Sr50 - Höchstgeschwindigkeit

      Sr50 - Höchstgeschwindigkeit

      Hallo zusammen,

      bin seit gestern stolzer bestitzer einer Simson SR50 Bj. 1990
      Bin heute einige Kilometer damit gefahren und mir ist aufgefallen das sie ziemlich flott ist.
      Tacho zeigt etwa 75 - 80 Kmh an....
      Nun habe ich die Geschwindigkeit mal mit dem Navi gemessen ...
      Das schnellste war 67 Kmh.
      Der Vorbesitzer hat mir gesagt das er daran nicht rumgeschraubt hat ... also alles original.
      Was passiert nun wenn ich in eine Kontrolle komme ? bekomme ich ärger ?

      Lg
      Giuseppe

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      60 km/h sind erlaubt +20% Toleranz = 72

      schau mal, ob du zwischen unterster Kühlrippe und Motorblock einen Finger reinstecken kannst. Falls nicht, hast Du einen 70er Topf drauf. Das würde Ärger geben, weil die Rennleitung, zumindest im Osten, diesen "Kontrollgriff" auch kennt.
      Leider nein - musst schon den Zylinderkopf abschrauben- erst dann sieht man anhand des Kolben Durchmesser um wieviel cm3 es sich handelt
      20/06/2015 Hockenheim
      Gratuliere.
      Du hast nun gelernt: Die Tachos zeigen meist zuviel an.
      Du hast fernerhin gelernt: Für ne Simme sind 70Km/h normal! und obrigkeitshörige Zweifel sind unangebracht. Die 60Km/h waren gedacht für Vollast mit Gepäck und Sozius.Na, sogar dann sind se schneller. Gut so.

      Zusärtzlich lernen wir: Sobald sich die grüne Ökonazi-Partei an die Macht geputscht hat, werden sowieso 2-Takter verboten und wir alle müssen vor'm Scheißen unseren örtlichen GauleiterIN fragen, ob die Abgase aus dem Klo umweltkonform sind. Erst nach Messung mit Sonde im Arsch darf dann abgedrückt werden. Verschärfte Regeln gelten hier für "Reindeutsche", welche ihre Rassenzugehörigkeit durch Tragen einer gelben Sonnenblume öffentlich zeigen müssen, damit man sie besser diskriminieren kann.

      Sarkasmus aus.

      Zylinderkopp abschrauben, nachmessen - isser 50ccm, ist alles i.O. , sind es 60+ hast du bei einem Versicherungsfall/Unfall ein riesengroßes Problem, wenn da ein Gutachter reinschaut.
      Ich wollt' du wärst ein Huhn - Ich hätt nich viel zu tun
      Legst jeden Tag ein Ei - Ich schau dir zu dabei
      Genau, baut immer fein eure Köpfe wegen jedem Scheiss runter... davon wird die Garnitur immer besser... Ich kanns echt nicht nachvollziehen... Wenn die Simme doch ordentlich läuft und die Werte im Rahmen liegen und es sonst keinerlei Hinweise auf Tuning vorliegt, wo ist das Problem ? Auch könnte man mit z.b. ner LED Taschenlampe mal ins Kerzenloch oder von vorne in den Auslasskanal schauen, da kann man auch leicht erkennen, ob es nen Stino oder Tuning ist. Auch einfach mal unter den Ansaugstutzen des Vergasers schauen, was der Zylinder dort fürn durchmesser hat... aber nöö, erst mal den Kopp runter :thumbsup:
      Simtex´s Aufbau - Thread

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      Was da schlechter werden soll ?

      1. kann dir Dreck oder Ölkohle reinfallen, die Du nicht mitbekommt... was das kleine Übel wäre.
      2. schon durch Lösen/Entspannen der Zylinderkopfschrauben kann sich schon die Kolben-Zylinder Geometrie verändern, sodass der Kolben nicht mehr in seiner ursprünglichen Position arbeitet - das kann Leistungsverlust zur Folge haben. (Habe ich "nachgeblabbert", konnte man, glaube ich mal bei Langtuning nachlesen - klingt für mich aber plausibel)
      3. Irgendwo wird durch das Entspannen des Zylinderkopfes eine Undichtigkeit, im schlimmsten Falle an der (alten und harten) Fußdichtung hervorgerufen.

      Ich hoffe, das reicht Dir als Begründung
      Simtex´s Aufbau - Thread

      Der Standard

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      Waldmensch schrieb:

      60 km/h sind erlaubt +20% Toleranz = 72

      schau mal, ob du zwischen unterster Kühlrippe und Motorblock einen Finger reinstecken kannst. Falls nicht, hast Du einen 70er Topf drauf. Das würde Ärger geben, weil die Rennleitung, zumindest im Osten, diesen…



      Das Thema ist nun schon etwas älter, aber ich hätte dem noch etwas hinzufügen.
      Mir ist vollkommen unverständlich, dass sich die Überzeugung, es gäbe eine "20% Toleranz" hinsichtlich der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit, derart durchsetzt.

      Diese ist schlichtweg FALSCH!
      Richtig wäre folgende Herangehensweise:

      "Ärger", wie der TE den Umstand bezeichnet, kann es in zwei voneinander vollkommen getrennten Arten geben:


      1. Der Zulassungsverstoß nach der Fahrzeug-Zulassungs-Verordnung(FZV) /Verstoß nach dem PflichtVersG/Abgabenordnung
      -> Beides Ordnungswidrigkeiten

      2. Verstoß nach der Fahrerlaubnisverordnung (Kurzum: Führerscheinsache)
      -> Straftatbestand!


      Nun zur Erklärung:

      Zu 1.) und 2.)
      Über den Paragrafen 76 Nr. 8 FZV (sog. Übergangsrecht) werden unsere geliebten Ost-Mühlen zu Kleinkrafträdern im Sinne einer Zulassung erklärt. Warum ist das besonders? Nunja, im allgemeinen Teil der FZV ist das Kleinkraftrad unter anderem wie folgt definiert: Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. D.h. dass diese Gesetzesstelle es "erlaubt", dass auch die Ost-Mühle (die vor dem 28. Februar 1992 erstmals in den Verkehr gekommen sein musste), die ja bekanntlich eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h vorweisen kann, als Kleinkraftrad gewertet wird.
      Was hat das für einen Vorteil? Zwei an der Zahl: Sie darf von Inhabern der Fahrerlaubnisklasse M (mindestens) gefahren werden. Und: Steuerentrichtung entfällt.
      Das kann nur die gute Ost-Mühle, eben Dank dieser Gesetzesstelle.


      Nun zum Mythos der "20%-Toleranz":
      Der Gesetzgeber hat einen tieferen Sinn darin gesehen, diese Hintertüre einzuführen, um uns Ostfans nicht den Spaß und vor allem jede Menge Geld (Für das Umrüsten auf 45 km/h) zu nehmen.
      Uns hier ist ausdrücklich die Rede von einer bauartbedingten HÖCHSTGESCHWINDIGKEIT von 60 KM/H. Das heißt in der Theorie: Ein eventueller Straftatbestand (2.) oder ein Ordnungswidrigkeitenbestand (1.) wäre bereits mit 61 km/h tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit auf ebener Fahrbahn erfüllt.

      Da man hierdurch jedoch mehr Verfahren als Personal auf den Tisch rufen würde, hat man sich darauf geeinigt (sog. Allgemeine Richtlinie -> Teil einer Ausführung zu diesem Tatbestand (Urteil BGH)) dass je nach Staatsanwaltschaftlicher Zuständigkeit (D.h: Das ist überall unterschiedlich) eine Toleranz von 4-5 km/h gewährt wird. Dass natürlich nicht alles verfolgt wird, ist mir auch klar. Soweit aber die Theorie.
      Das entspricht aber weit nicht den genannten 20%.
      Das würde ja bedeuten, dass jeder mit seiner Mühle mit 72 km/h (20% von 60 km/h eingerechnet) durch die Gegend fahren dürfte. Und das ist nicht im Sinne des Gesetzgebers und fällt damit ins Visier der Rennleitung.
      Übrigens: Diese 4-5 km/h sind zumeist bereits in der Werkstoleranz enthalten. Denn jede Mühle hat so ihre Eigenheiten.


      Das war jetzt etwas ausführlicher, aber dafür richtig. Hoffe, dass dieser Mythos damit nicht mehr besteht :)
      Bezüglich dieses "Mythos" wie du ihn nennst, bitte ich dich das OLG Karlsruhe Urteil vom 10.1.2003, 1 Ss 73/02 durchzulesen. Ja, natürlich hat ein Urteil eines Oberlandesgerichts keinen in Stein gemeißelten Gesetzescharakter, aber es wird für Juristen schwer dagegen zu argumentieren und normalerweise werden sie sich in gleichen oder ähnlichen Anliegen darauf berufen und beziehen.

      Ich zitiere mich mal aus einem anderen Thread:

      OLG Karlsruhe Urteil vom 10.1.2003, 1 Ss 73/02 besagt, dass die Endgeschwindigkeit für den Sachverhalt des Fahrens ohne Fahrerlaubnis 1) "[...]wesentlich über der durch seine Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit liegt." und 2) muss dieses auf ebener Strecke regelmäßig wiederholbar sein.

      Zitat zu 1), der wesentlich über der Höchstgeschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit: "Die Grenze, ab welcher solche ohne äußere Eingriffe aufgetretene Veränderungen als wesentlich anzusehen sind, bemisst der Senat vorliegend mit 20 %, so dass bei einem geringeren Anstieg der bauartmäßig zugelassenen Höchstgeschwindigkeit die Fahrerlaubnis und damit der Tatbestand des § 21 Abs.1 StVG nicht betroffen ist."


      lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_…ent.py?Gericht=bw&nr=3163


      Das Urteil beruft sich auf einen ganzen Batzen anderer Gerichtsurteile, welche mit ähnlichen Aussagen den Weg dazu geebnet haben. Wenn man Lust hat, kann man die sicherlich alle finden und sich durchlesen. Die betrafen übrigends vorwiegend 25km/h Mofas, wurden aber in gleicher Weise auf 50km/h Kleinkrafträder herangezogen, und würden sicherlich auch auf 60km/h Simsons herangezogen werden. Das alles fußt auf Gerichtsurteilen, dass Verschleiß ohne eigenes Zutun keine Erlöschung der Betriebserlaubnis eines Fahrzeugs begründet. Dazu auch interessant durchzulesen:

      -Bayerisches Oberstes Landesgericht 1. Senat für Bußgeldsachen , 25.06.1985 , 1 Ob OWi 143/85
      -Oberlandesgericht Karlsruhe, Beschluss vom 08.02.2006 - 1 Ss 30/05 -
      Das ist sehr freundlich, dass du das herausgesucht hast. Ich will dagegen ja auch nicht argumentieren. Ich möchte dir nur mitgeben: Ich kenne einige Gerichtsurteile, in denen gänzlich andere Festlegungen getroffen wurden. Da kann man sich dann sicher passend eines heraussuchen, genaus so wie man es dann eben braucht.

      All das ist blanke Theorie. Aus der Praxis weiß ich, dass bereits bei den von mir ausgeführten Werten Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitenverfahren eröffnet wurden. Und das, obwohl ein OLG eine andere Festlegung getroffen hat ;)

      Daran sieht man: Theorie und Praxis sind zwei paar Stiefel.
      Dennoch hast du natürlich absolut Recht mit deiner Argumentation. Da kann ich nicht widersprechen.

      Ich möchte einfach nur nicht, dass sich der ein oder andere einem Strafverfahren unterziehen muss, nur wegen dem ein oder anderen theoretischen Messwert.
      Mag alles sein ABER nehm dir mal 10 DDR Zylinder im Nullmaß und vermessen mal die Steuerzeiten, Toleranzen, Quetschmaße, Verdichtungen und und und.

      Dann erkundigt du dich unter welchen Bedingungen die 60kmh mindestens erreicht wurden. Richtig mit Sozius und mäßigem Gepäck. Hast du jetzt bei all den Sachen optimale Streuung und einen sehr leichten Fahrer, der nichts verändert hat, soll er dann bestraft werden. Die Kisten werden halt nicht elektronisch reguliert, weshalb ich persönlich diese Prüfstand der Polizei in Sachen Genauigkeit nicht nachvollziehen kann und mir den Unterschied bei elektronisch gedrosselt und fahrtwindgedrosselt in einer Kontrolle mal erklären lassen werde. Wo macht der Prüfstand da einen Unterschied?
      Probleme sind nur Lösungen in Arbeitskleidung !!!