen konnten wir super :D
      KEO 100ccm mit TÜV ^^

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