Auf dem Weg nach Süden

      Nachts hat es noch mal ordentlich geschüttet, boß gut das wir in der Pension im kuscheligen Bett liegen könnten.
      Die Wetterprognose für die Alpen sagt nur den Montag als regenfreien Tag voraus. Wenn wir also trocken die Alpen überqueren wollen müssen, wir heute am Alpenrand sein. Bei unseren letzten Reisen haben wir für die Strecke immer zwei Tage gebraucht.
      Wir stehen zeitig auf aber irgendwie haben die letzten Tage ganz schön geschlaucht. Wir kommen alle nicht so richtig in Tritt. Dazu trägt sicher auch das gute Frühstück in der Pension bei. Erst um halb Elf kommen wir los.
      Das wieder funktionierende Navi schickt uns anfangs exakt die gleich Strecke wie im letzten Jahr. Gesperrte Straßen, Schotterstrecke, durch Gewerbegebiete und trotz eingestellter begrenzter Geschwindigkeit auch auf Schnellstraßen. Aber wir kommen gut und schnell vorran, was sicher auch am geringen Sonntagsverkehr und dem guten Wetter liegt. Das Navi findet kleine, kurvenreiche Straßen in landschaftlich schönen Gegenden, die ich mit der Karte nur sehr schwer gefunden hätte.
      Kurz vor München, in Pfaffenhofen, macht das Navi aber Feierabend. Da wir schon einige Male nach München gefahren sind haben wir aber kein Problem damit. Ortskenntnis is halt durch nichts zu ersetzen!
      Kurz nach sechs sind wir wieder aus München raus. Eigentlich wollten wir bis Mittenwald aber in Kochel am See gehen wir auf den Zeltplatz. Beim Abendbrot zeigt sich erstmals das Alpenglühen an der Felswand.
      Tagesziel erreicht! Jetzt liegen wir in Reichweite für unsere morgige Alpenquerung.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      Wir sitzen gerade nach einem ausgiebigen Poolbesuch auf einem Campingplatz in Rom und bereiten Spaghetti alla Roma zu.
      Die Moppeds summen ohne Probleme, selbst auf der Autostrada und den Schnellstraßen. Trotz eingestellter Geschwindigkeitsbegrenzung von 55 km/h schickt uns TomTom immer wieder auf die Straßen mit den blauen und grünen Schildern. Das Problem mit dem spontanen Ausfällen könnten wir auf Hitze und Ladung eingrenzen. Gestern und heute hat es ausreichend funktioniert. Gibt es auf Autobahnen und Schnellstraßen in Italien ein Geschwindigkeitsminimum?

      Den letzten Nerv hat mich gestern eine Selbstbedienungstanke gekostet. Der Tank leer, Öl schon eingefüllt, und das sch..... Ding nimmt weder unser Geld noch unsere Karten. Und ich hatte die Zahnfee nicht dabei...
      Morgen ist Stadtbesichtigung im Schnelldurchlauf - ganz Rom in 10 Stunden.

      Einen ausführlichen Bericht werd ich im Winter schreiben, jetzt hab ich keine so rechte Lust dazu und die Zeit ist mir im Moment zu kostbar dafür. Der beschränkte Internetzugang trägt auch seinen Teil dazu bei.

      Aber ab und an gibt es ein Lebenszeichen von uns. Probleme mit den Moppeds gabs bis jetzt jedenfalls keine.
      Nur unser zweiter Mann hat Probleme mit dem Sitzfleisch. Das Mopped fahren so anstrengend ist hätte er auch nicht gedacht.
      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      Na schön das alles so klappt, gute Fahrt noch!!!
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.
      Das stimmt nicht! Auf Autobahnen und Schnellstraßen sind mind. 150 ccm vorgeschrieben.:-)



      Wir sind an der Amalfiküste angekommen, dem Ziel userer Reise. Der heutige Tag hatte es in sich, obwohl er ganz harmlos angefangen hat.
      Der Campingplatz in Cassino liegt an einer riesigen Quelle. Aus einem Felsen sprudelt es aus dutzenden Stellen, so das rund 100 m weiter ein schnellfließender Fluß mit einer Breite von 10m und 1m tief als Wildwasser fließt. Das Wasser ist eiskalt - aber trotz alledem mußten wir da mal abtauchen.
      Die erste Panne auf unserer Reise traf Marions Mopped. Die Abdeckschraube der Leerlaufdüse nahm in der Vergaserwanne ein Bad. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich noch eine neue Kerze eingeschraubt, die Alte hatte gut einen mm Abstand. Das hätten wir besser nicht gemacht. Mitten auf einer Schnellstraße, auf die uns wiedermal das Navi geschickt hatte, blieb Marion liegen. Die Elektrode war komplett abgeschmolzen. Immerhin hat die AKF Isolator Zündkerze fast 100 km gehalten.
      Fast Zeitgleich viel dann auch das Navi wieder aus.
      Aber das Beste kam noch - die Fahrt durch Neapel. Man hatte uns gewarnt. Trotzdem hätten wir uns das nie so vorgestellt. Es kommt einem so vor, als hätten die Neapolitaner noch nie was von Verkehrsregeln gehört, oder anders gesagt, hier gibt es keine Regeln, keine Ampeln, keine Vorfahrtsregeln, jeder fährt hier im endlosen Stau, wie er will, überholt wird, wo minimalster Platz dazu ist, ob von rechts oder links entscheidet man quasi während des Überholen. Blinker können sich die Einheimischen anscheinend nicht leisten. Über die Kreuzung kommt der zuerst, der beim Fahren nicht bremst oder zuckt.
      Die Straßen müssen Versuchsstrecken für Enduros sein. Die hin und wieder aufgebrachten Verkehrsberuhigunsschwellen sind vom sonstigen Straßenbelag nicht zu unterscheiden. Ganz wichtig, immer schön gerade aus fahren, bloß nicht bei einem Schlagloch ausweichen. Die plötzlich neben einem auftauchenden Autos oder Moppeds rechnen nicht mit so einem virtuosen Fahrstil.
      Marcus hat das Navi mitten in Neapel wieder zum laufen bekommen und promt sind wir auf einer Mautpflichtigen Autobahn gelandet. Eigentlich stört uns das nach dem heute erlebten überhaupt nicht mehr.
      Nach drei Stunden hatten wir es aber geschafft - Neapel liegt hinter uns und nochmal werden wir uns das nicht antun.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      Ja, in manchen italienischen Städten könnte man zum Vieh werden, da würden manche hier weinend zusammenbrechen.

      viel Spaß weiterhin
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.
      Endlich mal wieder freies Internet auf einem Zeltplatz!
      Wir sind in Sestri Levante, leider schon wieder auf dem Rückweg.
      Ich würde euch ja gern berichten, wie wir mit der Nagelfeile des Schweizer Taschenmessers aus einem alten rostigen Nagel eine Kurbelwelle zurechtgeschnitzt und dann den Motor über dem Campingkocher regeneriert haben, aber die Moppeds laufen ohne Probleme. Bei Marcus Mopped hat sich, genau wie bei Marions Mopped auch, die Abdeckschraube der Leerlaufdüse im Vergaser rausgedreht, ich hatte einen Tropfen Wasser drin - das wars auch schon.
      Marions Mopped war noch in einen Verkehrsunfall verwickelt. Beim Ausparken hat ein Italiener das abgestellte Mopped leicht tuschiert, es konnte sich der dabei entstehenden kinetischen Energienicht entziehenund ist ganz langsam umgefallen, ein Handschützer ist zerbröselt und die Verriegelungsmechnik des auf dem Mopped abgelegten Helmes muß getauscht werden. Noch auf dem Parkplatz wurde der Schaden unbürokratisch reguliert.
      Das Navi nervt nur noch selten. Nachdem es uns die letzten Tage zuverlässig auf die ein oder andere Autostrada und jede in der Nähe verfügbare Schnellstraße sowie eine kurze Mautstrecke gelotst hat, benutzen wir es nur noch zum Endanflug.
      Neapel haben wir weiträumig umfahren, nich ohne noch die ein oder andere Autostrada und Schnellstraße zu nutzen. Der Verkehr im Großraum Neapel entspricht dem in der Stadt, hat also nicht wirklich viel gebracht. Überall am Straßenrand liegen Müllberge, die ab und an mal angezündet werden. Wir hatten den Eindruck, dass das die offizielle Müllentsorgung ist. Vor den Müllbergen sitzen die Prostituierten und warten auf Kundschaft. Für uns ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, obwohl ich ab und an mal von Fürstenwalde nach Erkner fahre.
      Immer an der Mittelmeerküste entlang gings nach Norden. Über Ostia haben wir uns an Rom vorbeigeschlängelt. Am Flughafen von Rom hat uns denn ein Sandsturm erwischt. Der Vierte Gang war nur noch selten zu gebrauchen, dafür haben wir die gesammte Straßenbreite ausnutzen müssen. Da wir in kurzen Sachen unterwegs waren hat sich das wie beim Sandstrahlen angefühlt.
      Der heutige Tag war noch mal ein Höhepunkt auf unserer Reise. Wir sind alle 5 Dörfer der Cinque Terre abgefahren. Obwohl es manchmal nur im 1. bergauf oder bergab ging, sind die Straßen der Levante zum schwindlig fahren gebaut. Ich hab keine Ahnung, wieviele tausend Höhenmeter und Kurven wir heute gefahren sind, aber jeder Meter hat sich gelohnt! Marcus hat sich dabei den Tank leer gefahren. Einmal haben wir von meinem Mopped abgezapft, das hat dann bergab fast bis zur nächsten Tanke gereicht. Die letzten 100m hab ich ihn dann mit steifem Bein geschoben.
      Morgen müssen wir Strecke machen. Unser Ziel ist der Lago di Como. Übermorgen wollen wir dann die Alpen über den Maloja Pass oder den Splügen Pass queren.

      Heike, das letzte Bild is extra für dich!;-)
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      Unser Ziel ist der Lago di Como


      Mach es nicht. Es ist einer der mit Abstand hässlichsten Städte die ich bis jetzt gesehen habe. Ich war erst vor knapp 3 Wochen da.
      Ich würde mir wohl ein anderes Ziel nehmen.

      Sicher ist der See nicht schlecht, nach Como würde mich jedoch keiner mehr bekommen :pinch:
      Ich wünsche euch aber weiterhin eine gute Fahrt!
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      Como oder Lecco muß man wirklich nicht haben aber irgendwie muß man nach Norden.
      Wir sind heute vom Mittelmeer bis zum Nordende des Comer See gefahren. Früh gings mit tausenden Kurven los, ab Piacenza gehts wie immer bei Hitze durch die Poebene und zu guter Letzt quetscht man sich irgendwie zwischen Milano und Bergamo durch den Berufsverkehr.
      Nachdem wir Lecco geschaft hatten gabs zur Belohnung eine freie Uferstraße am Lago di Como.
      Das Bier und die Pizza auf dem Campingplatz haben wir uns heute redlich verdient.
      Morgen geht's über den Splügenpass in die Schweiz und über Lichtenstein und Vorarlberg nach Deutschland.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Der Alte“ ()

      Daum hoch! Ihr seit echt brutal ,

      kein in wunder das Marion so kaputt ist
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.
      Nun hat es und doch noch erwischt. Marcus sein Mopped hatte plötzlich bergauf etwas weniger Leistung, lief aber im Standgas und bergab war auch kein Unterschied zu merken. Erst hatten wir den Vergaser im Verdacht, der war es aber nicht.
      Beobachten und weiterfahren! So haben wir gestern 230 km vom Bodensee bis nach Calw in Schwabistan geschafft.
      Auf dem Zeltplatz im halbdunkeln dann mal in den Auslass gekuckt - der Kolben sah nicht gut aus. Also Zylinder runter und dann wußten wir woran es lag.
      Die neue Garnitur war schnell montiert und Borke ist jetz mit Einfahren beschäftigt.
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      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      schön wenns wieder läuft, was hat sich denn da verkeilt?
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.
      Is es immer noch, auch wenn wir gerade unterm Vordach von Aldi in Obererlbach bei Frankfurt stehen. Es stürmt und schüttet wie aus Kannen.
      Beim Kolben hat sich der Arretierpin der Kolbenringe verabschiedet. So wie das aussieht muß das Teil schon länger rotiert haben, bevor es sich einen Weg durch den Kolbenboden gearbeitet hat.
      Der neuen Garnitur fehlt es etwas an Leistung aber darauf kommts nicht an.
      geht nich und kann ich nich sind die brüder von will ich nich
      na denn. den Katzensprung schafft ihr doch auch noch!

      ich drück euch die Daumen
      MZ Fahrer sind eine große Glaubensgemeinschaft, sie glauben Motorrad zu fahren.