Angepinnt Mit dem Moped auf große Reise - Alles ums Moped und die Ausrüstung.

      Mit dem Moped auf große Reise - Alles ums Moped und die Ausrüstung.

      Zuerst die Bitte an einen der Moderatoren das oben festzupinnen, damit es auch gefunden wird! Es soll ja schließlich eine Hilfe sein.

      Ich hatte letztlich die Idee mal einen HGF (Häufig gestellte Fragen)-Artikel zum Thema Mopedreisen zu erstellen. Das hab ich getan und hier ist er ;)


      Mit dem Moped auf große Reise - Was man wissen und beachten sollte


      Diese Anleitung soll unerfahrenen Tourenfahren eine Hilfestellung bei der Vorbereitung und Durchführung einer Reise sein. Im Folgenden ist beschrieben wie das Moped vorbereitet werden sollte und es finden sich Listen mit Gepäck und Campingdingen die auf der Reise nicht fehlen sollten.
      Alles was hier geschrieben steht basiert auf meinen eigenen Erfahrungen vieler Touren mit Moped und Motorrad und kann sicher dem ein oder anderen helfen Anfängerfehler zu vermeiden. Viel Spaß beim Lesen!

      Die erste Tat:
      Womit fängt eine Reise an? Mit der Idee wo man gern hinfahren möchte!
      Und bevor man mit der Vorbereitung des Fahrzeugs oder dem Packen anfängt, sollte man sich Straßenkarten und Informationen über das Ziel und über die Strecke besorgen.

      Welche Währung gilt im anzufahrenden Land? Welche Verkehrsbestimmungen sind maßgeblich? Wird zB. eine Warnweste benötigt? All diese Informationen finden sich in kleinen Faltblättchen vom ADAC, die für Mitglieder gratis zu bekommen sind.
      Auch kann man beim ADAC ein Tourset anfordern, in dem die Route beschrieben ist und in dem Straßenkarten, Regionalführer, Stadtführer, Campingplatzverzeichnis, sowie die eingangs erwähnten Faltblättchen mit Reiseinformationen (Einreisebestimmungen, Zoll, Zahlungsmittel, Kraftstoffe, Verkehrsbestimmungen, Feiertage, Notrufnummern etc.pp.).



      Die enthaltene Routenbeschreibung ist gut gemacht, aber beinhaltet auch Autobahnen und ist daher für Mopedtouristen nicht zu gebrauchen. Aber Straßenkarten und Infoblätter haben sich immer als nützlich erwiesen!

      Es gibt Leute die fahren nur nach Navi, was einfach aber oft auch langweilig ist.
      Ein Roadbook hingegen ist schnell gemacht und lässt einem die Freiheit selbst zu entscheiden wo man herfahren möchte. Zur erstellung hat sich Google Maps bewährt, wo man seine Route so verschieben kann wie man es gern hätte. Also schreibt man sich eine Liste mit Orten durch die die Reise führt und hat so immer einen Anhaltspunkt an den man sich halten kann.
      In welcher Form man das macht muss jeder für sich selbst herausfinden, der eine mag es lieber so, der andere so ;)
      Das Navi habe ich aber dennoch immer dabei, denn wenn man mal vom Weg abgekommen ist kann man sich damit schnell zum nächsten Routenpunkt leiten lassen.


      Das Fahrzeug:
      Irgendwie möchte man ja zum Urlaubsort kommen ;)
      Da hat man nun die Qual der Wahl: Nimmt man ein Moped oder doch einen Roller? Geeignet sind sie beide, beide haben auch Vor und Nachteile, aber darum soll es nicht gehen, denn die meisten angehenden Tourer haben ja bereits ein Fahrzeug und deshalb steht das Fahrzeug fest.

      Fangen wir mit dem wichtigsten an: Der Wartungszustand!
      Immer wieder gehen Leute mit vollkommen unvorbereiteten bzw. mangelhaft vorbereiteten Fahrzeugen auf die große Reise und wundern sich dann, dass der Urlaub nicht schön und entspannend war sondern das Moped einen immer wieder mit Mängeln auf Trab hält. Das gilt es zu vermeiden!
      Ausserdem ist man viel entspannter wenn man sich sicher ist, alles für ein zuverlässiges Moped getan zu haben. Ansonsten macht man sich Sorgen, ihr kennt ja den Spruch: "Angst fressen Seele auf" ;)

      Es gibt viele Dinge die vor der Reise erledigt werden können und sollten um sich Ärger zu ersparen, wir fangen vorne an:

      Rahmen und Fahrwerk:

      1.:
      Wie ist der Reifenzustand und wie alt sind die Reifen? Mit 2mm Profil braucht man gar nicht erst losfahren und auch alte, harte Pneumant Gummis die im trockenen noch gehen mögen müssen auch runter, denn man kommt zu 100% unterwegs in einen Regenschauer und da ist dann "Ende im Gelände"!

      2.:
      Was sagen die Bremsen? Man sollte sich vergewissern wie es um die Belagstärke bestellt ist und dafür sorgen dass die Bremse sauber und die Betätigungselemente geschmiert sind. Das macht man in der Bremse nicht mit Fett, sondern mit Keramikspray bzw. Keramikpaste die man in jedem gutsortierten Autoteilehandel sowie bei Polo, Louis etc. bekommt.

      3.:
      Die Radlager! Da die Radlager nicht teuer sind und auch der Wechsel keine schwere Arbeit ist sollte man die Radlager im Zweifel besser erneuern bevor man losfährt. Mit alten DKF Lagern ungewisser Laufleistung geht man nicht auf Tour, das kann unterwegs zu Verdruss führen ('99 in der Nähe von Utrecht/Holland selbst erlebt...)! Als Ersatz nimmt man am besten 2RS Lager die eine Lebensdauer-Fettfüllung haben und mit 2 Gummiringen gekapselt sind oder 2Z Lager die mit 2 Metallscheiben gekapselt sind.

      4.:
      Sind die Speichen alle in Ordnung und haben sie die richtige Spannung? Nachgucken!

      5.:
      Die Telegabel! Ist sie Öldicht? Ist genug Öl drin? Wenn sie undicht ist heisst das die 2 Wellendichtringe müssen erneuert werden. Ist keine Wissenschaft und dazu günstig, also frisch ans Werk! Wenn man nur nicht weiss wie es um das Öl bzw. die Ölmenge bestellt ist wechselt man es schnell und hat Sicherheit. Geeignet dafür ist herkömmliches Motoren- und Getriebeöl, denn die Telegabel der Simson ist ungedämpft und nutzt das Öl nur zur Schmierung und für den Hydraulischen Endanschlag. Pro Gabelholm sind laut Werk 34cm³ einzufüllen, es hat sich aber bewährt 40cm³ einzufüllen, so funktioniert der Endanschlag "weicher".

      6.:
      Die Lenkkopflager! Auch dort sollte alles in Ordnung sein, der Sicherheit und dem guten Fahrverhalten zuliebe. Wie überall gilt auch hier: Weiss man nicht wie es um die Lager bestellt ist, muss nachgeschaut werden! Wenn alles OK ist versorgt man sie mit frischem Fett, baut alles wieder zusammen und stellt sie ein. Dann weiss man was Sache ist und hat einen üblen Gedanken weniger ;)

      7.:
      Ist die Schwingenlagerung und die Motorlagerung fehlerfrei oder kann man Spiel feststellen?

      8.:
      Ist bei den hinteren Stoßdämpfern alles im Lot?

      9.:
      Zum guten Schluss sollte man alle Schraubverbindungen kontrollieren und nachziehen wenn einem etwas auffällt.


      Der Motor und sein Umfeld:

      Dass hier alles in Ordnung sein sollte versteht sich von selbst, denn der Motor ist es ja der uns vorwärts bringt ;) Ebenso klar sollte sein, dass man nicht mit einem Motor unbekannten Verschleißzustands auf große Reise gehen sollte. Weiss man also nicht wie es um Motor und Getriebe bestellt ist, gilt es alles nachzuprüfen und evtl. Schäden vor Fahrtantritt zu beheben.
      Da hat gut Lachen wessen Motor vor nicht allzulanger Zeit überholt wurde!

      1.:
      Als erstes können wir den Auspuff samt Krümmer einmal abbauen und durch den Auslasskanal schauen. Wenn etwa der Kolben stark riefig ist sollte man die Garnitur abbauen und nach dem Rechten sehen. Ist dagegen optisch alles in Ordnung, die Kompression i.O., keine annormalen Geräusche beim Motorlauf zu hören und die Leistung normal können wir hier alles in Frieden lassen.

      2.:
      Ist der Auspuff einmal abgebaut können wir die Gelegenheit nutzen und gleich die angesammelte Ölkohle beseitigen. Das grobe kann ausgekratzt werden soweit erreichbar. Den Rest entfernt man durch ausbrennen und anschließendes ausklopfen.

      3.:
      Sind Kupplung und Primärtrieb in Ordnung? Stimmt die Grobeinstellung der Kupplung?

      4.:
      Lässt sich das Getriebe sauber schalten und springen keine Gänge raus? Falls nicht muss der Schaltmechanismus eingestellt werden. Hilft auch das nicht kommt man um eine genauere Prüfung nicht herum.

      5.:
      Stimmt der Ölstand des Getriebeöls oder fehlt etwas? Ist das der Fall ergänzt man das fehlende Öl und begibt sich auf die Suche nach etwaigen Undichtigkeiten. Sollte man eineentdecken ist sie zu beseitigen, ständiger Ölverlust auf einer Reise ist nicht unbedingt erstrebenswert.

      6.:
      Stimmt der Zündzeitpunkt und der Unterbrecherkontaktabstand? Wie ist sein Verschleißzustand? (Sofern man U-Zündung hat natürlich ;) ) Alsonsten an der Zündanlage alles in Butter und alle Spulen fest auf der Grundplatte?

      7.:
      Nun kümmern wir uns um den Vergaser. Ist er komplett sauber? Schwimmerstand in Ordnung? Unnormaler Verschleiß an Schieber und Teillastnadel mit Nadelhalter?
      Wenn alles OK ist: sauber einstellen und glücklich sein!

      8.:
      Der Antrieb: Wie steht es um Ritzel, Kettenrad und die Kette? Sind spitze Zähne zu entdecken, sind Rollen abgeplatzt? Ist das Lager im Kettenrad in Ordnung? Kettenschläuche und Kettenkasten Fehlerfrei? Der Ruckdämpfer in Ordnung?
      Wenn alles OK ist bleibt nur, die Kette frisch zu fetten und den Durchhang einzustellen. Im Zweifelsfall lieber zu locker als zu stramm, denn es kommt ja noch das schwere Gepäck aufs Moped, das dann entsprechend einfedert!


      Die elektrische Anlage:

      Hat jemand Lust unterwegs einen Kupferwurm als blinden Passagier mitzunehmen? Nicht? Dachte ich mir! ;)

      1.:
      Alle Kabel sollten auf Scheuerstellen und Brüche geprüft werden.

      2.:
      Alle Steckverbindungen und Massepunkte müssen schön sauber sein bzw. sollten blank gemacht werden und mit Polfett wieder zusammengesteckt werden. So kann man Übergangswiderstände minimieren und dem Gammel entgegenwirken.

      3.:
      Ist die Batterie fit? Säurestand prüfen und ggf. mit destilliertem Wasser den korrekten Füllstand herstellen.

      4.:
      Sicherungshalter und Sicherungen OK?

      5.:
      Funktioniert das Bremslicht ordnungsgemäß? Falls nicht, Kontakt im Bremsschild reinigen und einstellen!

      6.:
      Blinker und Rücklichtkappen entfernen und nachsehen ob dort irgendwo Gammel nistet. Sollte natürlich nicht sein! Alles schön säubern und mit Polfett versehen wieder zusammenbauen, so hat man in Zukunft Ruhe!

      7.:
      Blinkerschalter, Hupentaster und alle anderen Schalter nachsehen und für saubere Kontakte sorgen!

      8.:
      Alle Leuchtmittel müssen OK sein, versteht sich eigentlich von selbst.


      Bedienelemente:

      Hohe Bedienkräfte? Gerissene Züge? Braucht kein Mensch, oder?

      1.:
      Alle Seilzüge fehlerfrei? Ist irgendwo Spliss zu entdecken schmeißt man den betreffenden Zug direkt raus und montiert einen neuen.
      Wenn alles i.O. ist bleibt einem nur sie komplett durchzuölen und das Spiel einzustellen. Dazu nimmt man wieder Motor- oder Getriebeöl und kein Caramba oÄ., das ist zu dünnflüssig und hat schlechtere Schmiereigenschaften.

      2.:
      Sind die Handhebel alle sauber und leichtgängig? Auch sie brauchen etwas Fett!

      3.:
      Fußbremshebel und Bremsstange in Ordnung?

      4.:
      Schalthebel und Kickstarter richtig fest? Wie oft seh ich Leute mit umherschlackerndem Kickstarter...


      Zusätzliche Anbauteile am Moped:

      Irgendwo muss das Gepäck hin und andere sinnvolle Dinge können auch angebracht werden.

      Gepäck:

      Bewährt haben sich natürlich die Seitengepäckträger, auf denen man den Hauptteil des Gepäcks unterbringen kann.

      Dazu benötigt man aber noch Taschen oder Koffer. Die meisten Simson-Teilehändler haben Nachbauten der guten, alten Pneumant Seitenkoffer im Programm.



      Ich weiss nicht ob der Hinweis in den Nachfertigungen drinsteht, deshalb:




      Desweiteren gibt es im Motorradzubehör noch einige Alternativen:

      Faltbare Packtaschen von Polo, Louis und den anderen Zubehörketten Zu Preisen zwischen 15 und 50€:



      Alukoffer, bei denen aber beachtet werden muss dass sie mit Innentaschen benutzt werden, da es sonst Aluabrieb an Kleidungsstücken geben kann.



      Solche Koffer sind günstig bei Zum Thema Tankrucksack beim SR

      es gibt bei Louis einen mit schlaufenbefestigung der Wunderbar an der Tunnelverkleidung anzubringen ist ....... hat sogar Klarsicht oben drauf für Navi und Co. Riemen sind auch lang genug das man auch einen Schlafsack z.B. noch unten drunter packen kann.




      Zu guter letzt kann man auf den Soziussitz noch eine Gepäckrolle schnallen, wo sperrigere Dinge wie Schlafsack, Zelt etc. Platz finden.


      Bordnetz-Steckdose:

      Will man das Navi aufladen, die Akkus für die Kamera oder das Handy? Dann muss man eine Steckdose haben! Bei Louis gibt es eine Wasserdichte Zigarettenanzünderdose die sich an Lenker, Rahmenrohr oder sonstwo befestigen lässt:



      Hier der Link zur Steckdose: KLICK

      Hier ist man mit 12V Elektrik klar im Vorteil, aber dem Vernehmen nach gibt es auch eine Lösung für 6V Fahrer, dazu habe ich aber keine näheren Infos. Wer etwas weiss kann sich bei mir melden, dann nehme ich es auf!

      Der Nutzer "RatRacer" hat mich auf eine Bezugsquelle für einen günstigen Spannungswandler aufmerksam gemacht. Mit sowas können auch 6V Fahrer eine 12V Steckdose betreiben:

      KLICK

      Und für die Selberbastler eine Bauanleitung: KLACK


      Sonstiges:

      -Ein Schafsfell auf dem Sitz sorgt auch auf längeren Etappen für merklich höheren Sitzkomfort.



      -SR50 und Schwalbe Faher haben die Möglichkeit sich an einem alten Beinblech Halter für Trinkflasche/Ölflasche zu montieren.




      -SR50 Fahrer können an den Gepäckhaken noch eine kleine Tasche anhängen, ich nutze dafür eine NVA Granatentasche, da passt eine Kompaktkamera und das Handy rein. So hat man das immer Griffbereit.
      (Siehe Bild bei "Gepäck")

      -Ein Ersatzkanister beruhigt das Gewissen und hilft im Notfall enorm weiter.



      Regenschutz:

      Ein schwieriges Feld, habe ich doch schon vieles ausprobiert und noch nicht die wirklich dichte Regenhaut gefunden. Beim Motorradsupermarkt hat man große Auswahl von ganz billig (Einwegkombi für 3€) bis teuer.
      Das beste was ich hatte war bisher die Regenhose von Shoei, nicht ganz billig, aber dafür robust und praktisch.

      Gegen nasse Füße sind am besten wieder die Sachen von der Bundeswehr:
      In der ABC Ausstattung gibts Stiefelüberzieher aus Gummi, die sind wesentlich rouster und dichter als die Überzieher aus dem Motorradsupermarkt!
      Außerdem gibt es noch Thermoüberstiefel die ebenfalls 100% Wasserdicht sind. Und das Beste: Beide sind bei BW Shops spottbillig zu haben!



      Ausrüstung:

      Wenn man längere Zeit auf eigene Faust unterwegs ist, muss man gut ausgestattet sein.

      Camping:
      Am besten hat jeder sein eigenes Zelt dabei, das schafft einem Privatsphäre und beugt Streitigkeiten/Lagerkoller vor.
      Dazu nimmt man ein 2-Mann Zelt, damit man sein Gepäck auch unterbringen kann. Man sollte auf kleines Packmaß und geringes Gewicht achten.
      Gute Zelte bekommt man zB. von Salewa, Coleman, MSR und für die reichen von Hilleberg. Aber auch die günstigen Zelte von Polo sind nicht verkehrt wenn man ein paar Abstriche machen kann. Geheimtip ist Quechua, gute Qualität zu günstigen Preisen!

      Gut sind selbstaufblasende Matten die das gleiche Packmaß wie eine normale Isomatte haben, aber viel besseren Komfort bieten. Sowas gibts von etlichen Anbietern, der bekannteste und bewährteste dürfte Therm-a-Rest sein, aber auch hier bekommt man von Quechua gute Ware zum günstigeren Preis!



      Dazu passend gibts auch kleine selbstaufblasende Kissen. Eine feine Sache, wenn auch nicht Überlebenswichtig ;)




      Ein wahres Wundermittel beim Camping ist "Seam Grip" von McNett. Mit diesem Zeug lässt sich eine Menge anfangen, zum Beispiel:
      -Löcher und Risse in selbstaufblasenden Matten, Luftmatratzen, im Zelt und auch an der Regenkombi flicken
      -Zeltnähte abdichten (dafür ist das eigentlich gedacht)
      und der Tip des Tages:
      -Wenn man auf die Unterseite seiner Isomatte/Liegematte 2-3 Streifen SeamGrip aufbringt rutscht man nicht mehr im Zelt umher wenn der Boden mal uneben sein sollte, da das Zeug flexibel wie Gummi bleibt.




      Beim Schlafsack wirds schon schwieriger für gutes Geld auch gute Ware zu bekommen, bewährt haben sich die Gegenstände der Bundeswehr und anderer Armeen die man oft recht günstig bekommen kann. Einige Bezugsquellen: beckershop.de, raeer.de

      Ich persönlich finde von Frühjahr bis Herbst den aktuellen BW-Mumienschlafsack sehr gut. Es gibt ihn in mehreren Größen, so dass man genau den zur Körpergröße passenden Schlafsack aussuchen kann. Der Schlafsack ist aus Synthetikmaterial, was auch erfreulich schnell trocknet wenn es mal nassgeworden ist. Dazu hat man einen Packsack aus wasserdichtem Material. Gebraucht ist er ab 15€, neu ca. ab 50€ zu haben.



      Zur Größe: Man sollte mit den Füßen nicht unten anstoßen und zuviel Platz sollte auch nicht sein. 20cm Luft bis zum "Boden" sollte man haben, so hat man auch noch Platz genug bei tieferen Temperaturen einen leichten Innenschlafsack mit einzulegen.

      Ein kleiner Dreibein-Hocker macht Sinn und ist leicht unterzubringen. Bei Polo/Louis/Hein Gericke gibts sowas oft für 1€ im Angebot. Hält zwar nicht so lang wie ein teures Exemplar, ist aber andererseits kein großer Verlust wenn es zB. wegkommen sollte.




      Kocher:
      Da hat man die freie Auswahl! Das machts nicht einfacher, denn die Ausrüstung sollte ja leicht und Platzsparend sein und gleichzeitig nicht zu teuer.
      Beim Kocher kann man zwischen Gas, Benzin und Spiritus wählen:

      -Gaskocher sind günstig und einfach zu bedienen. Dafür hat man aber nicht überall die passenden Gaskartuschen zur Verfügung, die je nach Hersteller unterschiedlich sind.



      -Benzinkocher sind in der Bedienung etwas umständlicher, haben dafür einen höheren Heizwert und man bekommt überall Brennstoff. Hier bin ich schwer vom "Optimus Hunter" und seinen Nachbauten begeistert: Klein, leicht und praktisch. Der russische Nachbau kostet bei ebay ca. 35€ und funktioniert problemlos.



      -Spirituskocher haben den geringsten Heizwert, sind aber dafür am kleinsten und leichtesten. Schön ist der Trangia Kocher der Schwedischen Armee den man für ca. 20€ bei Armeeläden und bei ebay bekommt und wo das Kochgeschirr gleich mit dabei ist. Links zusammengepackt, rechts in Einzelteilen.




      Kochgeschirr:
      Auch hier gibts unzählige Sachen auf dem Markt, ich persönlich benutze Armeeausstattung, denn die ist günstig und robust.
      Für verschiedene Einsatzzwecke habe ich 2 verschiedene Geschirre: Das der Bundeswehr/NVA (fast baugleich) und das US-Amerikanische. Ist man mit 2 Leuten unterwegs nimmt jeder eins davon und man ist für alle Eventualitäten gerüstet. Im Topf des BW-Geschirrs lassen sich zB. auch Nudeln und Kartoffeln kochen, das geht in der flachen US-Pfanne nicht. Dafür kann man darin braten oder Saucen zubereiten ;)



      BW/NVA:



      US:



      Besteck:
      Ebenfalls von der Armee (in dem Fall NVA) und auch mit Dosenöffner ausgestattet



      Und dazu dann noch eine leichte Alutasse mit klappbarem Griff



      Frischhaltedosen:
      Hier setze ich auch auf Armeeware ;)
      Butterdosen von der Bundesdwehr eignen sich hervorragend für diesen Zweck, denn sie sind klein und robust, gehen sicht so schnell auf wie Tupperdosen und sind mit 2€ pro Stück konkurrenzlos günstig.




      Wie man packt:

      Etwas so einfaches - Eigentlich! Denn hier lassen sich einige Fehler machen.

      Zuerst muss klar sein, dass man ein System braucht. Wer zB. zwischen den Klamotten einige Ersatzteile unterbringt hat nichts verstanden ;)

      Bewährt hat sich bei mir folgendes System:
      Linker Koffer/Tasche: Ausschließlich die Kleidung

      Rechter Koffer/Tasche: Ersatzteile, Küchenausstattung, Konserven und Sonstiges.

      Gepäckrolle auf dem Sitz: Schlafsack, Isomatte, Zelt

      Tankrucksack: Oben Dinge die schnell zur Hand sein sollen, unten kleine aber schwere Gepäckstücke um etwas Gewicht nach vorn zu bekommen.

      Bei den seitlichen Koffern/Taschen sollte kein zu großer Gewichtsunterschied sein, überraschenderweise hats bisher bis auf 1-2kg immer hingehauen. (Personenwaage nehmen und nachwiegen).

      Hier eine Gepäckliste als Grundidee zum Abhaken, die jeder nach seinen persönlichen Bedürfnissen ergänzen/abspecken kann. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Wenn etwas wirklich wichtiges Fehlt, bescheid sagen ;)

      Klamotten:
      5x T-Shirt
      5x Boxershorts
      5x Socken
      1x lange Hose
      1x kurze Hose
      1x-2x Pullover
      1x Handtuch
      1x Badetuch
      1x Badehose
      1x Jogginghose
      1x Kulturbeutel (Waschlappen, Deo, Duschzeug, Zahnbürste und Zahnpasta, Sonnencreme, Insektenschutz...)
      1x Badelatschen (Wer weiss wie die Sanitäreinrichtungen/Duschen sind...)

      Camping:
      1x Zelt
      1x Isomatte/Luftmatratze
      1x Schlafsack
      1x leichte Fleecedecke
      1x Taschenlampe
      1x kleiner Dreibein-Hocker

      Küche:
      1x Kocher
      1x Kochgeschirr
      1x Besteck
      1x Spülmittel
      1x Spülschwamm
      1x Geschirrtuch
      1x-2x kleine Frischhaltedose
      1x Blechtasse
      1x Salz & Pfeffer

      Zum fahren:
      1x Regenkombi
      1x Regenüberhandschuhe
      1x Regenüberzieher für die Schuhe
      1x Halstuch
      1x Straßenkarten

      Sonstiges:
      1x Waschmittel (Rei in der Tube zB.)
      1x Wäscheleine und ein paar Klammern
      1x Küchenrolle oder ein paar Tücher
      1x Feuerzeug (Für die Nichtraucher ;) )
      1x Verbandskissen (für den Fall der Fälle!)
      1x Kartenspiel oÄ. (Es gibt immer mal Regentage wo man nix machen kann)

      Zeug fürs Moped und Ersatzteile:
      10x Kabelbinder
      1x Isolierband
      1x Flickzeug
      5x Speiche mit Nippel
      1x Kerzenstecker
      1x Zündkerze
      1x Bowdenzug-Reparatursatz (Ihr wisst, die kleinen Büchsen)
      2x Ventile für die Reifen
      1x Glühlampenersatzbox inkl. Sicherungen
      2x Kettenschloss und dazu ein Stück Kette
      2m Kabel
      Ein paar Flachstecker, Lüsterklemmen etc.
      1x Schraubensortiment M6 & M8
      0,5m Zündkabel
      0,5m Benzinschlauch
      1x Scheibenfeder vom Polrad
      1x Minidose Caramba
      1x Schlauch (für den Reifen (Bei Moped mit verschiedenen Größen V&H natürlich beide ;) ))
      1x Unterbrecherkontakt
      1x Kondensator
      2-3m Draht
      1x Prüffix/kleine Prüflampe
      etwas Schmirgelpapier
      1 Bogen Dichtpappe (Notfalls kann man aber auch Dichtungen aus Tetrapack schneiden - Geht wirklich!)

      Zum guten Schluss noch eine kleine Linksammlung:

      Die großen Motorradsupermärkte:
      louis.de
      polo-motorrad.de
      hein-gericke.de

      Spezialausrüster für Motorradreisen:
      touratech.de

      Campingausstatter:
      decathlon.com
      globetrotter.com
      outdoorbedarf.de

      Armee Ausrüstung:
      raeer.de
      ranger-shop.de
      beckershop.de




      Ich wünsche viel Spaß bei der Vorbereitung und eine gute Reise!

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „Ostbock-Jens“ ()

      Sehr schön :) Habs auch gleich mal angepinnt^^

      Vllt. können wir ja das bei Gelegenheit in die FAQ einpflegen und die Bilder auf den Server ziehen, sodass das lange erhalten bleibt!

      Viele Grüße
      huj
      SIMSON: Präzision in jedem Detail.
      Zum Thema Tankrucksack beim SR

      es gibt bei Louis einen mit schlaufenbefestigung der Wunderbar an der Tunnelverkleidung anzubringen ist ....... hat sogar Klarsicht oben drauf für Navi und Co. Riemen sind auch lang genug das man auch einen Schlafsack z.B. noch unten drunter packen kann.

      Nur Vögel fliegen schöner........
      Hallo,

      wunderbare Auflistung.

      Ich werde diesen Thread auch mal auf der Rügentour-HP verlinken (wenn du nix dagegen hast Jens).
      Denke das sollte 99% der immer wiederkehrenden Fragen beantworten ;)

      Nico
      Hi,
      @Jens Klasse und sehr sinnvolle Auflistung! Mich würde noch interessieren ob schonmal jemand Erfahrungen gesammelt hat wenn er bei einer Panne mit der Simson den ADAC gerufen hat. Bringen die die Simme einfach zur nächstbesten Werkstatt um den Ärger loszuwerden oder wie sieht das aus?
      @50ccm: Habs mit aufgenommen :) genaue Bezeichnung von dem Tankrucksack wäre noch cool!

      nicoS51 schrieb:

      Ich werde diesen Thread auch mal auf der Rügentour-HP verlinken (wenn du nix dagegen hast Jens).
      Denke das sollte 99% der immer wiederkehrenden Fragen beantworten ;)
      Tu das :)



      @S77: Ich hab den ADAC bisher ein mal mit dem Moped gebraucht weil ich nen Platten hatte und kein Flickzeug. Der hat das Moped aufgeladen und mit zu seiner Werkstatt genommen wo er mir nen neuen Schlauch (den er aber erst besorgen musste) eingezogen hat.
      Wie das bei ernsterem ist weiss ich nicht, viel tun können sie wohl nicht, woher sollen sie zB. die Teile nehmen.
      Hi,
      naja wenn man die Ersatzteile mitschleppt könnten die Freunde einem sie einbaune und man behät selber saubere Flossen bzw würden mich die Bedingungen interessieren ab wann sie einem das Moped evtl sogar nach Hause verfrachten oder ob man ein Ersatzfahrzeug bekommt bzw welches wenn man Plus Mitglied ist.

      EDIT Vielleicht wäre es sinnvoll empfehlenswerte Produkte zu ergänzen mit denen Du schon gute Erfahrungen gemacht hast. Nicht das sich jemand einen Schlafsack kauft der für Sommertemperaturen geeignet ist er aber bei Kälte zelten will^^

      simsonS77 schrieb:

      Hi,
      naja wenn man die Ersatzteile mitschleppt könnten die Freunde einem sie einbaune und man behät selber saubere Flossen bzw würden mich die Bedingungen interessieren ab wann sie einem das Moped evtl sogar nach Hause verfrachten oder ob man ein Ersatzfahrzeug bekommt bzw welches wenn man Plus Mitglied ist.

      EDIT Vielleicht wäre es sinnvoll empfehlenswerte Produkte zu ergänzen mit denen Du schon gute Erfahrungen gemacht hast. Nicht das sich jemand einen Schlafsack kauft der für Sommertemperaturen geeignet ist er aber bei Kälte zelten will^^


      Als Plus Mitglied bringen sies auf jeden Fall Nachhause! Das hab ich mit meinem 71er Transit mal erlebt (Lagerschaden im Getriebe).

      Produkte die taugen ergänze ich noch, wie zB. 12V Ladegerät mit Anschluss zum Aufladen von USB Geräten wie Handy/Navi etc.
      Das ist aber wieder ne Menge Zeug, darum dauert das etwas. Den Grundstock haben wir ja jetzt, da lässt sich das ergänzen :)

      S51_Chris schrieb:

      Diese "ösen" einfach nur an die Batterie klemmen, sowie man es mit den anderen auch macht?`Also bei der Steckdose


      Ganz genau. Sicherungshalter und Sicherung sind mit im Lieferumfang.
      Kann man natürlich auch auf Klemme 15 legen, so ist auf der Steckdose nur Saft wenn die Zündung an ist. Frei nach Belieben ;)
      wenn nen reifenmontierhebel, dann nicht die originalen, denn damit brichst du dir einen ab, wenn du z.b. vee rubber drauf hast
      wenn schon, dann einen ordentlichen 16" montierhebel

      auch beim werkzeug auf qualität achten!
      spätestens, wenn einem in der pampa der letzte 10er beim vergaseranschrauben abbricht ahctet man nur noch auf qualität.
      ick z.b. nutze nur schmalkhaldener schlüssel mit evp preis drauf ;)

      auch bei schraubendrehern auf qualität achten !





      Oi!
      Jau, Montierhebel sollten gescheite sein! Überhaupt muss das Bordwerkzeug taugen, da geb ich Sterni vollkommen Recht!

      Dazu hatte ich aber extra nix geschrieben, was der einzelne mitnimmt kommt ja auch immer darauf an womit er überhaupt was anfangen kann.

      Aber ne praktikable Liste an nötigem Werkzeug hab ich auf dem anderen PC, werd ich noch nachreichen ;)